John Akomfrah

John Akomfrah, Vertigo Sesa, 2015, Ausstellungsansicht Secession 2020, Foto: Iris Ranzinger

John Akomfrah

21.02–19.04.2020 Secession Wien

Der Filmemacher und Drehbuchautor John Akomfrah untersucht in seinen atmosphärischen Filmen die Struktur von Erinnerung, die Erfahrungen von Migranten in ihren Diasporen und die historischen, gesellschaftlichen und politischen Hintergründe des Postkolonialismus. Als Gründungsmitglied des einflussreichen Black Audio Film Collective (1982–1998) arbeitet er bis heute mit seinen Künstler­gefährten David Lawson und Lina Gopaul zusammen. Schon früh etablierte er den vielschichtigen visuellen Stil seiner filmischen Essays, für die er Archivmaterial aus verschiedenen historischen Epochen, Texte aus literarischen und klassischen Quellen und neu gefilmte Sequenzen kombiniert und auf poetische Weise ineinander schneidet. Seine filmischen Montagen widersetzen sich dabei stets einer einzelnen Erzählung oder historischen Chronologie. Vielfach bestehen die immersiven Videoinstallationen des Künstlers auch aus mehrkanaligen Bildkompositionen, in denen er mittels Gegenüberstellungen und Dialogen zwischen den Bildern und Sounds die unterschiedlichen Momente und Erzählungen auslotet.

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© Michael E. Smith

Michael E. Smith

21.02.–19.04.2020 Secession Wien

Michael E. Smith produziert Skulpturen, Installationen, Objekt-Collagen und Videos; er setzt zum Teil interaktive Klanginstallationen ein und versteht den jeweiligen Ausstellungsraum als aktiven Dialogpartner bei der Entstehung der Ausstellung. Smiths Installationen eröffnen einen Erfahrungsraum, der weit mehr als nur unseren Sehsinn anspricht. Er bezieht immaterielle Komponenten wie Licht, Geräusche und gewohnheitsmäßige Abläufe ein und zielt auf die Schärfung der Wahrnehmung insgesamt. Sein Umgang mit der gegebenen Architektur, dem Raum, in dem Ausstellungen stattfinden oder Werke präsentiert werden, ist dafür charakteristisch. Durch einfache Eingriffe wie beispielsweise die Veränderung der üblichen Lichtverhältnisse – durch Dimmen oder Entfernen von Lampen – erzeugt er minimale Störungen im System des Gewohnten. Subtile Interventionen – das Entfernen von Türgriffen etwa – verändern Abläufe, Wege, Funktionen und führen zu Sensibilisierung sowohl der BesucherInnen als auch der vor Ort arbeitenden Menschen.

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John Baldessar, Studio, 1988 | Lithografie und Siebdruck auf Papier, ca. 65,3 x 85,6 cm | 2019 erworben durch PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V. für die Sammlung Moderne Kunst © courtesy of John Baldessari Estate

A brief collection display of John Baldessari

28.01.–05.07.2020 Piankothek der Moderne

Der kürzlich verstorbene, kalifornische Künstler John Baldessari (1931 – 2020) zählt zu den bekanntesten Vertretern der Konzeptkunst. Scharfsinn und Leichtigkeit hat er in seinen Werken zu eigenwilliger Ironie verbunden, die nicht zuletzt die eigene Künstleridentität hinterfragt. Anlass für die Einrichtung eines John-Baldessari-Raums sind sieben neu erworbene Werke, eine Initiative, die auf Inka Graeve Ingelmann (1960 – 2019) zurückgeht. Als Leiterin der Sammlung Fotografie und Neue Medien hat sie diesen Bereich seit der Eröffnung der Pinakothek der Moderne maßgeblich aufgebaut und geprägt. Der John-Baldessari-Raum wurde auf der Grundlage ihrer Pläne verwirklicht. „Ich werde wohl als der Typ erinnert werden, der Punkte auf die Gesichter von Menschen gemacht hat“, sagte John Baldessari. Doch dieses Markenzeichen, das den Blick vom Wesentlichen auf das vermeintlich Nebensächliche lenkt, umreißt längst nicht den gesamten Kosmos des Künstlers. Fotografie und Malerei, Video und Skulptur, Bild und Text und generell das Crossover zwischen verschiedenen Disziplinen und Erzählweisen bestimmen sein Werk.

