steirischer herbst´19





steirischer herbst’19

Eröffnungs-Extravaganza
19.09.2019, 19:00 Congress
Performances, Installationen und Überraschungsauftritte
 
Stravaganza, das italienische Wort für Extravaganz,  inspirierte im englischsprachigen Raum die Theatertradition der  Extravaganza: eine Mischung aus opulenten Spektakeln, Formen und  Dramaturgien, die von Varieté-Revuen bis zu Drag-Performances und  Tanzveranstaltungen reichen, oft mit ausgesprochen satirischem Unterton.  Für die Eröffnungsveranstaltung – eine Ausstellung für einen einzigen  Abend, bestehend aus Performances und performativen Installationen –  wurden eine Reihe unterschiedlicher Künstler*innen eingeladen, ihre  neusten Arbeiten zu präsentieren. Diese Veranstaltung nimmt das gesamte  Foyer des Congress Graz ein und zieht anschließend für zwei besonders  spezielle Performances in den prachtvollen Stefaniensaal um.
 Die künstlerischen Projekte, die hier gezeigt werden, drehen sich um  Vorstellungen von Genuss und Vergnügen. Sie eignen sich kritisch  Elemente aus dem Dienstleistungssektor an und sorgen für zahlreiche  Überraschungen. Eine der kuratorischen Inspirationen zu dieser  Veranstaltung war das Phänomen der Maskenbälle, das laut dem  Kulturhistoriker William M. Johnston zu Beginn des 20. Jahrhunderts in  Österreich für die Herstellung einer Einheit der sozialen Klassen eine  ähnliche Rolle spielte wie die Operette zur damaligen Zeit. Maskenbälle  und Operetten förderten, so Johnston, das Zusammenleben auf der  Grundlage einer gemeinsamen Vorliebe für den Ästhetizismus und erzeugten  dabei einen gesellschaftlichen und politischen Konsens, der auf Genuss  und Hedonismus beruhte und bei dem „die Kunst die Politik in einer Art  und Weise [stützte], von der Wagner nur hatte träumen können.

www.steirischerherbst.at

Aenne Biermann|Ficus elastica, 1926-28|Silbergelatine-Abzug, 46,7 x 35 cm, Foto: Sibylle Forster|Stiftung Ann und Jürgen Wilde|Pinakothek der Moderne, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München

Aenne Biermann.

Vertrautheit mit den Dingen

12.07.–13.10.2019 Pinakothek der Moderne

Für die Autodidaktin Aenne Biermann (1898 – 1933) war die Kamera ein Mittel sich den Dingen und Situationen ihrer Lebensumwelt anzunähern. Ab Mitte der 1920er-Jahre  gewann sie mit ihren Fotografien alltäglichen Erfahrungen und Begebenheiten unbekannte und unerwartete Ansichten ab. Obwohl Aenne Biermann relativ isoliert von den Entwicklungen der Avantgarden in den Großstädten aktiv war, wurden ihre Werke ab 1929 in allen bedeutenden Ausstellungen zur modernen Fotografie umfangreich präsentiert. Das in nur wenigen Jahren entstandene Werk – Aenne Biermann verstarb aufgrund einer Krankheit schon 1933 –  zählt heute zu den Hauptwerken der Fotografie des Neuen Sehens und der Neuen Sachlichkeit. Die Ausstellung umfasst etwa 100 originale Fotografien aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde, die eine der umfangreichsten Sammlungen zu Aenne Biermann beherbergt. Einige ergänzend ausgewählte Werke aus öffentlichen und privaten Sammlungen sowie Dokumente und Archivalien illustrieren Werk und Werdegang der Künstlerin.

Eine Kooperation mit dem Museum Folkwang Essen

www.pinakothek.de

© Peter Kogler




Connected. Peter Kogler with …

George Antheil with Friedrich Kiesler with Hedy Lamarr with Fernand Léger with museum in progress with Otto Neurath with Charlotte Perriand with Franz Pomassl with Winfried Ritsch with Franz West …

