steirischer herbst ’21 | The Way Out

Dana Sherwood | Inside the Belly of the Alpine Ibex | 2021

steirischer herbst ’21

The Way Out

09.09.–10.10.2021

Mit The Way Out sucht der steirische herbst dieses Jahr den Weg hinaus an die frische Luft. Aber das Festival beschäftigt sich auch metaphorisch mit dem Ausweg – sowohl im Kontext von Krise und Pandemie, als auch für die Kunst, die nun einmal mehr nach ihrem Platz in der Gesellschaft sucht…

Dana Sherwood | Inside the Belly of the Alpine Ibex | 2021

Plakate von Künstler:innen waren schon immer eine der Besonderheiten im Festivalprogramm des steirischen herbst. In den 1970er-Jahren machten einige von ihnen sogar Schlagzeilen und sorgten für einen Skandal in der Stadt. Ohne unbedingt darauf abzielen zu wollen, aber um diese Tradition fortzusetzen, die eng mit Graz und seinen Bewohner:innen verbunden ist, möchte das Festival in diesem Jahr den öffentlichen Raum, der heutzutage mit Hochglanzbildern aller Art gesättigt ist, mit neuen, manchmal rätselhaften, aber immer einprägsamen Arbeiten von Künstler:innen stören. Diese wurden gebeten, auf den Slogan The Way Out zu reagieren, ohne ihn unbedingt zu illustrieren oder sich direkt darauf zu beziehen. Was wir sehen, sind nicht immer Plakate im engeren Sinne, sondern Fragmente der reichen Vorstellungskraft der Künstler:innen, die zwischen Szenen reiner Fantasie, Eindrücken aus der Hektik des Alltags und direkten politischen Aussagen schwanken.

www.steirischerherbst.at

Philipp Fleischmann, Untitled (34bsp), 2021| 35mm Film, color, silent. 5’10“
Courtesy of the artist & Wonnerth Dejaco Gallery & 34th Bienal de São Paulo

Philipp Fleischmann

Untitled (34bsp), 2021

34th Bienal de São Paulo | 04.09.–05.12.2021

Die 34. Biennale von São Paulo wird von Jacopo Crivelli Visconti zusammen mit Paulo Miyada, Carla Zaccagnini, Francesco Stocchi und Ruth Estévez kuratiert. Das kuratorische Team schlägt ein Ausstellungskonzept vor, das sich dem Thema „Beziehung“ verschreibt und unter anderem von Denkern wie Édouard Glissant (1928-2011) oder Eduardo Viveiros de Castro (* 1951) inspiriert ist. Die 34. Biennale proklamiert, dass es notwendig ist, enge und monolithische Standpunkte aufzugeben, um sich einer Vielzahl möglicher Beziehungen, die sich ständig weiterentwickeln und verändern zu öffnen.

Die KuratorInnen haben den österreichischen Künstler und Filmemacher Philipp Fleischmann eingeladen eine neue Arbeit für die Ausstellung zu entwickeln. Diese wird von Phileas koproduziert. Fleischmann interessiert sich für die Logik und Mechanismen von Institutionen und den Mythos des neutralen Raumes, in den er immer wieder als Künstler eingreift. Für seine von institutioneller Kritik geprägten Filme hat Fleischmann eine Formensprache entwickelt, die vollständig an den analogen Film gebunden ist und stets eine an den jeweiligen Ort adaptierte Kamera verwendet, um eine einzigartige Beziehung zwischen dem Filmmaterial im physischen Sinne und dem Ort als Thema der Aufnahme zu formulieren.

www.bineal.or.br | www.phileas.org

David Shrigley, Look at this, 2014 | Acryl auf Papier, 153 x 112 cm | 2014 erworben von PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V. © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

LOOK AT THIS

17.06.–19.09.2021 Pinakothek der Moderne

Die Ausstellung LOOK AT THIS lädt ein zu einer kritischen Reflexion der vielfältigen Beziehungen zwischen Kunstwerk, Publikum, Raum und Institution. Gleichzeitig hinterfragt die Schau fest etablierte (westliche) Sichtweisen. LOOK AT THIS fragt: Was wird ausgestellt und in welcher Form? Welche Rolle übernimmt der Raum dabei? Welche Bewertungen und Zuschreibungen sind damit verbunden? Welche Abhängigkeiten und Machtstrukturen treten zutage?
LOOK AT THIS zeigt Werke unterschiedlichster Medien von insgesamt 24 internationalen Künstler:innen aus den vergangenen fünf Jahrzehnten, u. a. Kristina Buch, Magdalena Jetelová, Victor Leguy, Nam June Paik, Gerhard Richter, David Shrigley, Andreas von Weizsäcker.
Die Ausstellung ist eine dialogische Auseinandersetzung zwischen den Kuratoren Folakunle Oshun (Lagos) und Bernhart Schwenk (München). Sie macht die Wahrnehmung von Kunst und die Vielfalt der Perspektiven zum eigentlichen Thema der Ausstellung. Der Prozess wird von einem Filmprojekt begleitet.