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Judith Joy Ross, Ohne Titel, aus der Serie „Portraits at the Vietnam Veterans Memorial, Washington, D.C.“, 1983-1984, Bromsilbergelatineabzug auf Tageslichtauskopierpapier, goldgetont, seit 2003 Dauerleihgabe der Siemens © Judith Joy Ross, Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Gegenüber. Portäts von August Sander bis Rineke Dijkstra.

01.02.–05.07.2020 Pinakothek der Moderne

Die menschliche Figur als eines der ältesten Motive in der Kunst nimmt auch in der Fotografie eine bedeutsame Rolle ein. Speziell in diesem Medium verdankt sich die Darstellung gleichrangig dem ungerührten, scheinbar objektiven Auge der Kamera wie dem subjektiven Blick des oder der Fotografierenden. In einer Präsentation aus Sammlungsbeständen wird die Bandbreite der fotografischen Porträtauffassung in den vergangenen 100 Jahren an ausgewählten Positionen deutlich. Ausgangspunkt ist August Sander, der als Wegbereiter einer sachlich-konzeptuellen Fotografie Menschen unterschiedlichster Gesellschaftsschichten und Berufsgruppen typologisch zu erfassen suchte. Einer anderen Wirklichkeit hingegen nähern sich jüngere Fotografengenerationen. Rineke Dijkstra oder Wolfgang Tillmans etwa geht es darum, im Porträt auch ein individuelles Lebensgefühl festzuhalten.

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Foto © Privatsammlung Kinsky

Wir bitten zum Tanz.

Der Wiener Cafetier Otto Pollak

21.01.–01.06.2020 Jüdisches Museum Wien

Das Café Palmhof befand sich in der Mariahilferstraße 135 im 15. Gemeindebezirk und wurde ab 1919 von Otto Pollak (1894–1978) und seinem Bruder Karl (1889–1943) betrieben. Die beiden Brüder machten das Palmhof zu einem populären Wiener Treffpunkt. Tagsüber wurde es als Kaffeehaus geführt, abends fanden regelmäßig Konzerte, Tanzveranstaltungen und gesellschaftliche Ereignisse wie z. B. die Fräulein-Wien-Wahl 1933 statt. Viele der MusikerInnen, die im Palmhof auftraten, sind heute aus dem Bewusstsein verschwunden, damals waren sie Stars. Aus dem Palmhof gab es regelmäßig Live-Übertragungen durch die RAVAG (Radio Verkehrs AG). 1938 wurde das Kaffeehaus „arisiert“. Die Familie Pollak flüchtete vorerst nach Gaya in Mähren, Otto und Karls Geburtsstadt. Von dort aus wurde die gesamte Familie 1943 nach Theresienstadt deportiert. Otto Pollak wurde als Kriegsinvalide – er verlor im Ersten Weltkrieg ein Bein – vor der Weiterdeportation verschont. Sein Bruder Karl wurde drei Tage nach der Ankunft nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Otto und seine Tochter Helga überlebten Theresienstadt. Das Palmhof wurde Anfang der 1950er-Jahre restituiert, Otto Pollak lehnte es jedoch ab, das Kaffeehaus weiterzuführen. Heute befindet sich in den Räumlichkeiten ein Supermarkt.