28.06.–20.10.2019 Kunsthaus Graz

Seit den 1920er-Jahren schafften Künstler/innen wie die Architektin und Aktivistin Charlotte Perriand, der Maler und Filmemacher Fernand Léger und der Musiker George Antheil eine das Jahrhundert prägende Vision einer künstlerischen und gesellschaftlichen Synthese, in der die Kunst zum Instrument der gesellschaftlichen Gestaltung und des Fortschritts wird.
Die Ausstellung bringt die Werke des Aufbruchs des Jahrunderts nun mit zeitgenösisschen Arbeiten zusammen. Ikonische Leihgaben und Archivmaterialien von Léger und Perriand bilden gemeinsam mit den Kompositionen von George Antheil und Franz Pomassl in einer neuen, immersiven Arbeit Koglers einen erfahrbaren Kosmos eines programmierten Bildraums. Im Zentrum der Ausstellung steht die Reflexion des wegweisenden und revolutionären Ballet mécanique von Fernand Léger und George Antheil. Das bis heute nachhallende Werk, das als erste surrealistisch-dadaistisch geplante Verbindung zwischen Filmmontage und mechanisierter Musik zwischen den Künstlern Fernand Léger als Bildkompositeur, Dudley Murphy als Kameramann und George Antheil als Komponist Anfang der 1920er-Jahre geplant war, wollte in den Worten von Antheil „dem (heutigen) Zeitalter sowohl die Schönheit wie auch die Gefahr seiner unbewussten mechanischen Philosophie und Ästhetik klarmachen.“

www.museum-joanneum.at

Nora Schultz|Stative auf der Flucht / The Tripod’s escape|Installationsansicht Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin, 2013

Nora Schultz

would you say this is the day?

27.06.–01.09.2019 Secession

Die deutsche Konzeptkünstlerin Nora Schultz entwirft raumgreifende Installationen und skulpturale Soundarbeiten. Performance und Video zählen ebenso zu ihrer künstlerischen Praxis und ergänzen sich mit den Skulpturen innerhalb der Installationen. Selbstgebaute, improvisierte Druckmaschinen bildeten oft den Ausgangspunkt für und Kern von skulpturalen und performativen Interventionen. Ihr Interesse galt dabei der Bedeutung maschineller Bildproduktion, ihrer Eigendynamik und der sich demgegenüber ändernden Position der Künstlerin/Autorin. In jüngster Zeit verwendet sie oft unterschiedliche Kameras (GoPro, Videodrohne etc.) als maschinelle, nur bedingt kontrollierbare “Co-Produzenten” in ihrem Prozess. Alltagsgegenstände, Sprache, Aufzeichnungssysteme und kulturelle Verschiebungen spielen in Schultz’ Arbeit ebenso eine Rolle wie die Beobachtung und kritische Involvierung des Ausstellungsraumes und der Künstlerin selbst als Produzentin der Arbeit. In performativen Interaktionen entwickelt sie oft große Installationen, die die Strukturen des Raums mit einbeziehen, ihn komplett vereinnahmen und manchmal über seine Grenzen hinausragen. Gestaltungsprozesse, Handlungen, die ursächlich mit den verwendeten Materialien verbunden sind, und die Setzung von Objekten und Aktionen zueinander verleihen ihren künstlerischen Interventionen eine gewisse Spannung.

www.secession.at

Rosalind Nashashibi|Strong Girl, 2018

Rosalind Nashashibi

DEEP REDDER

27.06.–01.09.2019 Secession

Rosalind Nashashibi verzichtet in ihren Filmen auf stringente Erzählungen. Stattdessen inszeniert sie Szenen und Momente aus dem alltäglichen Leben in filmischen Collagen zu oft enigmatischen wie gleichermaßen poetischen Bildern. In der Parallelität unterschiedlicher Handlungsstränge manifestiert sich ihr Interesse an vielschichtigen Realitätsebenen und sozialen Organisationsformen von der Familie bis zum Staat. Grenzen, aber auch räumlich beengte Orte, wie beispielsweise ein Schiff oder ein abgeschiedenes Haus im Dschungel, dienen als Schauplätze ihrer Handlungen. Anhand dieser Handlungen – teilweise sind sie konstruiert und vorgegeben, teilweise erscheinen sie dokumentarisch – beobachtet sie die psychologischen Strukturen von Kontrolle und Zwängen in zwischenmenschlicher Beziehungen. Nashashibi hatte sich schon während ihres Malereistudiums dem Film zugewandt. Da sie die besonderen Qualitäten analogen Filmmaterials und klassischer filmischer Konventionen wie Montage, Schnitt und Kameraführung schätzt, dreht sie ihre Filme meist auf 16mm-Film. Die seit einigen Jahren zu den Filmen entstehenden Gemälde ermöglichen der Künstlerin in einer Unmittelbarkeit und Direktheit auch andere Aspekte herauszuarbeiten, als es das konzeptuelle und kontrollierte filmische Arbeiten erlaubt.

www.secession.at

Fiona Connor|What you bring with you to work, 2010|Australian Centre of Contemporary Art