www.pinakothek.de

Das Mirakel, 1925 | Rosamond Pinchot | Photo: Ellinger

Jedermanns Juden. 100 Jahre Salzburger Festspiele

14.07.–21.11.2021 Jüdisches Museum Wien

Nach den Pogromen im Mittelalter und immer wieder aufflammendem Antisemitismus entstand durch den Zuzug von Jüdinnen und Juden Ende des 19. Jahrhunderts wieder eine jüdische Gemeinde in Salzburg. In einem Bundesland, das in der Zwischenkriegszeit zwischen Katholizismus und Deutschnationalismus zerrissen war, zeigte sich das Phänomen eines Antisemitismus ohne Jüdinnen und Juden ganz besonders.

Unter diesen Rahmenbedingungen wurden die Salzburger Festspiele 1920 als katholisch-neobarockes Spektakel gegründet. Viele Wiener Jüdinnen und Juden förderten hier die Wiederbelebung des Österreich-Gedankens auf der Bühne. Neben der erwarteten Tradition fand sich aber auch überraschend viel Avantgarde auf dem Programmzettel, unter anderem in den Tanzproduktionen oder beim Bühnen-Architekten Oscar Strnad. Sogar ein Werk von Arnold Schönberg wurde 1928 aufgeführt. Während des Austrofaschismus erfolgte eine Politisierung, da sich Österreich als besserer deutscher Staat präsentieren wollte. Der aus Bayreuth gekommene Arturo Toscanini dirigierte Wagner-Opern, inszeniert vom jüdischen Regisseur Lothar Wallerstein. Die von der deutschen Reichsregierung installierte „1000-Mark-Sperre“ richtete sich als Wirtschaftssanktion vor allem gegen Salzburg. Die Festspiele zogen nun verstärkt ein internationales Publikum an. 1938 wurden die Festspiele im Sinne der „Rassentheorie“ der Nazis ideologisch uminterpretiert, Jüdinnen und Juden waren nicht mehr erwünscht und wurden vertrieben. In der Nachkriegszeit fanden sich nur wenige jüdische Protagonisten und Protagonistinnen unter den Regisseuren und Darstellern. Viele, die sich während der Nazizeit hervorgetan hatten, konnten allerdings ihre Karrieren fortsetzen. Diesen Themen widmet sich die Ausstellung „Jedermanns Juden. 100 Jahre Salzburger Festspiele“. Max Reinhardt, Bruno Walter und Berta Zuckerkandl sind nur die berühmtesten ProtagonistInnen jüdischer Herkunft.

www.jmw.at

Martha Jungwirth, Grüner Schuh, 1970 | Buntstift, Bleistift auf Transparentpapier, 87cm x 62cm | © mumok, erworben 1974 Bildrecht Wien 2021

Enjoy

Die mumok Sammlung im Wandel

19.06.2021 –18.04.2022 mumok

Zehn Jahre nach ihrem Antritt präsentiert Karola Kraus zusammen mit ihrem Team eine Sammlungsausstellung, die zentrale Schenkungen und Ankäufe des letzten Jahrzehnts integriert und mit Werken von der klassischen Moderne bis zur Gegenwart die Sammlung in ihrer Entwicklung präsentiert. 20 Jahre nach der Eröffnung des mumok im MuseumsQuartier und 40 Jahre nach Gründung der Österreichischen Ludwig-Stiftung ist diese Ausstellung Resümee und Ausblick zugleich. Sie blickt auf die vergangenen Jahre zurück und stellt neue Perspektiven zur Diskussion, auf deren Grundlage die zukünftige museale Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit gestaltet werden kann. Die Sammlungsausstellung Enjoy zielt darauf ab, die Verzahnung von Geschichte und Gegenwart als einen lebendigen Prozess der Um- und Neubewertung zu vermitteln, in dem sich gesellschaftspolitische, soziokulturelle und philosophische Entwicklungen und Diskurse – sowie deren Wandelbarkeit – widerspiegeln. Zeit- und medienübergreifende Themenfelder sind dabei die Darstellung des gesellschaftlichen Lebens, des Körpers und der Natur sowie der Umgang mit Migration und Grenzziehungen.