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James Coleman, Lapsus Exposure, 1992-1994 © James Coleman

James Coleman

Lapsus Exposure

16.11.–05.04.2020 mumok

Im Mittelpunkt der Dia- und Audio-Installation Lapsus Exposure stehen Fragen der Kommunikation, Subjektivität und Mediennutzung. Zentral ist dabei die Bedeutung des Mediums für unser Verständnis dessen, was wir sehen. Der irische Künstler James Coleman zeigt in dieser großformatigen Dia-Projektion eine Studiosituation, die für Film- oder Modeaufnahmen bereitgestellt zu sein scheint. Begleitet werden die sich überblendenden Bilder von einem mehrschichtigen, mitunter rätselhaften Voiceover. Nach und nach tauchen in den Fotografien verschiedene Charaktere auf, scheinbar Musiker_innen in zeitgenössischen, aber auch in nicht mehr aktuellen Outfits, oder auch Produktionspersonal. Das Verhältnis von Vergangenheit und Gegenwart wird auch durch die nichtlineare Erzählung auf der Tonspur thematisiert, die in der Tradition der Sprachexperimente von James  Joyce oder Samuel Beckett steht. Komplexe Beziehungsgefüge zwischen den Protagonist_innen klingen an, Anspielungen auf aufgezeichnete und Live-Performances sind zu hören und Allegorien der analogen und digitalen Fotografie werden vermittelt.

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Hedy Lamarr im Dirndl mit ihrer Dänischen Dogg im Garten ihres Anwesens in Los Angeles, 1939 © Anthony Loder Archive

Lady Bluetooth. Hedy Lamarr

26.11.–10.05.2020 Jüdisches Museum Wien

Würde Hedy Lamarr heute leben, wäre sie vielleicht eine Spitzenwissenschaftlerin geworden, die sich ihr Studium mit Modeln verdient hätte, um von ihren Eltern unabhängig zu sein. Zu ihrer Zeit sah die Welt für Frauen aber eher eine „Karriere“ als Objekt der Begierde vor, denn eine unabhängige wissenschaftliche Laufbahn. Die Welt verdankt Hedy Lamarr eine der weitreichendsten Erfindungen, ohne die heute Mobiltelefonie, WLAN oder Bluetooth undenkbar wären. Das Frequenzsprungverfahren war ihre Idee, mit der sie zum Kriegserfolg der Alliierten gegen Nazi-Deutschland beitragen wollte. Sie erfand es, auf der Suche nach einer Möglichkeit Torpedofunksignale vor feindlichen Störsendern zu schützen. Gemeinsam mit dem Komponisten George Antheil reichte sie die Erfindung ein und erhielt 1942 das Patent, das sie der US Navy schenkte. Doch die bahnbrechende Erfindung landete in der Schublade. Hedy Lamarr ließ das Patent auslaufen und konnte später keine Ansprüche mehr stellen. Die wahre Tragik ihres glamourösen Lebens aber war, dass diese brillante, selbstbewusste Frau es nicht für möglich gehalten hatte, abseits der gängigen Geschlechterklischees eine moderne Rolle für sich selbst zu erfinden. Trotz zahlreicher Beteuerungen, dass sie sich als Österreicherin fühlte, kehrte Hedy Lamarr nie mehr zurück. In Wien ist sie allerdings begraben. Die Ausstellung greift die verschiedenen Aspekte dieser facettenreichen Biografie auf und setzt einen besonderen Schwerpunkt auf ihre Lebensjahre in Wien und Berlin.

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Eileen Quinlan, 2017 | Gelatin silver print, gold tinted 50,8 × 63,5 cm | Courtesy of the artist and Campoli Presti, London/Paris © Eileen Quinlan

Objects Recognized in Flashes

Michele Abeles, Annette Kelm, Josephine Pryde, Eileen Quinlan

16.11.–30.04.2020 mumok

Wie steht es angesichts unserer gegenwärtigen „Post-Internet-Realität“ um den Umgang mit und die Beziehung von analogen und digitalen Bildern? Wie um die Beziehung von Material und  Immaterialität, von Körper, Screen und fotografischer Oberfläche? Objects Recognized in Flashes lautet der Titel einer Gruppenausstellung, in deren Mittelpunkt die Auseinandersetzung mit den Oberflächen von Fotografien, Produkten und Körpern in einer weitgehend digitalisierten Gesellschaft steht. Als Schnittstelle von Optik und Objekt lassen diese verführerischen und ambivalenten Oberflächen das Verhältnis von Ästhetik, Imagination und Materie ebenso fragwürdig erscheinen, wie die diesem Verhältnis zu Grunde liegenden Ökonomien.