Fiona Connor

#8, Closed for Installation, Sequence of Events

27.06.–01.09.2019 Secession

Die neuseeländische Künstlerin Fiona Connor reproduziert in ihren skulpturalen Installationen alltägliche Gegenstände und Strukturen. Durch ihre Nachbildungen von Pinnwänden, Trinkbrunnen, Outdoor-Möbeln oder Türen macht sie nicht nur auf diese oft übersehenen Formen aufmerksam, sondern zeichnet auch Geschichten und Mikroökonomien von Gemeinschaften nach. Zahlreiche ihrer Arbeiten entstehen dabei als Reaktion auf die Infrastruktur der Orte und Umgebungen, an denen sie ausgestellt sind, und enthüllen dadurch auch die architektonischen Mechanismen, die unsere Interaktionen mit Kunst beeinflussen.

www.secession.at

SESC 24 de Maio|São Paulo © Ciro Miguel, 2017

Zugang für Alle: Sáo Paulos soziale Infrastrukturen

13.06.–08.09.2019 Pinakothek der Moderne|Architekturmuseum der TU München

Wie viele Megastädte steht auch São Paulo mit derzeit über 20 Millionen Einwohnern in seinem Stadtgebiet vor komplexen Problemen für die Zukunft: extremer Verkehr, Luftverschmutzung, Wasserversorgung, informelle Siedlungen… Gleichzeitig werden in der Stadt schon seit Jahrzehnten Infrastrukturen geplant und gebaut, die darauf abzielen, faire und inklusive Orte für die urbane Gesellschaft zu schaffen. Die Ausstellung präsentiert diese Bauten und Projekte und zeigt ihre Chancen und Potenziale. Die ausgewählten Beispiele reichen von einer Überdachung in einem öffentlichen Park bis hin zu großen multifunktionalen Gebäuden und sie sind von den 1960-er Jahren bis in die Gegenwart gebaut worden. Sie schaffen Angebote, die von Sport über Kultur, Fortbildung und Gesundheit bis zu Gastronomie reichen und haben als gemeinsamen Nenner die Fähigkeit, weit über ihre funktionalen Aufgaben hinaus Orte des Miteinanders zu schaffen.

www.pinakothek.de

Marina Apollonio|Dinamica Circolare 4S|1968 © Marina Apollonio

Vertigo.

Op Art und eine Geschichte des Schwindels 1520  –1970

25.05.– 26.10.2019 mumok

Unter den Kunstströmungen der 1950er- und 1960er-Jahre wurde der Op Art bislang die geringste Aufmerksamkeit zuteil. Häufig hat man sie als zu spektakulär und oberflächlich deklassiert. Zu Unrecht, denn diese Kunst schärft das Bewusstsein für die Ambivalenz der Erscheinungen und verdeutlicht die Unmöglichkeit, „die Wirklichkeit“ zu erfassen. Unter dem Titel Vertigo präsentiert das mumok ein Vexierspiel der Sinne, das von Tafelbildern, Reliefs und Objekten über installative Arbeiten und Erfahrungsräume bis hin zu Film und computergenerierter Kunst ein breites Spektrum umfasst.
Werke der Op Art richten sich keineswegs nur an den Sehsinn. Mit ihren heftigen Effekten und optischen Täuschungen vermitteln sie Erfahrungen, die zu einer sensorischen Überforderung führt. Diese affiziert schließlich den gesamten Körper. Mit all dem ist die Op Art dem Prinzip des Anti-Klassischen verpflichtet. In diesem Sinne werden in der Ausstellung Bezüge zu Beispielen anti-klassischer Kunst des 16. bis 18. Jahrhunderts sowie zu Vorläuferpositionen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hergestellt, die ebenfalls mit vibrierenden Mustern, pulsierenden, flüchtigen Nachbildern, paradoxen Raumillusionen und anderen Methoden optischer Täuschung operieren.

www.mumok.at

Karikatur von Paul Peter Porges|Inv. Nr. 27421|Tuschezeichnung

Lily Renée, Bil Spira und Paul Peter Porges

Die drei mit dem Stift.

