Kerstin Brätsch. Innovation

Kerstin Brätsch, Machine of Light, „Unisex-Serie“, 2007  

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Kerstin Brätsch. Innovation

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Die in New York lebende Malerin Kerstin Brätsch hat in den vergangenen zehn Jahren mit einem ebenso vielgestaltigen wie konsequenten Werk überzeugt. Ihrem Schaffen liegt ein erweiterter Malerei-Begriff zugrunde – es umfasst neben großformatigen Ölbildern (meist auf Papier), auch Malereien auf Polyesterfolie, Glasbilder, Marmorierungen sowie performative Interventionen. In ihren Bildern greift Brätsch klassische Topoi der Malereigeschichte auf, wie beispielsweise die Portraitmalerei oder Spielarten der Abstraktion. In gleichem Maße spiegelt sich darin aber auch die Infragestellung der Legitimität des Mediums Malerei durch die digitalen Technologien. Ähnlich den digital zirkulierenden sind ihre eigenen Bilder kontinuierlich veränderbar; sie werden durch Performances im Stadtraum oder spezielle Displays gezielt „Stresstests“ unterzogen – sie sind sich also des Drucks, dem die Malerei aktuell ausgesetzt ist, deutlich bewusst. In diesem Spannungsfeld sucht Kerstin Brätsch Wege für einen relevanten und persönlichen künstlerischen Ausdruck. Dabei hält sie an der Malerei und ihrer Geschichte fest und testet ihre Widerstandskraft gegenüber diesen Entwicklungen von innen heraus.

www.pinakothek.de

 


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Erika Beckmann, Tension Building, 2016, Secession 2017 © Iris Ranzinger

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Ericka Beckman

Game Mechanics

06/07 – 03/09/2017 Secession

Die Film- und Videoarbeiten der amerikanischen Künstlerin Ericka Beckman thematisieren Spiele und sportliche Wettkämpfe sowie deren Regeln und Strukturen, wobei die zugrundeliegenden Spielfelder als Allegorie für die Entwicklung und Aufrechterhaltung soziokultureller Normen gefasst werden. In ihrer Ausstellung Game Mechanics zeigt Beckman die Film-Installation You the Better (1983/2015), ihren jüngsten Film Tension Building (2016) sowie Zeichnungen.

You the Better zählt zu den frühen Filmen Beckmans, die weitgehend wie Spiele strukturiert sind und ihre Narration aus Themen wie Akkumulation, Wettbewerb sowie der Organisation von Gedanken und Erinnerungen durch Regeln, Symbole und symbolisches Denken entwickeln. Im Film vollzieht ein Team uniformierter Spieler die Mechanik eines Glücksspiels, das wie eine Maschine Punkte produziert und in seinem Verlauf weder steuerbar noch vorhersagbar ist. Die handelnden Figuren sind keine DarstellerInnen, sondern agieren als Spielende. Angefeuert werden sie durch einen Song mit hysterischem Rhythmus, der die implizierte Forderung zu „performen“, im Sinne von etwas zu leisten und sich gegenseitig im Wettkampf zu übertreffen, zusätzlich unterstreicht.

www.secession.at

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Alex Da Corte, Slow Graffiti, Ausstellungsansicht, Secession 2017. Courtesy of Maccarone, New York, Gió Marconi, Mailand and David Risley Gallery, Kopenhagen © Sophie Thun

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Alex Da Corte

Slow Graffiti

05/07 – 03/09/2017 Secession

So how about it?
Show me please how I will look in twenty years
And let me please
Interpret history in every line and scar that’s painted
There in front of me
Belle and Sebastian, Slow Graffiti (1998)Das Werk des US-amerikanischen Künstlers Alex Da Corte umfasst Videos, Skulpturen, Gemälde und raumfassende Installationen, an denen vor allem ihre filmische Qualität hervorsticht. Die Auseinandersetzung mit der Komplexität menschlicher Erfahrung steht im Mittelpunkt seines Werks, etwa wenn er schlaglichtartig Fragen von Begehren, Sinnlichkeit und Entfremdung beleuchtet. Der Künstler interessiert sich dabei für die kulturellen und psychologischen Eigenschaften, die die von ihm manipulierten und zweckentfremdeten Alltagsgegenstände besitzen, wie auch für ihre Unbestimmtheit, die Raum für einen Zustand der Täuschung und Illusion schaffen. Beim Ausloten des formalen Potenzials von Artefakten der Konsumkultur verdreht Da Corte ihren unmittelbaren Angebotscharakter, sodass sie neue symbolische Kraft entfalten – nunmehr als skulpturale Objekte etwa in seinen Videos und Installationen. Farben und Texturen werden augenscheinlich mit großem Geschick eingesetzt, um die BetrachterInnen zu berühren und die Stimmung, in der sie die vom Künstler gestalteten Umgebungen erleben, zu beeinflussen.www.secession.at...