www.mumok.at

Heimo Zobernig, Ohne Titel, 2012 | Acryl, Leinwand 200 x 200 cm |Courtesy Galerie Meyer Kainer, WienPhoto: Archiv Heimo Zobernig © Heimo Zobernig /Bildrecht,Wien2021

Heimo Zobernig

19.04.2021–18.04.2022 mumok

Malerei ist neben Skulptur, Film, Performance und Gestaltung ein zentraler Bestandteil der medienübergreifenden Kunst von Heimo Zobernig. Seit dem Beginn seiner künstlerischen Praxis in den frühen 1980er-Jahren hat der Künstler ein umfangreiches malerisches Werk erarbeitet, immer auf der Grundlage des Versuchs, die Farbe wie ein „Wissenschaftler“ zu erforschen. So wird die Malerei bei Zobernig zu einer Maschine für die Produktion von Erkenntnissen. Charakteristisch für das Vorgehen des Künstlers in diesem Zusammenhang sind Strategien der Vereinfachung, Normierung und Systematisierung durch Anwendung von festgelegten Regeln sowie die künstlerische Aneignung von industriellen Normen und weit verbreiteten Mustern (wie etwa TV-Testbildern).

www.mumok.at

Elisabeth von Sansonow

Elisabeth von Sanonow

The Elder Poem

25.06.–12.09.2021 Grazer Kunstverein

Die Ausstellung beginnt fast 300 km von hier entfernt im Land der Göttinnen, in einem üppigen und vielfältigen Ackerland in der Region Hollabrunn in Niederösterreich. Diese fast vier Hektar große Fläche wurde 2020 von Elisabeth von Samsonow und einer Gruppe von Künstler*innen und Unterstützer*innen erworben und ist zu einem Ort tiefgreifender künstlerischer Aktivitäten geworden. Von der Enthüllung des „Brunnens von Holla“ über die Lehre zur Rolle des Holunders und der Weißen Göttin bis hin zu einem Veranstaltungsort für performative und diskursive Veranstaltungen bietet das Land Elisabeth von Samsonow und ihren Kolleg*innen des Dissident Goddesses‘ Network und darüber hinaus die Möglichkeit, das Territorium neu abzubilden und dabei neue Wege zu finden, sich mit Natur, Kunst, Philosophie sowie miteinander in einem zu diesem Zweck errichteten Parlament auseinanderzusetzen…

www.grazerkunstverein.org

Photo © Wienbibliothek im Rathaus, Plakatsammlung P-228889 (Ausschnitt)

Gestern bei M. E. Mayer eingetroffen

– Fragmente einer vergessenen Erfolgsgeschichte

08.02.–03.10.2021 Jüdisches Museum Wien

„Gestern bei M. E. Mayer eingetroffen, heute schon eine Mundzier“, schrieb Anton Kuh 1925 im Feuilleton über einen damals beliebten französischen Duft. Die beiden eleganten Parfümerien von M. E. Mayer waren zu dieser Zeit ein Begriff. Sie befanden sich am Lobkowitzplatz 1 und am Graben 17 in der Wiener Innenstadt. Das Unternehmen produzierte viele der angebotenen Seifen, Cremes, Parfüms, Puder, Rasierwasser, -apparate und -klingen selbst. Die Fabrik dafür lag in der Pernerstorfergasse 57 im 10. Wiener Gemeindebezirk und nahm einen ganzen Häuserblock ein.

Ab September 1932 wurde in der Parfümerie am Lobkowitzplatz ein Gästebuch geführt, in dem sich die Prominenz dieser Zeit verewigte, darunter Carl Zuckmayer, Hugo Thimig, Ida Roland, Fritz Grünbaum, Louise Rainer, Alexander Lernet-Holenia, Franz Werfel, Nora Gregor und Hedy Mandl (später Lamarr). Wie die Parfümerien innen aussahen und wie in der Fabrik produziert wurde, überliefert ein Album mit 31 Fotos…

www.jmw.at

Bildcourtesy Edward Clydesdale Thomson

Der Grazer Kunstverein zieht um!

Der Grazer Kunstverein führt eine Machbarkeitsstudie durch mit dem Ziel, spekulativ den Umzug der Institution an einen anderen Ort zu entwickeln. Dieses performative Publikumsprogramm wird neben dem fortlaufenden Ausstellungsprogramm angeboten und findet in Form einer begleitenden Serie aus Kurzzeitveranstaltungen an Testorten in allen 17 Bezirken der Stadt Graz statt. Das Endziel dieses fortlaufenden Forschungsprojekts, das gemeinsam mit dem Künstler Edward Clydesdale Thomson im Rahmen von Graz Kulturjahr 2020 konzipiert wurde, besteht darin, ein neues Zuhause für die Institution zu finden.