08.05.–17.11.2019 Jüdisches Museum Wien

Lily Renée, Bil Spira und Paul Peter Porges haben einiges gemeinsam. Sie wurden in Wien geboren, als junge Menschen nach dem „Anschluss“ 1938 aus ihrer Heimatstadt vertrieben und schafften es, sich in der Emigration zu anerkannten KünstlerInnen zu entwickeln. Lily Renée (geboren 1921) zeichnete in den USA Superheldinnen-Comics und gestaltete Kinderbücher. Bil Spira (1913–1999) war Porträtist, Karikaturist – und ein begnadeter Fälscher, der vielen von den Nazis Verfolgten den Weg in die Freiheit ermöglichte. Paul Peter Porges (1927–2016) gelang der Sprung auf die große Bühne für Cartoonisten: dem New Yorker und Mad Magazine.
Diese drei Zeichner haben Erstaunliches zu Papier gebracht – enthüllende Karikaturen und liebevolle Porträts, Satiren auf die Gesellschaft, Comics und Dokumente des Schreckens. Aus Wien stammend, mussten und konnten sie sich anderswo behaupten. Während der Flucht bzw. Gefangenschaft und danach setzten sie ihre Fähigkeiten auch als künstlerische Waffen ein. Mit Feder, Bleistift und Pinsel, vor allem mit Witz und Courage, zeigten sie auf, was ist und was anders sein soll, was der Lächerlichkeit preiszugeben ist und was nicht vergessen werden darf.

www.jmw.at

Raoul De Keyser|To Walk, 2012|Oil, gesso and wasco on canvas on wood, 28.2 x 21.2 cm|Private collection © Family Raoul De Keyser|SABAM Belgium 2018|Photo: Jens Ziee

RAOUL DE KEYSER – ŒUVRE

05.04.–08.09.2019 Pinakothek der Moderne

Die Ausstellung des belgischen Malers Raoul De Keyser (1930-2012) führt über 100, zum Teil selten oder noch nie gezeigte Gemälde aus allen Phasen seines Schaffens zusammen. Die Werke stammen aus dem Nachlass des Künstlers sowie aus rund 40 öffentlichen und privaten Kunstsammlungen in Europa, China, Japan und den USA. Die Retrospektive in der Pinakothek der Moderne ist die erste Museumsausstellung in Deutschland seit dem Tod des Künstlers im Jahr 2012. Die Leichtigkeit, mit der sich Raoul De Keyser immer wieder über die Konventionen der Kunstgeschichte hinwegsetzt, ist auch ein Grund, weshalb er als ein „Painter‘s Painter“ („Maler-Maler“) geschätzt wird, der nachfolgende Künstlergenerationen bis heute inspiriert.

www.pinakothek.de

Ausstellungsansicht Pattern and Decoration. Ornament als Versprechen| Tina Girouard, Walls Wallpaper III (1974), Maintenance III: Sewing, Washing, Wringing, Rinsing and Folding Solomon’s Lot (1973) Air Space Stage I, II (1972/2019)|Robert Zakanitch, Tea Party (1979) Photo: Stephan Wyckoff

Pattern and Decoration.

Ornament als Versprechen

23.02.–08.09.2019 mumok

Ornament als Versprechen. So könnte das Motto der US-amerikanischen Bewegung Pattern and Decoration lauten, die sich Mitte der 1970er-Jahre formierte. In Abwandlung der bekannten Maxime von Adolf Loos – „Ornament und Verbrechen“ – führt die Ausstellung die reichen Bestände des Sammlerpaares Peter und Irene Ludwig zur größten Präsentation von Pattern and Decoration im deutschsprachigen Raum seit den 1980er-Jahren zusammen. Mit orientalisch anmutenden Mosaiken, monumentalen Textilcollagen, Malereien, Installationen und Performances verfolgten feministisch engagierte Künstler_innen wie Miriam Schapiro, Joyce Kozloff, Valerie Jaudon oder Robert Kushner in den 1970er-Jahren das Ziel, Farbe, Formenvielfalt und Emotion in die Kunst zurückzuholen. Das Dekorative und ihm nahe kunsthandwerkliche Techniken spielten dabei eine große Rolle: Unterschiedliche ornamentale Traditionen – von der islamischen über die nordamerikanisch-indianische bis zur Art déco – fanden Eingang in die Werke und öffneten den Blick über den geografischen und historischen Tellerrand hinaus. Die Nähe zu Folklore und Kitsch wurde dabei nicht nur in Kauf genommen, sondern als Gegenentwurf zum „Purismus“ der Kunst der 1960er-Jahre ausdrücklich gesucht.

www.mumok.at

Bureau Mirko Borsche, 2018

Friedrich von Borries

Politics of Design, Design of Politics

30.11.–29.09.2019 Pinakothek der Moderne

Friedrich von Borries. Politics of Design, Design of Politics ist der programmatische Titel der Ausstellung von Friedrich von Borries, die von November 2018 bis September 2019 in der Paternoster-Halle und der ständigen Sammlung gezeigt wird. In einer Reihe von Interaktionen und Interventionen in der Sammlung zeigt der Architekt und Designtheoretiker auf, inwieweit Design ein politisches Moment in sich trägt. Denn Designobjekte sind immer auch in einem politischen Zusammenhang entstanden und vielfach auch aus einer gesellschaftspolitischen Intention heraus entwickelt worden. Diesen „Politics of Design“ wird das „Design of Politics“ gegenübergestellt, ein Projekt, dass die Möglichkeiten der Gestaltung und Veränderung von Politik durch Design untersucht. Welchen Beitrag kann das Design für die soziale und kulturelle Entwicklung einer Gesellschaft leisten? Ergänzt werden beide Teile durch eine subjektive Reflexion des bisherigen Werkes von Friedrich von Borries.

www.pinakothek.de

Ozan Mermer © 2016

Kunstvermittlungsprojekt YES, WE’RE OPEN!