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Ruth E Lyons, Press Image #1, Killeen Bog, Co. Offaly, Teil of WWWW neue Auftragsarbeit für Sommer 2017 © Barra Dinan.

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Sommer im Grazer Kunstverein

24/06 – 09/09/2017

Inspiriert von Ernst Fischers Publikation von 1959 „Von der Notwendigkeit der Kunst“ werden die Neuaufträge und die künstlerische Forschung des Grazer Kunstvereins in der Sommersaison von Fischers Behauptung geleitet, dass Kunst auch aufgrund der ihr innewohnenden Magie notwendig sei und nicht nur, um die Welt zu erkennen und zu verändern. Für Fischer besteht diese Magie eben genau in unserer Fähigkeit, das Mögliche zu visualisieren und diese Kraft zu nutzen, um so unsere natürliche Welt zu formen und zu lenken.

Im Sommer werden im Grazer Kunstverein drei sehr unterschiedliche künstlerische Projekte präsentiert. Jedes davon ist von der Beziehung des Menschen zur Natur inspiriert und erkundet das Thema auf körperliche, performative, poetische und metaphorische Weise.

Ruth E Lyons entwickelt WWWW, eine neue Produktlinie alternativer Arbeitskleidung, die vor allem für den weiblichen Körper entworfen wurde, der in Industrielandschaften arbeitet. Fiston Mwanza Mujila performt Auszüge aus seinem aussagekräftigen Lyrikband Le Fleuvre dans le Ventre [Der Fluss im Bauch]. Darin befasst er sich mit den Themen Einsamkeit und Exil, gestaltet und inspiriert von den fließenden Wassern des Kongos. Edward Clydesdale Thomson stellt einen abstrakten Skulpturengarten rund um die Ideen von Fürsorge und Engagement vor, der schließlich zu einem realen Garten hier im Grazer Kunstverein anwächst.

www.grazerkunstverein.org

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Martin Beck, Flowers (set 1, Detail), 2015 © Martin Beck, Courtesy Martin Beck and 47 Canal

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Martin Beck

rumors and murmurs 

06/05 – 03/09/2017 mumok

In Martin Becks Arbeiten, die sich von Anfang an durch konzeptuelle Strenge und Sparsamkeit der Mittel ausgezeichnet haben, spielen in jüngerer Zeit Körperlichkeit und Emotionalität eine immer gewichtigere Rolle. Im Mittelpunkt seines Projekts Last Night (ab 2013) steht die letzte Nacht der legendären Dance-Party The Loft in der New Yorker Prince Street von 1984. Den ersten Teil von Last Night bildet ein Buch, das detaillierte Angaben zur Musik während der 13-stündigen Party liefert. Last Night überlagert Struktur mit Leidenschaft (und umgekehrt) und verweist auf einen zeitlich und räumlich ephemeren Ort der Gemeinschaft und Emotion. Einen weiteren Teil dieses Werkkomplexes bildet ein über dreizehn Stunden langer gleichnamiger Film, der in unterschiedlichen Einstellungen wiedergibt, wie die im bei der Party gespielten Schallplatten in einem privaten Setting auf einem Plattenspieler aus der Zeit abgespielt werden.

