Maria Hassabi

Maria Hassabi, HERE, 2021

Maria Hassabi

HERE

14.04.–20.06.2021 Secession

Sechs Tänzer*innen bewegen sich in fast unmerklichem Tempo. Im Wechselspiel von Repräsentation und Abstraktion formen sie mit ihren Körpern unterschiedliche Konstellationen zueinander und im Raum. Subtile Lichtwechsel, die die natürlichen Veränderungen des Tageslichts imitieren, unterstreichen zusammen mit einer metrischen Klangkomposition das Zeitkontinuum. Die Live-Installation HERE, eine Auftragsarbeit der Secession Wien und der Wiener Festwochen, lädt Besucher*innen ein, während der Öffnungszeiten den Hauptraum der Secession mit den Tänzer*innen zu teilen.

Seit den frühen Nullerjahren feilt Maria Hassabi an einer choreografischen Sprache, die sich auf Stillstand, Langsamkeit und die Beziehungen zwischen Körpern fokussiert. Wenn sie Strategien und Sprachen des Tanzes quer durch die Welt in die Räume der bildenden Kunst entführt, entschleunigt Hassabi die Bewegung so weit, dass sie an den Definitionen von Skulptur und Bild rührt und damit die konventionellen Sehgewohnheiten der Betrachter*innen auf die Probe stellt. Während das „Jetzt“ ins Uferlose gleitet, rutscht das „Hier“ ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

Ein Gemeinschaftsprojekt der Secession Wien und der Wiener Festwochen

www.secession.at

Bild Courtesy Bianca Baldi

Bianca Baldi

Cameo

16.04.–13.06.2021 Grazer Kunstverein

Der Titel der Ausstellung Cameo bezieht sich auf die Mechanismen, die während des „Passing“* vor sich gehen. Der Begriff „cameo“ beschreibt einen kurzen Auftritt einer bekannten Person in einem Film oder Stück. Es wird erwartet, dass die Person sich selbst spielt, letztendlich tritt die Person jedoch als eine fiktionalisierte Version ihrer selbst auf. Ähnlich wie beim Phänomen des „Passing“: Auch wenn eine Person während des „Passing“ als sie selbst auftritt, verkörpert sie gleichzeitig eine fiktionalisierte Version. Ihren Blick auf das Tierreich gerichtet, bedient sich die Künstlerin Bianca Baldi Beispielen von Lebewesen, die die Wandlungsfähigkeit ihrer Hautpigmente als Methode des „Passing“ ausdrücklich zur Selbsterhaltung nutzen. Um das Phänomen des „versipellis“ (die Gestalt oder Haut wechseln) zu erforschen, präsentiert Baldi in ihrer ergreifenden und humorvollen Video-Arbeit Play-White das Porträt eines Tintenfisches, gleichzeitig chimärische Kreatur und Quelle von Sepia (einem Pigment, das oftmals in der Fotografie oder im Kontext des Archivierens genutzt wird). Während sie eigene Geschichten und literarische Charaktere in einer Studie der radikalen Überschreitungen, Tarnung, unausgesprochenen Traurigkeit und des Überlebens kombiniert, zieht Baldi historische und zoologische Forschung heran, um eine fesselnde Meditation über Wahrnehmung, Verkörperung, Selbstdarstellung und die ästhetischen Grenzbereiche der Identität zu präsentieren.

www.grazerkunstverein.org

Yuji Agematsu, 2020, Ausstellungsansicht Secession 2021, Foto: Sophie Thun

Yuji Agematsu

2020

26.03.–20.06.2021 Secession

Die Secession zeigt Yuji Agematsus skulpturale Miniatur-Formationen des Jahres 2020 im vollen Umfang. Diese hat der Künstler aus täglich gesammelten Fundstücken an städtischem Abfall kreiert und präsentiert sie in eigens angefertigten Plexiglasregalen wie die Monatsblätter eines Kalenders. Zusammen mit seinen Notizbüchern mit Tagebucheinträgen bieten seine zips 2020 einen frischen und zweifelsohne einzigartigen Rückblick auf ein außergewöhnliches Jahr.