Die Idee des Umzugs bietet uns eine Gelegenheit, Bedeutung und Funktion des Kunstvereins neu zu überdenken. Was tun wir und für wen tun wir dies? Wie würde ein Umzug unsere derzeitigen Produktionsmethoden verändern und beeinflussen? Welcher Freiheit und welchen Herausforderungen würden wir begegnen, wenn wir ganz einfach unsere vier Wände in der Inneren Stadt verlassen? Inwiefern könnte uns der Umzug in die Lage versetzen, die Rolle der Kultur und die Notwendigkeit von Kunst in der Stadt aktiv zu hinterfragen und kritisch zu reflektieren?

Das Depot im Grazer Kunstverein dient als Treffpunkt, Informations- und Dokumentationszentrum, Arbeitsraum und als Basis für das Kaleidoskop an Entdeckungsreisen durch die Stadt im Kulturjahr 2020. Zu sehen ist die gesamte Anzahl an funktionalen Kunstwerken, die von Edward Clydesdale Thomson konzipiert und hergestellt wurden. Jedes skulpturale Objekt repräsentiert einen Stadtteil der Stadt Graz und dient als Verankerung jedes Projekts an unserem ständigen Standort im Palais Trauttmansdorff.

www.grazerkunstverein.org

Ulrike Müller | Installation View | Queens Museum

Ulrike Müller und Amy Zion

Die Konferenz der Tiere

16.09.–22.10.2021 Queens Museum | New York

Die Konferenz der Tiere besteht aus einem Wandbild der Künstlerin Ulrike Müller und einer Ausstellung mit Kinderzeichnungen der unabhängigen Kuratorin Amy Zion. Der Titel dieses Projekts stammt aus dem Kinderbuch des deutschen Schriftstellers Erich Kästner, The Animal’s Conference (1949), das nach dem Zweiten Weltkrieg geschrieben wurde. Die Geschichte ist eine politische Satire über eine Gruppe von Tieren, die, frustriert von der Unwirksamkeit menschlicher internationaler Konferenzen, zusammenkommen, um den Planeten zu retten. 

Als Maler ist Müllers scheinbar abstraktes Vokabular von Farben und Formen emotional und politisch aufgeladen und fördert figurative Lesarten. In früheren Installationen hat Müller farbige Wände als Hintergrund für ihre Emailbilder, gewebten Wollteppiche und Arbeiten auf Papier verwendet. In Die Konferenz der Tiere (Ein Wandbild) stellt sie die bemalte Wand mit riesigen tierähnlichen Formen in den Vordergrund. Ihre gedämpfte Palette und monumentale Größe stützt sich auf Geschichten der öffentlichen Kunst und des Wandgemäldes vor und nach dem Zweiten Weltkrieg.

www.queensmuseum.org

Louise Bourgeois, Couple, 2004 | Stoff, 44 x 16 x 16 cm | Sammlung Goetz
© The Easton Foundation/ VG Bild-Kunst, Bonn 2020. Courtesy Sammlung Goetz, München

AU RENDEZ-VOUS DES AMIS

Klassische Moderne im Dialog mit Gegenwartskunst aus der Sammlung Goetz

29.09.2020 ‐ 16.01.2022 Pinakothek der Moderne

Die Klassische Moderne ist mit ihrer Vielzahl von neuen künstlerischen Stilrichtungen eine Inspirationsquelle für die nachfolgenden Künstlergenerationen. Sie bereitete den Weg für einen freien Umgang mit Farbe, Perspektive und Proportionen. Diesen Einfluss zeigt die Neupräsentation von 13 Sälen der Klassischen Moderne im Dialog mit 80 Werken der Gegenwartskunst aus der Sammlung Goetz. Dabei wird der Schwerpunkt Malerei medial um Fotografie, Skulptur und textile Arbeiten erweitert. Viele der Künstlerinnen und Künstler setzen sich aber auch kritisch mit diesem Erbe der abendländischen Kultur auseinander und werfen Fragen zum Umgang mit Körper, Geschlecht und Identität auf. Mit Francis Bacon, Max Beckmann, Louise Bourgeois, Fischli Weiss, Rodney Graham, Wassily Kandinsky, Ernst Ludwig Kirchner, Franz Marc, Pablo Picasso, Oskar Schlemmer, Rosemarie Trockel, Woty Werner, Andrea Zittel u.a.

www.pinakothek.de

Kunstvermittlungsprojekt YES, WE’RE OPEN!

