steirischer herbst ’19









Sujet: Grupa Ee

steirischer herbst ’19: Grand Hotel Abyss

19.09.–13.10.2019

Das Kernprogramm des steirischen herbst ’19 trägt den Titel Grand Hotel Abyss – Grand Hotel Abgrund. Mit diesem eindrücklichen Bild hat der Philosoph Georg Lukács die Haltung europäischer Intellektueller und Kulturschaffender angesichts des aufkommenden Faschismus beschrieben. „Das Grand Hotel ‚Abgrund‘ ist für jeden Geschmack, für jede Richtung vorsorglich eingerichtet“, schrieb Lukács in einem gleichnamigen, auf das Jahr 1933 datierten und posthum auf Deutsch erschienenen Text. „Jede Form der intellektuellen Berauschung, aber zugleich auch jede Form der Askese, der Selbstpeinigung ist gleicherweise gestattet; und nicht nur gestattet, sondern es gibt glänzend ausgerüstete Bars für jenes und vortrefflich hergestellte Turngeräte und Folterkammern für dieses Bedürfnis. Und nicht nur für Einsamkeit, sondern auch für Geselligkeit jeder Art wird gesorgt. […] Der Totentanz der Weltanschauungen, der sich alltäglich und allabendlich in diesem Hotel abspielt, wird für seine Einwohner zu einer angenehmen und aufregenden Jazz-Band, bei der sie Erholung nach ihrer anstrengenden Tageskur finden.“ […]

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Café Puschkin, Moskau, Foto: e_chaya/flickr

Blanka Rádóczy / Vladimir Sorokin

Manaraga – Tagebuch eines Meisterkochs (2019)
Performance

In der Zukunft, die Vladimir Sorokin in seinem neuen Roman Manaraga vorschwebt, gibt es kaum noch Bücher. Die wenigen übriggebliebenen Exemplare sind Kultware eines trendigen und höchst illegalen Nervenkitzels der Spitzengastronomie. Dabei lassen sich die Reichen und Mächtigen Kobe-Filets und Karotten-Burger schmecken – gegrillt auf den letzten verfügbaren Bänden von Dostojewski und Tolstoi. Diese Küche stellt höchste handwerkliche Ansprüche, da Bücher nur gut brennen, wenn das Feuer sie Seite um Seite verzehrt. Sämtliche Meisterköche gehören einer geheimen Gilde der „Book ’n’ Griller“ an, die Aufträge vergibt und notfalls mit Gewalt dafür sorgt, dass Regeln eingehalten werden. Sorokins Roman – von Regisseurin Blanka Rádóczy für den steirischen herbst ’19 als Zweipersonenstück inszeniert – erzählt die Geschichte des ungarischen Kochs Geza, der eine Stelle am Berg Manaraga im Ural annimmt und alsbald in Ereignisse verstrickt wird, die sein eigenes Leben wie auch das aller Book ’n’ Griller auf den Kopf stellen. Rádóczy führt das Publikum unvermittelt hinein in das Getümmel einer konspirativen Gildeversammlung. Sie deutet das Buch als schneidenden Kommentar zu den kulinarischen Mätzchen unserer heutigen Eliten und zu einem Konsumverhalten, für das Kultur kaum mehr ist als eine Kulisse möglichst ausgefallener und dekadenter Gaumengenüsse.

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Onliner.by/AFP

Andrei Stadnikov mit Vanya Bowden, Shifra Kazhdan und Dmitry Vlasik

Chow Down! (Friss!) (2019)
Performance

Nicht nur Wissen, sondern auch Essen ist Macht, das sieht man deutlich in Andrei Stadnikovs neuem Stück für fünf Schauspieler*innen. Der Ausgangspunkt für seine surreale Inszenierung ist ein makabres Kapitel der jüngsten russischen Geschichte: die Vergeltungssanktionen, mit denen Russland Nahrungsmittelimporte aus der EU belegte. Diesen Stoff beleuchtet Stadnikov durch Textfragmente aus jener russischen Kabinettssitzung, bei der beschlossen wurde, all jene Nahrungsmittel zu vernichten, die zuvor widerrechtlich aus der EU ins Land gebracht worden waren – ein Beschluss, der in einem Land, in dem Hungersnöte eine lange Geschichte haben, weithin als Sakrileg aufgefasst wird. Stadnikovs szenischer Nacherzählung dieser Entscheidung folgt ein fiktiver Leichenschmaus. Dasselbe Kabinett sitzt nun zu Füßen seines kürzlich verstorbenen Staatschefs. Pathetische Grabreden begleiten ein rituelles Fressgelage, das von einer gespenstischen Aufzählung illegaler Nahrungsmittel unterbrochen wird, welche an der Grenze beschlagnahmt und vernichtet wurden. Ein musikalischer Score basierend auf Klagerufen – fester Bestandteil der Trauerarbeit vieler Kulturen – untermalt die Handlung. Dazu kommt ein Arrangement eines Arbeitertrauermarschs: ein Auszug aus der berühmten Symphonie der Fabriksirenen (1922) des russischen Avantgardekomponisten Arseny Avraamov. Eindrucksvoll gerahmt vom brutalistischen Kirchenbau, in dem diese Inszenierung gezeigt wird, wird hier die kultische, beinahe religiöse Seite einer Lebensmittel-Politik hervorgekehrt, die zugunsten der Mächtigen die Sehnsüchte der Hungrigen mit Bulldozern plattmacht.