Yuji Agematsu ist gewissermaßen ein Chronist unserer Zeit. Man kann ihn außerdem als experimentellen Kartografen bezeichnen und als Archivar, der nur scheinbar belanglose Fundstücke von den Straßen seines Wohnorts sammelt. Der Stadtflaneur Agematsu unternimmt tägliche Spaziergänge durch die Straßen New Yorks, seitdem er in den frühen 1980er-Jahren von Japan hierhin übersiedelte. Bei dieser täglichen Routine, die bereits seit mehr als einem Vierteljahrhundert Teil seiner künstlerischen Praxis ist, sammelt und mustert er Weggeworfenes und Verlorenes, das seinen Blick auf sich zieht – Papierfetzen, Kaugummi, Teile von Plastiksackerln und Verpackungen, eine Feder, kurzum: sonst unbeachtet gebliebene Belege des städtischen Treibens. Wird das Fundstück als sammelnswert erachtet, kommt es in eine für Zigarettenschachteln vorgesehene Zellophanhülle (der Künstler nennt diese Behältnisse „zips“); Datum, Uhrzeit und die genauen Ortsangaben des Funds werden in einem kleinen Notizheft verzeichnet.

www.secession.at

Daniel Dewar & Gregory Gicquel, Oak chest of drawers with giant Flanders rabbit and feet, 2020, Ausstellungsansicht Animals And Sculpture, CLEARING Brussels © Benjamin Baltus / Courtesy of the artists and CLEARING New York, Brussels, Jan Kaps, Cologne and Loevenbruck, Paris

Daniel Dewar & Gregory Gicquel

26.03. – 20.06.2021 Secession

Das Werk des Künstlerduos Daniel Dewar und Grégory Gicquel scheint in einer Zeit zunehmender Digitalisierung auf den ersten Blick anachronistisch: Über die Jahre experimentierten die beiden mit einer Vielzahl von Materialien und Techniken, die sie zunächst autodidaktisch erlernten und für die sie teilweise auch die Arbeitsmittel wie Webrahmen oder holzbefeuerte Brennöfen herstellten. Sie hauen Stein, schnitzen Holz, formen Ton und Keramik und greifen auch handwerkliche Techniken wie Sticken und Weben auf. Dass sie ihre Werke selbst ausführen, unter Zuhilfenahme von traditionellen und modernen Werkzeugen, ist den beiden wichtig. Den Künstlern geht es dabei stets um Herstellungsverfahren, die ihren Ursprung in verschiedenen Handwerken haben, jedoch im Zuge der technischen Automatisierung immer weniger präsent sind. Den Bruch mit der Tradition stellen die beiden durch die Verbindung der Medien mit ihren Motiven dar: Massive Kästen und Schränke aus Eichenholz beispielsweise, aus denen Eingeweide, Tierteile oder menschliche Gliedmaßen hervorwachsen, amüsieren und irritieren gleichermaßen.

www.secession.at

Friedrich Schiff, Girls, um 1930 | Österreichische Gesellschaft für Chinaforschung, Wien

Die Wiener in China. Fluchtpunkt Shanghai

21.10.–27.06.2021 Jüdisches Museum Wien

Aufgrund der Covid-19-Maßnahmen der Regierung ist das Jüdische Museum bis Montag 3. Mai 2021 geschlossen.

Bereits unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich im März 1938 wurden Jüdinnen und Juden ausgegrenzt, gedemütigt und verfolgt. Die Möglichkeiten, das Land zu verlassen, waren gering. Schikanen, Zurücklassung jeglichen Besitzes und die Tatsache, dass viele Länder ihre Grenzen abschotteten, erschwerten jegliche Aussichten zur Flucht. Shanghai war eine internationale Sonderzone, für die kein schwer zu erlangendes Visum nötig war, dennoch verlangten die deutschen Behörden ein Ausreisepapier, gleich ob Visum oder Schiffsticket. Dr. Feng Shan Ho, der Generalkonsul Chinas in Wiens, stellte gegen den Willen der chinesischen Regierung tausende dieser rettenden Visa aus.

Damit stellte Shanghai, die „Stadt über dem Meer“ für viele österreichische Juden und Jüdinnen die letzte Hoffnung auf Zuflucht dar. Die Reise dorthin bedeutete eine wochenlange Überfahrt auf dem Seeweg oder eine beschwerliche Reise auf dem Landweg über Sibirien…

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Photo © Wienbibliothek im Rathaus, Plakatsammlung P-228889 (Ausschnitt)

Gestern bei M. E. Mayer eingetroffen

– Fragmente einer vergessenen Erfolgsgeschichte

08.02.–03.10.2021 Jüdisches Museum Wien

„Gestern bei M. E. Mayer eingetroffen, heute schon eine Mundzier“, schrieb Anton Kuh 1925 im Feuilleton über einen damals beliebten französischen Duft. Die beiden eleganten Parfümerien von M. E. Mayer waren zu dieser Zeit ein Begriff. Sie befanden sich am Lobkowitzplatz 1 und am Graben 17 in der Wiener Innenstadt. Das Unternehmen produzierte viele der angebotenen Seifen, Cremes, Parfüms, Puder, Rasierwasser, -apparate und -klingen selbst. Die Fabrik dafür lag in der Pernerstorfergasse 57 im 10. Wiener Gemeindebezirk und nahm einen ganzen Häuserblock ein.

