Die Wiener in China. Fluchtpunkt Shanghai

Friedrich Schiff, Girls, um 1930 | Österreichische Gesellschaft für Chinaforschung, Wien

Die Wiener in China. Fluchtpunkt Shanghai

21.10.–18.04.2021 Jüdisches Museum Wien

Bereits unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich im März 1938 wurden Jüdinnen und Juden ausgegrenzt, gedemütigt und verfolgt. Die Möglichkeiten, das Land zu verlassen, waren gering. Schikanen, Zurücklassung jeglichen Besitzes und die Tatsache, dass viele Länder ihre Grenzen abschotteten, erschwerten jegliche Aussichten zur Flucht. Shanghai war eine internationale Sonderzone, für die kein schwer zu erlangendes Visum nötig war, dennoch verlangten die deutschen Behörden ein Ausreisepapier, gleich ob Visum oder Schiffsticket. Dr. Feng Shan Ho, der Generalkonsul Chinas in Wiens, stellte gegen den Willen der chinesischen Regierung tausende dieser rettenden Visa aus.

Damit stellte Shanghai, die „Stadt über dem Meer“ für viele österreichische Juden und Jüdinnen die letzte Hoffnung auf Zuflucht dar. Die Reise dorthin bedeutete eine wochenlange Überfahrt auf dem Seeweg oder eine beschwerliche Reise auf dem Landweg über Sibirien…

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Ulrike Müller | Installation View | Queens Museum

Ulrike Müller und Amy Zion

Die Konferenz der Tiere

16.9.–17.01.2021 Queens Museum | New York

Die Konferenz der Tiere besteht aus einem Wandbild der Künstlerin Ulrike Müller und einer Ausstellung mit Kinderzeichnungen der unabhängigen Kuratorin Amy Zion. Der Titel dieses Projekts stammt aus dem Kinderbuch des deutschen Schriftstellers Erich Kästner, The Animal’s Conference (1949), das nach dem Zweiten Weltkrieg geschrieben wurde. Die Geschichte ist eine politische Satire über eine Gruppe von Tieren, die, frustriert von der Unwirksamkeit menschlicher internationaler Konferenzen, zusammenkommen, um den Planeten zu retten. 

Als Maler ist Müllers scheinbar abstraktes Vokabular von Farben und Formen emotional und politisch aufgeladen und fördert figurative Lesarten. In früheren Installationen hat Müller farbige Wände als Hintergrund für ihre Emailbilder, gewebten Wollteppiche und Arbeiten auf Papier verwendet. In Die Konferenz der Tiere (Ein Wandbild) stellt sie die bemalte Wand mit riesigen tierähnlichen Formen in den Vordergrund. Ihre gedämpfte Palette und monumentale Größe stützt sich auf Geschichten der öffentlichen Kunst und des Wandgemäldes vor und nach dem Zweiten Weltkrieg.

www.queensmuseum.org

Udo und Anette Brandhorst Sammlung | Foto: Haydar Koyupinar | Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München © Museum Brandhorst © The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. | Licensed by Bildrecht Wien, 2020

ANDY WARHOL EXHIBITS

a glittering alternative

25.9.2020–31.01.2021 mumok

Ausstellungskünstler, Installationskünstler oder doch verkappter Kurator? ANDY WARHOL EXHIBITS a glittering alternative blickt mit bisher kaum gezeigten Arbeiten hinter die Fassade der weltberühmten Pop-Art-Ikone und entdeckt Warhols Fähigkeit als bahnbrechender Ausstellungs- und Installationskünstler neu. Erstmals wird ein exemplarischer Überblick über die Ausstellungspraxis des Künstlers geboten, ohne dabei dessen Früh- und Spätwerk außer Acht zu lassen. Der Querschnitt erlaubt eine gleichwertige Betrachtung der vielfältigen, von ihm eingesetzten Medien und zeigt, dass Warhols Präsentationsmodi als wesentliche Bestandteile seines Werkes zu verstehen sind. Zwei Aspekte von Warhols Doppelpersona – zum einen eine vielzitierte inszenierte, zum anderen eine von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommene, versteckte Persönlichkeit – werden auf zwei Ebenen des mumok einander gegenübergestellt.

www.mumok.at

Louise Bourgeois, Couple, 2004 | Stoff, 44 x 16 x 16 cm | Sammlung Goetz
© The Easton Foundation/ VG Bild-Kunst, Bonn 2020. Courtesy Sammlung Goetz, München