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Werke von Lotte Schreiber, Foto: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner

Förderungspreis des Landes Steiermark für zeitgenössische bildende Kunst 2019

29.11.–08.03.2020 Neue Galerie Graz

Das Konzept der diesjährigen Ausstellung orientiert sich ausschließlich an den preisgekrönten Arbeiten und unterscheidet sich dahingehend von den vorherigen Förderungspreis-Ausstellungen. Da es sich bei den ausgezeichneten Kunstwerken überwiegend um (Video-) Installationen handelt, verlangt deren Präsentation autonome Räume. Bei einer derartigen Präsentation kann – vor allem im Medium der Installation – das Werk aufhören, ein autonomes ästhetisches Objekt zu sein und beginnen, sich als Ensemble zu manifestieren. Dabei wird ein bestimmter Diskurs mit verschiedenen Mitteln und aus divergenten Perspektiven visualisiert. All diese Werke bewegen sich gekonnt an den Rändern ihres aktuellen sozialen und politischen Hintergrunds entlang: durch analytisches Sondieren aus mehreren möglichen Perspektiven, durch Verschiebungen, Verweben des Fiktiven (Virtuellen) mit dem Wirklichen, Dokumentarischen und Poetischen, mit Ironie und Witz, aber auch voller Ernsthaftigkeit. Die Stimmen der Künstler/innen dieser Ausstellung sollen als potenzielle Impulsgeber/innen fungieren, die nicht nur die Fantasie des Publikums beschäftigen, sondern dieses auch zu einem tieferen und komplexeren Denken anregen.

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René Magritte, La voix du sang, 1959 |116,5 x 89,5 x 2 cm, Öl auf Leinwand|mumok -Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, erworben 1960 © Bildrecht Wien

Im Raum die Zeit lesen

Moderne im mumok 1910 bis 1955

16.11.–13.04.2020 mumok

Ist die Moderne eine Epoche? Wie sahen das Künstlerinnen und Kuratorinnen in den 1920er-Jahren? Im Raum die Zeit lesen beantwortet diese Fragen mit einer Referenz auf vier Ausstellungen bzw. Buchprojekte, die erste Gesamtdarstellungen der Moderne waren und zentrale Fragen an die eigene Zeit aufgriffen. Neue Konzeptionen von Raum und Zeit bestimmten diese vier Projekte, zu denen etwa El Lissitzkys und Hans Arps fiktives Ausstellungsprojekt von 1924 sowie Friedrich Kieslers legendäre Theaterausstellung aus demselben Jahr zählten. In einer Installation von Nicole Six und Paul Petritsch geht die mumok Ausstellung Zeitläufen und Raumsituationen nach, in der Elemente der Moderne den Rahmen setzen. Zu sehen sind etwa Werke von Giacomo Balla, Willi Baumeister, Max Ernst, Alberto Giacometti, Florence Henri, Josef Hofmann, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Yves Klein, Oskar Kokoschka, František Kupka, René Magritte, Oskar Schlemmer, Max Oppenheimer, Pablo Picasso, Felice Rix oder Sophie Taeuber-Arp uvm.