Zudem werden in rumors and murmurs Serien aus einer jüngeren Werkgruppe Becks namens Flowers (2015) gezeigt werden: Fotografien, die eine ältere Floristin dabei zeigen, wie sie einen eindrucksvollen Blumenstrauß zusammenstellt und auseinandernimmt. Für die ursprüngliche Präsentation dieser Arbeiten in New York kombinierte Beck die Fotografien aus Flowers mit 183 x 113 (2014), einer Skulptur aus rostfreiem Stahl, und all that is left (2015), einer Wandskulptur mit blauem Farbverlauf, sowie der Videoarbeit Strategy Notebook (2015). Gemeinsam bildeten diese verschiedenen Elemente eine Umgebung, die unternehmerische Atmosphärenbildung mit elegischer Vanitas konfrontierte.

www.mumok.at

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© Adam Reynolds

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Bunker! Architektur des Überlebens

07/06 – 08/10/2017 Jüdisches Museum Wien

Obwohl Bunker schützende Bauwerke darstellen, die Menschen vor direkter Gefahr verschonen sollen, verströmen diese Räume eine Aura der Verstörung. Enge, Kälte, dickes Mauerwerk, Beton, Stahl und die Vorstellung von Lebensgefahr sind das Ingrediens, das unangenehme und irritierende Empfindungen auslöst. In Israel sind Bunker und Schutzräume im ganzen Land Realität, Bedrohung und Ausnahmesituationen gehören dort zum Alltag. Daher wird auch versucht, diesen Schutzräumen einen Anschein von Selbstverständlichkeit überzustülpen. Auch weil der Wohnraum in Israel knapp und teuer ist, nützt man die Orte für andere Zwecke: als Gemeinschaftszentren, Bars, Tanzstudios, Moscheen oder Synagogen. Diesen „anderen“ Alltag hat Adam Reynolds mit der Kamera festgehalten. Seine Fotos von Bunkern zeigen, wie sehr sich die Menschen in Israel bemühen, die Räume, die im Extremfall für das Überleben sorgen, so „normal“ wie möglich zu gestalten. Eine brüchige Normalität.

www.jmw.at

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Francesca Woodman / Untitled Rome, Italy, 1977–1978/2006 Black‐and‐white gelatin silver print on barite paper © George and Betty Woodman, New York Sammlung Verbund, Vienna
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Woman

FEMINISTISCHE AVANTGARDE DER 1970ER-JAHRE aus der SAMMLUNG VERBUND

05/05 – 03/09/2017 mumok

Mit Werken der Sammlung Verbund widmet sich das mumok einem der wichtigsten kunstgeschichtlichen Phänomene der 1970er-Jahre: dem Aufbruch weiblicher Künstlerinnen, die in einer von Männern bestimmten Kunstwelt erstmals in der Geschichte der Kunst kollektiv ein selbstbestimmtes neues Bild der Frau schufen. Entsprechend der Losung „Das Private ist politisch“ reflektierten diese Künstlerinnen stereotype gesellschaftliche Erwartungen in ihren Werken. Die Ausstellung gliedert sich daher in vier Bereiche: das Aufbrechen eindimensionaler Rollenzuweisungen als Mutter, Haus- und Ehefrau, Rollenspiele, Normativität der Schönheit und weibliche Sexualität. Viele der Künstlerinnen lösten sich von der männerdominierten Malerei und wendeten sich historisch „unbelasteten“ Medien wie Fotografie, Video, Film und der Performance zu.

Die Ausstellung zeigt 300 Werke aus den 1970er-Jahren von 48 Künstlerinnen aus Europa, Nord- und Südamerika. Neben bekannten Positionen wie Cindy Sherman, Ana Mendieta oder ORLAN können viele noch unbekanntere Werke entdeckt werden. Unter den Künstlerinnen sind acht Österreicherinnen vertreten: Renate Bertlmann, Linda Christanell, VALIE EXPORT, Birgit Jürgenssen, Brigitte Lang, Karin Mack, Friederike Pezold und Margot Pilz. Sammlungsdirektorin Gabriele Schor prägte für die Bewegung den Begriff FEMINISTISCHE AVANTGARDE, um die Pionierleistung der Künstlerinnen hervorzuheben.

www.mumok.at.