AU RENDEZ-VOUS DES AMIS | Klassische Moderne im Dialog mit Gegenwartskunst aus der Sammlung Goetz

29.09.2020 ‐ 28.03.2021 Pinakothek der Moderne

Die Klassische Moderne ist mit ihrer Vielzahl von neuen künstlerischen Stilrichtungen eine Inspirationsquelle für die nachfolgenden Künstlergenerationen. Sie bereitete den Weg für einen freien Umgang mit Farbe, Perspektive und Proportionen. Diesen Einfluss zeigt die Neupräsentation von 13 Sälen der Klassischen Moderne im Dialog mit 80 Werken der Gegenwartskunst aus der Sammlung Goetz. Dabei wird der Schwerpunkt Malerei medial um Fotografie, Skulptur und textile Arbeiten erweitert. Viele der Künstlerinnen und Künstler setzen sich aber auch kritisch mit diesem Erbe der abendländischen Kultur auseinander und werfen Fragen zum Umgang mit Körper, Geschlecht und Identität auf. Mit Francis Bacon, Max Beckmann, Louise Bourgeois, Fischli Weiss, Rodney Graham, Wassily Kandinsky, Ernst Ludwig Kirchner, Franz Marc, Pablo Picasso, Oskar Schlemmer, Rosemarie Trockel, Woty Werner, Andrea Zittel u.a.

www.pinakothek.de

Emma Wolf-Haugh, Still von Domestic Optimism, Act One, Modernism – A Lesbian Love Story, 2020. Bildcredit bei der Künstlerin.

Emma Wolf-Haugh

Domestic Optimism

24.9.–20.11.2020 Grazer Kunstverein

Domestic Optimism ist eine Ausstellung zu den Vermächtnissen der Moderne, die in gängigen Erzählungen zerschründet und verstümmelt werden. Möbel, leblose Objekte, de mit sozialen Verbindungen und unsichtbaren Geschichten aufgeladen sind, bilden den Ausgangspunkt des Projekts. Emma Wolf-Haugh erzählt modernistische Architekturgeschichte, indem sie kulturelle Abfallprodukte in neue Zusammenhänge setzt. Dabei kommt eine kollektive Klaviatur queer-feministischer und dekolonialer Praktiken zur Anwendung, die in Zeiten der Hygiene immer wieder Schmutz ans Licht bringt und Dinge verkompliziert, die noch nie einfach waren.

www.grazerkunstverein.org

Edi Hila, Der Klang der Tuba, Ausstellungansicht Secession 2020, Foto: Oliver Ottenschläger

Edi Hila

Der Klang der Tuba

18.09.–08.11.2020 Secession

Die Suche nach künstlerischer Wahrheit ist für meine Malpraxis grundlegend. Die Wahrheit, verstanden als Darstellung einer Wirklichkeit meiner Umgebung, wie sie ist, ist mir viel wichtiger als jede Vorstellung von Schönheit.* (Edi Hila)

Edi Hilas künstlerische Laufbahn ist untrennbar mit der spezifischen politischen Geschichte Albaniens verbunden. Anfang der 1970er-Jahre wurde er als junger Künstler mit Berufsverbot belegt, und es dauerte fast 20 Jahre, ehe er seine Arbeit offiziell wieder aufnehmen und auch ausstellen konnte. Auslöser war das Bild Planting of Trees (1972), das eine Gruppe junger Leute beim Pflanzen von Bäumen zeigt. Diese an sich harmlose Darstellung wurde als zu individualistisch und nicht den Idealen des sozialistischen Realismus entsprechend eingestuft und Hila dementsprechend die Berechtigung zur Kunstproduktion entzogen.

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Emily Wardill, exhibition, SeceEmily Wardill, Night for Day, Ausstellungsansicht Secession 2020, Foto: Iris Ranzingerssion, Vienna, 2020

Emily Wardill

Night for Day

18.09.–08.11.2020 Secession

Emily Wardill untersucht in ihren Filmen, Fotografien und Objekten die Komplexität von Wahrnehmung und Kommunikation, die Frage nach dem Wahrheitsgehalt der Realität und die Verschiebungen von Inhalt und Form durch die individuelle Natur der Vorstellungskraft. Ihre Werke sind bekannt für ihre sinnlichen, psychologisch aufgeladenen und zugleich gebrochenen Erzählungen. Die Filme, die sie seit Mitte der Nullerjahre dreht, sind zwar meistens durch einen narrativen Rahmen definiert, die Geschichten selbst treten jedoch eher in den Hintergrund. Stattdessen rücken andere Aspekte in den Fokus: die Mechanik des Erzählens, Sprache als plastisches Medium und das Wechselspiel von Geste und Wort.