Das interkulturelle Vermittlungsprojekt der Pinakothek der Moderne

Die Welt, in der wir leben, hat sich stark verändert. Flucht und Migration, kulturelle Vielfalt bei gleichzeitiger Radikalisierung, Integration, Globalisierung und Entwurzelung berühren unsere Gesellschaft. Nicht nur in Politik und Wirtschaft, auch in der Kultur findet ein Umdenken statt. Das Museum definiert seine Aufgaben neu. Mit Projekten, die eine Begegnungsplattform für Geflüchtete und Menschen aus Bayern anbieten, reagiert es auf die gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Eine neue Perspektive für Europa muss den politischen, den ökonomischen und den kulturellen Blick miteinander in Beziehung setzen.

PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne E.V.

www.pin-freunde.de

Lichtzeichen Wien | Gedenkprojekt OT | The commemorative project OT
© JMW/Katharina Lischka

Lichtzeichen Wien

Gedenkprojekt OT

Das Gedenkprojekt OT setzt ein dauerhaftes Lichtzeichen an die Stelle der 1938 zerstörten Synagogen Wiens. Die fünf Meter hohe „Sternstele“ des Künstlers Lukas Kaufmann trägt einen ineinander verflochtenen leuchtenden Davidstern. Das Projekt des Jüdischen Museums Wien in Kooperation mit der Universität für Angewandte Kunst wurde am 8. November 2018 im Rahmen des Gedenkens an das Novemberpogrom in Betrieb genommen.

OT steht in der hebräischen Sprache für Symbol. Dieses benennt im Judentum nicht nur ein Zeichen, sondern auch ein sichtbares religiöses Merkmal der Beziehung zwischen Gott und Mensch. Im Gedenkjahr 2018 wurden an den 25 ehemaligen Standorten der Synagogen, die im Novemberpogrom 1938 mutwillig zerstört wurden, in 16 Wiener Bezirken Licht-Zeichen zum Gedenken an diese Orte sowie ihre Geschichte errichtet.

www.jmw.at

Praterstraße 23, 1902–1908|Internationale Hygiene-Ausstellung, Dresden 1911. Weitere Adressen: Rathausstraße 13, 1895 –1902; Krugerstraße 8, 1902–1903 aus: The Shabbat Room, 2013

The Shabbat Room.

Eine Rauminstallation von Maya Zack

Jüdisches Museum Wien

Die permanente Rauminstallation The Shabbat Room von Maya Zack verbindet das erste Jüdische Museum Wiens mit dem heutigen. Die 1976 in Israel geborene Künstlerin rückt mittels künstlerischer Recherche die sogenannte Gute Stube des um 1900 berühmten Malers Isidor Kaufmann wieder ins Bewusstsein. Diese zentrale Museumsinstallation war ein wichtiges Zeugnis von Kaufmanns Suche nach Bildern eines „ursprünglichen“ Judentums bzw. nach dem Background der Wiener Jüdinnen und Juden um 1900. Kaufmann unternahm diese Suche Jahr für Jahr in den nordöstlichen Kronländern. Mit seiner 1899 installierten Guten Stube schenkte er den Wiener Jüdinnen und Juden einen Raum für die Erinnerung an das Familienleben ihrer eigenen Kindheit oder an das ihrer Eltern. Die Installation der Guten Stube wurde 1938 bei der gewaltsamen Schließung des ersten Wiener Jüdischen Museums zerstört.

www.jmw.at

(c) Nikolaus Gansterer

THE MEMORY MAP – Eine Topologie des Gedenkens

Jüdisches Museum Wien

Nikolaus Gansterer gestaltete das Original mit Ausschnitten aus faksimilierten Briefen von Überlebenden aus Wien, wobei der Großteil seines Materials aus US-Archiven stammt. Das Jüdische Museum plant, die Schenkung des Vienna Project und des Künstlers Nikolaus Gansterer in die Dauerausstellung „Unsere Stadt! Jüdisches Wien bis heute“ aufzunehmen. Das Exponat wird im zweiten Stock ausgestellt, wo es am Beginn der Ausstellung zu einem Stadtplan in Bezug tritt, der die drei jüdischen Gemeinden Wiens vor 1945 zeigt. In der Memory Map steht die dritte jüdische Gemeinde, ehemals die drittgrößte Europas, im Mittelpunkt, die zwischen 1938 und 1945 vernichtet wurde.

