ELEVATE

 

 

Elevate the Apocalypse?

Festival für zeitgenössische Musik, Kunst & politischen Diskurs

24. – 28/10/2012 Graz

2012 – Das Elevate Festival thematisiert die Apokalypse als Fragestellung: Gelingt es, den dringend nötigen Wandel hin zu solidarischen Wirtschafts- und Lebensweisen, die die ökologischen Grenzen respektieren und Menschenrechte achten, zu bewerkstelligen? Oder bedarf es erst großer Katastrophen, damit grundlegende Veränderungen entschieden vorangetrieben werden?

Das Thema „Weltuntergang 2012“ ist schon seit einigen Jahren immer wieder in den Medien präsent – nicht zuletzt wegen diverser Voraussagen, die aus Überlieferungen der Maya-Kultur stammen sollen. Die Wintersonnenwende am 21. Dezember 2012 wird fälschlicherweise als Ende des Maya-Kalenders bezeichnet und zum Anlass genommen, unseriöse Katastrophenszenarien – ausgelöst etwa durch einen abrupten Polsprung im Magnetfeld der Erde oder durch das plötzliche Auftauchen eines „Planeten X“ – zu verbreiten.

Abseits dessen gibt es jedoch eine ganze Menge tatsächlicher Bedrohungen: Wird nicht ein grundlegend anderer Weg eingeschlagen, wird sich die gegenwärtige Wirtschaftskrise weiter verschärfen und die in der westlichen Welt zu beobachtende Entdemokratisierung weiter vorangetrieben werden. Gelingt es nicht, den Klimawandel auf ein bestimmtes Ausmaß zu beschränken, könnten noch in diesem Jahrhundert erhebliche Teile des Planeten für Menschen unbewohnbar werden. Und nicht zu vergessen: Die nukleare Bedrohung – insbesondere durch veraltete Atommeiler in Grenznähe – ist auch hierzulande nach wie vor real, auch wenn sie im Alltag meist nicht mehr im Bewusstsein ist. Für immer mehr Menschen (vor allem im globalen Süden) ist die große Katastrophe im Übrigen keine zukünftige Bedrohung, sondern bereits heute Alltag: Die Zunahme von Hunger, Armut und Elend ist Folge eines globalen Wirtschaftssystems, dessen Wachstumszwang einen stetig steigenden Ressourcenverbrauch und die damit einhergehende Zerstörung lebenswichtiger Ökosysteme und landwirtschaftlich nutzbarer Böden verursacht.

Im Rahmen der drei Thementage Understand!“, „Act!“ und „Develop! bietet das Diskursprogramm Analysen der aktuellen Entwicklungen durch renommierte Expert*innen (Understand!), präsentiert zukunftsweisende Alternativen, die zum Aktiv-Werden einladen (Act!), und versucht gemeinsam mit dem Publikum wichtige Grundpfeiler unserer Gesellschaft weiterzuentwickeln (Develop!).

Konkrete Beispiele alternativen Handelns in den Bereichen Ernährung, Energie und Bauen/Wohnen werden ebenso vorgestellt wie Strategien und Konzepte zur umfassenden Demokratisierung von Gesellschaften, neue Möglichkeiten der Kommunikation und solidarische Formen des Wirtschaftens – jenseits von Ausbeutung, Konkurrenz und Profit.

Ein in Kooperation mit dem ORF veranstaltetes Dialogforum beschäftigt sich mit verschiedenen Zugängen zum Festivalthema und beleuchtet psychologische Aspekte und die Rolle der Medien. Im Rahmen der abschließenden Elevate Awards Show werden heuer zum ersten Mal Menschen und Initiativen ausgezeichnet, die die Welt zu einem lebenswerteren Ort machen.

Freier Eintritt bei allen Diskussionen, Vorträgen, Workshops und Filmscreenings!

www.elevate.at

 

 

 

 

Cittadellarte (I)

Teilen und verändern

Kunsthaus Graz
29/09 – 03/02/2013

Di – Fr 10.00 – 17.00, Sa & So 10.00 – 18.00

Teilhabe steht im gesamten künstlerischen Werk von Michelangelo Pistoletto, dem großen Vertreter der Arte Povera, im Zentrum – mit der von ihm ins Leben gerufenen Arbeits- und Forschungsgemeinschaft Cittadellarte hat er seinen Überlegungen eine neue Dimension gegeben: ein offenes Netzwerk, das Arbeit, Erziehung, Kommunikation, Kunst, Nahrung, Politik, Spiritualität und Wirtschaft zwar unterteilt, aber dabei gleichzeitig die Produktion und gemeinschaftliche Inspiration ohne rigide Spartentrennung in den Vordergrund stellt. Wie funktionieren künstlerische Eingriffe in weltweite Realitäten und welche Kraft hat das Kollektiv?
„Teilen und verändern“ bringt sehr verschiedene, gesellschaftlich aktive Künstlergruppen in einer organisch verbundenen, urbanen Struktur zusammen, in der künstlerische Partizipation zum Ausgangspunkt einer Untersuchung demokratisch gelebter Zivilgesellschaft wird und die sich bis in den realen Raum der Stadt erstreckt.