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Andy Warhol, Orange Car Crash, 1963, Acryl, Siebdruck auf Leinwand/overall
334.1 x 418.4 x 4.4 cm/mumok–Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Leihgabe der Sammlung Ludwig, Aachen seit 1978 © The AndyWarhol Foundation for the Visual Arts, New York/Licensed by Bildrecht, Wien 2020

MISFITTING TOGETHER

01.07.–10.01.2021 mumok

„I was reflecting that most people thought the Factory was a place where everybody had the same attitudes about everything; the truth was, we were all odds-and-ends misfits, somehow misfitting together.” (Andy Warhol)

Pluralistische Vielfalt bestimmte das methodische Verständnis der Pop Art, Minimal Art und Conceptual Art seit den 1960er-Jahren. In Anlehnung an Mel Bochners Text „The Serial Attitude“ (1967) und die von Paul Maenz und Peter Roehr kuratierte Ausstellung Serielle Formationen (1967) setzt sich die Sammlungspräsentation MISFITTING TOGETHER mit der seriellen Ordnung als verbindender Komponente dieser drei Strömungen auseinander. Sie zeigt, wie stark diese einander beeinflusst haben und wie ungern sie sich in kunsthistorische Schubladen zwängen lassen.

In ihrer „gemeinsamen Unangepasstheit“ bilden die Werke in MISFITTING TOGETHER die Grundlage für die im Herbst stattfindenden Warhol-Ausstellungen ANDY WARHOL EXHIBITS a glittering alternative und DEFROSTING THE ICEBOX. Die verborgenen Sammlungen der Antikensammlung des Kunsthistorischen Museum Wien und des Weltmuseum Wien zu Gast im mumok.

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Suellen Rocca, Ausstellungsansicht Secession 2020, Foto: Peter Mochi

Suellen Rocca

03.06.–08.11.2020 Secession

Die Installation von Suellen Rocca im Grafischen Kabinett ist die letzte von der Künstlerin noch zu Lebzeiten konzipierte Ausstellung, die mit großem Respekt vor ihrem Werk posthum umgesetzt wurde. Neue Gemälde und Zeichnungen sind zusammen mit Bildern der vergangenen Dekade in einem installativen Setting zu sehen. Es besteht aus einem simplen Bett und einem Paravent und zitiert das künstlerische Vokabular Roccas. Die Präsentation der realen Gegenstände zusammen mit ihren bildlichen Darstellungen lässt die Grenzen zwischen Ausstellungsraum und Bildraum verschwimmen und fördert die Wahrnehmung, geradezu physisch in eine der Bildlandschaften eintreten zu können.

Suellen Rocca begann ihre langjährige künstlerische Tätigkeit in den 1960er-Jahren als Mitglied der Chicagoer Künstlergruppe Hairy Who. Die sechs Mitglieder waren eng mit der School of the Art Institute of Chicago verbunden und wurden zu den Chicago Imagists gezählt. Im Gegensatz zur nüchternen Strenge des Minimalismus und zur kühlen Distanziertheit der Pop Art, die zeitgleich an der Ostküste vorherrschten, entwickelten diese eine schrill-figurative Ästhetik, die von der Art Brut und dem Surrealismus beeinflusst war. Roccas Werk kennzeichnet eine eigenständige, persönliche Bildsprache, an deren Erweiterung die Künstlerin beständig arbeitete. Text und repetitive Bildzeichen, die von vielfältigen visuellen Einflüssen zeugen – von ägyptischen Hieroglyphen über den Surrealismus, indigene Kunst, Bilderbuchillustrationen und bebilderte Kataloge bis hin zu Comics – sind vielfach einem (unsichtbaren) Raster folgend auf der Bildfläche organisiert.