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© Nationalbibliothek

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Kauft bei Juden! Geschichte einer Wiener Geschäftskultur

17/05 – 19/11/2017 Jüdisches Museum Wien

Die Entstehung von Kaufhäusern in Wien war Teil einer gesamteuropäischen Entwicklung des 19. Jahrhunderts. Dass viele der Gründer aus jüdischen Familien stammten, ist heute genauso wenig bekannt wie die einstige Existenz des Textilviertels im ersten Wiener Gemeindebezirk. Prominente Unternehmen wie Gerngross, Zwieback, Jacob Rothberger, Braun & Co, Goldman & Salatsch, Jungmann & Neffe oder Knize und deren Gründerfamilien werden durch die Ausstellung ebenso in das Gedächtnis der Stadt zurückgeholt wie die sogenannten „Vorstadtwarenhäuser“ Wodicka und Dichter. Eindrucksvolle Objekte erzählen nicht nur die Geschichten der Familien, sondern auch von Architektur und Inszenierung, den Designern, der Klientel sowie Verkäufern, Schneidern und Schaufensterdekorateuren.

Durch die Zäsur der Schoa verschwand diese Geschäftskultur fast völlig. Die Entwicklung des Textilviertels nach 1945 verweist auf der anderen Seite, bedingt durch Migration, Rückkehr und Zuwanderung, auf den Wiederaufbau der Wiener jüdischen Gemeinde.

Für den Epilog hat das Jüdische Museum Wien die junge Wiener Künstlerin Kathi Hofer eingeladen, Motive der Ausstellung aufzugreifen und so mittels einer künstlerischen Intervention einen anderen Blick auf das Ausgestellte zu ermöglichen.

www.jmw.at.

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© Antoinette Zwirchmayr

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Festivaltrailer’17

JEAN LUC NANCY von Antoinette Zwirchmayr

Was ist Kino? Zum Nachdenken über diese Frage soll der enigmatisch-pulsierende Trailer der Diagonale’17 einladen: „Der Vollmond am schwarzen Nachthimmel, ein schwingendes Pendel, Sternenbilder, drei weibliche Rückenfiguren, ein Ensemble aus funkelnden Kristallen, halbtransparente Streifen in Bewegung, Lichtspiele in Schwarz-Weiß und Farbe. Miteinander in Beziehung gesetzte Bilder, Perspektiven, Körper, Räume, Welten. Oder anders gesagt: Kino. Konkret wie abstrakt, sinnlich wie theoretisch durchdenkt und erspürt JEAN LUC NANCY das vielschichtige Wesen des Kinos: als Dispositiv, als Medium, als Werkkorpus, als ästhetische Erfahrung und als sinnlicher Ort der Begegnung und der Zärtlichkeit – flüchtig, erhellend, bewegend, berührend“, so die Beschreibung im diesjährigen Festivalkatalog.

www.diagonale.at

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Jakob Lena Knebl / come closer, 2016 /Photo: Christian Benesch © Jakob Lena Knebl / mumok

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Oh…

Jakob Lena Knebl und die mumok Sammlung

16/03 – 22/10/2017  mumok

Auf Schubladendenken lässt sich die Künstlerin Jakob Lena Knebl nicht ein, weder im Leben, noch in der Kunst. Entsprechend frei geht sie auch die Neuaufstellung der Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst im mumok an, die sie ab 17. März 2017 auf zwei Ebenen gemeinsam mit eigenen, neu konzipierten Arbeiten und Mut zum Exzentrischen präsentiert.

Unter dem Titel Oh… verweist Knebl auf den Überraschungseffekt, der sich bei einem tiefergehenden, aufmerksamen Blick unter neuen Voraussetzungen einstellt. Die Künstlerin studierte bei Heimo Zobernig an der Akademie der bildenden Künste Wien textuelle Bildhauerei und bei Raf Simons an der Universität für angewandte Kunst Wien Mode. Ihre eigene Arbeit wie auch die Neuaufstellung der mumok Sammlung sind von dieser Verschränkung ihrer Interessensgebiete mit all ihren ästhetischen und theoretischen Implikationen und deren identitätsbildenden Auswirkungen geprägt. Die Ausstellung gestaltet sie als atmosphärische Begehrensräume. In diesen Räumen, die als permanente Herausforderung der Betrachter_innen konzipiert sind, wird eindeutige Zuschreibung erschwert: Momente der Klarheit wechseln sich mit Ungewissheit über Funktion und Zuordnung der präsentierten Objekte ab. Die Felder Kunst, Design und Mode tauschen beständig ihre Positionen. Entsprechend könnte die Erwiderung der Besucher_innen auf Knebls Ausruf „Oh…“ ein erkennendes „Aha!!“ sein

www.mumok.at

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Ozan Mermer © 2016

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Kunstvermittlungsprojekt YES, WE’RE OPEN! 

