Anne Hardy

Anne Hardy, Incidence, 2009 © Angus Mill

Anne Hardy (UK)

Secession
21/10 – 15/11/2012

Die britische Künstlerin Anne Hardy konstruiert lebensgroße, detailreiche Kulissen, für die sie zumeist Fundstücke von der Straße und aus Second-Hand-Läden arrangiert. Das Ergebnis dieser Arbeits-prozesse ist jeweils ein einziges Foto, werden doch die Installationen anschließend wieder demontiert. In ihrer ersten Einzelausstellung in Österreich zeigt Anne Hardy in der Secession zwölf Fotografien aus den letzten fünf Jahren, darunter sechs neue Arbeiten.

Die fotografischen Bilder thematisieren Fragestellungen der Illusion und der Imagination, mithilfe derer BetrachterInnen eine Beziehung zur Welt herstellen. Während in älteren Arbeiten wie Cipher (2007) die Illusion von Räumlichkeit häufig durch bühnenbildartige, abgeschlossene Räume dargestellt wird, erzeugen Arbeiten wie Rift (2011) oder Rehearsal (2010) die räumliche Struktur durch den Einsatz von Spiegeln. Die Spiegel betonen den frontalen Blick während sie zugleich Teile des Raums zeigen, die der Kamera sonst verborgen blieben. Zeichnungen und gemalte Kulissen verleihen diesen Bildern eine weitere illusionistische Ebene. In Script (2012) und The Method / THE DETAILS (2012) geht Anne Hardy hinsichtlich der Schaffung eines Illusionsraums noch einen Schritt weiter. Diese Bilder zeigen Oberflächen, deren Flachheit das bestimmende Merkmal ist, wo jedoch Wörter und handgeschriebene Notizen mehrere Bedeutungsebenen hinzufügen, die gelesen und interpretiert werden wollen.

www.secession.at

 

 

Joseph Beuys, Unbetitelt, 1958 / Hasenblut, Eisenchlorid, Fett, Bleistift © VG Bild-Kunst, Bonn 2012

 

R/EVOLUTION AUF PAPIER

Zeichnungen aus fünf Jahrhunderten − Die Sammlung Klüser

Pinakothek der Moderne
18/10- 20/01/2013

Über mehr als 40 Jahre haben Bernd und Verena Klüser einen Bestand an Zeichnungen, Aquarellen, Holzschnitten und Collagen von Joseph Beuys (1921-1986) in einer Sammlung zusammen getragen, die in ihrer Dichte und Vielfalt weltweit als einzigartig bezeichnet werden kann. Viele der Blätter wurden seit den 1970er Jahren direkt beim Künstler erworben, zu dem die passionierten Münchner Sammler und Galeristen engen Kontakt pflegten. Beuys, der für seine eigene Arbeit jede Art von Notationen auf Papier als Zeichnung definierte, seien es Gesprächserläuterungen, Formeln für politische, physiologische und natur-mythische Zusammenhänge, oder traditionelle graphische Ausdrucksformen, verstand dieses Medium als weitreichendes Experimentierfeld für seine Ideen. Der Ausstellung von rund 150 Werken aus der Sammlung Klüser in der Pinakothek der Moderne ist demzufolge das Ziel übergeordnet, im Kontext der Arbeiten auf Papier den „ganzen“ Beuys zu erfassen. Die unmittelbare Nachbarschaft der Ausstellung zu den Werken von Richard Tuttle und John Cage ermöglicht dem Besucher zudem den Vergleich des unterschiedlichen Umgangs der drei Künstler mit dem Medium Zeichnung.

www.pinakothek.de

 

 

Floor, 2011 © Hilary Lloyd / Courtesy Sadie Coles HQ, London

 

Janice Kerbel (DE) / Hilary Lloyd (GB) / Silke Otto-Knapp (D)

Kölnischer Kunstverein
03/11 –  06/01/2013

Janice Kerbel, Hilary Lloyd und Silke Otto-Knapp sind drei Künstlerinnen, deren jeweiliges Werk in den letzten Jahren erheblich an internationaler Beachtung gewonnen hat. Die britische Künstlerin Hilary Lloyd (*1964) wurde für den Turner Prize 2011 nominiert und zeigte dieses Jahr eine Einzelausstellung im Museum für Gegenwartskunst Basel. Die Kanadierin Janice Kerbel (*1969) präsentierte ihre Werke zuletzt mit Einzelausstellungen u.a. in der Chisenhale Gallery (London) und im Art Now-Programm der Tate Britain. Die in Niedersachsen geborene Künstlerin Silke Otto-Knapp (*1970) stellte in den letzten Jahren u.a. im Berkeley Art Museum (Kalifornien) oder bei greengrassi (London) aus.