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Hedy Lamarr im Dirndl mit ihrer Dänischen Dogg im Garten ihres Anwesens in Los Angeles, 1939 © Anthony Loder Archive

Lady Bluetooth. Hedy Lamarr

26.11.–08.11.2020 Jüdisches Museum Wien

Würde Hedy Lamarr heute leben, wäre sie vielleicht eine Spitzenwissenschaftlerin geworden, die sich ihr Studium mit Modeln verdient hätte, um von ihren Eltern unabhängig zu sein. Zu ihrer Zeit sah die Welt für Frauen aber eher eine „Karriere“ als Objekt der Begierde vor, denn eine unabhängige wissenschaftliche Laufbahn. Die Welt verdankt Hedy Lamarr eine der weitreichendsten Erfindungen, ohne die heute Mobiltelefonie, WLAN oder Bluetooth undenkbar wären. Das Frequenzsprungverfahren war ihre Idee, mit der sie zum Kriegserfolg der Alliierten gegen Nazi-Deutschland beitragen wollte. Sie erfand es, auf der Suche nach einer Möglichkeit Torpedofunksignale vor feindlichen Störsendern zu schützen. Gemeinsam mit dem Komponisten George Antheil reichte sie die Erfindung ein und erhielt 1942 das Patent, das sie der US Navy schenkte. Doch die bahnbrechende Erfindung landete in der Schublade. Hedy Lamarr ließ das Patent auslaufen und konnte später keine Ansprüche mehr stellen. Die wahre Tragik ihres glamourösen Lebens aber war, dass diese brillante, selbstbewusste Frau es nicht für möglich gehalten hatte, abseits der gängigen Geschlechterklischees eine moderne Rolle für sich selbst zu erfinden. Trotz zahlreicher Beteuerungen, dass sie sich als Österreicherin fühlte, kehrte Hedy Lamarr nie mehr zurück. In Wien ist sie allerdings begraben. Die Ausstellung greift die verschiedenen Aspekte dieser facettenreichen Biografie auf und setzt einen besonderen Schwerpunkt auf ihre Lebensjahre in Wien und Berlin.

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Ingeborg Strobl, Tulpe, 2014, color photography|mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig, donation by Ingeborg Strobl, 2017 © Bildrecht Wien 2020 Photo: Ingeborg Strobl

Ingeborg Strobl

Gelebt

05.03.–10.01.2021 mumok

Ingeborg Strobls Arbeit steht in der Tradition konzeptueller und medienübergreifender Kunst. In ihren Objekten, Installationen, Collagen, Malereien, Fotografien, Filmen und Publikationen nehmen Natur- und Tiermotive als Spiegelbilder des Gesellschaftlichen eine zentrale Rolle ein. Auch zeigt sich in ihrem Werk eine Vorliebe für das Randständige, Verborgene, das allzu leicht Übersehene oder Verdrängte sowie eine damit verknüpfte Abneigung gegen Produktions- und Konsumwahn. Am Beginn ihres Oeuvres stehen Buntstiftzeichnungen und in der Studienzeit in London geschaffene keramische Arbeiten. Beide Werkgruppen sind von einem surrealen Illusionismus mit Tiermotiven geprägt, worin sich bereits der Sinn der Künstlerin für die im Vergänglichen verborgene Schönheit bzw. für die Hinfälligkeit aller Pracht manifestiert.

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Steve Reinke, Ohne Titel (Stickerei), 2017 | Garn auf Kunststoffträger | 18,1 x 9,3 cm | Courtesy der Künstler und Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin, © mumok

Steve Reineke

Butter

06.03.–26.10.2020 mumok

„My work wants me dead, I know. It is all it ever talks about“, schreibt Steve Reinke in einem Briefwechsel anlässlich seiner Ausstellung im mumok. Tod und Leben, Empathie und Grausamkeit, Sex und Intimität – es sind die „großen“ Fragen, die den Künstler in seiner Arbeit beschäftigen. In bester nietzscheanischer Manier betrachtet Reinke den Menschen allerdings nicht als politisches oder moralisches Wesen, sondern als Spielball mikrobiotischer Agenden: Anstelle eines freudianischen Ichs oder Es bestimmen in seinen Videos Bakterien, Plazenta und Plankton den Lauf der Welt. „Kultur“ beschreibt nicht humanistische Exzellenz, sondern Leben aus der Petrischale. In seiner ersten musealen Einzelpräsentation zeigt Reinke eine neue Videoarbeit (An Arrow Pointing to a Hole) sowie eine Auswahl von Textbildern und Stickereien, die auf paradox präzise Weise von Kontrollverlust, Formlosigkeit und Selbstvergessenheit erzählen.

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Kunstvermittlungsprojekt YES, WE’RE OPEN!