Das interkulturelle Vermittlungsprojekt der Pinakothek der Moderne

Die Welt, in der wir leben, hat sich stark verändert. Flucht und Migration, kulturelle Vielfalt bei gleichzeitiger Radikalisierung, Integration, Globalisierung und Entwurzelung berühren unsere Gesellschaft. Nicht nur in Politik und Wirtschaft, auch in der Kultur findet ein Umdenken statt. Das Museum definiert seine Aufgaben neu. Mit Projekten, die eine Begegnungsplattform für Geflüchtete und Menschen aus Bayern anbieten, reagiert es auf die gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Eine neue Perspektive für Europa muss den politischen, den ökonomischen und den kulturellen Blick miteinander in Beziehung setzen.

Die Pinakothek der Moderne hat mit dem Vermittlungsprojekt „YES, WE’RE OPEN!“  Anfang dieses Jahres eine interkulturelle Plattform für Ankommende und Anwesende, für Geflüchtete und Menschen aus Bayern geschaffen. Im Herzen des Museum wurde ein Kunstvermittlungsraum für dieses Programm geschaffen. Ein Novum in der Museumslandschaft. Kinder und ihre Eltern, Jugendliche und Erwachsene finden hier mehrmals wöchentlich offene Türen, um in geschütztem Umfeld die Begegnung mit einer neuen Kultur zu wagen. Mit YES, WE‘ RE OPEN! setzt das Museum ein Zeichen für die Bedeutung der Kunst als Ausdruck menschlicher Kreativität, Toleranz und Offenheit jenseits sprachlicher und kultureller Barrieren. Das Programm ist unbefristet und soll durch eine Vielzahl einzelner, vernetzter Angebote und Projekte stetig weiterentwickelt und ausgebaut werden. Allen Projekten ist der Fokus auf Kommunikation und das Miteinander der Kulturen sowie die Verknüpfung mit Kunstwerken und Objekten aus der Pinakothek der Moderne gemein.

PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne E.V.

www.pin-freunde.de

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Eva Leitolf, Überfahrt, Melilla – Almería, Mittelmeer 2009 (aus: „Postcards from Europe“)  

GLOBAL PREKÄR. FLUCHT, TRAUMA UND ERINNERUNG IN DER ZEITGENÖSSISCHEN FOTOGRAFIE

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Politische und gesellschaftliche Konflikte zu dokumentieren gehört seit jeher zu den zentralen Aufgaben von Fotografie. Die neu eingerichtete Präsentation aus den Sammlungsbeständen widmet sich der künstlerischen Auseinandersetzung mit Krieg und Vertreibung sowie Entwurzelung und Flucht. Die ausgestellten Künstlerinnen und Künstler entwickeln ihre Arbeiten aus der Beschäftigung mit den noch immer nachwirkenden Folgen des 2. Weltkriegs. Sie fokussieren ihren Blick jedoch auch auf die Konflikte zwischen der sogenannten Ersten und der Dritten Welt, sei es entlang des amerikanisch-mexikanischen Grenzzauns oder an den europäischen Außengrenzen. Ihre vielschichtigen visuellen Erzählungen gehen von konkreten Ereignissen aus, deren historische Überlieferung und gesellschaftliche Relevanz sie kritisch reflektieren. Den Bildern der Medien wie den offiziellen Verlautbarungen setzen sie eine andere, aus der persönlichen Perspektive gewonnene Lesart entgegen.

Mit Werken von Roy Arden, John Gossage, Anselm Kiefer, Eva Leitolf, Michael Schmidt, Jeff Wall

www.pinakothek.de

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JMW_Postkarte_final.inddPraterstraße 23, 1902–1908; Internationale Hygiene-Ausstellung, Dresden 1911. Weitere Adressen: Rathausstraße 13, 1895 –1902; Krugerstraße 8, 1902–1903 aus: The Shabbat Room, 2013

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The Shabbat Room.