Die drei Künstlerinnen werden ihre unterschiedlichen Arbeiten in einer gemeinsam gestalteten Installation miteinander in Bezug setzen und dabei malerische, filmische und konzeptuelle Verfahren zusammenführen. Ein wiederkehrendes Motiv der Ausstellung wird dabei die Auseinandersetzung mit der Beziehung sein, die zwischen den inhaltlichen Referenzen künstlerischer Produktion und den dramaturgischen sowie stilistischen Mitteln ihrer Inszenierung besteht. Es ist charakteristisch für Janice Kerbel, Hilary Lloyd und
Silke Otto-Knapp, dass ihre Werke einen forschenden, erprobenden Zugang gegenüber dem eigenen bildnerischen Material und dessen Dispositionen einnehmen, und diesen zugleich mit einer besonders starken Behauptung und Hinterfragung des Visuellen koppeln. Visualität erscheint in den drei Praktiken als ein assoziatives und emotionales Instrumentarium, das — vielleicht aufgrund seiner besonderen Ambivalenzen und Interpretationsspielräume — zum Umgang mit verschiedenen kulturellen Lebens- und Wissensbereichen besonders geeignet ist.

www.koelnischerkunstverein.net

 

 

Dan Flavin an artificial barrier of blue, red and blue fluorescent light (to Flavin Starbuck Judd), 1968 © Stephen Flavin/VBK Wien, 2012

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Dan Flavin (US)

Lights

mumok
13/10 – 03/02/2013

Der US-amerikanische Künstler Dan Flavin (1933–1996) hat seit den frühen 1960er-Jahren mit handelsüblichen Leuchtstoffröhren in genormten Dimensionen und Farben ein unverwechselbares Œuvre geschaffen. Präzision und Kalkül verbinden sich darin mit sinnlicher Ausstrahlung. Die Wahl der Röhren als Arbeitsmittel signalisiert die Annäherung der Kunst an die Alltags- und Konsumwelt. Ihre Präsentationsweisen folgen den Prinzipien minimalistischer Nüchternheit. Schon die frühe Serie der icons verdeutlicht die Entwicklung vom bild- zum lichtbezogenen Werk und die damit einhergehende Überwindung traditioneller Kunstgattungen und Werkformen. Durch das Anbringen von Leuchtstoffröhren an neuralgischen Stellen des Raumes tilgt Flavin die letzten Reste gängiger Bildvorstellungen: Mit the diagonal of May 25, 1963 (to Constantin Brancusi), 1963, wird erstmals und kompromisslos eine einzelne Röhre zum Mittel luminarer Selbstinszenierung. Ohne jegliches Beiwerk entfaltet sie eine Leuchtkraft, die die üblichen Grenzziehungen zwischen Werk, Raum und BetrachterIn ebenso außer Kraft setzt wie die Trennlinie zwischen rationaler Form und poetischer Erscheinung. Einen Höhepunkt raumbezogener Lichtkunst in der Ausstellung bilden die sogenannten European Couples, deren Röhrenquadrate die Raumecken überblenden und die BetrachterInnen in imaginäre, ineinander verschwimmende Farbräume tauchen lassen. Gemeinsam mit den Lichtarbeiten werden Zeichnungen gezeigt, die zum einen den Prozess der Werkplanung verdeutlichen und zum anderen Flavins bildnerische Sensitivität bezeugen.

www.mumok.at

 

 

 

Cittadellarte (I)

Teilen und verändern

Kunsthaus Graz
29/09 – 03/02/2013

Teilhabe steht im gesamten künstlerischen Werk von Michelangelo Pistoletto, dem großen Vertreter der Arte Povera, im Zentrum – mit der von ihm ins Leben gerufenen Arbeits- und Forschungsgemeinschaft Cittadellarte hat er seinen Überlegungen eine neue Dimension gegeben: ein offenes Netzwerk, das Arbeit, Erziehung, Kommunikation, Kunst, Nahrung, Politik, Spiritualität und Wirtschaft zwar unterteilt, aber dabei gleichzeitig die Produktion und gemeinschaftliche Inspiration ohne rigide Spartentrennung in den Vordergrund stellt. Wie funktionieren künstlerische Eingriffe in weltweite Realitäten und welche Kraft hat das Kollektiv?
„Teilen und verändern“ bringt sehr verschiedene, gesellschaftlich aktive Künstlergruppen in einer organisch verbundenen, urbanen Struktur zusammen, in der künstlerische Partizipation zum Ausgangspunkt einer Untersuchung demokratisch gelebter Zivilgesellschaft wird und die sich bis in den realen Raum der Stadt erstreckt.

www.museum-joanneum.at

 

 