Ab September 1932 wurde in der Parfümerie am Lobkowitzplatz ein Gästebuch geführt, in dem sich die Prominenz dieser Zeit verewigte, darunter Carl Zuckmayer, Hugo Thimig, Ida Roland, Fritz Grünbaum, Louise Rainer, Alexander Lernet-Holenia, Franz Werfel, Nora Gregor und Hedy Mandl (später Lamarr). Wie die Parfümerien innen aussahen und wie in der Fabrik produziert wurde, überliefert ein Album mit 31 Fotos…

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Hugo Canoilas, BECOMING DOG, 2020, © Hugo Canoilas, Julie Monto und Elise Lammer, Foto: Klaus Pichler

Hugo Canoilas. On the extremes of good and evil

Kapsch Contemporary Art Prize 2020/2021

08.12.–20.06.2021 mumok

Hugo Canoilas versetzt den Ausstellungsraum in eine betretbare Bühne der Malerei: Über die gesamte Bodenfläche zieht sich auf textilem Grund ein malerisches Szenario ineinander verfließender Formen mit inselartigen Zentren. Das Blau des Grundes und die darauf gesetzten tentakulären Farbwesen aus Wolle und Glas erinnern an eine belebte maritime Landschaft von unabwägbarer Tiefe. In Zeiten der Coronakrise, die das social distancing zum neuen Überlebensprinzip erhoben hat, sieht man sich in eine unentrinnbare malerische Biosphäre einbezogen, in der Verführerisches und Bedrohliches, Organisches und Technoides zugleich aufscheinen. Eine Bühne der Kunst- und Selbsterfahrung bietet diese Bodenmalerei nicht nur für die Betrachter*innen, sie ist auch der Auftrittsort für die von Elise Lammer und Julie Monot auf Einladung des Künstlers entwickelte Performance BECOMING DOG, in der als Hunde verkleidete Akteure auftreten, um neue Potenziale der Empathie innerhalb eines institutionellen Rahmens zu erkunden. Canoilas Verknüpfung der Malerei mit installativen und performativen Strategien verrät einen erweiterten Begriff der Malerei, der auf der Wahrnehmung aktueller gesellschaftspolitischer Entwicklungen, sowie der damit verknüpften philosophischen und kunsttheoretischen Diskurse beruht. Diese zielen auf eine kritische Sicht einer anthropozentrisch geprägten Weltordnung mit ihren hierarchischen Wertestrukturen und mahnen den empathischen Umgang des Menschen mit der Natur und allem Kreatürlichen ein.

www.mumok.at

Ulrike Müller | Installation View | Queens Museum

Ulrike Müller und Amy Zion

Die Konferenz der Tiere

16.09.–22.10.2021 Queens Museum | New York

Die Konferenz der Tiere besteht aus einem Wandbild der Künstlerin Ulrike Müller und einer Ausstellung mit Kinderzeichnungen der unabhängigen Kuratorin Amy Zion. Der Titel dieses Projekts stammt aus dem Kinderbuch des deutschen Schriftstellers Erich Kästner, The Animal’s Conference (1949), das nach dem Zweiten Weltkrieg geschrieben wurde. Die Geschichte ist eine politische Satire über eine Gruppe von Tieren, die, frustriert von der Unwirksamkeit menschlicher internationaler Konferenzen, zusammenkommen, um den Planeten zu retten. 