Das interkulturelle Vermittlungsprojekt der Pinakothek der Moderne

Die Welt, in der wir leben, hat sich stark verändert. Flucht und Migration, kulturelle Vielfalt bei gleichzeitiger Radikalisierung, Integration, Globalisierung und Entwurzelung berühren unsere Gesellschaft. Nicht nur in Politik und Wirtschaft, auch in der Kultur findet ein Umdenken statt. Das Museum definiert seine Aufgaben neu. Mit Projekten, die eine Begegnungsplattform für Geflüchtete und Menschen aus Bayern anbieten, reagiert es auf die gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Eine neue Perspektive für Europa muss den politischen, den ökonomischen und den kulturellen Blick miteinander in Beziehung setzen.

PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne E.V.

www.pin-freunde.de

Praterstraße 23, 1902–1908|Internationale Hygiene-Ausstellung, Dresden 1911. Weitere Adressen: Rathausstraße 13, 1895 –1902; Krugerstraße 8, 1902–1903 aus: The Shabbat Room, 2013

The Shabbat Room.

Eine Rauminstallation von Maya Zack

Jüdisches Museum Wien

Die permanente Rauminstallation The Shabbat Room von Maya Zack verbindet das erste Jüdische Museum Wiens mit dem heutigen. Die 1976 in Israel geborene Künstlerin rückt mittels künstlerischer Recherche die sogenannte Gute Stube des um 1900 berühmten Malers Isidor Kaufmann wieder ins Bewusstsein. Diese zentrale Museumsinstallation war ein wichtiges Zeugnis von Kaufmanns Suche nach Bildern eines „ursprünglichen“ Judentums bzw. nach dem Background der Wiener Jüdinnen und Juden um 1900. Kaufmann unternahm diese Suche Jahr für Jahr in den nordöstlichen Kronländern. Mit seiner 1899 installierten Guten Stube schenkte er den Wiener Jüdinnen und Juden einen Raum für die Erinnerung an das Familienleben ihrer eigenen Kindheit oder an das ihrer Eltern. Die Installation der Guten Stube wurde 1938 bei der gewaltsamen Schließung des ersten Wiener Jüdischen Museums zerstört.

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(c) Nikolaus Gansterer

THE MEMORY MAP – Eine Topologie des Gedenkens

Jüdisches Museum Wien

Nikolaus Gansterer gestaltete das Original mit Ausschnitten aus faksimilierten Briefen von Überlebenden aus Wien, wobei der Großteil seines Materials aus US-Archiven stammt. Das Jüdische Museum plant, die Schenkung des Vienna Project und des Künstlers Nikolaus Gansterer in die Dauerausstellung „Unsere Stadt! Jüdisches Wien bis heute“ aufzunehmen. Das Exponat wird im zweiten Stock ausgestellt, wo es am Beginn der Ausstellung zu einem Stadtplan in Bezug tritt, der die drei jüdischen Gemeinden Wiens vor 1945 zeigt. In der Memory Map steht die dritte jüdische Gemeinde, ehemals die drittgrößte Europas, im Mittelpunkt, die zwischen 1938 und 1945 vernichtet wurde.

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Little Vienna in Shanghai

21.10.–18.04.2021 Jewish Museum Vienna

Immediately after the National Socialists seized power in Austria in March 1938, Jewish women and men were marginalized, humiliated and persecuted. The possibilities to leave the country increasingly dwindled. Harassment, the necessity of leaving all possessions behind, and the fact that many countries sealed off their borders made any prospect of escape difficult. Shanghai was an international special zone that did not require a hard-to-get visa, yet the German authorities required an exit document, whether it was a visa or a ship ticket. Dr. Feng Shan Ho, the Chinese Consul General in Vienna, issued thousands of these life-saving visas, against the Chinese government wishes.

For many Austrian Jews, Shanghai, the “City upon the Sea,” represented the last hope for refuge. The voyage there entailed a week-long sea crossing or an exhausting land journey across Siberia...

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Ulrike Müller und Amy Zion

The Conference of the Animals

16.9.–17.01.2021 Queens Museum | New York

The Conference of the Animals consists of a mural by artist Ulrike Müller and an exhibition of children’s drawings by independent curator Amy Zion. This project takes its title from German writer Erich Kästner’s children’s book The Animal’s Conference (1949) written in the aftermath of World War II. The story is a political satire about a group of animals who, frustrated by the inefficacy of human international conferences, convene to save the planet. 

