Cosima von Bonin

                                                         

Installationsansicht / Museum Ludwig Köln, COSIMA VON BONIN’S CUT! CUT! CUT! FOR MUSEUM LUDWIG’S SLOTH SECTION, LOOP # 04 OF THE LAZY SUSAN SERIES, A ROTATING EXHIBITION, 2012 Photo: Lothar Schnepf
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COSIMA VON BONIN. HIPPIES USE SIDE DOOR.

DAS JAHR 2014 HAT EIN RAD AB.

04/10 – 18/01/2014 mumok

Im Herbst 2014 präsentiert das mumok die bisher umfassendste Ausstellung Cosima von Bonins in Österreich. Unter dem Titel HIPPIES USE SIDE DOOR. DAS JAHR 2014 HAT EIN RAD AB. erwartet die BesucherInnen ab 4. Oktober mit über 100 Arbeiten ein groß angelegter Überblick über das Werk der 1962 in Mombasa, Kenia geborenen Künstlerin – von den künstlerischen Anfängen bis hin zu ganz neuen Arbeiten. Retrospektiv angelegt, vollzieht die Ausstellung nach, wie von Bonins Arbeiten immer stärker in den Raum übergreifen.

Typisch für das komplexe Beziehungsnetz, das sie zwischen bildender Kunst und Musik aufgespannt hat, ist das Einbeziehen langjähriger KollegInnen und FreundInnen in ihre Ausstellungsvorhaben. Neben Tocotronic und Phantom Ghost, die mit Konzerten im Programm der Ausstellung vertreten sind, haben sich unter den Namen The 3 Ypsilons und The Ypsilon Five aus dem Freundeskreis der Künstlerin gleich zwei Formationen gebildet, die den Eröffnungsabend der Ausstellung am 3. Oktober mit Performancedarbietungen bestreiten. An der Fassade des mumok prangt ab Ausstellungsbeginn ein Balkon. Besetzt ist er mit einer sich übergebenden Figur.

www.mumok.at

 

 

Cinthia Marcelle, Dust Never Sleeps, Installationsansicht, Secession 2014 (c) Oliver Ottenschläger

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CINTHIA MARCELLE
Dust Never Sleeps

11/11 – 02/11/2014 Secession

Cinthia Marcelle hat vielfach Situationen und performative Aktionen in öffentlichen Räumen inszeniert, um mit diesen Interventionen Alltagshandlungen in poetische Ereignisse zu transformieren. Video und Fotografie dienen dabei als künstlerische Mittel der Dokumentation. Die Künstlerin hat die Ruine als Allegorie für Geschichte jenseits von einem Schönheitsbegriff immer wieder thematisiert. Dabei nimmt sie Bezug zu Walter Benjamins Auffassung von Geschichte als Vorgang eines unaufhaltsamen Verfalls. Ein Material, das Marcelle wiederholt verwendet hat, ist Staub. Die losen Partikel werden in klar abgegrenzte Räume gesprüht und markieren, sobald sie sich gesetzt haben, einen neuen Raum. Die abgelagerten Schichten von Staub und Schmutz verkörpern zugleich die Materialisierung von Zeit.

Mit ihrer Installation Dust Never Sleeps (2014) transformiert Cinthia Marcelle das Grafische Kabinett der Secession in einen verwaist anmutenden Raum, in dem alles von schwarzem Ruß bedeckt ist: Boden, Wände, Decke, Fenster, Türen, Lampen. Hellere Konturen heben sich ab und die unterschiedlich dichte Akkumulation von Material erzeugt, ähnlich einem Fotonegativ, eine Art räumliche Zeichnung. Nur ein schmaler Bereich ist ausgespart und für BesucherInnen betretbar. Die räumliche Enge des sauberen Streifens und die offensichtliche labile Beschaffenheit der aus losem Pulver bestehenden Installation erzeugen eine spürbare Spannung, während die scharfe Trennung zwischen den beiden Bereichen einen Außen- im Innenraum schafft. Auch in Cinthia Marcelles Installation À margem dos dias, die zeitnah in São Paulo eröffnet wird, spielt die Ästhetik des Verfalls eine tragende Rolle. Allerdings ist die künstlerische Herangehensweise in dem seit rund 25 Jahren leerstehenden Matarazzo Spital genau umgekehrt: Anstatt Material hinzuzufügen, hat die Künstlerin Ablagerungen von über zwei Dekaden entlang der Wände entfernt und somit einen schmalen sauberen Streifen geschaffen. BesucherInnen dürfen hier ausschließlich den staubigen Bereich in der Mitte betreten.