Als Maler ist Müllers scheinbar abstraktes Vokabular von Farben und Formen emotional und politisch aufgeladen und fördert figurative Lesarten. In früheren Installationen hat Müller farbige Wände als Hintergrund für ihre Emailbilder, gewebten Wollteppiche und Arbeiten auf Papier verwendet. In Die Konferenz der Tiere (Ein Wandbild) stellt sie die bemalte Wand mit riesigen tierähnlichen Formen in den Vordergrund. Ihre gedämpfte Palette und monumentale Größe stützt sich auf Geschichten der öffentlichen Kunst und des Wandgemäldes vor und nach dem Zweiten Weltkrieg.

www.queensmuseum.org

Udo und Anette Brandhorst Sammlung | Foto: Haydar Koyupinar | Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München © Museum Brandhorst © The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. | Licensed by Bildrecht Wien, 2020

ANDY WARHOL EXHIBITS

a glittering alternative

25.9.2020–30.05.2021 mumok

Ausstellungskünstler, Installationskünstler oder doch verkappter Kurator? ANDY WARHOL EXHIBITS a glittering alternative blickt mit bisher kaum gezeigten Arbeiten hinter die Fassade der weltberühmten Pop-Art-Ikone und entdeckt Warhols Fähigkeit als bahnbrechender Ausstellungs- und Installationskünstler neu. Erstmals wird ein exemplarischer Überblick über die Ausstellungspraxis des Künstlers geboten, ohne dabei dessen Früh- und Spätwerk außer Acht zu lassen. Der Querschnitt erlaubt eine gleichwertige Betrachtung der vielfältigen, von ihm eingesetzten Medien und zeigt, dass Warhols Präsentationsmodi als wesentliche Bestandteile seines Werkes zu verstehen sind. Zwei Aspekte von Warhols Doppelpersona – zum einen eine vielzitierte inszenierte, zum anderen eine von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommene, versteckte Persönlichkeit – werden auf zwei Ebenen des mumok einander gegenübergestellt.

www.mumok.at

Installation view of Raid the Icebox in NOMA’s Great Hall, 1969-1970,Image courtesy of the New Orleans Museum of Art. Photography by Stuart Lynn

DEFROSTING THE ICEBOX

Die verborgenen Schätze der Antikensammlung des Kunsthistorischen Museums und des Weltmuseum Wien zu Gast im mumok

25.09.–30.05.2021 mumok

RAID THE ICEBOX 1 with Andy Warhol (1969-1970) versteht sich als eines der frühesten Beispiele für eine von einem Künstler kuratierte Sammlungsausstellung. Obwohl die von Warhol kuratierte Ausstellung keine eigenen Werke des Künstlers zeigte, enthielt sie wesentliche Präsentationsstrategien, die mit traditionellen Museumsstandards brachen: Anstatt die bildenden Künste zu priorisieren, stellte Warhol die angewandten Künste aus. Anstatt ein Klassifizierungssystem nach Chronologie, Medium oder Stil anzuwenden, präsentierte er die Objekte in ahistorischer und unhierarchischer Form. Das Depot wurde zur Ausstellung, fast schon Vergessenes rückte in den Mittelpunkt. In Anlehnung an Warhols untypische Werkliste – er stellte u. a. 7 Decken, 12 Skulpturen, 17 Stühle, 57 Regenschirme und 194 Paar Schuhe aus – liegt der Fokus auf ausgewählten Werken der Sammlung des Weltmuseums Wien sowie auf griechischen und römischen Skulpturenfragmenten der Antikensammlung des Kunsthistorischen Museum Wien.

www.mumok.at

Louise Bourgeois, Couple, 2004 | Stoff, 44 x 16 x 16 cm | Sammlung Goetz
© The Easton Foundation/ VG Bild-Kunst, Bonn 2020. Courtesy Sammlung Goetz, München

AU RENDEZ-VOUS DES AMIS

Klassische Moderne im Dialog mit Gegenwartskunst aus der Sammlung Goetz

29.09.2020 ‐ 16.01.2022 Pinakothek der Moderne

Die Klassische Moderne ist mit ihrer Vielzahl von neuen künstlerischen Stilrichtungen eine Inspirationsquelle für die nachfolgenden Künstlergenerationen. Sie bereitete den Weg für einen freien Umgang mit Farbe, Perspektive und Proportionen. Diesen Einfluss zeigt die Neupräsentation von 13 Sälen der Klassischen Moderne im Dialog mit 80 Werken der Gegenwartskunst aus der Sammlung Goetz. Dabei wird der Schwerpunkt Malerei medial um Fotografie, Skulptur und textile Arbeiten erweitert. Viele der Künstlerinnen und Künstler setzen sich aber auch kritisch mit diesem Erbe der abendländischen Kultur auseinander und werfen Fragen zum Umgang mit Körper, Geschlecht und Identität auf. Mit Francis Bacon, Max Beckmann, Louise Bourgeois, Fischli Weiss, Rodney Graham, Wassily Kandinsky, Ernst Ludwig Kirchner, Franz Marc, Pablo Picasso, Oskar Schlemmer, Rosemarie Trockel, Woty Werner, Andrea Zittel u.a.

www.pinakothek.de

Kunstvermittlungsprojekt YES, WE’RE OPEN!

