Wolfgang Tillmans

Wolfgang Tillmans, Lüneburg (self), 2020

Wolfgang Tillmans

Schall ist flüssig

27.11.2021–24.4.2022 mumok (Erster Tag der Ausstellung: 14.12.2021)

In Wolfgang Tillmans künstlerischer Arbeit kommt der Beobachtung von Menschen, deren Beziehungen zueinander und deren Verhältnis zu den Dingen, die sie umgeben, zentrale Bedeutung zu. Diese subjektiven Beziehungen und Modi der Wahrnehmung von Körpern, Bildern, Materialien oder Oberflächen ändern sich angesichts der aktuellen Gesundheitskrise, der Forderung nach Social Distancing sowie der Verlagerung unseres Alltags und Miteinanders in den virtuellen Raum massiv.

Die Entwicklungen der letzten Monate beschleunigen die bereits seit geraumer Zeit zu beobachtende Mediatisierung unseres Alltags. Wir erleben räumliche Umstrukturierungen und mediale Veränderungen, die nicht zuletzt auch den Status der Fotografie und deren Verhältnis zu Materialität und Visualität betreffen.

www.mumok.at

Nairy Baghramian, The Pincher, 2017 | Courtesy the artist and Marian Goodman Gallery, New York, Paris

Nairy Baghramian

Breath Holding Spell

20.11.21–23.1.22 Secession

Nairy Baghramian setzt sich, meist ausgehend vom (fragmentierten) menschlichen Körper, mit den grundlegenden Fragen der Kunstproduktion auseinander: mit dem Verhältnis von Produktion und Rezeption, von Bild und Rahmung, Objekt und Sockel, etwa, sowie mit dem Einsatz von Material und dem Bezug zum Alltäglichen. In ortsbezogenen Installationen, fragil wirkenden Skulpturen, die sichtlich Stützung brauchen, Zeichnungen und fotografischen Arbeiten formuliert sie eine klare Absage an die Konvention der selbstbewussten Pose, der dominanten Setzung, an den Anspruch des Immerwährenden …

In ihrer Einzelausstellung im Hauptraum der Secession präsentiert Nairy Baghramian eine Installation, die mit Skulpturen aus ihren Werkserien Dwindlers und Breath Holding Spells, welche der Ausstellung auch den Titel leiht, sowie der neuen Wandarbeit Deep Furrow auf die spezifischen räumlichen Gegebenheiten reagiert.

www.secession.at

Angelika Loderer, Quiet Fonts, 2017 | Sand, Metal, | Exhibition View, Sophie Tappeiner, 2017
Courtesy: The artist & Galerie Sophie Tappeiner | Photo: kunst-dokumentation.com

Angelika Loderer

Quiet Font

5th New Museum Triennial | 28.10.21–23.1.22

Die 2009 gegründete New Museum Triennial ist eine wiederkehrende internationale Ausstellung in New York City, die sich aufstrebenden KünstlerInnen aus aller Welt widmet. Unter dem Titel Soft Water Hard Stone nimmt die Triennale Bezug auf ein brasilianisches Sprichwort: Água mole em pedra dura, tanto bate até que fura (weiches Wasser trifft auf harten Stein bis es ein Loch bohrt), das sich auf physische und metaphorische Vorstellungen von Widerstandsfähigkeit und Ausdauer bezieht. In diesem aktuell tiefgreifenden, gesellschaftlichen Wandel, in dem sich einst als stabil geltende Strukturen als zerbrechlich erweisen, präsentiert die Triennale des New Museum KünstlerInnen, die traditionelle Materialien, Techniken und Repräsentationsmodelle hinterfragen und neu erfinden.

Angelika Loderer (*1984, Feldbach) wurde eingeladen in diesem Kontext eine neue ortsspezifische Arbeit zu produzieren, welche von Phileas koproduziert wird. In ihrer Praxis erforscht Loderer Materialität, Vergänglichkeit und Balance in spielerischen und aufwändig installierten Kompositionen. 2011 schloss sie ihr Studium an der Universität für angewandte Kunst in Wien ab, bevor sie am Hendrix College in Arkansas (USA) studierte. Ihre Arbeiten sind bereits Teil mehrerer österreichischer Institutionen, darunter das Belvedere, Wien; das Lentos Kunstmuseum, Linz; und das Kunsthaus Bregenz.

www.newmuseum.org | www.phileasprojects.org

Philipp Fleischmann, Untitled (34bsp), 2021| 35mm Film, color, silent. 5’10“
Courtesy of the artist & Wonnerth Dejaco Gallery & 34th Bienal de São Paulo