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Theater im Bahnhof, MEN/ SCH/ EN/ MAR/ KT – Das Spiel mit dem Teufelskreis, 2019, Performance, Markthalle Eggenberg, Graz, Foto: Johannes Gellner

Theater im Bahnhof

MEN/ SCH/ EN/ MAR/ KT –
Das Spiel mit dem Teufelskreis
(2019)
Performance

In seinem neuen Rollenspiel thematisiert das Theater im Bahnhof in der Markthalle Eggenberg die Unmöglichkeit, dem Teufelskreis der Armut zu entkommen. Das Publikum ist eingeladen, sich auf ein Glücks- und Geschicklichkeitsspiel einzulassen, das während des Bauernmarkts stattfindet. Wer mitmacht, spielt um Rente, Krankenversicherung oder Bildung – alles Dinge, die vor nicht allzu langer Zeit als selbstverständliche Leistungen eines Sozialstaats galten und jetzt dem radikalen Kräftespiel des Marktes ausgesetzt sind. So können im Spiel Blackjack-Gewinne durchaus den Konto-Punktestand aufbessern und richtige Antworten auf triviale Quizfragen kulturelles Kapital abwerfen. Doch wer sich allzu sehr hervortut, wird disqualifiziert, und ab und zu wird das Geschehen auch von Katastrophenereignissen unterbrochen. Darstellerinnen greifen in der Rolle als Vertreterinnen von NGOs, Behörden, sozialen Initiativen und Banken in das Spiel ein. Sie alle gehören Institutionen an, die damit umgehen müssen, dass Armut entsteht, aufrechterhalten wird oder sich ausbreitet. Wenn der Verdacht aufkommt, dass die Croupiers in den Spielen sich ihre eigenen Regeln schaffen und unter den besonders begeisterten Mitspielenden bezahlte Animateur-Agitatoren sein könnten, nimmt das Ganze eine surreale Wende, die der Wirklichkeit verblüffend nahekommt.

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Jeremy Deller, Putin’s Happy, 2019, Film, Künstlerhaus, Halle für Kunst & Medien, Foto: Mathias Völzke 

Jeremy Deller

Putin’s Happy (2019)
Film

Absurder Fremdenhass, irre Sehnsucht nach Abschottung: In seiner neuen Videoarbeit verschafft uns Jeremy Deller Einblick in die Verbreitung von Rechtspopulismus und möglicherweise auch Faschismus in Großbritannien. Er nimmt sich den fehlgeleiteten Patriotismus vor, der zum Ergebnis des Brexit-Referendums beigetragen hat und der unter rechtsgerichteten Kontinentaleuropäerinnen – auch in Österreich – weit verbreitet ist. Als lautstarker Gegner des britischen Austritts aus der EU war Deller auch direkt politisch aktiv, wie etwa 2017 mit einer „Fuck Brexit“-T-Shirt-Kampagne, die viel Aufmerksamkeit erregte. Der Künstler erforscht den faulen Zauber britischer Nationalmythen und politischer Geschichte, die die heutige Situation in seinem Land hervorgebracht haben. In diesem Film konzentriert er sich auf groteske Details und den exzentrischen Dekor der Fantasiewelt britischer Populistinnen, dessen tragikomische Wirkung auf die Realität in den täglichen Aufmärschen seiner Demonstrant*innen sichtbar wird. Eigens von Deller gestaltete Banner leiten die Installation ein und setzen so sein unverwechselbares und jahrelanges künstlerisches Engagement in politischen Kämpfen auf einer weiteren Ebene fort.

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Jasmina Cibic, Das Geschenk – 1. Akt, Produktionsstill, Courtesy die Künstlerin und Espace Niemeyer

Jasmina Cibic

Das Geschenk1. Akt (2019)
Film, Installation

Jasmina Cibics Videoinstallation ist das erste Kapitel ihrer neuesten poetischen Studie über die unzähligen politisch motivierten Schenkungen, die sich in der Kunst- und Architekturgeschichte Europas finden lassen – insbesondere in Zeiten des Wiederaufbaus nach gesellschaftlichen Krisenmomenten. So hält sich übrigens auch in Graz hartnäckig das Gerücht, das Künstlerhaus sei ein „Abschiedsgeschenk“ der britischen Besatzungstruppen gewesen. Cibic wiederum geht der Frage nach, wie Kultur – getarnt als Spende – zum trojanischen Pferd werden kann. Einige besonders spektakuläre Bauschenkungen in ihrem Film werden zur Kulisse für einen allegorischen Wettstreit der personifizierten Kunstgattungen, die sich einer fiktiven gespaltenen Nation als perfektes Geschenk anbieten…

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Nedko Solakov, Lost Cold War Spies, 2019, 23 Figuren in 6 Hotelfoyers und -bars, Installation, Foto: Liz Eve

Nedko Solakov

Lost Cold War Spies (2019)
Installationen

Hotels sind ideale Orte für Spionage und Intrigen. Daran erinnert Nedko Solakov mit seiner Serie von 23 kleinen Figuren, die diskret in sechs verschiedenen Grazer Hotelfoyers postiert sind. Die von Slava Nakovska entworfenen und hergestellten Plastiken sind verlorene Spione, Nachtportiere und zwielichtige Dauergäste auf Reisen von einem europäischen Grand Hotel und elitären Kur- oder Badeort zum nächsten, betrachtet durch die Brille vergangener Begegnungen mit Geheimdiensten in den letzten Tagen des Sozialismus. Auf spielerische Art erinnern sie an echte und erfundene Dritter-Mann-Legenden aus der Zeit, als Österreich in vier Zonen aufgeteilt und Graz das Hauptquartier der britischen Besatzungsmacht war. John Le Carré war hier zu Beginn des Kalten Krieges als junger Offizier stationiert und lernte das Agenten-Handwerk wohl auch in einigen dieser Hotelfoyers und Bars. Manche meinen, es bräche nun ein neues Zeitalter des Kalten Krieges an – wohlgemerkt mit ganz anderen Mitteln, Techniken und Kontrahent*innen, die die alten bald so verschroben, spielzeugartig und unschuldig aussehen lassen könnten wie Solakovs entrückte Gestalten.