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Sam Taylor Johnson (GB 1967) Soliloqui I, 1998 | Farblithographie, C-Print, 211 x 257 cm
Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Moderne Kunst, 1999 erworben von PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V. Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen
© Sam Taylor Johnson

FEELINGS – Kunst und Emotion

08.11.–04.10.2020 Pinakothek der Moderne

Unter dem Blickwinkel des Emotionalen laden 100 Bilder, Objekte und Filme von rund 40 internationalen zeitgenössischen KünstlerInnen dazu ein, sich Kunst auf intuitive Weise zu nähern. Was löst Kunst in uns aus? Wie sehr hängt der Blick auf Kunst von unseren persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen ab? Welche Gefühle kommen bei der Betrachtung von Werken zum Vorschein, wenn allein die Intuition den Blick leitet? Die Ausstellung FEELINGS möchte diesen unmittelbaren Dialog zwischen Kunstwerk und Betrachtenden anregen, um eine intensive emotionale Auseinandersetzung zu motivieren. Geheimnisvolle Motive und atmosphärische Bildräume prägen die ausgestellten Arbeiten. Freude, Begeisterung, Ärger, Abscheu, Traurigkeit sowie unzählige weitere emotionale Reaktionen können sich bei der Betrachtung einstellen. Die Auswahl der Exponate ist subjektiv, auf den kunsthistorischen Kontext oder erklärende Wandinformationen wird bewusst verzichtet.

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Die Ephrussis. Eine Zeitreise

06.11.–08.03.2020 Jüdisches Museum Wien

Dinge und die Geschichten, die sie über die Menschen erzählen, die sie einst gesammelt, in Händen gehalten, weitergegeben und wiedergefunden haben, stehen im Mittelpunkt der Ausstellung im Jüdischen Museum Wien. Sie behandelt das Schicksal der ursprünglich aus Russland stammenden Familie Ephrussi und ihren freiwilligen und unfreiwilligen Reisen zwischen Russland, Österreich, Frankreich, Großbritannien, Spanien, den USA, Mexiko, Japan und anderen Ländern. Anhand von ausgewählten Objekten, Dokumenten und Bildern wird der wirtschaftliche und gesellschaftliche Werdegang einer europäisch-jüdischen Familie nachgezeichnet, deren Nachfahren heute durch Flucht und Vertreibung während der NS-Zeit in der ganzen Welt verstreut leben. Heute finden sich in internationalen Museen und Kunstsammlungen Werke, die ursprünglich der Familie gehörten. Sie erzählen von ihren einstigen Besitzern und ihren Beziehungen zu den damaligen Künstler- und Intellektuellenkreisen in Odessa, St. Petersburg, Wien, Berlin, Paris, London, Madrid und anderen Orten. Kernstück der Ausstellung bildet das Familienarchiv der Ephrussis, das die Familie de Waal dem Jüdischen Museum schenkte, sowie 157 Netsukes, die dem Museum als Leihgabe von der Familie zur Verfügung gestellt wurden.

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Albert Renger-Patzsch, Das Bäumchen, 1929 © Archiv Ann und Jürgen Wilde, Zülpich |VG Bild-Kunst Bonn 2019, Foto: Albert Renger-Patzsch Archiv | Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Pinakothek der Moderne

Im Winter.

Fotografien von Albert Renger-Patzsch aus den 1920er bis 1960er Jahren

26.11.–19.04.2020 Pinakothek der Moderne

Während der etwa vierzig Jahre seines Schaffens widmete sich Albert Renger-Patzsch immer wieder dem Fotografieren im Winter und veröffentlichte zahlreiche seiner Winterbilder in Büchern und Zeitschriften. Landschafts- und Winteraufnahmen stellten für den Fotografen ein besonderes Sujet und eine spezielle fotografische Herausforderung dar. Durch Schnee, Eis und die Lichtverhältnisse im Winter zeigt sich die Natur auf extreme Kontraste reduziert und reizvolle fotografische Darstellungen werden möglich. Doch es ist nicht nur das Interesse an Kompositionen in Schwarz-Weiß, sondern auch an der Darstellung der besonderen Stimmung und dem „Zauber“, die der Fotograf der Neuen Sachlichkeit und passionierter Schiläufer Renger-Patzsch in seinen Winterbildern vermittelt.

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Magdalena Odundo, Asymetrical Series, 2017 | Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (H. Rohrer)

Anders gesehen.