Philipp Fleischmann

Untitled (34bsp), 2021

34th Bienal de São Paulo | 4.9.–5.12.21

Die 34. Biennale von São Paulo wird von Jacopo Crivelli Visconti zusammen mit Paulo Miyada, Carla Zaccagnini, Francesco Stocchi und Ruth Estévez kuratiert. Das kuratorische Team schlägt ein Ausstellungskonzept vor, das sich dem Thema „Beziehung“ verschreibt und unter anderem von Denkern wie Édouard Glissant (1928-2011) oder Eduardo Viveiros de Castro (* 1951) inspiriert ist. Die 34. Biennale proklamiert, dass es notwendig ist, enge und monolithische Standpunkte aufzugeben, um sich einer Vielzahl möglicher Beziehungen, die sich ständig weiterentwickeln und verändern zu öffnen.

Die KuratorInnen haben den österreichischen Künstler und Filmemacher Philipp Fleischmann eingeladen eine neue Arbeit für die Ausstellung zu entwickeln. Diese wird von Phileas koproduziert. Fleischmann interessiert sich für die Logik und Mechanismen von Institutionen und den Mythos des neutralen Raumes, in den er immer wieder als Künstler eingreift. Für seine von institutioneller Kritik geprägten Filme hat Fleischmann eine Formensprache entwickelt, die vollständig an den analogen Film gebunden ist und stets eine an den jeweiligen Ort adaptierte Kamera verwendet, um eine einzigartige Beziehung zwischen dem Filmmaterial im physischen Sinne und dem Ort als Thema der Aufnahme zu formulieren.

www.bineal.or.br | www.phileas.org

David Claerbout, Long Goodbye, 2007 | Erworben 2009 von PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V., Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München © David Claerbout / VG Bild-Kunst Bonn
 

Medienkunst im Fokus – Teil II

David Claerbout und Paul Pfeiffer

21.9.–1.12.21 Pinakothek der Moderne

In unserer von Schnelligkeit geprägten Gesellschaft, in der visuelle Informationen in Sekundenbruchteilen an uns vorbeiziehen, bieten Claerbout und Pfeiffer prägnante Gegenentwürfe an, die jeweils für sich zu einer Meditation des Augenblicks einladen.

In seiner extrem verlangsamten Bewegungsstudie LONG GOODBYE (2007), die eine Frau dabei zeigt, wie sie ein Tablett auf die Terrasse trägt, es abstellt, den Blick auf die Kamera richtet und zu winken beginnt, transformiert David Claerbout eine banal erscheinende Situation in eine komplexe Handlung, die die Flüchtigkeit des Moments aufhebt.

Paul Pfeiffer stellt mit EMPIRE (2004) ebenfalls das Wahrnehmungsverhalten der Betrachtenden auf die Probe. In Echtzeit – ohne Zeitraffer oder Schnitt – filmt er eine Wespe dabei, wie sie einen Wabenstock baut. Der 90 Tage dauernde Vorgang kann nur in kleinen Ausschnitten in der Pinakothek der Moderne beobachtet werden.

www.pinakothek.de

Courtesy of the artist

Aimée Zito Lema und Becket MWN

The Actress

24.9.–17.12.21 Grazer Kunstverein

Im Projekt The Actress werden Fragestellungen rund um Sprache, Aussprache und Subjektivität behandelt. In ihrer gemeinsamen Arbeit erforschen die Künstler*innen Becket MWN und Aimée Zito Lema die Zusammenhänge zwischen Sprache, Erinnerung und Bewegung, indem sie mit Schauspielerinnen in einem Prozess von dokumentierten Proben zusammenarbeiten. 

Aimée Zito Lema und Becket MWN arbeiten mit Worten. Sie arbeiten auch mit Menschen, Ideen, Subjektivität, Kameras, Körpern, Gesten, Bildschirmen und Zeit. The Actress ist eine unmittelbare Untersuchung eines Denkprozesses, auf der Suche nach einem Moment, in dem das Denken durch auswendig gelernte Wörter und Sprachakte und Bewegungen bis zum Punkt der performativen Transformation entrückt oder versetzt wird.

www.grazerkunstverein.org

Das Mirakel, 1925 | Rosamond Pinchot | Photo: Ellinger

Jedermanns Juden. 100 Jahre Salzburger Festspiele

14.7.–21.11.21 Jüdisches Museum Wien

Nach den Pogromen im Mittelalter und immer wieder aufflammendem Antisemitismus entstand durch den Zuzug von Jüdinnen und Juden Ende des 19. Jahrhunderts wieder eine jüdische Gemeinde in Salzburg. In einem Bundesland, das in der Zwischenkriegszeit zwischen Katholizismus und Deutschnationalismus zerrissen war, zeigte sich das Phänomen eines Antisemitismus ohne Jüdinnen und Juden ganz besonders.