As a painter, Müller’s seemingly abstract vocabulary of colors and shapes is emotionally and politically charged and encourages figurative readings. In past installations, Müller has used colored walls to act as backdrops for her enamel paintings, woven wool rugs, and works on paper. In The Conference of the Animals (A Mural), she foregrounds the painted wall with giant animal-like shapes. Their muted palette and monumental scale draws on histories of public art and muralism before and after World War II…

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ANDY WARHOL EXHIBITS

a glittering alternative

25.9.2020–31.01.2021 mumok

Exhibition artist, installation artist, or perhaps closeted curator? ANDY WARHOL EXHIBITS a glittering alternative presents rarely shown works that look behind the facade of the world-famous Pop Art icon to rediscover Warhol’s capabilities as a groundbreaking exhibition and installation artist. For the first time ever, viewers will be given an exemplary overview of the artist’s exhibition practice without letting his early and late works fall by the wayside. This cross-section places equal value on the myriad media Warhol used and shows that his modes of presentation should be understood as an essential part of his oeuvre. Two aspects of Warhol’s dual persona—the oft-quoted staged one and the hidden one barely noticed by the public—are juxtaposed on two levels of the mumok building.

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AU RENDEZ-VOUS DES AMIS | Modernism in Dialogue with Contemporary Art from the Sammlung Goetz

29.09.2020 ‐ 28.03.2021 Pinakothek der Moderne

With its multitude of startling new artistic styles, Modernism has remained a source of inspiration for successive generations of later artists. It paved the way for the liberation of perspective, proportion, and colour from formal verisimilitude. This living legacy is vividly reflected in the new display of modern art from our own collection, now presented in relation to 80 contemporary works from the Goetz Collection. The joint display leads to a broadening of artistic media, away from the traditional collection core of paintings to include photography, sculpture, and textile art. Many of the more recent artists also take a critical look at this legacy of Western culture and question how art, then and now, deals with the body, gender, and identity. The show features the art of Francis Bacon, Max Beckmann, Louise Bourgeois, Fischli Weiss, Rodney Graham, Wassily Kandinsky, Ernst Ludwig Kirchner, Franz Marc, Pablo Picasso, Oskar Schlemmer, Rosemarie Trockel, Woty Werner, Andrea Zittel, and many more.

www.pinakothek.de

Emma Wolf-Haugh

Domestic Optimism

24.9.–20.11.2020 Grazer Kunstverein

Domestic Optimism is an exhibition about mangled and mistold modernist legacies. The project begins with furniture, inanimate objects that come loaded with social connections and invisible histories. Through the displacement of cultural detritus Emma Wolf-Haugh retells modernist architectural history in the collective key of queer-feminist and decolonial practices, continually unearthing filth in times of hygiene, and complicating things that were never simple to begin with.

www.grazerkunstverein.org

Edi Hila

The Sound of the Tuba

18.09.–08.11.2020 Secession

The pursuit of artistic truth is fundamental to my painting practice. The truth, understood as presenting a reality of my surroundings as they exist, is far more important for me than any notion of beauty.* (Edi Hila)

Edi Hila’s career as an artist is inextricably bound up with the specific political history of Albania. In the early 1970s, the young artist was barred from exercising his profession, and almost twenty years went by before he was officially permitted to take up art again and exhibit his work. The authorities took exception to Planting of Trees (1972), a picture of a group of young people working in a reforestation program. What should have been a perfectly inoffensive depiction was judged to be excessively individualistic and inconsistent with the ideals of socialist realism, and Hila was stripped of his permission to make art.

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Emily Wardill

Night for Day

18.09.–08.11.2020 Secession

Emily Wardill untersucht in ihren Filmen, Fotografien und Objekten die Komplexität von Wahrnehmung und Kommunikation, die Frage nach dem Wahrheitsgehalt der Realität und die Verschiebungen von Inhalt und Form durch die individuelle Natur der Vorstellungskraft. Ihre Werke sind bekannt für ihre sinnlichen, psychologisch aufgeladenen und zugleich gebrochenen Erzählungen. Die Filme, die sie seit Mitte der Nullerjahre dreht, sind zwar meistens durch einen narrativen Rahmen definiert, die Geschichten selbst treten jedoch eher in den Hintergrund. Stattdessen rücken andere Aspekte in den Fokus: die Mechanik des Erzählens, Sprache als plastisches Medium und das Wechselspiel von Geste und Wort.

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Ingeborg Strobl

Having Lived

05.03.–10.01.2021 mumok

Ingeborg Strobl’s oeuvre is moored in the tradition of conceptual and intermedia art. Natural and animal subjects acting as mirror images of society take up a central role in her objects, installations, collages, paintings, photographs, films, and publications. Also evident in her work is a predilection for the marginal, the hidden, that which is all-too easy to overlook or repress as well as a concomitant aversion to obsessive production and consumption.