Eine Rauminstallation von Maya Zack

Jüdisches Museum Wien

Die permanente Rauminstallation The Shabbat Room von Maya Zack verbindet das erste Jüdische Museum Wiens mit dem heutigen. Die 1976 in Israel geborene Künstlerin rückt mittels künstlerischer Recherche die sogenannte Gute Stube des um 1900 berühmten Malers Isidor Kaufmann wieder ins Bewusstsein. Diese zentrale Museumsinstallation war ein wichtiges Zeugnis von Kaufmanns Suche nach Bildern eines „ursprünglichen“ Judentums bzw. nach dem Background der Wiener Jüdinnen und Juden um 1900. Kaufmann unternahm diese Suche Jahr für Jahr in den nordöstlichen Kronländern. Mit seiner 1899 installierten Guten Stube schenkte er den Wiener Jüdinnen und Juden einen Raum für die Erinnerung an das Familienleben ihrer eigenen Kindheit oder an das ihrer Eltern. Die Installation der Guten Stube wurde 1938 bei der gewaltsamen Schließung des ersten Wiener Jüdischen Museums zerstört.

www.jmw.at

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(c) Nikolaus Gansterer

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THE MEMORY MAP – Eine Topologie des Gedenkens

Jüdisches Museum Wien

Nikolaus Gansterer gestaltete das Original mit Ausschnitten aus faksimilierten Briefen von Überlebenden aus Wien, wobei der Großteil seines Materials aus US-Archiven stammt. Das Jüdische Museum plant, die Schenkung des Vienna Project und des Künstlers Nikolaus Gansterer in die Dauerausstellung „Unsere Stadt! Jüdisches Wien bis heute“ aufzunehmen. Das Exponat wird im zweiten Stock ausgestellt, wo es am Beginn der Ausstellung zu einem Stadtplan in Bezug tritt, der die drei jüdischen Gemeinden Wiens vor 1945 zeigt. In der Memory Map steht die dritte jüdische Gemeinde, ehemals die drittgrößte Europas, im Mittelpunkt, die zwischen 1938 und 1945 vernichtet wurde.

www.jmw.at

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Summer at Grazer Kunstverein

23/06 – 06/09/2017

Inspired by Ernst Fischer’s 1959 publication titled ‘The Necessity of Art – A Marxist Approach’ the summer season of new commissions and artistic research at the Grazer Kunstverein is guided by Fischer’s claim that art is not only necessary in order to recognise and change the world, but that art is also necessary by virtue of the magic inherent within it. For Fischer this magic is located precisely in our ability to visualise potential, and to use this power to shape and control our natural world.

Throughout summer, the Grazer Kunstverein is dedicated to exploring ideas around the transformative potential of art as inspired by our relationship to nature, by presenting three very different projects that engage with the natural world in ways that are physical, performative, poetic and metaphorical.

www.grazerkunstverein.org

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Even though bunkers and shelters are protective buildings, meant to hold off immediate danger from people, these places are surrounded by an aura of distress. Confined space, coldness, thick walls, concrete, steel, and a sense of lives being threatened are the ingredients that trigger unpleasant and irritating sensations.

In Israel bunkers and shelters are a reality throughout the country because threat and exceptional situations are part of everyday life. This is why attempts are being made to give these shelters the appearance of normality. As spaces for living in Israel are expensive and limited, the shelters similarly are used as community centres, bars, dance studios, mosques or synagogues. Adam Reynolds has recorded this ‘other’ normality with his camera. His photos of shelters reveal the efforts of the people in Israel to make these spaces, which guarantee survival in extreme situations, seem as ‘normal’ as possible. It is a fragile normalcy.

www.jmw.at

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Martin Beck

rumors and murmurs 

06/05 – 03/09/2017 mumok

In Beck’s conceptual works, sensuality and emotions play an increasingly important role. His project Last Night, for example, explores the final night of the legendary dance party The Loft in New York’s Prince Street in 1984. Last Night refers to collective emotional memory and also the points of connection and paradoxes that Beck’s work addresses: moments where the promises of freedom and the exercise of control not only coexist, but are mutually interdependent.