Afrikanische Keramik aus der Sammlung Herzog Franz von Bayern

27.09.–29.03.2020 Pinakothek der Moderne

Mit Juli 2017 ging die außerordentlich vielfältige und qualitätvolle Sammlung afrikanischer Keramik des 19. bis 21. Jahrhunderts aus der Sammlung S.K.H. Herzog Franz von Bayern als Schenkung und als Dauerleihgabe an Die Neue Sammlung – The Design Museum. Diesen großartigen Zuwachs an Gefäßkeramiken würdigt Die Neue Sammlung ab 27. September 2019 mit einer umfangreichen Ausstellung in der Pinakothek der Moderne. Der Titel „Anders gesehen. Afrikanische Keramik aus der Sammlung Herzog Franz von Bayern“ weist auf die Besonderheit der Kontextualisierung der Objekte in einem Designmuseum hin. Sie ermöglicht eine Präsentation, die einen neuen, auf die Gestaltung fokussierten Blick eröffnet. Ein ausführlicher Katalog, in dem internationale Experten einzelne Aspekte und Bereiche der Sammlung beleuchten, sowie ein umfangreiches Begleitprogramm ergänzen die Präsentation.

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Kunstvermittlungsprojekt YES, WE’RE OPEN!

Das interkulturelle Vermittlungsprojekt der Pinakothek der Moderne

Die Welt, in der wir leben, hat sich stark verändert. Flucht und Migration, kulturelle Vielfalt bei gleichzeitiger Radikalisierung, Integration, Globalisierung und Entwurzelung berühren unsere Gesellschaft. Nicht nur in Politik und Wirtschaft, auch in der Kultur findet ein Umdenken statt. Das Museum definiert seine Aufgaben neu. Mit Projekten, die eine Begegnungsplattform für Geflüchtete und Menschen aus Bayern anbieten, reagiert es auf die gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Eine neue Perspektive für Europa muss den politischen, den ökonomischen und den kulturellen Blick miteinander in Beziehung setzen.

PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne E.V.

www.pin-freunde.de

Praterstraße 23, 1902–1908|Internationale Hygiene-Ausstellung, Dresden 1911. Weitere Adressen: Rathausstraße 13, 1895 –1902; Krugerstraße 8, 1902–1903 aus: The Shabbat Room, 2013

The Shabbat Room.

Eine Rauminstallation von Maya Zack

Jüdisches Museum Wien

Die permanente Rauminstallation The Shabbat Room von Maya Zack verbindet das erste Jüdische Museum Wiens mit dem heutigen. Die 1976 in Israel geborene Künstlerin rückt mittels künstlerischer Recherche die sogenannte Gute Stube des um 1900 berühmten Malers Isidor Kaufmann wieder ins Bewusstsein. Diese zentrale Museumsinstallation war ein wichtiges Zeugnis von Kaufmanns Suche nach Bildern eines „ursprünglichen“ Judentums bzw. nach dem Background der Wiener Jüdinnen und Juden um 1900. Kaufmann unternahm diese Suche Jahr für Jahr in den nordöstlichen Kronländern. Mit seiner 1899 installierten Guten Stube schenkte er den Wiener Jüdinnen und Juden einen Raum für die Erinnerung an das Familienleben ihrer eigenen Kindheit oder an das ihrer Eltern. Die Installation der Guten Stube wurde 1938 bei der gewaltsamen Schließung des ersten Wiener Jüdischen Museums zerstört.

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(c) Nikolaus Gansterer

THE MEMORY MAP – Eine Topologie des Gedenkens

Jüdisches Museum Wien

Nikolaus Gansterer gestaltete das Original mit Ausschnitten aus faksimilierten Briefen von Überlebenden aus Wien, wobei der Großteil seines Materials aus US-Archiven stammt. Das Jüdische Museum plant, die Schenkung des Vienna Project und des Künstlers Nikolaus Gansterer in die Dauerausstellung „Unsere Stadt! Jüdisches Wien bis heute“ aufzunehmen. Das Exponat wird im zweiten Stock ausgestellt, wo es am Beginn der Ausstellung zu einem Stadtplan in Bezug tritt, der die drei jüdischen Gemeinden Wiens vor 1945 zeigt. In der Memory Map steht die dritte jüdische Gemeinde, ehemals die drittgrößte Europas, im Mittelpunkt, die zwischen 1938 und 1945 vernichtet wurde.