www.jmw.at

steirischer herbst ’21

The Way Out

09.09.–10.10.2021

steirischer herbst is exploring The Way Out this year – in the literal sense and metaphorically, in the context of the ongoing crisis, the pandemic as well as for Art, with a capital A, as Art is once again searching for its place in society…

Dana Sherwood | Inside the Belly of the Alpine Ibex | 2021

Posters by artists have always been one of the strong points of steirischer herbst’s festival program. In the 1970s, some of them even made headlines and created a local scandal. Without necessarily aiming at one but carrying on the tradition strongly connected to Graz and its people, the festival this year wants to disrupt the public space, nowadays saturated with glossy images of all kinds, with new artist’s works, sometimes enigmatic but always memorable. Artists were asked to react to the slogan The Way Out, but not necessarily to illustrate or refer to it directly. What we see are not always posters in the strict sense, but fragments of the artists’ rich imagination, fluctuating freely between scenes of pure fantasy, split-second life impressions, and direct political statements.

www.steirischerherbst.at

Philipp Fleischmann

Untitled (34bsp), 2021

34th Bienal de São Paulo | 04.09.–05.12.2021

The 34th Bienal de São Paulo will be curated by Jacopo Crivelli Visconti, together with Paulo Miyada, Carla Zaccagnini, Francesco Stocchi and Ruth Estévez. The curatorial team project proposes to structure the exhibition based on the concept of “relation”, freely inspired by the reflections of thinkers such as Édouard Glissant (1928-2011) and Eduardo Viveiros de Castro (b. 1951). The 34th Bienal states that it is necessary to abandon narrow and monolithic viewpoints to become open to a multiplicity of possible relations under constant evolution.

The curators have invited Austrian artist and filmmaker Philipp Fleischmann to produce a new work for the exhibition, which will be co-produced by Phileas. Fleischmann is interested in the logics and mechanisms of the institution and the myth of the neutral space, where he repeatedly intervenes as an active player. For his films, marked by institutional critique, Fleischmann has developed a formal idiom that is completely bound to analog film, using a site-specific camera designed to formulate a unique relation between the material of the footage and the subject of the recording.

www.bienal.or.br | www.phileas.org

LOOK AT THIS

17.06.–19.09.2021 Pinakothek der Moderne

The exhibition LOOK AT THIS invites visitors to reflect critically on the multitude of links between a work of art, the public, the space and the institution. At the same time the show questions firmly established (western) perceptions. LOOK AT THIS asks: what is exhibited and in what way? What role does the space play in this process? What evaluations and attributions are connected to this? What dependancies and power structures are brought to light? 
LOOK AT THIS highlights works in the most varied of media by a total of 24 international artists from the past fifty years, including Kristina Buch, Magdalena Jetelová, Victor Leguy, Nam June Paik, Gerhard Richter, David Shrigley and Andreas von Weizsäcker.
The exhibition is a poetical dialogue between the curators Folakunle Oshun (Lagos) and Bernhart Schwenk (Munich). It turns the perception of art and the diversity of perspectives into the actual subject of the exhibition – a process that has also been accompanied by a film project.

www.pinakothek.de

Jedermanns Juden. 100 Jahre Salzburger Festspiele

14.07.–21.11.2021 Jewish Museum Vienna

After the pogrom in the Middle Ages and surge in anti-Semitism, a new Jewish community in Salzburg was established with the arrival of Jews at the end of the 19th century. During the interwar period, this state was torn between Catholicism and German nationalism, which demonstrates how the phenomenon of anti-Semitism without Jews was particularly unique.

Under these conditions, the Salzburg Festival was founded in 1920 as a Catholic-Neo-Baroque spectacle. Many Viennese Jews promoted the revival of the idea of Austria on the stage. In addition to the expected tradition, there were also surprisingly many avant-garde artists on the program, including the dance productions of the stage architect Oscar Strnad. Even a work by Arnold Schönberg was performed in 1928. During Austrofascism, a politicization was carried out, as Austria wanted to present itself as a better German state. Arturo Toscanini, who came from Bayreuth, conducted Wagner operas, which were staged by the Jewish director Lothar Wallerstein. The „1000 mark barrier“ enacted by the German Reich government was directed as an economic sanction, especially against Salzburg. The festival now increasingly attracted an international audience. In 1938, the festival was ideologically reinterpreted according to the „racial theory“ of the Nazis, which meant that Jews were no longer wanted and consequently expelled…