www.museum-joanneum.at

 

 

© Norbert Miguletz

Intoleranz / Normalität

Grazer Kunstverein
29/09 – 24/11

Mo – So 10.30 – 18.00

Rechtsextreme und populistische Politik ist auf dem Vormarsch und mit ihr neue Formen der Intoleranz. Begriffe wie Gutmensch und Politische Korrektheit werden benutzt, um Menschen zu diffamieren, die sich um das Ideal einer offenen Gesellschaft sorgen, während rechtsextreme Parteien überall in Europa salonfähig werden. Doch für die meisten Menschen scheint das kein sonderlicher Anlass zur Besorgnis zu sein – es ist halt so, ist normal, wird zur Normalität.
Ist der Erfolg von Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ normal? Ist die alltägliche Islamophobie in Europa normal? Oder die Tatsache, dass sich der norwegische Massenmörder Anders Breivik in seinem Manifest auf zahlreiche Zitate namhafter Politiker, Journalisten, Theoretiker berufen kann? Was bedeutet es also, wenn das, was als normal erachtet wird, zugleich eine Bedrohung darstellt?
„Intoleranz / Normalität“ lädt Künstlerinnen und Künstler ein, Fallstudien durchzuführen, die sich mit der zunehmenden Normalisierung dieser Atmosphäre öffentlicher Intoleranz auseinandersetzen.

www.grazerkunstverein.org

 

 

Dan Flavin an artificial barrier of blue, red and blue fluorescent light (to Flavin Starbuck Judd), 1968 / Solomon R. Guggenheim Museum, New York, Panza Collection, Photo: mumok
© Stephen Flavin/VBK Wien, 2012

 

Dan Flavin (US)

Lights

13/10/2012 – 03/02/2013

Der US-amerikanische Künstler Dan Flavin (1933–1996) hat seit den frühen 1960er-Jahren mit handelsüblichen Leuchtstoffröhren in genormten Dimensionen und Farben ein unverwechselbares Œuvre geschaffen. Präzision und Kalkül verbinden sich darin mit sinnlicher Ausstrahlung. Die Wahl der Röhren als Arbeitsmittel signalisiert die Annäherung der Kunst an die Alltags- und Konsumwelt. Ihre Präsentationsweisen folgen den Prinzipien minimalistischer Nüchternheit. Schon die frühe Serie der icons verdeutlicht die Entwicklung vom bild- zum lichtbezogenen Werk und die damit einhergehende Überwindung traditioneller Kunstgattungen und Werkformen. Durch das Anbringen von Leuchtstoffröhren an neuralgischen Stellen des Raumes tilgt Flavin die letzten Reste gängiger Bildvorstellungen: Mit the diagonal of May 25, 1963 (to Constantin Brancusi), 1963, wird erstmals und kompromisslos eine einzelne Röhre zum Mittel luminarer Selbstinszenierung. Ohne jegliches Beiwerk entfaltet sie eine Leuchtkraft, die die üblichen Grenzziehungen zwischen Werk, Raum und BetrachterIn ebenso außer Kraft setzt wie die Trennlinie zwischen rationaler Form und poetischer Erscheinung. Einen Höhepunkt raumbezogener Lichtkunst in der Ausstellung bilden die sogenannten European Couples, deren Röhrenquadrate die Raumecken überblenden und die BetrachterInnen in imaginäre, ineinander verschwimmende Farbräume tauchen lassen. Gemeinsam mit den Lichtarbeiten werden Zeichnungen gezeigt, die zum einen den Prozess der Werkplanung verdeutlichen und zum anderen Flavins bildnerische Sensitivität bezeugen.

www.mumok.at

 

 

ELEVATE

FESTIVAL  FOR CONTEMPORARY  MUSIC, ARTS AND POLITICAL DISCOURSE

24. – 28/10/2012

 

Elevate the Apocalypse?

2012 – The Apocalypse is placed as the central theme of the Elevate Festival in the form of a question: Are we going to achieve the much-needed shift towards solidarity-based economies and lifestyles that respect inherent ecological limits? Or will major disasters be necessary to bring about fundamental changes?

„Doomsday 2012“ has been a reoccurring theme in the media for several years now – not least due to various predictions allegedly derived from Mayan traditions. The Winter Solstice on 21 December 2012 is incorrectly referred to as the end of the Mayan calendar, and used as an opportunity to spread dubious disaster scenarios – triggered by an abrupt geomagnetic reversal or by the sudden appearance of a „Planet X“.