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Riccardo Giacconi, Options, Klang- und Lichtchoreografie, 40’00”, 2019, Foto: Clara Wildberger, Bild Courtesy: steirischer herbst und Grazer Kunstverein

Riccardo Giacconi

Options (2019)
Installation

Und wenn wir nur noch die Wahl zwischen zweierlei Faschismen hätten? Riccardo Giacconi widmet sich in seiner neuen Arbeit diesem hoffnungslosen Szenario. Während des Zweiten Weltkriegs hatten die Südtirolerinnen die Option, entweder ins nationalsozialistische Österreich oder in andere Teile des Dritten Reichs auszuwandern, oder aber im faschistischen Italien zu bleiben. Dort wurden sie gezwungen, sich der italienischen Kultur und Sprache anzupassen. In seiner Installation in den Räumen des Grazer Kunstvereins und einer Performance auf den Straßen von Graz erkundet Giacconi Resonanzen zwischen dem Zeitalter der sogenannten Südtirol-Option und dem gegenwärtigen politischen Klima in Europa. Seine Installation nutzt Volkskultur, politische Propaganda und Zeitzeugenberichte, Schattenspiele, Plakate, Film- und Tondokumente, um eine kritische Sicht auf Vorstellungen von Staatsbürgerschaft, Blut-und-Boden-Ideologie oder Migration zu gewinnen. Seine Performance spielt auf die Arbeit junger Zeitungsverkäuferinnen ohne Zeitungsstand an, die früher tagesaktuelle Nachrichten schreiend proklamierten. Dieses Format bemühend, dekonstruiert er zugleich „Die zehn Gebote des Umsiedlers“, ein historisches Merkblatt, das an Optanten aus Südtirol bei ihrer Rückkehr „heim ins Reich“ ausgehändigt wurde. Giacconi spielt mit Fiktion, Abstraktion und dem Erzählen im historischen Präsens und verbindet die beiden mehr als siebzig Jahre auseinanderliegenden Zeitpunkte miteinander. Unsere heutigen Verhältnisse werden dabei durch die Linse eines vergangenen Ereignisses betrachtet.

www.grazerkunstverein.org | www.steirischerherbst.at

Artur Żmijewski, Plan B, 2019, Installation, Girardigasse 8, Graz, Foto: Mathias Völzke

Artur Żmijewski

Plan B (2019)
Installation

In seiner Installation sucht Artur Żmijewski Zuflucht vor der drohenden politischen Katastrophe. Angesichts erstarkender nationalistischer Kräfte in Ost- und Mitteleuropa und inmitten der allgemeinen Ahnung bevorstehenden Unheils baut er in einem leerstehenden Grazer Ladenlokal einen Unterschlupf. Ideen dafür holt er sich vom Treiben der sogenannten Prepper und aus diversen Zombie-Szenarien. Aber auch Bunker und Dachböden, die Verfolgten während des Zweiten Weltkriegs Zuflucht boten, dienen Żmijewski als Inspiration. Seine Installation wäre vielleicht auch für Künstler*innen ein idealer Ort, um der Verfolgung rechtsgerichteter Populisten zu entgehen, die es auf Kunstinstitutionen und ihre Akteur*innen abgesehen haben. Sie könnte aber ebenso als ruhiges Versteck für rechtsgerichtete Politiker*innen dienen, die mit Schimpf und Schande aus dem Amt gejagt wurden. Żmijewski erforscht also unsere Sehnsucht nach eigenen Fluchtkapseln und inselhaften, getarnten Welten, in denen man sich getrost verschanzen kann, wenn es einmal wirklich eng wird.

www.steirischerherbst.at

Cora Pongracz|Ansicht der Ausstellung „Live“ im sogenannten 20er Haus, 1970|mumok Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien© Nachlass Cora Pongracz, Fotosammlung OstLicht

Alfred Schmeller

Das Museum als Unruheherd

27.09.–18.02.2020 mumok

Als Alfred Schmeller 1969, nach Werner Hofmanns Abgang nach Hamburg, zweiter Direktor des 20er Hauses (heute mumok) wurde, hatte er bereits eine lange und ab- wechslungsreiche Karriere hinter sich: Er war Direktor des Art Club und hatte lange Jahre als Kritiker gearbeitet, bevor er schließlich als Landeskonservator für Wien und das Burgenland tätig war. Projekte, mit denen das Haus in seiner Ära Ausstellungsgeschichte schrieb, waren: Wiener Schule des Phantastischen Realismus, Harald Szeemanns legendäre Ausstellung Junggesellenmaschinen, auf die später Monte Verità oder Der Hang zum Gesamtkunstwerk folgten. Ein Schwerpunkt von Schmellers Ankaufspolitik galt den Chicago Imagists, die in den letzten Jahren neu entdeckt wurden: eine lose Formation von Künstler_innen, die an der Chicago Art School studiert hatten und vom Surrealismus, von der Art Brut sowie von Comics und Populärkultur beeinflusst waren.

www.mumok.at

Ashley Hans Scheirl, Goldfinger, 2019
Acryl und Öl auf Leinwand 160 x 240 cm

Ashley Hans Scheirl & Jakob Lena Knebl

15’th Lyon Biennial
18.9.2019 – 5.1.2020

Ashley Hans Scheirl and Jakob Lena Knebl are staging gender, identity and economic issues, together or separately. At the Biennale, they are intervening as a duo. Inspired by modernist design, dark romanticist painting and Glam Rock, they will set up a space of desire where bodies, objects and images are staged to form an alternative, queer reference system. Exuding an uncanny and parodic spirit, their installation humorously and flamboyantly combines scenography, painting, sculpture, video and fashion design to interrogate the dark side of the social value system and neoliberal economics.

www.biennaledelyon.com

Magdalena Odundo, Asymetrical Series, 2017 | Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (H. Rohrer)

Anders gesehen.