Unter diesen Rahmenbedingungen wurden die Salzburger Festspiele 1920 als katholisch-neobarockes Spektakel gegründet. Viele Wiener Jüdinnen und Juden förderten hier die Wiederbelebung des Österreich-Gedankens auf der Bühne. Neben der erwarteten Tradition fand sich aber auch überraschend viel Avantgarde auf dem Programmzettel, unter anderem in den Tanzproduktionen oder beim Bühnen-Architekten Oscar Strnad. Sogar ein Werk von Arnold Schönberg wurde 1928 aufgeführt. Während des Austrofaschismus erfolgte eine Politisierung, da sich Österreich als besserer deutscher Staat präsentieren wollte. Der aus Bayreuth gekommene Arturo Toscanini dirigierte Wagner-Opern, inszeniert vom jüdischen Regisseur Lothar Wallerstein. Die von der deutschen Reichsregierung installierte „1000-Mark-Sperre“ richtete sich als Wirtschaftssanktion vor allem gegen Salzburg. Die Festspiele zogen nun verstärkt ein internationales Publikum an. 1938 wurden die Festspiele im Sinne der „Rassentheorie“ der Nazis ideologisch uminterpretiert, Jüdinnen und Juden waren nicht mehr erwünscht und wurden vertrieben. In der Nachkriegszeit fanden sich nur wenige jüdische Protagonisten und Protagonistinnen unter den Regisseuren und Darstellern. Viele, die sich während der Nazizeit hervorgetan hatten, konnten allerdings ihre Karrieren fortsetzen. Diesen Themen widmet sich die Ausstellung „Jedermanns Juden. 100 Jahre Salzburger Festspiele“. Max Reinhardt, Bruno Walter und Berta Zuckerkandl sind nur die berühmtesten ProtagonistInnen jüdischer Herkunft.

www.jmw.at

Martha Jungwirth, Grüner Schuh, 1970 | Buntstift, Bleistift auf Transparentpapier, 87cm x 62cm | © mumok, erworben 1974 Bildrecht Wien 2021

Enjoy

Die mumok Sammlung im Wandel

19.6.21–18.4.22 mumok

Zehn Jahre nach ihrem Antritt präsentiert Karola Kraus zusammen mit ihrem Team eine Sammlungsausstellung, die zentrale Schenkungen und Ankäufe des letzten Jahrzehnts integriert und mit Werken von der klassischen Moderne bis zur Gegenwart die Sammlung in ihrer Entwicklung präsentiert. 20 Jahre nach der Eröffnung des mumok im MuseumsQuartier und 40 Jahre nach Gründung der Österreichischen Ludwig-Stiftung ist diese Ausstellung Resümee und Ausblick zugleich. Sie blickt auf die vergangenen Jahre zurück und stellt neue Perspektiven zur Diskussion, auf deren Grundlage die zukünftige museale Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit gestaltet werden kann. Die Sammlungsausstellung Enjoy zielt darauf ab, die Verzahnung von Geschichte und Gegenwart als einen lebendigen Prozess der Um- und Neubewertung zu vermitteln, in dem sich gesellschaftspolitische, soziokulturelle und philosophische Entwicklungen und Diskurse – sowie deren Wandelbarkeit – widerspiegeln. Zeit- und medienübergreifende Themenfelder sind dabei die Darstellung des gesellschaftlichen Lebens, des Körpers und der Natur sowie der Umgang mit Migration und Grenzziehungen.

www.mumok.at

Heimo Zobernig, Ohne Titel, 2012 | Acryl, Leinwand 200 x 200 cm |Courtesy Galerie Meyer Kainer, WienPhoto: Archiv Heimo Zobernig © Heimo Zobernig /Bildrecht,Wien2021

Heimo Zobernig

19.4.21–18.4.22 mumok

Malerei ist neben Skulptur, Film, Performance und Gestaltung ein zentraler Bestandteil der medienübergreifenden Kunst von Heimo Zobernig. Seit dem Beginn seiner künstlerischen Praxis in den frühen 1980er-Jahren hat der Künstler ein umfangreiches malerisches Werk erarbeitet, immer auf der Grundlage des Versuchs, die Farbe wie ein „Wissenschaftler“ zu erforschen. So wird die Malerei bei Zobernig zu einer Maschine für die Produktion von Erkenntnissen. Charakteristisch für das Vorgehen des Künstlers in diesem Zusammenhang sind Strategien der Vereinfachung, Normierung und Systematisierung durch Anwendung von festgelegten Regeln sowie die künstlerische Aneignung von industriellen Normen und weit verbreiteten Mustern (wie etwa TV-Testbildern).