www.mumok.at

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Rosa Barba

Spacelength Thought

06/04 – 18/06/2017  Secession

In her solo exhibition Spacelength Thought at the Secession, Rosa Barba presents a selection of films, which more or less deal with the notion of the archive, as well as some of her sculptural works. With Somnium (2011) and Disseminate and Hold (2016) that are shown in turns at the outset of the exhibition, the artist introduces two significant aspects of her work: on the one hand, the relation to literature as source for and reference in her works, on the other her interest in an open notion of the archive.

www.secession.at

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Oh…

Jakob Lena Knebl und die mumok Sammlung

16/03 – 22/10/2017  mumok

Knebl focuses on classical modernism and the 1970s, an epoch of utopias, visions for society, and sexual experiments. The first of the two exhibition levels is devoted to a large installation characteristic of Knebl’s work, addressing constructs of identity, desire, and sensual experience. The artist herself also appears as an avatar in a digital, interactive installation in which artworks become protagonists. Visitors to this exhibition can follow the narrative and also shape it.

www.mumok.at

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Horowitz: fifty years of portrait photos

02/12 – 28/05/2017 Jewish Museum Vienna

This exhibition at Museum Judenplatz offers an insight into the portrait photography of Michael Horowitz, photographer, journalist, and author, born in Vienna in 1950. He has written biographies of Heimito von Doderer, Egon Erwin Kisch, Karl Kraus, Helmut Qualtinger, and H.C. Artmann, inspired by his father, a well-known theater photographer. The family came from Galicia to Vienna in the 1920s to join relatives who managed a textile company. Forced to leave Austria, they survived World War II in Shanghai and France. Michael Horowitz started taking pictures at the age of sixteen and through his job as a journalist and editor-in-chief of Freizeit met countless celebrities from the world of politics, science, art, and culture—and photographed them all. His photography is effectively a document of contemporary history.

www.jmw.at

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Tauba Auerbach

Safety Curtain

30/11 – 30/06/2016 State Opera House Vienna

Artist Tauba Auerbach was commissioned by museum in progress to design the Safety Curtain for the Vienna State Opera House for its 2016/2017 opera and ballet season. Since the Safety Curtain project was inaugurated in 1998, artists including Cy Twombly, Joan Jonas, Maria Lassnig, Jeff Koons, and David Hockney have been among those invited to transform the curtain into a contemporary exhibition screen. From autumn 2016 until summer 2017, a new work by Auerbach will be on display in the Opera House.

“Safety Curtain” is a project of museum in progress in cooperation with the Vienna State Opera and the Bundes- theater-Holding, made possible in 2016 by Phileas –A Fund for Contemporary Art with its partner Legero The Footware Company | con-tempus.eu.

www.mip.at

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The Shabbat Room. An installation by  Maya Zack

Jewish Museum Vienna

The permanent installation The Shabbat Room by Maya Zack, born in Israel in 1976, offers a link between the first Jewish Museum and the present one. Through her artistic research, she revives the early twentieth-century Gute Stube by the artist Isidor Kaufmann. This installation, which was central to the museum, was the fruit of Kaufmann’s search for a more authentic Judaism and was intended to remind the Jews of the time of their origins. It took the artist from Vienna to the north-eastern crown lands. The installation offered the Jews of Vienna a place where they could reflect on family life during their own childhood or that of their parents. It was destroyed in 1938 when the first Jewish Museum was shut down.
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THE MEMORY MAP – A Topology of Remembrance

Jewish Museum Vienna

Nikolaus Gansterer designed the original using cut-out extracts from scanned letters of survivors from Vienna, most of which were in US archives. This donation by The Memory Project and the artist Nikolaus Gansterer will be incorporated in the Jewish Museum Vienna permanent exhibition “Our City! Then to Now”. It links up with the city map at the start of the exhibition on the second floor, which shows the three Jewish communities of Vienna before 1945. Memory Map focuses in particular on the third Jewish community, the third-largest in Europe, which was destroyed between 1938 and 1945.

www.jmw.at

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Lessin

La Strada Graz

Angie Hiesl Production, x- Mal Mensch Stuhl © Roland Kaiser 1 La Strada Die kreative Stadt 28/07 – 08/08/2017  Graz La Strada wird 20 Kein Grund, die Beine hochzulegen. Ganz im Gegenteil. Das Festival für Straßen- und Figurentheater, Neuen Zirkus und Community Art blickt in die Zukunft und widmet sich mit Engagement und Leidenschaft seinen…