www.secession.at

 

 

 

(c) Christine Winkler / Courtesy Grazer Kunstverein

Ronald

Ronald Jones und Elio Montanari

Grazer Kunstverein 27/09 – 23/11/2014

Was eine Person über sich mitzuteilen bereit ist, unterliegt meist akzeptierten Formen der Verschleierung. Das Leitmotiv des steirischen herbst aufgreifend, wird der Grazer Kunstverein im Rahmen der Ausstellung diese akzeptierten Formen und somit den Prozess des kommunikativen Teilens genauer beleuchten und er lässt Kulturschaffende darüber zur Diskussion antreten.
Hauptausstellung ist die Einzelschau von Ronald Jones, die sich auf seine Werke aus den späten 80er- und frühen 90er-Jahren konzentrieren wird. Jones beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit dem politischen Potenzial von Objekten, die auf ihre Form reduziert, aber dennoch historisch sowie kritisch aufgeladen sind – und sich meist auf Isolation und Terrorismus beziehen.
The Members Library wird Originaldokumente des italienischen Fotografen Elio Montanari zeigen, der über 30 Jahre lang Künstlerinnen und Künstler fotografierte – ein fesselndes Zeugnis über den kreativen Akt und über Freundschaft, das einen Einblick hinter die Kulissen der Kunstpraxis gewährt.

 www.grazerkunstverein.org

 

 

 

Das Südbahnhotel (c) Yvonne Oswald

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Das Südbahnhotel. Am Zauberberg der Abwesenheit.

Fotografien von Yvonne Oswald

10/09 – 11/01/2015 Jüdisches Museum Wien

Das Südbahnhotel auf dem Semmering vor den Toren Wiens steht als Symbol einer modernen und künstlerisch inspirierenden Epoche. Persönlichkeiten wie Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal, Karl Kraus, Alfred Polgar, Peter Altenberg, Gustav Mahler, Franz Werfel, Stefan Zweig, Sigmund Freud, Ludwig Wittgenstein, Felix Salten oder Robert Musil, die das Kultur- und Geistesleben des 20. Jahrhunderts prägten, sind in ihrem Schaffen eng mit dem Semmering verbunden. Nur 75 Jahre nach der Erschließung des Semmerings durch die Eisenbahn erklärten die Nationalsozialisten die Region als „judenrein“. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs konnte der Semmering nie wieder zu einer solchen Blüte gelangen – die Abwesenheit der früheren Gäste hinterließ auch dort eine Lücke, die nicht zu schließen war.

Die Fotografin Yvonne Oswald hat sich auf eine intensive Spurensuche begeben und fing die verbliebene Aura im Südbahnhotel mit der Kamera ein. „Das Südbahnhotel“ ist eine fotografisch-künstlerische Arbeit über das im historischen Kontext wichtigste weitgehend original erhaltene Palasthotel Mitteleuropas. Es versinnbildlicht die Leere, die durch die Ermordung und Vertreibung der Jüdinnen und Juden entstanden ist.

www.jmw.at

 

 

 

John Baldessari, Color Corrected Studio (with Window), 1972-1973, Color photograph, painted, Photo: mumok © John Baldessari

Die

Die Gegenwart der Moderne

14/3 – 08/02/2015  mumok

In der Sammlungspräsentation Die Gegenwart der Moderne befragt das mumok das große utopische Projekt der Moderne nach seiner Aktualität und seinem Potenzial für nachfolgende Generationen. In der Neuaufstellung der Sammlung steht eine produktive Auseinandersetzung mit der Moderne zur Diskussion. Ästhetische und formale Übernahmen werden als Transfer des Repertoires der Moderne in neue Fragestellungen begriffen, die weit über die bloße Umwandlung von Moderne in selbstreferenzielle Modernismen hinaus gehen. Ein roter Faden, der sich durch das 20. Jahrhundert zieht, ist in dieser Hinsicht die Duchamp-Rezeption, die im Nouveau Réalisme und Fluxus eine große Rolle spielt. Marcel Duchamp, der die Produktion verweigerte, antworteten diese KünstlerInnen mit einer Überzahl von ihm gewidmeten Werken.

Die Gegenwart der Moderne zeigt die bei unserem Publikum beliebte Sammlung der klassischen Moderne in einer Neuaufstellung, die Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen, Fotografien, Möbel und Architekturmodelle umfasst. In der Verschränkung der alten mit den neuen Medien kommt der Fotografie eine besondere Aufgabe zu, die in der Ausstellung an Werken von Karl Blossfeldt oder René Magritte besonders deutlich hervortritt.
Erstmals setzt das mumok in einer Sammlungspräsentation auch einen Österreichschwerpunkt: Zu sehen sind Zeichnungen von Josef Hoffmann, Architekturmodelle von Adolf Loos oder Fotografien von Dora Kallmus.