www.jmw.at

Enjoy

The mumok Collection in Change

19.06.2021.–18.04.2022 mumok

Ten years after joining the museum, Karola Kraus is organizing with her team a collection presentation that includes central donations and acquisitions from the past decade. The selected works range from classical modernism to the present day, following the path of the collection’s development. Twenty years after mumok opened in Vienna’s MuseumsQuartier, and forty years after the founding of the Austrian Ludwig Foundation, this exhibition is both a survey of the past and a glimpse ahead to the future. As the past years are reviewed, new perspectives are proposed as basis for the museum’s future collection and exhibition activities. The collection exhibition Enjoy sets out to convey the intertwining of past and present as a living process of continual reassessment and revaluation that reflects everchanging socio-political, socio-cultural, and philosophical developments and discourses. The main themes cut across time and media: the depiction of life in society, the human body, and nature, as well as migration and the drawing of boundaries.

www.mumok.at

Heimo Zobernig

19.06.–17.10.2021 mumok

Painting, along with sculpture, film, performance, and design, is a central component of the intermedia art of Heimo Zobernig. Since the beginning of his artistic practice in the early 1980s, the artist has built up a comprehensive painterly oeuvre, always based on his attempt to explore color like a “scientist.” Thus, in Zobernig’s work, painting has become a machine for the creation of insight. Characteristics of the artist’s method in this context are strategies of simplification, standardization, and systematization using predefined rules and the artistic appropriation of industrial norms and widespread samples (such as TV test patterns).

www.mumok.at

Elisabeth von Sanonow

The Elder Poem

25.06.–12.09.2021 Grazer Kunstverein

This exhibition begins almost 300 km from here, in The Land of the Goddesses, a rich and diverse patch of farmland in the region of Hollabrunn, Lower Austria. This almost four hectare area was acquired in 2020 by Elisabeth von Samsonow and a group of artists and supporters, and has become a site of profound artistic activity. From revealing the ‘fountain of Holla’ to teaching about the role of the elder and the White Goddess to becoming a holding space for performative and discursive events, the land is offering Elisabeth and her colleagues of the Dissident Goddesses’ Network and beyond the chance to remap the territory, and in doing so to find new ways to engage with nature, art, philosophy, and one another in the form of a parliament. 

www.grazerkunstverein.org

Just in at M. E. Mayer

– Fragments of a forgotten success story

08.02.–03.10.2021 Jewish Museum Vienna

Just in yesterday at M. E. Mayer, and everyone’s already talking about it today, wrote Anton Kuh in 1925 in a feature about a popular French perfume of the time. M. E. Mayer’s two elegant perfumeries were well known to Kuh’s readers. They were located at Lobkowitzplatz 1 and Graben 17 in the center of Vienna. The factory where the company itself made many of the soaps, creams, perfumes, powders, aftershave lotions, razors, and razor blades it sold, occupied an entire block at Pernerstorfergasse 57 in the 10th district of Vienna.

www.jmw.at

Grazer Kunstverein is moving!

Grazer Kunstverein is conducting a feasibility study aimed at speculatively re-locating the institution. This performative public program unfolds alongside a continuous exhibition program, as a companion series of ephemeral events in test sites across the seventeen districts of the city of Graz. Conceived together with artist Edward Clydesdale Thomson in the context of Graz Kulturjahr 2020, this ongoing research project’s end goal is finding a new home for the institution.

The idea of moving presents us with an opportunity to rethink the role and function of the Kunstverein. What do we do and for whom do we do it? How would moving change or impact our current modes of production? What freedoms and challenges might we encounter with the simple gesture of leaving our four walls in the Innere Stadt? How might relocation enable us to actively question and critically reflect on the role of culture and the necessity of art in the city?

A central Depot at the Grazer Kunstverein acts as an information point, incubation hub, gathering place and evolving documentation space for all related activities, providing a permanent working site and touchstone for a kaleidoscope of exploratory events across the city throughout the year. On display will be the full cohort of functional artworks conceived and fabricated by Edward Clydesdale Thomson. Each sculptural object represents one district of the city of Graz, and acts as a way of anchoring each project to our permanent location in Palais Trauttmansdorff.

www.grazerkunstverein.org

Ulrike Müller und Amy Zion

The Conference of the Animals

16.9.2020–22.10.2021 Queens Museum | New York

The Conference of the Animals consists of a mural by artist Ulrike Müller and an exhibition of children’s drawings by independent curator Amy Zion. This project takes its title from German writer Erich Kästner’s children’s book The Animal’s Conference (1949) written in the aftermath of World War II. The story is a political satire about a group of animals who, frustrated by the inefficacy of human international conferences, convene to save the planet. 