Das interkulturelle Vermittlungsprojekt der Pinakothek der Moderne

Die Welt, in der wir leben, hat sich stark verändert. Flucht und Migration, kulturelle Vielfalt bei gleichzeitiger Radikalisierung, Integration, Globalisierung und Entwurzelung berühren unsere Gesellschaft. Nicht nur in Politik und Wirtschaft, auch in der Kultur findet ein Umdenken statt. Das Museum definiert seine Aufgaben neu. Mit Projekten, die eine Begegnungsplattform für Geflüchtete und Menschen aus Bayern anbieten, reagiert es auf die gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Eine neue Perspektive für Europa muss den politischen, den ökonomischen und den kulturellen Blick miteinander in Beziehung setzen.

PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne E.V.

www.pin-freunde.de

JMW_Postkarte_final.indd

Praterstraße 23, 1902–1908|Internationale Hygiene-Ausstellung, Dresden 1911. Weitere Adressen: Rathausstraße 13, 1895 –1902; Krugerstraße 8, 1902–1903 aus: The Shabbat Room, 2013

The Shabbat Room.

Eine Rauminstallation von Maya Zack

Jüdisches Museum Wien

Die permanente Rauminstallation The Shabbat Room von Maya Zack verbindet das erste Jüdische Museum Wiens mit dem heutigen. Die 1976 in Israel geborene Künstlerin rückt mittels künstlerischer Recherche die sogenannte Gute Stube des um 1900 berühmten Malers Isidor Kaufmann wieder ins Bewusstsein. Diese zentrale Museumsinstallation war ein wichtiges Zeugnis von Kaufmanns Suche nach Bildern eines „ursprünglichen“ Judentums bzw. nach dem Background der Wiener Jüdinnen und Juden um 1900. Kaufmann unternahm diese Suche Jahr für Jahr in den nordöstlichen Kronländern. Mit seiner 1899 installierten Guten Stube schenkte er den Wiener Jüdinnen und Juden einen Raum für die Erinnerung an das Familienleben ihrer eigenen Kindheit oder an das ihrer Eltern. Die Installation der Guten Stube wurde 1938 bei der gewaltsamen Schließung des ersten Wiener Jüdischen Museums zerstört.

www.jmw.at

(c) Nikolaus Gansterer

THE MEMORY MAP – Eine Topologie des Gedenkens

Jüdisches Museum Wien

Nikolaus Gansterer gestaltete das Original mit Ausschnitten aus faksimilierten Briefen von Überlebenden aus Wien, wobei der Großteil seines Materials aus US-Archiven stammt. Das Jüdische Museum plant, die Schenkung des Vienna Project und des Künstlers Nikolaus Gansterer in die Dauerausstellung „Unsere Stadt! Jüdisches Wien bis heute“ aufzunehmen. Das Exponat wird im zweiten Stock ausgestellt, wo es am Beginn der Ausstellung zu einem Stadtplan in Bezug tritt, der die drei jüdischen Gemeinden Wiens vor 1945 zeigt. In der Memory Map steht die dritte jüdische Gemeinde, ehemals die drittgrößte Europas, im Mittelpunkt, die zwischen 1938 und 1945 vernichtet wurde.

www.jmw.at

Aenne Biermann.

Intimacy with things

12.07.–13.10.2019 Pinakothek der Moderne

For the autodidact Aenne Biermann (1898-1933) the camera was a means of closing in on things and situations in her immediate environment. From the mid 1920s onwards she found great pleasure in capturing unfamiliar and unexpected views of everyday experiences and events in her photographs. Although Aenne Biermann worked in relative isolation with regard to the avant-garde developments in larger cities, comprehensive displays of her work were shown at all major modern photographic exhibitions from 1929 onwards. Her oeuvre, created within just a few years – Aenne Biermann died in 1933 following an illness – is now regarded as one of the most important within the Neues Sehen (New Vision) movement in photography and New Objectivity.

www.pinakothek.de

Connected. Peter Kogler with …

George Antheil with Friedrich Kiesler with Hedy Lamarr with Fernand Léger with museum in progress with Otto Neurath with Charlotte Perriand with Franz Pomassl with Winfried Ritsch with Franz West …