Erika Beckman

Erika Beckmann, Tension Building, 2016, Secession 2017 © Iris Ranzinger l Ericka Beckman Game Mechanics 06/07 – 03/09/2017 Secession Die Film- und Videoarbeiten der amerikanischen Künstlerin Ericka Beckman thematisieren Spiele und sportliche Wettkämpfe sowie deren Regeln und Strukturen, wobei die zugrundeliegenden Spielfelder als Allegorie für die Entwicklung und Aufrechterhaltung soziokultureller Normen gefasst werden. In ihrer…

Alex Da Corte

Alex Da Corte, Slow Graffiti, Ausstellungsansicht, Secession 2017. Courtesy of Maccarone, New York, Gió Marconi, Mailand and David Risley Gallery, Kopenhagen © Sophie Thun . Alex Da Corte Slow Graffiti 05/07 – 03/09/2017 Secession So how about it? Show me please how I will look in twenty years And let me please Interpret history in…

Sommer im Grazer Kunstverein

Ruth E Lyons, Press Image #1, Killeen Bog, Co. Offaly, Teil of WWWW neue Auftragsarbeit für Sommer 2017. Fotocredit Barra Dinan. . Sommer im Grazer Kunstverein 24/06 – 09/09/2017 Inspiriert von Ernst Fischers Publikation von 1959 „Von der Notwendigkeit der Kunst“ werden die Neuaufträge und die künstlerische Forschung des Grazer Kunstvereins in der Sommersaison von…

Bunker! Architektur des Überlebens

© Adam Reynolds . Bunker! Architektur des Überlebens 07/06 – 08/10/2017 Jüdisches Museum Wien Obwohl Bunker schützende Bauwerke darstellen, die Menschen vor direkter Gefahr verschonen sollen, verströmen diese Räume eine Aura der Verstörung. Enge, Kälte, dickes Mauerwerk, Beton, Stahl und die Vorstellung von Lebensgefahr sind das Ingrediens, das unangenehme und irritierende Empfindungen auslöst. In Israel…

Kauft bei Juden! Geschichte einer Wiener Geschäftskultur

© Nationalbibliothek . Kauft bei Juden! Geschichte einer Wiener Geschäftskultur 17/05 – 19/11/2017 Jüdisches Museum Wien Die Entstehung von Kaufhäusern in Wien war Teil einer gesamteuropäischen Entwicklung des 19. Jahrhunderts. Dass viele der Gründer aus jüdischen Familien stammten, ist heute genauso wenig bekannt wie die einstige Existenz des Textilviertels im ersten Wiener Gemeindebezirk. Prominente Unternehmen…

Woman

Francesca Woodman / Untitled Rome, Italy, 1977–1978/2006 Black‐and‐white gelatin silver print on barite paper © George and Betty Woodman, New York Sammlung Verbund, Vienna . Woman FEMINISTISCHE AVANTGARDE DER 1970ER-JAHRE aus der SAMMLUNG VERBUND 05/05 – 03/09/2017 mumok Mit Werken der Sammlung Verbund widmet sich das mumok einem der wichtigsten kunstgeschichtlichen Phänomene der 1970er-Jahre: dem…

Martin Beck

Martin Beck, Flowers (set 1, Detail), 2015 © Martin Beck, Courtesy Martin Beck and 47 Canal . Martin Beck rumors and murmurs  06/05 – 03/09/2017 mumok In Martin Becks Arbeiten, die sich von Anfang an durch konzeptuelle Strenge und Sparsamkeit der Mittel ausgezeichnet haben, spielen in jüngerer Zeit Körperlichkeit und Emotionalität eine immer gewichtigere Rolle….

Rosa Barba

Rosa Barba, The Color Out of Space, Ausstellungsansicht MIT List Visual Arts Center, 2015, Foto: Peter Harris @ Rosa Barba . Rosa Barba Spacelength Thought 06/04 – 18/06/2017  Secession Das Werk der deutsch-italienischen Künstlerin Rosa Barba lässt sich vor dem Hintergrund eines erweiterten Skulpturbegriffs lesen. Neben Fragen nach der Komposition, der Körperlichkeit und der Plastizität…