Afrikanische Keramik aus der Sammlung Herzog Franz von Bayern

27.09.–29.03.2019 Pinakothek der Moderne

Mit Juli 2017 ging die außerordentlich vielfältige und qualitätvolle Sammlung afrikanischer Keramik des 19. bis 21. Jahrhunderts aus der Sammlung S.K.H. Herzog Franz von Bayern als Schenkung und als Dauerleihgabe an Die Neue Sammlung – The Design Museum. Diesen großartigen Zuwachs an Gefäßkeramiken würdigt Die Neue Sammlung ab 27. September 2019 mit einer umfangreichen Ausstellung in der Pinakothek der Moderne. Der Titel „Anders gesehen. Afrikanische Keramik aus der Sammlung Herzog Franz von Bayern“ weist auf die Besonderheit der Kontextualisierung der Objekte in einem Designmuseum hin. Sie ermöglicht eine Präsentation, die einen neuen, auf die Gestaltung fokussierten Blick eröffnet. Ein ausführlicher Katalog, in dem internationale Experten einzelne Aspekte und Bereiche der Sammlung beleuchten, sowie ein umfangreiches Begleitprogramm ergänzen die Präsentation.

www.pinkatohek.de

© Peter Kogler

Connected. Peter Kogler with …





George Antheil with Friedrich Kiesler with Hedy Lamarr with Fernand Léger with museum in progress with Otto Neurath with Charlotte Perriand with Franz Pomassl with Winfried Ritsch with Franz West …

28.06.–20.10.2019 Kunsthaus Graz

Seit den 1920er-Jahren schafften Künstler/innen wie die Architektin und Aktivistin Charlotte Perriand, der Maler und Filmemacher Fernand Léger und der Musiker George Antheil eine das Jahrhundert prägende Vision einer künstlerischen und gesellschaftlichen Synthese, in der die Kunst zum Instrument der gesellschaftlichen Gestaltung und des Fortschritts wird.
Die Ausstellung bringt die Werke des Aufbruchs des Jahrunderts nun mit zeitgenösisschen Arbeiten zusammen. Ikonische Leihgaben und Archivmaterialien von Léger und Perriand bilden gemeinsam mit den Kompositionen von George Antheil und Franz Pomassl in einer neuen, immersiven Arbeit Koglers einen erfahrbaren Kosmos eines programmierten Bildraums. Im Zentrum der Ausstellung steht die Reflexion des wegweisenden und revolutionären Ballet mécanique von Fernand Léger und George Antheil. Das bis heute nachhallende Werk, das als erste surrealistisch-dadaistisch geplante Verbindung zwischen Filmmontage und mechanisierter Musik zwischen den Künstlern Fernand Léger als Bildkompositeur, Dudley Murphy als Kameramann und George Antheil als Komponist Anfang der 1920er-Jahre geplant war, wollte in den Worten von Antheil „dem (heutigen) Zeitalter sowohl die Schönheit wie auch die Gefahr seiner unbewussten mechanischen Philosophie und Ästhetik klarmachen.“

www.museum-joanneum.at

Korakrit Arunanondchai, Ausstellungsansicht, Secession 2019, Courtesy of the artist, Clearing, New York & Carlos/Ishikawa, London, Foto: Sophie Thun

Korakrit Arunanondchai

would you say this is the day?

13.09.–10.11.2019 Secession

Der Künstler und Filmemacher Korakrit Arunanondchai richtet in einem einzigen umfangreichen Werkkomplex das Augenmerk auf die Idee eines „lebenden Archivs“. Sein Interesse gilt dabei Beziehungen, die lange Zeit fortdauern und sich mit den Menschen und ihren Körpern verändern. Diese weisen eine Parallele zur Entwicklung der Geschichtsschreibung auf ohne jedoch an deren Linearität und zentraler Erzählperspektive festzuhalten. Die Hauptfigur seiner fortlaufenden Videoreihe with history in a room filled with people with funny names (2012 – ) ist ein erfundener Maler, der stets Denim als Malgrund verwendet und damit ein Gewebe, das unterschiedliche Welten und Kontexte verbindet: Denim ist ein Material, das aus dem Westen kommt, als Stoff der Arbeiterklasse populär wurde und schließlich als eine Art Globalisierungsmaschine die Welt eroberte. Der Künstler sieht darin eine Parallele zur nicht grundierten Leinwand und deren Bedeutung für die westliche abstrakte Malerei. Der Jeansstoff dient ihm als Grund(lage), im wörtlichen Sinne für seine Malereien, die durch Action bzw. Body Painting entstehen, wie auch als narratives Element in seinen Filmen, in denen die DarstellerInnen alle Denim tragen. Zu diesen zählen langjährige FreundInnen, KollegInnen sowie Familienmitglieder des Künstlers, insbesondere seine Großeltern.

www.secession.at

Tillman Kaiser, Im Dom, Ausstellungsansicht Secession 2019, Courtesy of the artist und Galerie Emanuel Layr Wien/Rom, Foto: Iris Ranzinger

Tillman Kaiser

Im Dom

13.09.–10.11.2019 Secession

In seiner Ausstellung Im Dom im Hauptraum der Secession zeigt Tillman Kaiser großteils neue Bilder und Skulpturen. Eine Kirche oder Kathedrale erfüllt in den Augen des Künstlers keine Funktion, sie ist ein Gesamtkunst­werk aus Architektur, Bildhauerei und Malerei und ihre Schönheit ist Selbstzweck – etwas, das Kaiser für (seine) Kunst auch beansprucht und das an die Kant’sche Idee vom interesselosen Wohlgefallen erinnert. Seine Kunst entsteht im Atelier und bedarf keiner Auseinandersetzung mit einem spezifischen Ort. Dennoch ist der zwischen Lakonie und Ironie oszillierende Ausstellungstitel, der uns in einen Kirchenraum versetzt und die Möglichkeit spiritueller Erfahrung nahe legt, ein klug gesetzter Kunstgriff, der die Secession – an der Wende zur Moderne als Gesamtkunstwerk und „Tempel“ für die Kunst konzipiert – mit seinem Werk verbindet, ihren eigenen Status hinterfragt und dabei eine kritische Distanz behält.