28.06.–20.10.2019 Kunsthaus Graz

From the 1920s on, artists such as the architect and activist Charlotte Perriand, painter and filmmaker Fernand Léger and musician George Antheil created a vision that defined the century, imagining an artistic and social synthesis in which art would become an instrument for shaping society and furthering progress. Works from a period of upheaval and change are now combined with new works for this exhibition. Iconic loans and archive materials by Léger and Perriand join George Antheil and Franz Pomassl’s compositions within a new immersive work by Kogler, together forming the experiential cosmos of a programmed visual space.   Central to the exhibition is the reflection of Fernand Léger and George Antheil’s pioneering and revolutionary Ballet Mécanique. Still resonant today, this work—devised at the beginning of the 1920s by the artists Fernand Léger as visual composer, Dudley Murphy as camera man and George Antheil as composer—was the first Surrealist-Dadaist piece to link film montage and mechanical music. It sought, in Antheil’s words, “to warn the age in which I was living of the simultaneous beauty and danger of its own unconscious mechanistic philosophy, aesthetic.”

www.museum-joanneum.at

Nora Schultz

would you say this is the day?

27.06.–01.09.2019 Secession

The German conceptual artist Nora Schultz creates expansive installations and sculptural sound pieces. Performance art and video are part of her practice as well, and in her installations, these media and her sculptures complement each other. In the past, home-built and improvised printing equipment often constituted the point of departure and nucleus of her sculptural and performative interventions, which probed the significance of the mechanical production of images, its internal dynamics and the artist/author’s changing position vis-à-vis its operation. More recently, she has employed various cameras (GoPro, video drone, etc.) as automated “co-producers” whose contributions to the creative process she cannot fully control. Everyday objects, language, recording systems, and cultural displacements play key roles in Schultz’s art, as do the observation and critical activation of the exhibition space and the artist herself as the work’s producer. In performative interactions, she often develops large installations that involve and take possession of the venue’s structure and sometimes project beyond its confines. Design processes, actions that bear a causal relation to the materials used, and the relative placement and interrelation of objects and performative acts lend her artistic interventions an air of barely restrained energy.

www.secession.at

Rosalind Nashashibi

DEEP REDDER

27.06.–01.09.2019 Secession

Rosalind Nashashibi makes films that eschew cohesive narratives in favor of staged scenes and sequences from everyday life arranged in collages that read as a kind of enigmatic visual poetry. The coexistence of several parallel plot lines serves to articulate her interest in complex layered realities and forms of social organization ranging from the family to the state. Frontiers as well as cramped locations such as a ship or an isolated house in the jungle are the scenes where she sets actions—some are recognizably constructed and scripted, while others feel documentary—that let her observe the psychological structures of control and coercion in interpersonal relationships. Nashashibi, who first turned her hand to filmmaking while in school to study painting, cherishes the distinctive qualities of analog footage and classical conventions of the medium such as montage, editing, and cinematography, and so she usually shoots on 16mm stock. In the past several years, she has also created paintings in conjunction with her films; the immediacy and directness of paint on canvas allow her to bring out aspects that tend to recede into the background in the conceptual and tightly controlled work on film.

www.secession.at 

Fiona Connor

#8, Closed for Installation, Sequence of Events

27.06.–01.09.2019 Secession

The New Zealand-born artist Fiona Connor creates sculptural installations where she replicates the props and structures of everyday life. Her recreations of noticeboards, drinking fountains, outdoor furniture, and doors not only draw attention to these widely overlooked items and their forms, they also reconstruct the histories and microeconomies of communities. Many of her works respond to the infrastructure of the places and environments where she exhibits them, to disclose the underlying architectural mechanisms that inform our interactions with art.

www.secession.at

Access for All: São Paulo’s Architectural Infrastructures

13.06.–08.09.2019 Pinakothek der Moderne

With more than twenty million inhabitants in its Metropolitan area, São Paulo is a South American megacity with complex problems like extreme traffic, air pollution, water shortage, and informal settlements.  At the same time, the city has invested in architectural infrastructures for decades, creating inclusive places for urban society. The exhibition presents these buildings and projects, showing their possibilities and potentials. The selected examples have been built from the 1960s to the present, and range from a canopy in a public park to large multifunctional buildings. The most ambitious examples have collective programs that include sports, culture, health and gastronomical facilities. What all the selected projects share is their ability to create places of cooperation far beyond their functionality.