www.mumok.at

Photo © Wienbibliothek im Rathaus, Plakatsammlung P-228889 (Ausschnitt)

Gestern bei M. E. Mayer eingetroffen

– Fragmente einer vergessenen Erfolgsgeschichte

8.2.21–9.1.22 Jüdisches Museum Wien

„Gestern bei M. E. Mayer eingetroffen, heute schon eine Mundzier“, schrieb Anton Kuh 1925 im Feuilleton über einen damals beliebten französischen Duft. Die beiden eleganten Parfümerien von M. E. Mayer waren zu dieser Zeit ein Begriff. Sie befanden sich am Lobkowitzplatz 1 und am Graben 17 in der Wiener Innenstadt. Das Unternehmen produzierte viele der angebotenen Seifen, Cremes, Parfüms, Puder, Rasierwasser, -apparate und -klingen selbst. Die Fabrik dafür lag in der Pernerstorfergasse 57 im 10. Wiener Gemeindebezirk und nahm einen ganzen Häuserblock ein.

Ab September 1932 wurde in der Parfümerie am Lobkowitzplatz ein Gästebuch geführt, in dem sich die Prominenz dieser Zeit verewigte, darunter Carl Zuckmayer, Hugo Thimig, Ida Roland, Fritz Grünbaum, Louise Rainer, Alexander Lernet-Holenia, Franz Werfel, Nora Gregor und Hedy Mandl (später Lamarr). Wie die Parfümerien innen aussahen und wie in der Fabrik produziert wurde, überliefert ein Album mit 31 Fotos…

www.jmw.at

Bildcourtesy Edward Clydesdale Thomson

Der Grazer Kunstverein zieht um!

Der Grazer Kunstverein führt eine Machbarkeitsstudie durch mit dem Ziel, spekulativ den Umzug der Institution an einen anderen Ort zu entwickeln. Dieses performative Publikumsprogramm wird neben dem fortlaufenden Ausstellungsprogramm angeboten und findet in Form einer begleitenden Serie aus Kurzzeitveranstaltungen an Testorten in allen 17 Bezirken der Stadt Graz statt. Das Endziel dieses fortlaufenden Forschungsprojekts, das gemeinsam mit dem Künstler Edward Clydesdale Thomson im Rahmen von Graz Kulturjahr 2020 konzipiert wurde, besteht darin, ein neues Zuhause für die Institution zu finden.

Die Idee des Umzugs bietet uns eine Gelegenheit, Bedeutung und Funktion des Kunstvereins neu zu überdenken. Was tun wir und für wen tun wir dies? Wie würde ein Umzug unsere derzeitigen Produktionsmethoden verändern und beeinflussen? Welcher Freiheit und welchen Herausforderungen würden wir begegnen, wenn wir ganz einfach unsere vier Wände in der Inneren Stadt verlassen? Inwiefern könnte uns der Umzug in die Lage versetzen, die Rolle der Kultur und die Notwendigkeit von Kunst in der Stadt aktiv zu hinterfragen und kritisch zu reflektieren?

Das Depot im Grazer Kunstverein dient als Treffpunkt, Informations- und Dokumentationszentrum, Arbeitsraum und als Basis für das Kaleidoskop an Entdeckungsreisen durch die Stadt im Kulturjahr 2020. Zu sehen ist die gesamte Anzahl an funktionalen Kunstwerken, die von Edward Clydesdale Thomson konzipiert und hergestellt wurden. Jedes skulpturale Objekt repräsentiert einen Stadtteil der Stadt Graz und dient als Verankerung jedes Projekts an unserem ständigen Standort im Palais Trauttmansdorff.

www.grazerkunstverein.org

Louise Bourgeois, Couple, 2004 | Stoff, 44 x 16 x 16 cm | Sammlung Goetz
© The Easton Foundation/ VG Bild-Kunst, Bonn 2020. Courtesy Sammlung Goetz, München