© Norbert Miguletz

Intoleranz / Normalität

Grazer Kunstverein
29/09 – 24/11

Mo – So 10.30 – 18.00

Rechtsextreme und populistische Politik ist auf dem Vormarsch und mit ihr neue Formen der Intoleranz. Begriffe wie Gutmensch und Politische Korrektheit werden benutzt, um Menschen zu diffamieren, die sich um das Ideal einer offenen Gesellschaft sorgen, während rechtsextreme Parteien überall in Europa salonfähig werden. Doch für die meisten Menschen scheint das kein sonderlicher Anlass zur Besorgnis zu sein – es ist halt so, ist normal, wird zur Normalität.
Ist der Erfolg von Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ normal? Ist die alltägliche Islamophobie in Europa normal? Oder die Tatsache, dass sich der norwegische Massenmörder Anders Breivik in seinem Manifest auf zahlreiche Zitate namhafter Politiker, Journalisten, Theoretiker berufen kann? Was bedeutet es also, wenn das, was als normal erachtet wird, zugleich eine Bedrohung darstellt?
„Intoleranz / Normalität“ lädt Künstlerinnen und Künstler ein, Fallstudien durchzuführen, die sich mit der zunehmenden Normalisierung dieser Atmosphäre öffentlicher Intoleranz auseinandersetzen.

www.grazerkunstverein.org

 

 

R/EVOLUTION ON PAPER. DRAWINGS FROM FIVE CENTURIES –

THE KLÜSER COLLECTION

Pinakothek der Moderne
18/10/ – 20/01/2013

In terms of its compactness and diversity, the collection of drawings, watercolours, woodcuts and collages by Joseph Beuys (1921-1986), held in the private collection of Bernd and Verena Klüser can rightly be described as unique in the world. Many of the sheets were acquired from the 1970s onwards directly from the artist, with whom the passionate Munich collectors and gallery owners enjoyed close personal ties.

When it came to his own work, any form of notation on paper constituted a drawing for Beuys, be it the commentary to a conversation, formulas for relationships involving political, physiological and mystical phenomena, or traditional graphic forms. In all of this Beuys always saw the graphic medium as the testing ground for his ideas. The exhibition at the Pinakothek der Moderne of some 150 works from the Klüser collection aims to capture the essence of Beuys in his „entirety“ as seen in the context of his works on paper.

Concurrent to the show, the Alte Pinakothek is presenting a selection of around 200 sheets from the Klüser collection, which opens up a unique panorama of the art of fine drawing from the 16th to the 21st century.

www.pinakothek.de

 

Dan Flavin (US)

Lights

13/10/2012 – 03/02/2013

In the early 1960s, US artist Dan Flavin (1933–1996) began using commercially available fluorescent tubes in standard sizes and colours to create an unmistakable œuvre. Precision and careful calculation are bound together with a sensual aura. By choosing the tubes as the material for his works, Flavin signalised the increasing proximity of art with everyday life and the consumer world. The ways in which they are presented are derived from principles of minimalist sobriety. Even the early series of icons illustrates the development from pictures to light-related work and the associated transcendence of traditional genres and forms of art. By affixing fluorescent tubes at critical points in the room Flavin erases the remnants of current notions of how a picture is defined: In the diagonal of May 25, 1963 (to Constantin Brancusi), 1963, the tubes appear for the first time as uncompromising objects in a luminary self-staging. Stripped of anything extraneous, the work develops a luminous power that not only suspends the usual boundaries between work, room and viewer, but also the dividing line between rational form and poetic appearance. One of the high points of this spatially-oriented light art in the exhibition is represented by the so-called European Couples in which the fluorescent tube squares dissolve the corners of the room and immerse viewers in an imaginary, intermingled, blurred colour space. Drawings will be presented together with the light works. These document both Flavin’s process of planning for the works and his artistic sensitivity.

www.mumok.at

 

Cittadellarte (I)

Divide and change

Kunsthaus Graz
29/09 – 03/02/2013

Tue – Fri 10 am – 5 pm, Sat & Sun 10 am – 6 pm

Participation is the focal point in all of the artistic works of Michelangelo Pistoletto, the great exponent of Arte Povera, and he has given his ideas a new dimension in the form of the work and research group “Cittadellarte” created by him: an open network that, while dividing work, education, communication, art, food, politics, spirituality and economy, at the same time focuses on production and communal inspiration without rigidly dividing the various spheres. How do artistic interventions in global realities work, and what is the power of the collective?
“Divide and change” brings together very different socially active artist groups in an organically connected, urban structure, in which artistic participation becomes the starting point for an examination of democratically lived civil society, extending into real urban space.

 

Intolerance / Normality

Grazer Kunstverein
29/09 – 24/11

Mon – Sun 10.30 am – 6 pm

Extreme right-wing and populist politics are gaining ground, bringing with them new forms of intolerance. Terms such as do-gooder and political correctness are used to defame people concerned with the ideal of an open society, while extreme right-wing parties are becoming acceptable everywhere in Europe. But for most people, this does not seem to be a particular cause for concern – that’s just the way it is, it’s normal, it’s becoming a normality.
Is the success of Thilo Sarrazin’s book “Deutschland schafft sich ab” normal? Is everyday Islamophobia in Europe normal? Or the fact that the Norwegian mass murderer Anders Breivik can draw on numerous quotes of renowned politicians, journalists and theorists in his manifesto? So what does it mean when what is considered normal at the same time poses a threat?
“Intolerance / Normality” invites artists to carry out case studies on the increasing normalisation of this atmosphere of public intolerance.

www.grazerkunstverein.org

 


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