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Steve Reinke

Butter

05.03.–26.10.2020 mumok

„My work wants me dead, I know. It is all it ever talks about,“ writes Steve Reinke in an exchange of letters on the occasion of his exhibition at mumok. Death and life, empathy and cruelty, sex and intimacy—it is the ‘big’ questions the artist is after in his work. In the best Nietzschean manner, however, Reinke considers man not a political or moral being but a puppet of microbiotic agendas: instead of the Freudian ego or Id, bacteria, placenta, and plankton rule the world in his videos; ‘culture’ designates not humanistic achievement but life in a petri dish.

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Lady Bluetooth. Hedy Lamarr

26.11.2019–08.11.2020 Jewish Museum Vienna

If Hedy Lamarr were living today, she might have become a top scientist, financing her studies with modeling so as to not be dependent on her parents. In her time, the world envisaged a woman’s “career” as an object of desire rather than as an independent scientist. The world can thank Hedy Lamarr for one of the most far-reaching inventions without which mobile telephony, Wi-Fi or Bluetooth would be unthinkable today. The frequency hopping process was her idea with which she wanted to contribute to the Allied war effort against Nazi Germany. She invented it while looking for a way to protect torpedo radio signals from enemy jammers. Together with the composer George Antheil, she submitted the invention and received the patent in 1942, which she gave to the US Navy. However, the groundbreaking invention landed in the drawer. Hedy Lamarr let the patent expire and could no longer make claims later on. But the true tragedy of her glamorous life was that this brilliant, self-confident woman had not thought it possible to invent a modern role for herself beyond the usual gender stereotypes. Despite numerous assertions that she felt like an Austrian, Hedy Lamarr never returned. Vienna is nonetheless her final resting place. The exhibition addresses the various aspects of this multi-facetted biography and places particular emphasis on her years in Vienna and Berlin.

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The Shabbat Room.

A permanent installation by Maya Zack

Jewish Museum Vienna (Currently closed due to Covid-19)

The permanent installation The Shabbat Room by Maya Zack, born in Israel in 1976, offers a link between the first Jewish Museum and the present one. Through her artistic research, she revives the early twentieth-century Gute Stube by the artist Isidor Kaufmann. This installation, which was central to the museum, was the fruit of Kaufmann’s search for a more authentic Judaism and was intended to remind the Jews of the time of their origins. It took the artist from Vienna to the north-eastern crown lands. The installation offered the Jews of Vienna a place where they could reflect on family life during their own childhood or that of their parents. It was destroyed in 1938 when the first Jewish Museum was shut down. Maya Zack’s The Shabbat Room re-interprets this no longer existing room. In this journey back-through-time, Zack retraces the path of Kaufmann’s work, its wandering and its ultimate fate, and she also reveals the Gute Stube’s origins in Kaufmann’s studio and in his paintings, as well as the mystical roots of Shabbat with which it was imbued. The artistic medium chosen by her is a computer-generated visualization suggesting a new room—designed as a contemporary tribute to a core project within the old Jewish Museum. It is based on photographs and also the few surviving objects from the original Gute Stube, which were confiscated in 1938 and dispersed among various  museums in Vienna. After 1945 they were returned to the Jewish Community, which gave them to the Jewish Museum Vienna in 1992 on permanent loan.

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THE MEMORY MAP – A Topology of Remembrance

Permanent Installation

Jewish Museum Vienna (Currently closed due to Covid-19)

The Jewish Museum Vienna has received a very special gift: the work Memory Map by the artist Nikolaus Gansterer (born 1974, who lives in Vienna and Berlin). The 2 x 3 meter three-dimensional “city map” was commissioned and donated by The Vienna Project and its director Karen Frostig. Gansterer designed the original using cut-out extracts from scanned letters of survivors from Vienna, that were collected by Karen Frostig from descendants of survivors living in the United States. This donation was made by Karen Frostig, Director of The Vienna Project, on behalf of Nikolaus Gansterer and is incorporated in the Jewish Museum Vienna permanent exhibition “Our City! Then to Now”. It links up with the city map at the start of the exhibition on the second floor, which shows the three Jewish communities of Vienna before 1945. Memory Map focuses in particular on the third Jewish community, the third-largest in Europe, which was destroyed between 1938 and 1945.