TEIL II: AU RENDEZ-VOUS DES AMIS

Klassische Moderne im Dialog mit Gegenwartskunst aus der Sammlung Goetz

6.8.21–16.1.22 Pinakothek der Moderne

Die Klassische Moderne ist mit ihrer Vielzahl von neuen künstlerischen Stilrichtungen eine Inspirationsquelle für die nachfolgenden Künstlergenerationen. Sie bereitete den Weg für einen freien Umgang mit Farbe, Perspektive und Proportionen. Diesen Einfluss zeigt die Neupräsentation von 13 Sälen der Klassischen Moderne im Dialog mit 80 Werken der Gegenwartskunst aus der Sammlung Goetz. Dabei wird der Schwerpunkt Malerei medial um Fotografie, Skulptur und textile Arbeiten erweitert. Viele der Künstlerinnen und Künstler setzen sich aber auch kritisch mit diesem Erbe der abendländischen Kultur auseinander und werfen Fragen zum Umgang mit Körper, Geschlecht und Identität auf. Mit Francis Bacon, Max Beckmann, Louise Bourgeois, Fischli Weiss, Rodney Graham, Wassily Kandinsky, Ernst Ludwig Kirchner, Franz Marc, Pablo Picasso, Oskar Schlemmer, Rosemarie Trockel, Woty Werner, Andrea Zittel u.a.

www.pinakothek.de

Kunstvermittlungsprojekt YES, WE’RE OPEN!

Das interkulturelle Vermittlungsprojekt der Pinakothek der Moderne

Die Welt, in der wir leben, hat sich stark verändert. Flucht und Migration, kulturelle Vielfalt bei gleichzeitiger Radikalisierung, Integration, Globalisierung und Entwurzelung berühren unsere Gesellschaft. Nicht nur in Politik und Wirtschaft, auch in der Kultur findet ein Umdenken statt. Das Museum definiert seine Aufgaben neu. Mit Projekten, die eine Begegnungsplattform für Geflüchtete und Menschen aus Bayern anbieten, reagiert es auf die gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Eine neue Perspektive für Europa muss den politischen, den ökonomischen und den kulturellen Blick miteinander in Beziehung setzen.

PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne E.V.

www.pin-freunde.de

Lichtzeichen Wien | Gedenkprojekt OT | The commemorative project OT
© JMW/Katharina Lischka

Lichtzeichen Wien

Gedenkprojekt OT

Das Gedenkprojekt OT setzt ein dauerhaftes Lichtzeichen an die Stelle der 1938 zerstörten Synagogen Wiens. Die fünf Meter hohe „Sternstele“ des Künstlers Lukas Kaufmann trägt einen ineinander verflochtenen leuchtenden Davidstern. Das Projekt des Jüdischen Museums Wien in Kooperation mit der Universität für Angewandte Kunst wurde am 8. November 2018 im Rahmen des Gedenkens an das Novemberpogrom in Betrieb genommen.

OT steht in der hebräischen Sprache für Symbol. Dieses benennt im Judentum nicht nur ein Zeichen, sondern auch ein sichtbares religiöses Merkmal der Beziehung zwischen Gott und Mensch. Im Gedenkjahr 2018 wurden an den 25 ehemaligen Standorten der Synagogen, die im Novemberpogrom 1938 mutwillig zerstört wurden, in 16 Wiener Bezirken Licht-Zeichen zum Gedenken an diese Orte sowie ihre Geschichte errichtet.

www.jmw.at

Praterstraße 23, 1902–1908 | Internationale Hygiene-Ausstellung, Dresden 1911. Weitere Adressen: Rathausstraße 13, 1895 –1902; Krugerstraße 8, 1902–1903 aus: The Shabbat Room, 2013

The Shabbat Room.

Eine Rauminstallation von Maya Zack

Jüdisches Museum Wien

Die permanente Rauminstallation The Shabbat Room von Maya Zack verbindet das erste Jüdische Museum Wiens mit dem heutigen. Die 1976 in Israel geborene Künstlerin rückt mittels künstlerischer Recherche die sogenannte Gute Stube des um 1900 berühmten Malers Isidor Kaufmann wieder ins Bewusstsein. Diese zentrale Museumsinstallation war ein wichtiges Zeugnis von Kaufmanns Suche nach Bildern eines „ursprünglichen“ Judentums bzw. nach dem Background der Wiener Jüdinnen und Juden um 1900. Kaufmann unternahm diese Suche Jahr für Jahr in den nordöstlichen Kronländern. Mit seiner 1899 installierten Guten Stube schenkte er den Wiener Jüdinnen und Juden einen Raum für die Erinnerung an das Familienleben ihrer eigenen Kindheit oder an das ihrer Eltern. Die Installation der Guten Stube wurde 1938 bei der gewaltsamen Schließung des ersten Wiener Jüdischen Museums zerstört.