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Alexandra Bircken, Freude (Detail), 2019, Ausstellungsansicht Secession 2019, Courtesy of the artist, BQ, Berlin & Herald St., London, Foto: Sophie Thun

Alexandra Bircken

Unruhe

13.09.–10.11.2019 Secession

Leitmotive im Werk von Alexandra Bircken sind der menschliche Körper und seine verschiedenen Hüllen, die als Haut und als Bekleidung seinen Bezug zur Welt definieren. In ihren bildhauerischen Untersuchungen widmet sie sich vielfach der Frage nach der Grenze zwischen Innen und Außen und wie sie als permeable Membran, Schnittfläche und Nahtstelle gefasst werden kann. Für ihre Ausstellung Unruhe hat Bircken zahlreiche neue Arbeiten entwickelt, die Themen wie Geschlecht, Körper und Maschine, Macht und Verletzlichkeit miteinander verweben.

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Marina Apollonio|Dinamica Circolare 4S|1968 © Marina Apollonio

Vertigo.

Op Art und eine Geschichte des Schwindels 1520  –1970

25.05.– 26.10.2019 mumok

Unter den Kunstströmungen der 1950er- und 1960er-Jahre wurde der Op Art bislang die geringste Aufmerksamkeit zuteil. Häufig hat man sie als zu spektakulär und oberflächlich deklassiert. Zu Unrecht, denn diese Kunst schärft das Bewusstsein für die Ambivalenz der Erscheinungen und verdeutlicht die Unmöglichkeit, „die Wirklichkeit“ zu erfassen. Unter dem Titel Vertigo präsentiert das mumok ein Vexierspiel der Sinne, das von Tafelbildern, Reliefs und Objekten über installative Arbeiten und Erfahrungsräume bis hin zu Film und computergenerierter Kunst ein breites Spektrum umfasst.
Werke der Op Art richten sich keineswegs nur an den Sehsinn. Mit ihren heftigen Effekten und optischen Täuschungen vermitteln sie Erfahrungen, die zu einer sensorischen Überforderung führt. Diese affiziert schließlich den gesamten Körper. Mit all dem ist die Op Art dem Prinzip des Anti-Klassischen verpflichtet. In diesem Sinne werden in der Ausstellung Bezüge zu Beispielen anti-klassischer Kunst des 16. bis 18. Jahrhunderts sowie zu Vorläuferpositionen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hergestellt, die ebenfalls mit vibrierenden Mustern, pulsierenden, flüchtigen Nachbildern, paradoxen Raumillusionen und anderen Methoden optischer Täuschung operieren.

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Karikatur von Paul Peter Porges|Inv. Nr. 27421|Tuschezeichnung

Lily Renée, Bil Spira und Paul Peter Porges

Die drei mit dem Stift.

08.05.–17.11.2019 Jüdisches Museum Wien

Lily Renée, Bil Spira und Paul Peter Porges haben einiges gemeinsam. Sie wurden in Wien geboren, als junge Menschen nach dem „Anschluss“ 1938 aus ihrer Heimatstadt vertrieben und schafften es, sich in der Emigration zu anerkannten KünstlerInnen zu entwickeln. Lily Renée (geboren 1921) zeichnete in den USA Superheldinnen-Comics und gestaltete Kinderbücher. Bil Spira (1913–1999) war Porträtist, Karikaturist – und ein begnadeter Fälscher, der vielen von den Nazis Verfolgten den Weg in die Freiheit ermöglichte. Paul Peter Porges (1927–2016) gelang der Sprung auf die große Bühne für Cartoonisten: dem New Yorker und Mad Magazine.
Diese drei Zeichner haben Erstaunliches zu Papier gebracht – enthüllende Karikaturen und liebevolle Porträts, Satiren auf die Gesellschaft, Comics und Dokumente des Schreckens. Aus Wien stammend, mussten und konnten sie sich anderswo behaupten. Während der Flucht bzw. Gefangenschaft und danach setzten sie ihre Fähigkeiten auch als künstlerische Waffen ein. Mit Feder, Bleistift und Pinsel, vor allem mit Witz und Courage, zeigten sie auf, was ist und was anders sein soll, was der Lächerlichkeit preiszugeben ist und was nicht vergessen werden darf.

www.jmw.at

Kunstvermittlungsprojekt YES, WE’RE OPEN!

Das interkulturelle Vermittlungsprojekt der Pinakothek der Moderne

Die Welt, in der wir leben, hat sich stark verändert. Flucht und Migration, kulturelle Vielfalt bei gleichzeitiger Radikalisierung, Integration, Globalisierung und Entwurzelung berühren unsere Gesellschaft. Nicht nur in Politik und Wirtschaft, auch in der Kultur findet ein Umdenken statt. Das Museum definiert seine Aufgaben neu. Mit Projekten, die eine Begegnungsplattform für Geflüchtete und Menschen aus Bayern anbieten, reagiert es auf die gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Eine neue Perspektive für Europa muss den politischen, den ökonomischen und den kulturellen Blick miteinander in Beziehung setzen.

PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne E.V.

www.pin-freunde.de

Praterstraße 23, 1902–1908|Internationale Hygiene-Ausstellung, Dresden 1911. Weitere Adressen: Rathausstraße 13, 1895 –1902; Krugerstraße 8, 1902–1903 aus: The Shabbat Room, 2013

The Shabbat Room.