As a painter, Müller’s seemingly abstract vocabulary of colors and shapes is emotionally and politically charged and encourages figurative readings. In past installations, Müller has used colored walls to act as backdrops for her enamel paintings, woven wool rugs, and works on paper. In The Conference of the Animals (A Mural), she foregrounds the painted wall with giant animal-like shapes. Their muted palette and monumental scale draws on histories of public art and muralism before and after World War II…

www.queensmuseum.org

AU RENDEZ-VOUS DES AMIS

Modernism in Dialogue with Contemporary Art from the Sammlung Goetz

29.09.2020–16.01.2022 Pinakothek der Moderne

With its multitude of startling new artistic styles, Modernism has remained a source of inspiration for successive generations of later artists. It paved the way for the liberation of perspective, proportion, and colour from formal verisimilitude. This living legacy is vividly reflected in the new display of modern art from our own collection, now presented in relation to 80 contemporary works from the Goetz Collection. The joint display leads to a broadening of artistic media, away from the traditional collection core of paintings to include photography, sculpture, and textile art. Many of the more recent artists also take a critical look at this legacy of Western culture and question how art, then and now, deals with the body, gender, and identity. The show features the art of Francis Bacon, Max Beckmann, Louise Bourgeois, Fischli Weiss, Rodney Graham, Wassily Kandinsky, Ernst Ludwig Kirchner, Franz Marc, Pablo Picasso, Oskar Schlemmer, Rosemarie Trockel, Woty Werner, Andrea Zittel, and many more.

www.pinakothek.de

Lichzeichen Wien

Commemorative project OT

The commemorative project “OT” places a permanent light symbol marking the place where Viennese synagogues once stood before they were destroyed beyond recognition in 1938. The five-meter-tall (16.5 feet) light sculptures, created by the artist Lukas Kaufmann, feature an intertwined, illuminated Star of David. The project of the Jewish Museum Vienna in cooperation with the University of Applied Arts officially began on November 8, 2018 to commemorate the November Pogrom.

www.jmw.at

The Shabbat Room.

A permanent installation by Maya Zack

Jewish Museum Vienna

The permanent installation The Shabbat Room by Maya Zack, born in Israel in 1976, offers a link between the first Jewish Museum and the present one. Through her artistic research, she revives the early twentieth-century Gute Stube by the artist Isidor Kaufmann. This installation, which was central to the museum, was the fruit of Kaufmann’s search for a more authentic Judaism and was intended to remind the Jews of the time of their origins. It took the artist from Vienna to the north-eastern crown lands. The installation offered the Jews of Vienna a place where they could reflect on family life during their own childhood or that of their parents. It was destroyed in 1938 when the first Jewish Museum was shut down. Maya Zack’s The Shabbat Room re-interprets this no longer existing room. In this journey back-through-time, Zack retraces the path of Kaufmann’s work, its wandering and its ultimate fate, and she also reveals the Gute Stube’s origins in Kaufmann’s studio and in his paintings, as well as the mystical roots of Shabbat with which it was imbued. The artistic medium chosen by her is a computer-generated visualization suggesting a new room—designed as a contemporary tribute to a core project within the old Jewish Museum. It is based on photographs and also the few surviving objects from the original Gute Stube, which were confiscated in 1938 and dispersed among various  museums in Vienna. After 1945 they were returned to the Jewish Community, which gave them to the Jewish Museum Vienna in 1992 on permanent loan.

www.jmw.at

THE MEMORY MAP – A Topology of Remembrance

Permanent Installation

Jewish Museum Vienna

The Jewish Museum Vienna has received a very special gift: the work Memory Map by the artist Nikolaus Gansterer (born 1974, who lives in Vienna and Berlin). The 2 x 3 meter three-dimensional “city map” was commissioned and donated by The Vienna Project and its director Karen Frostig. Gansterer designed the original using cut-out extracts from scanned letters of survivors from Vienna, that were collected by Karen Frostig from descendants of survivors living in the United States. This donation was made by Karen Frostig, Director of The Vienna Project, on behalf of Nikolaus Gansterer and is incorporated in the Jewish Museum Vienna permanent exhibition “Our City! Then to Now”. It links up with the city map at the start of the exhibition on the second floor, which shows the three Jewish communities of Vienna before 1945. Memory Map focuses in particular on the third Jewish community, the third-largest in Europe, which was destroyed between 1938 and 1945.

www.jmw.at

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