Das interkulturelle Vermittlungsprojekt der Pinakothek der Moderne

Die Welt, in der wir leben, hat sich stark verändert. Flucht und Migration, kulturelle Vielfalt bei gleichzeitiger Radikalisierung, Integration, Globalisierung und Entwurzelung berühren unsere Gesellschaft. Nicht nur in Politik und Wirtschaft, auch in der Kultur findet ein Umdenken statt. Das Museum definiert seine Aufgaben neu. Mit Projekten, die eine Begegnungsplattform für Geflüchtete und Menschen aus Bayern anbieten, reagiert es auf die gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Eine neue Perspektive für Europa muss den politischen, den ökonomischen und den kulturellen Blick miteinander in Beziehung setzen.

PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne E.V.

www.pin-freunde.de

Lichtzeichen Wien | Gedenkprojekt OT | The commemorative project OT
© JMW/Katharina Lischka

Lichtzeichen Wien

Gedenkprojekt OT

Das Gedenkprojekt OT setzt ein dauerhaftes Lichtzeichen an die Stelle der 1938 zerstörten Synagogen Wiens. Die fünf Meter hohe „Sternstele“ des Künstlers Lukas Kaufmann trägt einen ineinander verflochtenen leuchtenden Davidstern. Das Projekt des Jüdischen Museums Wien in Kooperation mit der Universität für Angewandte Kunst wurde am 8. November 2018 im Rahmen des Gedenkens an das Novemberpogrom in Betrieb genommen.

OT steht in der hebräischen Sprache für Symbol. Dieses benennt im Judentum nicht nur ein Zeichen, sondern auch ein sichtbares religiöses Merkmal der Beziehung zwischen Gott und Mensch. Im Gedenkjahr 2018 wurden an den 25 ehemaligen Standorten der Synagogen, die im Novemberpogrom 1938 mutwillig zerstört wurden, in 16 Wiener Bezirken Licht-Zeichen zum Gedenken an diese Orte sowie ihre Geschichte errichtet.

www.jmw.at

Praterstraße 23, 1902–1908|Internationale Hygiene-Ausstellung, Dresden 1911. Weitere Adressen: Rathausstraße 13, 1895 –1902; Krugerstraße 8, 1902–1903 aus: The Shabbat Room, 2013

The Shabbat Room.

Eine Rauminstallation von Maya Zack

Jüdisches Museum Wien

Die permanente Rauminstallation The Shabbat Room von Maya Zack verbindet das erste Jüdische Museum Wiens mit dem heutigen. Die 1976 in Israel geborene Künstlerin rückt mittels künstlerischer Recherche die sogenannte Gute Stube des um 1900 berühmten Malers Isidor Kaufmann wieder ins Bewusstsein. Diese zentrale Museumsinstallation war ein wichtiges Zeugnis von Kaufmanns Suche nach Bildern eines „ursprünglichen“ Judentums bzw. nach dem Background der Wiener Jüdinnen und Juden um 1900. Kaufmann unternahm diese Suche Jahr für Jahr in den nordöstlichen Kronländern. Mit seiner 1899 installierten Guten Stube schenkte er den Wiener Jüdinnen und Juden einen Raum für die Erinnerung an das Familienleben ihrer eigenen Kindheit oder an das ihrer Eltern. Die Installation der Guten Stube wurde 1938 bei der gewaltsamen Schließung des ersten Wiener Jüdischen Museums zerstört.

www.jmw.at

(c) Nikolaus Gansterer

THE MEMORY MAP – Eine Topologie des Gedenkens

Jüdisches Museum Wien

Nikolaus Gansterer gestaltete das Original mit Ausschnitten aus faksimilierten Briefen von Überlebenden aus Wien, wobei der Großteil seines Materials aus US-Archiven stammt. Das Jüdische Museum plant, die Schenkung des Vienna Project und des Künstlers Nikolaus Gansterer in die Dauerausstellung „Unsere Stadt! Jüdisches Wien bis heute“ aufzunehmen. Das Exponat wird im zweiten Stock ausgestellt, wo es am Beginn der Ausstellung zu einem Stadtplan in Bezug tritt, der die drei jüdischen Gemeinden Wiens vor 1945 zeigt. In der Memory Map steht die dritte jüdische Gemeinde, ehemals die drittgrößte Europas, im Mittelpunkt, die zwischen 1938 und 1945 vernichtet wurde.