www.jmw.at

Nikolaus Gansterer, THE MEMORY MAP, 2013 © Nikolaus Gansterer

THE MEMORY MAP – Eine Topologie des Gedenkens

Nikolaus Gansterer

Jüdisches Museum Wien

Nikolaus Gansterer gestaltete das Original mit Ausschnitten aus faksimilierten Briefen von Überlebenden aus Wien, wobei der Großteil seines Materials aus US-Archiven stammt. Das Jüdische Museum plant, die Schenkung des Vienna Project und des Künstlers Nikolaus Gansterer in die Dauerausstellung „Unsere Stadt! Jüdisches Wien bis heute“ aufzunehmen. Das Exponat wird im zweiten Stock ausgestellt, wo es am Beginn der Ausstellung zu einem Stadtplan in Bezug tritt, der die drei jüdischen Gemeinden Wiens vor 1945 zeigt. In der Memory Map steht die dritte jüdische Gemeinde, ehemals die drittgrößte Europas, im Mittelpunkt, die zwischen 1938 und 1945 vernichtet wurde.

www.jmw.at

Wolfgang Tillmans

Sound is liquid

27.11.2021– 24.4.2022 mumok (First day of Exhibition: December 14, 2021)

Wolfgang Tillmans’s artistic practice attributes central importance to the observation of people, their relationship to one another, and their connection to the things around them. These subjective relations and modes of perceiving bodies, images, materials, or surfaces are undergoing massive shifts in light of the current health crisis, calls for social distancing, and the relocation of our everyday life and interaction into virtual space.

Recent developments have exacerbated the mediatization of our everyday lives, which we have been witnessing for some time. We are experiencing a spatial restructuring and changes in the media landscape that also affect the status of photography and its relationship to materiality and visuality.

www.mumok.at

Nairy Baghramian

Breath Holding Spell

20.11.21–23.1.22 Secession

In art that typically takes the (fragmented) human body as its point of departure, Nairy Baghramian grapples with the fundamental questions of art production: with the interrelations between production and reception, between picture and frame, between object and pedestal, for example, but also with the use of materials and the work’s interaction with the everyday. In site-responsive installations, sculptures that appear fragile, obviously in need of support, drawings, and photographic works, the artist takes a stand against the conventional pose of self-confidence, the dominant creative gesture, and its claim to perpetual validity.

In her solo exhibition in the Secession’s main hall, Nairy Baghramian presents an installation that responds to the architectural specifics of the setting, featuring sculptures from her series Dwindlers and Breath Holding Spells—from which the exhibition also takes its title—as well as the new wall piece Deep Furrow.

www.secession.at

Angelika Loderer

Quiet Font

5th New Museum Triennial | 28.10.2021–23.1.2022

Established in 2009, the New Museum Triennial is a recurring international exhibition in New York City devoted to emerging artists from around the world. The upcoming exhibition will be the first major US museum exhibition for many of the artists included, and the accompanying catalogue will in many cases represent the first published scholarship of their work. This will be the first collaboration between Phileas and the New Museum Triennial, as well as with artist Angelika Loderer.

Within this context, Angelika Loderer (b. 1984, Feldbach) has been invited to produce a new site-specific work, which will be co-produced by Phileas. In her practice, Loderer explores materiality, ephemerality and balance in playful and intricately installed compositions. She graduated from the University of Applied Arts, Vienna, in 2011 before studying at Hendrix College in Arkansas, USA. Her works have been collected by several Austrian institutions including the Belvedere, Vienna; Lentos Kunstmuseum, Linz; and Kunsthaus Bregenz.

www.newmuseum.org | www.phileas.org

Aimée Zito Lema und Becket MWN

The Actress

24.9.–17.12.21 Grazer Kunstverein

The Actress is a project in which questions of language, enunciation and subjectivities are addressed. Through this collaborative work, artists Becket MWN and Aimée Zito Lema explore the relations between speech, memory, and movement by working with actors through a process of documented rehearsals. 