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Forms Larger and Bolder

Forms Larger and Bolder: EVA HESSE ZEICHNUNGEN aus dem Allen Memorial Art Museum am Oberlin College 16.11.–13.04.2020 mumok Crazy like machines, forms larger and bolder“ – so beschreibt Eva Hesse 1965 eine Gruppe eben fertiggestellter Zeichnungen in einem Brief an ihren künstlerischen Weggefährten Sol LeWitt. Die Idee der „riskanten Formen“ lässt sich auf das gesamte…

La Strada 2019

© Johannes Bellinkx La Strada 2019 26.07.–03.08.2019 Graz Die kinetische Energie der Stadt. Die Bewegung des menschlichen Körpers in Beziehung zum Umraum bildet ein zentrales Element vieler Produktionen im Programm von La Strada 2019. Viele Künstler gehen dabei an die physischen und physikalischen Grenzen und fordern auch das Publikum auf, sich neuen Herausforderungen der Wahrnehmung…

My Summer is your Winter

… Krõõt Juurak und Alex Bailey, Performances for Pets | Foto: Erich Malter. Bildcourtesy figuren.theater.festival. und die Künstler…   My Summer is your Winter Summer at Grazer Kunstverein 24.06.–01.08.2019 Grazer Kunstverein Diesen Sommer präsentiert der Grazer Kunstverein ein Jahreszeitenprogramm aus Performances, bildender Kunst, Bewegtbild, Sound, Text und Workshops, welches Fiktion als Methode oder Werkzeug auslotet. Und dabei…

My Summer is your Winter

Krõõt Juurak und Alex Bailey, Performances for Pets | Foto: Erich Malter. Bildcourtesy figuren.theater.festival. und die Künstler…   My Summer is your Winter Summer at Grazer Kunstverein 24.06.–01.08.2019 Grazer Kunstverein Diesen Sommer präsentiert der Grazer Kunstverein ein Jahreszeitenprogramm aus Performances, bildender Kunst, Bewegtbild, Sound, Text und Workshops, welches Fiktion als Methode oder Werkzeug auslotet. Und dabei der…

Vertigo. Op Art und eine Geschichte des Schwindels 1520  –1970

.   Marina Apollonio | Dinamica Circolare 4S | 1968 © Marina Apollonio   Vertigo. Op Art und eine Geschichte des Schwindels 1520  –1970 25.05.– 26.10.2019 mumok Unter den Kunstströmungen der 1950er- und 1960er-Jahre wurde der Op Art bislang die geringste Aufmerksamkeit zuteil. Häufig hat man sie als zu spektakulär und oberflächlich deklassiert. Zu Unrecht, denn diese Kunst…

Die drei mit dem Stift.

Karikatur von Paul Peter Porges | Inv. Nr. 27421 | Tuschezeichnung (21,5 x 28,7) . Die drei mit dem Stift. Lily Renée, Bil Spira und Paul Peter Porges 08.05.– 17.11.2019 Jüdisches Museum Wien Lily Renée, Bil Spira und Paul Peter Porges haben einiges gemeinsam. Sie wurden in Wien geboren, als junge Menschen nach dem „Anschluss“…

Peter Doig

…. © Peter Doig   Peter Doig 12.04.–16.06.2019 Secession Peter Doig malt gegenständliche Bilder, als wären sie abstrakt. Seine Kompositionen bestechen durch flächige Formen, eine ebenso intensive wie nuancierte Farbigkeit und die Präsenz des malerischen Duktus. Oft zeigen die Gemälde Landschaften – spiegelnde Teichoberflächen, schemenhafte Figuren im Schnee oder dicht tropische Wälder. Die Szenen erscheinen…

Peter Doig

© Peter Doig   Peter Doig Eröffnung 11.04.2019 Secession Peter Doig malt gegenständliche Bilder, als wären sie abstrakt. Seine Kompositionen bestechen durch flächige Formen, eine ebenso intensive wie nuancierte Farbigkeit und die Präsenz des malerischen Duktus. Oft zeigen die Gemälde Landschaften – spiegelnde Teichoberflächen, schemenhafte Figuren im Schnee oder dicht tropische Wälder. Die Szenen erscheinen…

Mark Rothko

Mark Rothko, Self-Portrait, 1936 © 1998 Kate Rothko Prizel and Christopher Rothko/Bildrecht Wien, 2019 . Mark Rothko 12.03.–30.07.2019 Kunsthistorisches Museum Wien Zum ersten Mal in Österreich präsentiert das Kunsthistorische Museum eine Ausstellung des großen amerikanischen Künstlers Mark Rothko. Gemeinsam mit seinen Zeitgenossen Jackson Pollock, Barnett Newman und Willem de Kooning wurde er zu einem der…