www.jmw.at

Maria Hassabi

HERE

14.04.–20.06.2021 Secession

Six dancers move at a measured pace. They morph their bodies at imperceptible velocities, appearing in various constellations amongst one another and throughout the space as they alternate between representation and abstraction. Subtle lighting changes imitating the natural shifts of daylight along with a metrical sound score accentuate the unbroken time. Commissioned by the Secession and the Wiener Festwochen, the live installation HERE occurring during the Secession’s opening hours invites visitors to share the main exhibition hall with the performers.

Since the early 2000s, Maria Hassabi has carved a choreographic practice that concentrates on stillness, slowness, and the in-betweenness of bodies in motion. Shepherding the strategies and languages of dance into the spaces of visual art across the globe, Hassabi decelerates movement to the point where it touches upon the definitions of sculpture and image, testing the conventional rhythms of viewership. As the ‘now’ slides into the boundless, the ‘here’ becomes the focus.

A joint project of the Vienna Secession and the Wiener Festwochen.

www.secession.at

Bianca Baldi

Cameo

16.04.–13.06.2021 Grazer Kunstverein

The title of the exhibition Cameo alludes to the mechanisms at play when a person is passing* as an identity outside of their own. The term ‘cameo’ describes the short appearance of a well-known person in a film or play. The person is expected to appear as themselves, when ultimately he or she is playing a fictionalized version of themselves. Similarly, when a person is passing they are themselves, but at the same time also appear as an almost fictionalized version of themselves. Casting her lens out into the animal kingdom, artist Bianca Baldi looks to examples of creatures who use the mutability of their skin pigment as a method of passing, for the explicit purpose of self-preservation. To explore the phenomenon of ‘versipellis’ (one who changes skin or shape-shifts) Baldi presents a portrait of the cuttlefish as both a chimeric creature, and the source of sepia (a pigment often used in photography in the context of archiving) in her poignant and humorous video work Play-White. Combining personal stories and literary characters, in a study of radical transgressions, camouflage, unspoken sadness and survival, Baldi draws on historical and zoomorphic research to present a compelling meditation on perception, embodiment, self-presentation, and the aesthetic thresholds of identity.

www.grazerkunstverein.org

Yuji Agematsu

2020

26.03.–20.06.2021 Secession

Yuji Agematsu is a kind of chronicler of our times and, moreover, he can be considered an experimental cartographer and archivist of only seemingly petty findings from the streets of his hometown. An urban flaneur, Agematsu has taken daily walks through the streets of New York ever since he moved there from Japan in the early 1980s. On this daily routine, which has now been part of his artistic practice for more than a quarter-century, he picks up and scrutinizes litter that attracts his attention—bits of paper, gum, scraps of plastic bags or wrappers, a feather, in short: otherwise overlooked evidence of the hustle and bustle of city life. If found worth collecting, he drops the find into a cellophane sleeve of a cigarette packet (a container the artist names “zips”) and notes date, time and exact location of the item’s discovery in a small diary.

www.secession.at

Daniel Dewar & Gregory Gicquel

26.03. – 20.06.2021 Secession

At first glance, the artist duo Daniel Dewar and Grégory Gicquel’s works may seem like anachronisms in this era of the ascent of digital technology: the two have spent years experimenting with a wide range of materials and techniques that they first had to teach themselves and for which they sometimes even needed to make their own equipment such as weaving frames or wood-fired furnaces. They cut stone, carve wood, mold clay and ceramics, and take up artisanal techniques like embroidery and weaving. Both emphasize the importance of executing their works with their own means, using traditional and modern tools and reviving production processes rooted in various crafts that are being superseded by technical automation. They break with tradition by combining their media with incongruous motifs: the entrails, animal parts, or human limbs, for example, that seem to grow from massive oaken chests and cabinets make for a sight that is as amusing as it is disconcerting.

www.secession.at

Little Vienna in Shanghai

21.10.–27.06.2021 Jewish Museum Vienna

Immediately after the National Socialists seized power in Austria in March 1938, Jewish women and men were marginalized, humiliated and persecuted. The possibilities to leave the country increasingly dwindled. Harassment, the necessity of leaving all possessions behind, and the fact that many countries sealed off their borders made any prospect of escape difficult. Shanghai was an international special zone that did not require a hard-to-get visa, yet the German authorities required an exit document, whether it was a visa or a ship ticket. Dr. Feng Shan Ho, the Chinese Consul General in Vienna, issued thousands of these life-saving visas, against the Chinese government wishes.