Aimée Zito Lema and Becket MWN do things with words. They also do things with people, ideas, subjectivities, cameras, bodies, gestures, screens and time. The Actress is a live investigation of a thinking process, in search of a moment when thinking is distracted or displaced, by memorized words and speech acts and movements, to the point of performative transformation.

www.grazerkunstverein.org

Philipp Fleischmann

Untitled (34bsp), 2021

34th Bienal de São Paulo | 4.9.–5.12.21

The 34th Bienal de São Paulo will be curated by Jacopo Crivelli Visconti, together with Paulo Miyada, Carla Zaccagnini, Francesco Stocchi and Ruth Estévez. The curatorial team project proposes to structure the exhibition based on the concept of “relation”, freely inspired by the reflections of thinkers such as Édouard Glissant (1928-2011) and Eduardo Viveiros de Castro (b. 1951). The 34th Bienal states that it is necessary to abandon narrow and monolithic viewpoints to become open to a multiplicity of possible relations under constant evolution.

The curators have invited Austrian artist and filmmaker Philipp Fleischmann to produce a new work for the exhibition, which will be co-produced by Phileas. Fleischmann is interested in the logics and mechanisms of the institution and the myth of the neutral space, where he repeatedly intervenes as an active player. For his films, marked by institutional critique, Fleischmann has developed a formal idiom that is completely bound to analog film, using a site-specific camera designed to formulate a unique relation between the material of the footage and the subject of the recording.

www.bienal.or.br | www.phileas.org

Jedermanns Juden. 100 Jahre Salzburger Festspiele

14.7.–21.11.21 Jewish Museum Vienna

After the pogrom in the Middle Ages and surge in anti-Semitism, a new Jewish community in Salzburg was established with the arrival of Jews at the end of the 19th century. During the interwar period, this state was torn between Catholicism and German nationalism, which demonstrates how the phenomenon of anti-Semitism without Jews was particularly unique.

Under these conditions, the Salzburg Festival was founded in 1920 as a Catholic-Neo-Baroque spectacle. Many Viennese Jews promoted the revival of the idea of Austria on the stage. In addition to the expected tradition, there were also surprisingly many avant-garde artists on the program, including the dance productions of the stage architect Oscar Strnad. Even a work by Arnold Schönberg was performed in 1928. During Austrofascism, a politicization was carried out, as Austria wanted to present itself as a better German state. Arturo Toscanini, who came from Bayreuth, conducted Wagner operas, which were staged by the Jewish director Lothar Wallerstein. The „1000 mark barrier“ enacted by the German Reich government was directed as an economic sanction, especially against Salzburg. The festival now increasingly attracted an international audience. In 1938, the festival was ideologically reinterpreted according to the „racial theory“ of the Nazis, which meant that Jews were no longer wanted and consequently expelled…

www.jmw.at

Enjoy

The mumok Collection in Change

19.6.21.–18.4.22 mumok

Ten years after joining the museum, Karola Kraus is organizing with her team a collection presentation that includes central donations and acquisitions from the past decade. The selected works range from classical modernism to the present day, following the path of the collection’s development. Twenty years after mumok opened in Vienna’s MuseumsQuartier, and forty years after the founding of the Austrian Ludwig Foundation, this exhibition is both a survey of the past and a glimpse ahead to the future. As the past years are reviewed, new perspectives are proposed as basis for the museum’s future collection and exhibition activities. The collection exhibition Enjoy sets out to convey the intertwining of past and present as a living process of continual reassessment and revaluation that reflects everchanging socio-political, socio-cultural, and philosophical developments and discourses. The main themes cut across time and media: the depiction of life in society, the human body, and nature, as well as migration and the drawing of boundaries.

www.mumok.at

Just in at M. E. Mayer

– Fragments of a forgotten success story

8.2.21–9.1.22 Jewish Museum Vienna

Just in yesterday at M. E. Mayer, and everyone’s already talking about it today, wrote Anton Kuh in 1925 in a feature about a popular French perfume of the time. M. E. Mayer’s two elegant perfumeries were well known to Kuh’s readers. They were located at Lobkowitzplatz 1 and Graben 17 in the center of Vienna. The factory where the company itself made many of the soaps, creams, perfumes, powders, aftershave lotions, razors, and razor blades it sold, occupied an entire block at Pernerstorfergasse 57 in the 10th district of Vienna.

www.jmw.at

Grazer Kunstverein is moving!

Grazer Kunstverein is conducting a feasibility study aimed at speculatively re-locating the institution. This performative public program unfolds alongside a continuous exhibition program, as a companion series of ephemeral events in test sites across the seventeen districts of the city of Graz. Conceived together with artist Edward Clydesdale Thomson in the context of Graz Kulturjahr 2020, this ongoing research project’s end goal is finding a new home for the institution.

The idea of moving presents us with an opportunity to rethink the role and function of the Kunstverein. What do we do and for whom do we do it? How would moving change or impact our current modes of production? What freedoms and challenges might we encounter with the simple gesture of leaving our four walls in the Innere Stadt? How might relocation enable us to actively question and critically reflect on the role of culture and the necessity of art in the city?