Eine Rauminstallation von Maya Zack

Jüdisches Museum Wien

Die permanente Rauminstallation The Shabbat Room von Maya Zack verbindet das erste Jüdische Museum Wiens mit dem heutigen. Die 1976 in Israel geborene Künstlerin rückt mittels künstlerischer Recherche die sogenannte Gute Stube des um 1900 berühmten Malers Isidor Kaufmann wieder ins Bewusstsein. Diese zentrale Museumsinstallation war ein wichtiges Zeugnis von Kaufmanns Suche nach Bildern eines „ursprünglichen“ Judentums bzw. nach dem Background der Wiener Jüdinnen und Juden um 1900. Kaufmann unternahm diese Suche Jahr für Jahr in den nordöstlichen Kronländern. Mit seiner 1899 installierten Guten Stube schenkte er den Wiener Jüdinnen und Juden einen Raum für die Erinnerung an das Familienleben ihrer eigenen Kindheit oder an das ihrer Eltern. Die Installation der Guten Stube wurde 1938 bei der gewaltsamen Schließung des ersten Wiener Jüdischen Museums zerstört.

www.jmw.at

(c) Nikolaus Gansterer

THE MEMORY MAP – Eine Topologie des Gedenkens

Jüdisches Museum Wien

Nikolaus Gansterer gestaltete das Original mit Ausschnitten aus faksimilierten Briefen von Überlebenden aus Wien, wobei der Großteil seines Materials aus US-Archiven stammt. Das Jüdische Museum plant, die Schenkung des Vienna Project und des Künstlers Nikolaus Gansterer in die Dauerausstellung „Unsere Stadt! Jüdisches Wien bis heute“ aufzunehmen. Das Exponat wird im zweiten Stock ausgestellt, wo es am Beginn der Ausstellung zu einem Stadtplan in Bezug tritt, der die drei jüdischen Gemeinden Wiens vor 1945 zeigt. In der Memory Map steht die dritte jüdische Gemeinde, ehemals die drittgrößte Europas, im Mittelpunkt, die zwischen 1938 und 1945 vernichtet wurde.

www.jmw.at

steirischer herbst ’19: Grand Hotel Abyss

19.09.–13.10.2019

The title of the core program of steirischer herbst ’19 is Grand Hotel Abyss—a striking metaphor used by philosopher Georg Lukács to describe the European intellectual and cultural scene as it faced the approach of fascism. “The Grand Hotel Abyss has been thoughtfully decorated for every taste and every direction,” he wrote in an eponymous text, dated 1933 and published in German after his death. “Both intellectual intoxication and asceticism or self-flagellation are not only permitted in all their forms; there are brilliantly stocked bars for one purpose and amazingly manufactured exercise equipment and torture chambers for the other. Not only solitude but sociality too is on offer. . . . The danse macabre of worldviews plays out every day and every evening in this hotel. It becomes a jazz band both pleasant and thrilling, providing the guests with some rest after their exhausting daily regimen at the spa.”

www.steirischerherbst.at

Alfred Schmeller

The Museum as a Flashpoint

27.09.–16.02.2020 mumok

When Alfred Schmeller became the second director of the 20er Haus (today’s mumok) in 1969, he had already enjoyed a long and varied career. He had been influential in the Art Club, and had worked for many years as a critic. Alongside his extensive collecting and exhibition activities, Schmeller was one of the first directors to realize the significance of presenting museums to different groups of potential visitors. An important aspect of his work was, as he himself called it, “total cultural work.” He saw the museum as a “flashpoint” in which many different issues could be articulated. Schmeller opened the museum up in many ways. He invited the Vienna Festwochen to hold the avant-garde festival Arena there, and he was particularly concerned to attract young people via painting actions and other events. In 1970, the sensational work Giant Billiard by Haus-Rucker-Co was shown in the exhibition Live, which Schmeller had advertised with the slogan “The Prater is closed. Come to the museum!” This work is reconstructed for this exhibition at mumok today.  Visitors are expressly invited to use it! Alongside Schmellers most important acquisitions, documentation of his exhibitions, events and art education projects will be shown.

www.mumok.at

Ashley Hans Scheirl & Jakob Lena Knebl

15’th Lyon Biennial
18.9.2019 – 5.1.2020

Ashley Hans Scheirl and Jakob Lena Knebl are staging gender, identity and economic issues, together or separately. At the Biennale, they are intervening as a duo. Inspired by modernist design, dark romanticist painting and Glam Rock, they will set up a space of desire where bodies, objects and images are staged to form an alternative, queer reference system. Exuding an uncanny and parodic spirit, their installation humorously and flamboyantly combines scenography, painting, sculpture, video and fashion design to interrogate the dark side of the social value system and neoliberal economics.

www.biennaledelyon.com

A different perspective.

African ceramics from the collection of Franz, Duke of Bavaria

27.09.–29.03.2019 Pinakothek der Moderne

In July 2017, HRH Franz, Duke of Bavaria permanently donated his extraordinarily exquisite and diverse collection of ceramic objects dating from the 19th to the 21st century to Die Neue Sammlung – The Design Museum. Starting on 27 September 2019, Die Neue Sammlung will be honouring this generous gift with a major exhibition at the Pinakothek der Moderne. The title, “A different perspective. African ceramics from the collection of Franz, Duke of Bavaria”, refers to the special contextualization of the objects in a design museum. It enables a presentation that opens up a new design focused perspective. An extensive catalogue, in which international experts provide insight on individual aspects and areas of the collection, as well as an extensive accompanying programme complete the presentation.

www.pinakothek.de

Connected. Peter Kogler with…

George Antheil with Friedrich Kiesler with Hedy Lamarr with Fernand Léger with museum in progress with Otto Neurath with Charlotte Perriand with Franz Pomassl with Winfried Ritsch with Franz West …

28.06.–20.10.2019 Kunsthaus Graz

Since the 1980s, Peter Kogler has worked as a media artist between computer graphics, film, collage and architecture. Within the context of the digital influences on our everyday life today, his systematic consideration of the technological and reproducible image and the powerful influence of the media make him a natural successor, interpreter and ideal interlocutor of the generation of visionaries. Time and again Kogler’s works have defined places of transition in public space throughout Europe. At Graz railway station, for instance—where Léger is also supposed to have worked on a design concept approximately 70 years ago—two large murals by Kogler have transformed the station into an dynamic place of incubation since 2003 and 2011. Works from a period of upheaval and change are now combined with new works for this exhibition. Iconic loans and archive materials by Léger and Perriand join George Antheil and Franz Pomassl’s compositions within a new immersive work by Kogler, together forming the experiential cosmos of a programmed visual space.   Central to the exhibition is the reflection of Fernand Léger and George Antheil’s pioneering and revolutionary Ballet Mécanique…

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Korakrit Arunanondchai

would you say this is the day?