For many Austrian Jews, Shanghai, the “City upon the Sea,” represented the last hope for refuge. The voyage there entailed a week-long sea crossing or an exhausting land journey across Siberia...

www.jmw.at

Just in at M. E. Mayer

– Fragments of a forgotten success story

08.02.–03.10.2021 Jewish Museum Vienna

Just in yesterday at M. E. Mayer, and everyone’s already talking about it today, wrote Anton Kuh in 1925 in a feature about a popular French perfume of the time. M. E. Mayer’s two elegant perfumeries were well known to Kuh’s readers. They were located at Lobkowitzplatz 1 and Graben 17 in the center of Vienna. The factory where the company itself made many of the soaps, creams, perfumes, powders, aftershave lotions, razors, and razor blades it sold, occupied an entire block at Pernerstorfergasse 57 in the 10th district of Vienna.

www.jmw.at

Hugo Canoilas. On the extremes of good and evil

Kapsch Contemporary Art Prize 2020/2021

08.12.–20.06.2021 mumok

Hugo Canoilas, Kapsch Contemporary Art prizewinner 2020, transforms the exhibition gallery into a walk-in stage for painting. The entire floor is laid out with cloth on which the artist has painted a scenario of interlocking flowing forms with island-like centers. The blue ground and the fantastic tentacular and colorful creatures in paint and glass look like a lively maritime landscape with unfathomable depth. In the times of the corona crisis, which has elevated social distancing to a new principle of survival, we are here drawn into an inescapable painterly biosphere that combines seduction and danger, and also the organic and technoid all in one space…

www.mumok.at

Ulrike Müller und Amy Zion

The Conference of the Animals

16.9.–22.10.2021 Queens Museum | New York

The Conference of the Animals consists of a mural by artist Ulrike Müller and an exhibition of children’s drawings by independent curator Amy Zion. This project takes its title from German writer Erich Kästner’s children’s book The Animal’s Conference (1949) written in the aftermath of World War II. The story is a political satire about a group of animals who, frustrated by the inefficacy of human international conferences, convene to save the planet. 

As a painter, Müller’s seemingly abstract vocabulary of colors and shapes is emotionally and politically charged and encourages figurative readings. In past installations, Müller has used colored walls to act as backdrops for her enamel paintings, woven wool rugs, and works on paper. In The Conference of the Animals (A Mural), she foregrounds the painted wall with giant animal-like shapes. Their muted palette and monumental scale draws on histories of public art and muralism before and after World War II…

www.queensmuseum.org

ANDY WARHOL EXHIBITS

a glittering alternative

25.9.2020–30.05.2021 mumok

Exhibition artist, installation artist, or perhaps closeted curator? ANDY WARHOL EXHIBITS a glittering alternative presents rarely shown works that look behind the facade of the world-famous Pop Art icon to rediscover Warhol’s capabilities as a groundbreaking exhibition and installation artist. For the first time ever, viewers will be given an exemplary overview of the artist’s exhibition practice without letting his early and late works fall by the wayside. This cross-section places equal value on the myriad media Warhol used and shows that his modes of presentation should be understood as an essential part of his oeuvre. Two aspects of Warhol’s dual persona—the oft-quoted staged one and the hidden one barely noticed by the public—are juxtaposed on two levels of the mumok building.

www.mumok.at

DEFROSTING THE ICEBOX

Guesting at mumok: The Hidden Treasures of the Collection of Greek and Roman Antiquities of the Kunsthistorisches Museum and Weltmuseum Wien

25.09.–30.05.2021 mumok

RAID THE ICEBOX 1 with Andy Warhol (1969–1970) is seen as one of the earliest examples of a collection exhibition curated by an artist. Though the Warhol-curated exhibition did not feature any works by the artist himself, it contained several presentation strategies that broke with traditional museum standards: Instead of prioritizing the visual arts, Warhol exhibited the applied arts. Instead of applying a classification system of chronology, medium, or style, he presented the objects in an ahistorical, nonhierarchical form. The museum storage became an exhibition; what had almost been forgotten was placed in the limelight. Taking inspiration from Warhol’s atypical list of works—among other things, he presented 7 blankets, 12 sculptures, 17 chairs, 57 umbrellas, and 194 pairs of shoes—the focus here is placed on selected works from the Weltmuseum Wien Collection as well as Greek and Roman sculpture fragments from the Antiques Collection of Kunsthistorisches Museum Wien.