Zentrale Themen sind darüber hinaus Architektur und urbanes Leben sowie Design und Konstruktion. So stellt Runa Islam in ihrem Film Empty the Pond to Get the Fish (2008) die modernistische Architektur des 20er Hauses, wo das mumok 1962 als Museum des 20. Jahrhunderts eröffnet wurde, in Bezug zu ausgewählten Werken aus der mumok Sammlung und gibt somit das Ausstellungsthema paradigmatisch vor. In seiner fotografischen Arbeit Color Corrected Studio (with Window) (1972–1973) überträgt John Baldessari die für Mondrian typische Strukturierung von Horizontalen und Vertikalen in sein Atelier. Die Fotoserie konterkariert dessen Funktionalität, indem sie ihm den Spiegel der Moderne vorhält.

www.mumok.at

 

 

steirischer herbst 2014

Festival of new art

26/09 – 19/10/2014

steirischer herbst has re-invented itself many times in its history – an amorphous institution in progress that poses the question as to its conditions and necessities as a very individual platform for new art every year.

As a festival, steirischer herbst is special in many respects: by dint of its many voices, its promotion of communication between the various disciplines of art, thanks to the link-up of aesthetic positions and theoretical discourse. Its clear-cut positioning as a festival of production and processes, of facilitation and initiation is also special – and increasingly necessary in the international politico-cultural situation.

The incorporation and networking of both international and regional artists, scenes and contexts is a central issue – steirischer herbst did, after all, emerge from an initiative of local scenes, on the one hand, and has taken productive advantage of its proximity to Slovenia, Croatia and the Central and Eastern European regions (long before the opening of most borders), on the other.

www.steirischerherbst.at

 

 

Südbahnhotel. The Magic Mountain Abandoned.

Photographs by Yvonne Oswald

10/09 – 11/01/2014 Museum Judenplatz

The Südbahnhotel in Semmering near Vienna is the symbol of a modern and artistically inspiring epoch. Artists like Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal, Karl Kraus, Alfred Polgar, Peter Altenberg, Gustav Mahler, Franz Werfel, Stefan Zweig, Sigmund Freud, Ludwig Wittgenstein, Felix Salten, and Robert Musil, all of whom helped shape twentieth-century cultural and intellectual life, are closely linked with Semmering.
Just seventy-five years after the railway opened up the region, the Nazis declared Semmering “free of Jews.” After World War II, Semmering was never able to regain its former glory. The absence of earlier guests left a vacuum that has never been filled.

The photographer Yvonne Oswald set off to seek the traces of this bygone era and capture the residual aura of the Südbahnhotel with her camera. “Das Südbahnhotel” is an artistic photographic work with the extensively intact palace hotel, within its historical context one of the most important in Central Europe, as its subject. It is also a metaphor for the vacuum created through the murder and expulsion of the Jews.

www.jmw.at

 

Richard Mosse (IE)

The Enclave

27/09 – 12/10/2014  Kunsthaus Graz

For two years, the Irish film-maker and photographer Richard Mosse travelled in eastern Congo together with cameraman Trevor Tweeten, trailing rebel groups and visiting places plagued by violence and terror. So far, more than five million people have been killed in a civil war that has been raging since the end of the 90s.
“The Enclave” is a film installation that condenses authentic soundscapes and the terrifying, eerily coloured images captured on 16mm infrared film into an uncanny elegy to a nightmare known as war.
When we see tanks driving around and people burying the dead in “The Enclave”, then it is not in the manner of the war reporter’s documentary material, but rather as an artistic, personal approach to this horror. The installation was on show at last year’s Venice Biennale and is now set to screen as an Austrian premiere at musikprotokoll at the steirischer herbst festival.

www.steirischerherbst.at

 

Karl Neubacher (AT)

Media Artist, 1926-1978

18/06 – 12/10/2014 Kunsthaus Graz

Along with Richard Kriesche and Peter Gerwin Hoffmann, Karl Neubacher is considered one of the pioneers of the avant-garde and of conceptual art in Styria. That something representative in this area developed in Graz in the 1960s and 1970s, its effects spreading way beyond the regional context, gives the protagonists relevance, lifting them clearly out of the narrow confines of provincialism.

www.museum-joanneum.at

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

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