13.09.–10.11.2019 Secession

The artist and filmmaker Korakrit Arunanondchai works on one large body of work that focuses on the idea of a “living archive.” He is interested in relationships that pass through time and mutate with bodies of people, something that parallels the development of recorded history but sidesteps its linearity and single point of perspective in storytelling. As its recurring central character, his ongoing video series together with history in a room filled with people with funny names (2012—) features a fictional painter who paints on denim using it as a connecting fabric amongst different worlds and contexts. Being a material that originated in the west, and earned itself the significance of a working class fabric, denim itself, then traveling to the rest of the world thanks to globalization, bares parallel trajectory to what raw canvas is for Western Abstract painting. Denim is used as a foundation, both as ground for pictures that result from performative body painting actions and as an underlying narrative in the videos whose protagonists are dressed in this cloth. These are, alongside long-time collaborators and friends, the artist’s family members – most notably his grandparents.

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Tillman Kaiser

Im Dom

13.09.–10.11.2019 Secession

In his exhibition Im Dom in the Secession’s main gallery, Tillman Kaiser presents mostly new large-format pictures and sculptures. As the artist sees it, a church or cathedral is not a functional structure; synthesizing diverse arts—architecture, sculpture, and painting—it possesses a beauty that is an end in itself. With a nod to the Kantian idea of disinterested pleasure, Kaiser argues that all art—his, certainly—aspires to beauty in this sense. Made in the studio, his work does not depend on the interaction with a specific exhibition site. And yet the half-laconic, half-ironic title he has chosen for his show, which translates as In the Cathedral, transplants us into an ecclesiastical space and hints at the possibility of a spiritual experience. It is a deft stratagem, drawing a connection between the Secession—conceived at the dawn of modernism as a total work of art and “temple” of beauty—and his own oeuvre while questioning the institution’s status and signaling critical distance.

www.secession.at

Vertigo.

Op Art and a History of Deception 1520–1970

25.05.– 26.10.2019 mumok

Of all the art movements of the 1950s and 1960s, op art has hitherto received the least attention. Often it is denigrated as being too spectacular and superficial. This is a misconception—this art sharpens our awareness of the ambiguity of appearances and illustrates the impossibility of grasping “reality.” Under the title Vertigo, mumok presents a deceptive game of the senses, presenting a wide spectrum ranging from panel paintings, reliefs, and objects to installations and experiential spaces, to film and computer-generated art.
Op art works are by no means only directed at our sense of sight. With their powerful effects and optical illusions they lead to experiences of sensory overkill, which can then affect the whole body. In all of this, op art remains indebted to the anti-classical. In this sense, the exhibition also includes references to anti-classical art from the sixteenth to the eighteenth centuries and to precursors from the first half of the twentieth century, works that also use pulsating patterns, beating and ephemeral after-images, paradoxical illusions of space, and other methods of optical illusions.

www.mumok.at

Lily Renée, Bil Spira und Paul Peter Porges

Three with a Pen.

08.05.–17.11.2019 Jüdisches Museum Wien

The three artists in “Three with a Pen” shared the same fate. They all grew up as Jewish children in Vienna, had to leave their home after the “Anschluss,” the annexation of Austria to Nazi Germany, and became successful elsewhere. They used their pens as tools for survival but also as sometimes trenchant weapons. Wilhelm “Bil” Spira (1913–1999), portraitist and caricaturist, painter and not least a gifted counterfeiter who forged innumerable visas and passports to enable those stranded in Vichy France to escape to freedom, survived denunciation and extermination camps to continue his successful career in Paris after the war. Finally, Paul Peter Porges (1927–2016): at the School of Applied Arts in Vienna as a child, in the “Children’s Republic” and later in internment camps in France as a teenager, and at art school in Geneva as a young man. Armed with native wit and his pen, he went on to contribute cartoons and illustrations to some of the most prominent magazines in the USA, first and foremost The New Yorker. The Jewish Museum Vienna is showing a representative selection of the works of these three outstanding artists, who have been rediscovered for the Austrian public.

www.jmw.at

The Shabbat Room.

A permanent installation by Maya Zack

The permanent installation The Shabbat Room by Maya Zack, born in Israel in 1976, offers a link between the first Jewish Museum and the present one. Through her artistic research, she revives the early twentieth-century Gute Stube by the artist Isidor Kaufmann. This installation, which was central to the museum, was the fruit of Kaufmann’s search for a more authentic Judaism and was intended to remind the Jews of the time of their origins. It took the artist from Vienna to the north-eastern crown lands. The installation offered the Jews of Vienna a place where they could reflect on family life during their own childhood or that of their parents. It was destroyed in 1938 when the first Jewish Museum was shut down. Maya Zack’s The Shabbat Room re-interprets this no longer existing room. In this journey back-through-time, Zack retraces the path of Kaufmann’s work, its wandering and its ultimate fate, and she also reveals the Gute Stube’s origins in Kaufmann’s studio and in his paintings, as well as the mystical roots of Shabbat with which it was imbued. The artistic medium chosen by her is a computer-generated visualization suggesting a new room—designed as a contemporary tribute to a core project within the old Jewish Museum. It is based on photographs and also the few surviving objects from the original Gute Stube, which were confiscated in 1938 and dispersed among various  museums in Vienna. After 1945 they were returned to the Jewish Community, which gave them to the Jewish Museum Vienna in 1992 on permanent loan.