www.mumok.at

AU RENDEZ-VOUS DES AMIS

Modernism in Dialogue with Contemporary Art from the Sammlung Goetz

29.09.2020–16.01.2022 Pinakothek der Moderne

With its multitude of startling new artistic styles, Modernism has remained a source of inspiration for successive generations of later artists. It paved the way for the liberation of perspective, proportion, and colour from formal verisimilitude. This living legacy is vividly reflected in the new display of modern art from our own collection, now presented in relation to 80 contemporary works from the Goetz Collection. The joint display leads to a broadening of artistic media, away from the traditional collection core of paintings to include photography, sculpture, and textile art. Many of the more recent artists also take a critical look at this legacy of Western culture and question how art, then and now, deals with the body, gender, and identity. The show features the art of Francis Bacon, Max Beckmann, Louise Bourgeois, Fischli Weiss, Rodney Graham, Wassily Kandinsky, Ernst Ludwig Kirchner, Franz Marc, Pablo Picasso, Oskar Schlemmer, Rosemarie Trockel, Woty Werner, Andrea Zittel, and many more.

www.pinakothek.de

Lichzeichen Wien

Commemorative project OT

The commemorative project “OT” places a permanent light symbol marking the place where Viennese synagogues once stood before they were destroyed beyond recognition in 1938. The five-meter-tall (16.5 feet) light sculptures, created by the artist Lukas Kaufmann, feature an intertwined, illuminated Star of David. The project of the Jewish Museum Vienna in cooperation with the University of Applied Arts officially began on November 8, 2018 to commemorate the November Pogrom.

www.jmw.at

The Shabbat Room.

A permanent installation by Maya Zack

Jewish Museum Vienna

The permanent installation The Shabbat Room by Maya Zack, born in Israel in 1976, offers a link between the first Jewish Museum and the present one. Through her artistic research, she revives the early twentieth-century Gute Stube by the artist Isidor Kaufmann. This installation, which was central to the museum, was the fruit of Kaufmann’s search for a more authentic Judaism and was intended to remind the Jews of the time of their origins. It took the artist from Vienna to the north-eastern crown lands. The installation offered the Jews of Vienna a place where they could reflect on family life during their own childhood or that of their parents. It was destroyed in 1938 when the first Jewish Museum was shut down. Maya Zack’s The Shabbat Room re-interprets this no longer existing room. In this journey back-through-time, Zack retraces the path of Kaufmann’s work, its wandering and its ultimate fate, and she also reveals the Gute Stube’s origins in Kaufmann’s studio and in his paintings, as well as the mystical roots of Shabbat with which it was imbued. The artistic medium chosen by her is a computer-generated visualization suggesting a new room—designed as a contemporary tribute to a core project within the old Jewish Museum. It is based on photographs and also the few surviving objects from the original Gute Stube, which were confiscated in 1938 and dispersed among various  museums in Vienna. After 1945 they were returned to the Jewish Community, which gave them to the Jewish Museum Vienna in 1992 on permanent loan.

www.jmw.at

THE MEMORY MAP – A Topology of Remembrance

Permanent Installation

Jewish Museum Vienna

The Jewish Museum Vienna has received a very special gift: the work Memory Map by the artist Nikolaus Gansterer (born 1974, who lives in Vienna and Berlin). The 2 x 3 meter three-dimensional “city map” was commissioned and donated by The Vienna Project and its director Karen Frostig. Gansterer designed the original using cut-out extracts from scanned letters of survivors from Vienna, that were collected by Karen Frostig from descendants of survivors living in the United States. This donation was made by Karen Frostig, Director of The Vienna Project, on behalf of Nikolaus Gansterer and is incorporated in the Jewish Museum Vienna permanent exhibition “Our City! Then to Now”. It links up with the city map at the start of the exhibition on the second floor, which shows the three Jewish communities of Vienna before 1945. Memory Map focuses in particular on the third Jewish community, the third-largest in Europe, which was destroyed between 1938 and 1945.

www.jmw.at

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