A central Depot at the Grazer Kunstverein acts as an information point, incubation hub, gathering place and evolving documentation space for all related activities, providing a permanent working site and touchstone for a kaleidoscope of exploratory events across the city throughout the year. On display will be the full cohort of functional artworks conceived and fabricated by Edward Clydesdale Thomson. Each sculptural object represents one district of the city of Graz, and acts as a way of anchoring each project to our permanent location in Palais Trauttmansdorff.

www.grazerkunstverein.org

PART II: AU RENDEZ-VOUS DES AMIS

Modernism in Dialogue with Contemporary Art from the Sammlung Goetz

6.8.21–16.1.22 Pinakothek der Moderne

With its multitude of startling new artistic styles, Modernism has remained a source of inspiration for successive generations of later artists. It paved the way for the liberation of perspective, proportion, and colour from formal verisimilitude. This living legacy is vividly reflected in the new display of modern art from our own collection, now presented in relation to 80 contemporary works from the Goetz Collection. The joint display leads to a broadening of artistic media, away from the traditional collection core of paintings to include photography, sculpture, and textile art. Many of the more recent artists also take a critical look at this legacy of Western culture and question how art, then and now, deals with the body, gender, and identity. The show features the art of Francis Bacon, Max Beckmann, Louise Bourgeois, Fischli Weiss, Rodney Graham, Wassily Kandinsky, Ernst Ludwig Kirchner, Franz Marc, Pablo Picasso, Oskar Schlemmer, Rosemarie Trockel, Woty Werner, Andrea Zittel, and many more.

www.pinakothek.de

Lichzeichen Wien

Commemorative project OT

The commemorative project “OT” places a permanent light symbol marking the place where Viennese synagogues once stood before they were destroyed beyond recognition in 1938. The five-meter-tall (16.5 feet) light sculptures, created by the artist Lukas Kaufmann, feature an intertwined, illuminated Star of David. The project of the Jewish Museum Vienna in cooperation with the University of Applied Arts officially began on November 8, 2018 to commemorate the November Pogrom.

www.jmw.at

The Shabbat Room.

A permanent installation by Maya Zack

Jewish Museum Vienna

The permanent installation The Shabbat Room by Maya Zack, born in Israel in 1976, offers a link between the first Jewish Museum and the present one. Through her artistic research, she revives the early twentieth-century Gute Stube by the artist Isidor Kaufmann. This installation, which was central to the museum, was the fruit of Kaufmann’s search for a more authentic Judaism and was intended to remind the Jews of the time of their origins. It took the artist from Vienna to the north-eastern crown lands. The installation offered the Jews of Vienna a place where they could reflect on family life during their own childhood or that of their parents. It was destroyed in 1938 when the first Jewish Museum was shut down. Maya Zack’s The Shabbat Room re-interprets this no longer existing room. In this journey back-through-time, Zack retraces the path of Kaufmann’s work, its wandering and its ultimate fate, and she also reveals the Gute Stube’s origins in Kaufmann’s studio and in his paintings, as well as the mystical roots of Shabbat with which it was imbued. The artistic medium chosen by her is a computer-generated visualization suggesting a new room—designed as a contemporary tribute to a core project within the old Jewish Museum. It is based on photographs and also the few surviving objects from the original Gute Stube, which were confiscated in 1938 and dispersed among various  museums in Vienna. After 1945 they were returned to the Jewish Community, which gave them to the Jewish Museum Vienna in 1992 on permanent loan.

www.jmw.at

THE MEMORY MAP – A Topology of Remembrance

Permanent Installation

Jewish Museum Vienna

The Jewish Museum Vienna has received a very special gift: the work Memory Map by the artist Nikolaus Gansterer (born 1974, who lives in Vienna and Berlin). The 2 x 3 meter three-dimensional “city map” was commissioned and donated by The Vienna Project and its director Karen Frostig. Gansterer designed the original using cut-out extracts from scanned letters of survivors from Vienna, that were collected by Karen Frostig from descendants of survivors living in the United States. This donation was made by Karen Frostig, Director of The Vienna Project, on behalf of Nikolaus Gansterer and is incorporated in the Jewish Museum Vienna permanent exhibition “Our City! Then to Now”. It links up with the city map at the start of the exhibition on the second floor, which shows the three Jewish communities of Vienna before 1945. Memory Map focuses in particular on the third Jewish community, the third-largest in Europe, which was destroyed between 1938 and 1945.

www.jmw.at

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