Beyond this, however, lie a whole lot of actual threats: unless a fundamentally different course is struck, the current economic crisis will continue to worsen, and the apparent de-democratization in the Western world will proceed. If we fail to keep climate change in check to a certain extent, significant parts of this planet may become uninhabitable for humans even within this century. And not to forget: the nuclear threat still persists even within Austria, especially by outdated nuclear reactors near the border, although it hardly crosses our mind these days. For an increasing number of people, however, especially in the global south, the major catastrophe has already ceased to be a future threat, and become everyday life: The rise of hunger, poverty and misery is the result of a global economic system that demands continual economic growth and therefore drives an ever-increasing resource consumption which leads to the destruction of vital ecosystems and arable soils.

As part of the three theme days „Understand!„, „Act!“ and „Develop!„, the discourse program offers analyses of the latest developments by renowned experts (Understand!), presents forward-thinking alternatives that invite to become active (Act!), and tries, in cooperation with the audience, to further develop important pillars of our society (Develop!).

Concrete examples of alternative practices in the areas of food, energy and construction / housing will be presented, as well as strategies and concepts for a comprehensive democratization of societies, new forms of communication and solidarity-based models of economic activity – beyond exploitation, competition and profit.

A dialogue forum, organized in cooperation with the Austrian Broadcasting Association (ORF), deals with various approaches to the theme of the festival and examines psychological aspects and the role of the media. At the concluding Elevate Awards Show, awards are given out for the first time, to individuals and initiatives that are helping to make this world a better place.

www.elevate.at

 

 

Dan Flavin (US)

Lights

13/10/2012 – 03/02/2013

In the early 1960s, US artist Dan Flavin (1933–1996) began using commercially available fluorescent tubes in standard sizes and colours to create an unmistakable œuvre. Precision and careful calculation are bound together with a sensual aura. By choosing the tubes as the material for his works, Flavin signalised the increasing proximity of art with everyday life and the consumer world. The ways in which they are presented are derived from principles of minimalist sobriety. Even the early series of icons illustrates the development from pictures to light-related work and the associated transcendence of traditional genres and forms of art. By affixing fluorescent tubes at critical points in the room Flavin erases the remnants of current notions of how a picture is defined: In the diagonal of May 25, 1963 (to Constantin Brancusi), 1963, the tubes appear for the first time as uncompromising objects in a luminary self-staging. Stripped of anything extraneous, the work develops a luminous power that not only suspends the usual boundaries between work, room and viewer, but also the dividing line between rational form and poetic appearance. One of the high points of this spatially-oriented light art in the exhibition is represented by the so-called European Couples in which the fluorescent tube squares dissolve the corners of the room and immerse viewers in an imaginary, intermingled, blurred colour space. Drawings will be presented together with the light works. These document both Flavin’s process of planning for the works and his artistic sensitivity.

www.mumok.at

 

Cittadellarte (I)

Divide and change

Kunsthaus Graz
29/09 – 03/02/2013

Tue – Fri 10 am – 5 pm, Sat & Sun 10 am – 6 pm

Participation is the focal point in all of the artistic works of Michelangelo Pistoletto, the great exponent of Arte Povera, and he has given his ideas a new dimension in the form of the work and research group “Cittadellarte” created by him: an open network that, while dividing work, education, communication, art, food, politics, spirituality and economy, at the same time focuses on production and communal inspiration without rigidly dividing the various spheres. How do artistic interventions in global realities work, and what is the power of the collective?
“Divide and change” brings together very different socially active artist groups in an organically connected, urban structure, in which artistic participation becomes the starting point for an examination of democratically lived civil society, extending into real urban space.

 

Intolerance / Normality

Grazer Kunstverein
29/09 – 24/11

Mon – Sun 10.30 am – 6 pm

Extreme right-wing and populist politics are gaining ground, bringing with them new forms of intolerance. Terms such as do-gooder and political correctness are used to defame people concerned with the ideal of an open society, while extreme right-wing parties are becoming acceptable everywhere in Europe. But for most people, this does not seem to be a particular cause for concern – that’s just the way it is, it’s normal, it’s becoming a normality.
Is the success of Thilo Sarrazin’s book “Deutschland schafft sich ab” normal? Is everyday Islamophobia in Europe normal? Or the fact that the Norwegian mass murderer Anders Breivik can draw on numerous quotes of renowned politicians, journalists and theorists in his manifesto? So what does it mean when what is considered normal at the same time poses a threat?
“Intolerance / Normality” invites artists to carry out case studies on the increasing normalisation of this atmosphere of public intolerance.

www.grazerkunstverein.org

 


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