www.jmw.at

THE MEMORY MAP – A Topology of Remembrance

Permanent Installation | Jewish Museum Vienna

The Jewish Museum Vienna has received a very special gift: the work Memory Map by the artist Nikolaus Gansterer (born 1974, who lives in Vienna and Berlin). The 2 x 3 meter three-dimensional “city map” was commissioned and donated by The Vienna Project and its director Karen Frostig. Gansterer designed the original using cut-out extracts from scanned letters of survivors from Vienna, that were collected by Karen Frostig from descendants of survivors living in the United States. This donation was made by Karen Frostig, Director of The Vienna Project, on behalf of Nikolaus Gansterer and is incorporated in the Jewish Museum Vienna permanent exhibition “Our City! Then to Now”. It links up with the city map at the start of the exhibition on the second floor, which shows the three Jewish communities of Vienna before 1945. Memory Map focuses in particular on the third Jewish community, the third-largest in Europe, which was destroyed between 1938 and 1945.

www.jmw.at

La Strada 2019

© Johannes Bellinkx La Strada 2019 26.07.–03.08.2019 Graz Die kinetische Energie der Stadt. Die Bewegung des menschlichen Körpers in Beziehung zum Umraum bildet ein zentrales Element vieler Produktionen im Programm von La Strada 2019. Viele Künstler gehen dabei an die physischen und physikalischen Grenzen und fordern auch das Publikum auf, sich neuen Herausforderungen der Wahrnehmung…

My Summer is your Winter

… Krõõt Juurak und Alex Bailey, Performances for Pets | Foto: Erich Malter. Bildcourtesy figuren.theater.festival. und die Künstler…   My Summer is your Winter Summer at Grazer Kunstverein 24.06.–01.08.2019 Grazer Kunstverein Diesen Sommer präsentiert der Grazer Kunstverein ein Jahreszeitenprogramm aus Performances, bildender Kunst, Bewegtbild, Sound, Text und Workshops, welches Fiktion als Methode oder Werkzeug auslotet. Und dabei…

My Summer is your Winter

Krõõt Juurak und Alex Bailey, Performances for Pets | Foto: Erich Malter. Bildcourtesy figuren.theater.festival. und die Künstler…   My Summer is your Winter Summer at Grazer Kunstverein 24.06.–01.08.2019 Grazer Kunstverein Diesen Sommer präsentiert der Grazer Kunstverein ein Jahreszeitenprogramm aus Performances, bildender Kunst, Bewegtbild, Sound, Text und Workshops, welches Fiktion als Methode oder Werkzeug auslotet. Und dabei der…

Vertigo. Op Art und eine Geschichte des Schwindels 1520  –1970

.   Marina Apollonio | Dinamica Circolare 4S | 1968 © Marina Apollonio   Vertigo. Op Art und eine Geschichte des Schwindels 1520  –1970 25.05.– 26.10.2019 mumok Unter den Kunstströmungen der 1950er- und 1960er-Jahre wurde der Op Art bislang die geringste Aufmerksamkeit zuteil. Häufig hat man sie als zu spektakulär und oberflächlich deklassiert. Zu Unrecht, denn diese Kunst…

Die drei mit dem Stift.

Karikatur von Paul Peter Porges | Inv. Nr. 27421 | Tuschezeichnung (21,5 x 28,7) . Die drei mit dem Stift. Lily Renée, Bil Spira und Paul Peter Porges 08.05.– 17.11.2019 Jüdisches Museum Wien Lily Renée, Bil Spira und Paul Peter Porges haben einiges gemeinsam. Sie wurden in Wien geboren, als junge Menschen nach dem „Anschluss“…

Peter Doig

…. © Peter Doig   Peter Doig 12.04.–16.06.2019 Secession Peter Doig malt gegenständliche Bilder, als wären sie abstrakt. Seine Kompositionen bestechen durch flächige Formen, eine ebenso intensive wie nuancierte Farbigkeit und die Präsenz des malerischen Duktus. Oft zeigen die Gemälde Landschaften – spiegelnde Teichoberflächen, schemenhafte Figuren im Schnee oder dicht tropische Wälder. Die Szenen erscheinen…

Peter Doig

© Peter Doig   Peter Doig Eröffnung 11.04.2019 Secession Peter Doig malt gegenständliche Bilder, als wären sie abstrakt. Seine Kompositionen bestechen durch flächige Formen, eine ebenso intensive wie nuancierte Farbigkeit und die Präsenz des malerischen Duktus. Oft zeigen die Gemälde Landschaften – spiegelnde Teichoberflächen, schemenhafte Figuren im Schnee oder dicht tropische Wälder. Die Szenen erscheinen…

Mark Rothko

Mark Rothko, Self-Portrait, 1936 © 1998 Kate Rothko Prizel and Christopher Rothko/Bildrecht Wien, 2019 . Mark Rothko 12.03.–30.07.2019 Kunsthistorisches Museum Wien Zum ersten Mal in Österreich präsentiert das Kunsthistorische Museum eine Ausstellung des großen amerikanischen Künstlers Mark Rothko. Gemeinsam mit seinen Zeitgenossen Jackson Pollock, Barnett Newman und Willem de Kooning wurde er zu einem der…

Diagonale | Festival des österreichischen Films

Johann Lurf | Diagonale’19 Festivaltrailer | Nationalismus ist Gift für die Gesellschaft.   Diagonale | Festival des österreichischen Films 19.03.–24.03.2019 Graz Die Diagonale – Festival des österreichischen Films versteht sich als Forum für die Präsentation und Diskussion österreichischer Filmproduktionen. Ziel und Aufgabe der Diagonale ist die differenzierte, vielschichtige und kritische Auseinandersetzung mit dem heimischen Kino…