www.pinakothek.de

Vertigo

Op Art and a History of Deception 1520–1970

25.05.–26.10.2019 mumok

Of all the art movements of the 1950s and 1960s, op art has hitherto received the least attention. Often it is denigrated as being too spectacular and superficial. This is a misconception—this art sharpens our awareness of the ambiguity of appearances and illustrates the impossibility of grasping “reality.” Under the title Vertigo, mumok presents a deceptive game of the senses, presenting a wide spectrum ranging from panel paintings, reliefs, and objects to installations and experiential spaces, to film and computer-generated art.

www.mumok.at

Three with a Pen:

Lily Renée, Bil Spira, and Paul Peter Porges

 08.05.–17.11.2019 Jewish Museum Vienna

The three artists in “Three with a Pen” shared the same fate. They all grew up as Jewish children in Vienna, had to leave their home after the “Anschluss,” the annexation of Austria to Nazi Germany, and became successful elsewhere. They used their pens as tools for survival but also as sometimes trenchant weapons.

www.jmw.at

RAOUL DE KEYSER – ŒUVRE

05.04.–08.09.2019 Pinakothek der Moderne

The exhibition of works by the Belgian painter Raoul De Keyser (1930–2012) unites more than 100 paintings from all phases of his career, some of which have seldom or never been shown before. The exhibits are from the artist’s estate as well as around forty public and private art collections in Europe, China, Japan and the USA. The retrospective at the Pinakothek der Moderne is the first museum exhibition in Germany since the artist’s death in 2012. The ease with which Raoul De Keyser frequently defies the conventions of art history is one of the reasons he is so highly esteemed as a ‘painters’ painter’ who continues to inspire following generations of artists to this day.

www.pinakothek.de

Pattern and Decoration

Ornament as Promise

23.02.–08.09.2019 mumok

Ornament as promise. This could have been a motto for the Pattern and Decoration movement, formed in the mid-1970s in the USA. In this exhibition, with its reference to Adolf Loos’s assertion concerning “ornament and crime,” mumok presents the rich collection of works from this movement of Peter and Irene Ludwig, in the largest presentation of Pattern and Decoration in German-speaking Europe since the 1980s. With oriental-style mosaics, monumental textile collages, paintings, installations, and performances, in the 1970s committed feminist artists like Miriam Schapiro, Joyce Kozloff, Valerie Jaudon, and Robert Kushner aimed to bring color, formal diversity, and emotion back into art. Decoration played a key role, as did the techniques of artisanship associated with it. Various ornamental traditions, from the Islamic world to North American Indians to art deco, were incorporated in their works, opening up a view beyond geographical and historical boundaries. A proximity to folk art was sought as a deliberate counter to the “purism” of the art of the 1960s.

www.mumok.at

Friedrich von Borries. Politics of Design, Design of Politics

30.11.–29.09.2019 Pinakothek der Moderne

„Friedrich von Borries. Politics of Design, Design of Politics“ is the programmatic title of the exhibition by Friedrich von Borries. In a series of interactions with and interventions in the Collection, architect and design theorist von Borries sets out to demonstrate the extent to which there is an intrinsically political side to design and how design can shape and change politics. How can design contribute to society’s social and cultural development? The presentation will be complemented by a subjective reflection on Friedrich von Borries’ own output to date and interactive platforms for the museum visitors.

www.pinakothek.de

The Shabbat Room. An installation by Maya Zack

Jewish Museum Vienna

The permanent installation The Shabbat Room by Maya Zack, born in Israel in 1976, offers a link between the first Jewish Museum and the present one. Through her artistic research, she revives the early twentieth-century Gute Stube by the artist Isidor Kaufmann. This installation, which was central to the museum, was the fruit of Kaufmann’s search for a more authentic Judaism and was intended to remind the Jews of the time of their origins. It took the artist from Vienna to the north-eastern crown lands. The installation offered the Jews of Vienna a place where they could reflect on family life during their own childhood or that of their parents. It was destroyed in 1938 when the first Jewish Museum was shut down.

www.jmw.at

THE MEMORY MAP – A Topology of Remembrance

Jewish Museum Vienna

Nikolaus Gansterer designed the original using cut-out extracts from scanned letters of survivors from Vienna, most of which were in US archives. This donation by The Memory Project and the artist Nikolaus Gansterer will be incorporated in the Jewish Museum Vienna permanent exhibition “Our City! Then to Now”. It links up with the city map at the start of the exhibition on the second floor, which shows the three Jewish communities of Vienna before 1945. Memory Map focuses in particular on the third Jewish community, the third-largest in Europe, which was destroyed between 1938 and 1945.

www.jmw.at

La Strada 2019

© Johannes Bellinkx La Strada 2019 26.07.–03.08.2019 Graz Die kinetische Energie der Stadt. Die Bewegung des menschlichen Körpers in Beziehung zum Umraum bildet ein zentrales Element vieler Produktionen im Programm von La Strada 2019. Viele Künstler gehen dabei an die physischen und physikalischen Grenzen und fordern auch das Publikum auf, sich neuen Herausforderungen der Wahrnehmung…

My Summer is your Winter

… Krõõt Juurak und Alex Bailey, Performances for Pets | Foto: Erich Malter. Bildcourtesy figuren.theater.festival. und die Künstler…   My Summer is your Winter Summer at Grazer Kunstverein 24.06.–01.08.2019 Grazer Kunstverein Diesen Sommer präsentiert der Grazer Kunstverein ein Jahreszeitenprogramm aus Performances, bildender Kunst, Bewegtbild, Sound, Text und Workshops, welches Fiktion als Methode oder Werkzeug auslotet. Und dabei…

My Summer is your Winter

Krõõt Juurak und Alex Bailey, Performances for Pets | Foto: Erich Malter. Bildcourtesy figuren.theater.festival. und die Künstler…   My Summer is your Winter Summer at Grazer Kunstverein 24.06.–01.08.2019 Grazer Kunstverein Diesen Sommer präsentiert der Grazer Kunstverein ein Jahreszeitenprogramm aus Performances, bildender Kunst, Bewegtbild, Sound, Text und Workshops, welches Fiktion als Methode oder Werkzeug auslotet. Und dabei der…

Vertigo. Op Art und eine Geschichte des Schwindels 1520  –1970

.   Marina Apollonio | Dinamica Circolare 4S | 1968 © Marina Apollonio   Vertigo. Op Art und eine Geschichte des Schwindels 1520  –1970 25.05.– 26.10.2019 mumok Unter den Kunstströmungen der 1950er- und 1960er-Jahre wurde der Op Art bislang die geringste Aufmerksamkeit zuteil. Häufig hat man sie als zu spektakulär und oberflächlich deklassiert. Zu Unrecht, denn diese Kunst…

Die drei mit dem Stift.

Karikatur von Paul Peter Porges | Inv. Nr. 27421 | Tuschezeichnung (21,5 x 28,7) . Die drei mit dem Stift. Lily Renée, Bil Spira und Paul Peter Porges 08.05.– 17.11.2019 Jüdisches Museum Wien Lily Renée, Bil Spira und Paul Peter Porges haben einiges gemeinsam. Sie wurden in Wien geboren, als junge Menschen nach dem „Anschluss“…

Peter Doig

…. © Peter Doig   Peter Doig 12.04.–16.06.2019 Secession Peter Doig malt gegenständliche Bilder, als wären sie abstrakt. Seine Kompositionen bestechen durch flächige Formen, eine ebenso intensive wie nuancierte Farbigkeit und die Präsenz des malerischen Duktus. Oft zeigen die Gemälde Landschaften – spiegelnde Teichoberflächen, schemenhafte Figuren im Schnee oder dicht tropische Wälder. Die Szenen erscheinen…

Peter Doig

© Peter Doig   Peter Doig Eröffnung 11.04.2019 Secession Peter Doig malt gegenständliche Bilder, als wären sie abstrakt. Seine Kompositionen bestechen durch flächige Formen, eine ebenso intensive wie nuancierte Farbigkeit und die Präsenz des malerischen Duktus. Oft zeigen die Gemälde Landschaften – spiegelnde Teichoberflächen, schemenhafte Figuren im Schnee oder dicht tropische Wälder. Die Szenen erscheinen…

Mark Rothko

Mark Rothko, Self-Portrait, 1936 © 1998 Kate Rothko Prizel and Christopher Rothko/Bildrecht Wien, 2019 . Mark Rothko 12.03.–30.07.2019 Kunsthistorisches Museum Wien Zum ersten Mal in Österreich präsentiert das Kunsthistorische Museum eine Ausstellung des großen amerikanischen Künstlers Mark Rothko. Gemeinsam mit seinen Zeitgenossen Jackson Pollock, Barnett Newman und Willem de Kooning wurde er zu einem der…

Diagonale | Festival des österreichischen Films

Johann Lurf | Diagonale’19 Festivaltrailer | Nationalismus ist Gift für die Gesellschaft.   Diagonale | Festival des österreichischen Films 19.03.–24.03.2019 Graz Die Diagonale – Festival des österreichischen Films versteht sich als Forum für die Präsentation und Diskussion österreichischer Filmproduktionen. Ziel und Aufgabe der Diagonale ist die differenzierte, vielschichtige und kritische Auseinandersetzung mit dem heimischen Kino…