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John Akomfrah

Opening: 20.02.2020 Secession Wien

The filmmaker and screenwriter John Akomfrah’s atmospheric films probe the structure of memory, the diasporic experiences of migrants, and the historical, social, and political roots of post colonialism. A founding member of the influential Black Audio Film Collective (1982–1998), he continues to work with his long-term creative partners David Lawson and Lina Gopaul. Early on in his career, he established the multifaceted visual style of his filmic essays, for which he combines archival material from different periods of history, writings from literary and classical sources, and newly shot sequences in distinctive and poetic montages. His editing consistently defies monolithic narratives and historical chronology. Many of the artist’s immersive video installations are multichannel visual compositions, unfolding contrasts and dialogues between image and sound to explore the implications of various junctures and stories.

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Michael E. Smith

Opening: 20.02.2020 Secession Wien

Michael E. Smith makes sculptures, installations, object collages, and videos; he sometimes also creates interactive sound installations, conceiving of the gallery space he is working in as an active partner in the dialogical process of producing an exhibition. Smith’s installations limn a space of experience that addresses itself to much more than just our sense of vision. Integrating immaterial components such as light, sound, and habitual procedures, he seeks to sharpen all our perceptual faculties.

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A Brief Collection Display of John Baldessari

28.01.–05.07.2020 Pinakothek der Moderne

John Baldessari (1931 – 2020) is one of the best-known representatives of conceptual art. He combines ingenuity and levity in his work, creating a sense of idiosyncratic irony which subtly questions his own artistic identity. The recent acquisition of seven works by Baldessari has created the occasion for a one-room installation. This idea originated with Inka Graeve Ingelmann (1960 – 2019). As head of the Photography and New Media department, she has been instrumental in building and shaping the collection since the opening of the Pinakothek der Moderne. The John Baldessari Room was realised according to her plans.

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Counterpart. Portraits from August Sander to Rineke Dijkstra

01.02.–05.07.2020 Pinakothek der Moderne

As one of the oldest motifs in art, the human figure also plays a major role in photography. In this medium in particular, the image owes as much to the unblinking, seemingly objective eye of the camera as it does to the subjective gaze of the photographer. In this presentation from the collection’s holdings, the breadth of the spectrum of photographic portraiture over the past 100 years becomes clear through works by selected artists. The starting point is August Sander, who, as a pioneer of objective conceptual photography, sought to typologically collect photographs of people from the most diverse social strata and occupational groups. However, younger generations of photographers are approaching a different reality. Rineke Dijkstra and Wolfgang Tillmans, for example, are both concerned with capturing an individual’s attitude to life in their portraits. Also on display are works by Sybille Bergemann, Ian Wallace, Judith Joy Ross, Michael Schmidt, Marie-Jo Lafontaine, and many others.

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James Coleman

Lapsus Exposure

16.11.–28.03.2020 mumok

The slide and audio installation Lapsus Exposure addresses communication, subjectivity, and the use of media. A key question concerns the significance of the chosen medium for our understanding of what we see. In his large slide projection, Irish artist James Coleman shows a studio situation that seems to be prepared for filming or fashion photography. The overlapping images of the slide show are accompanied by a multi-layered and intriguing voiceover.

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Lady Bluetooth. Hedy Lamarr

26.11.–10.05.2020 Jewish Museum Vienna

If Hedy Lamarr were living today, she might have become a top scientist, financing her studies with modeling so as to not be dependent on her parents. In her time, the world envisaged a woman’s “career” as an object of desire rather than as an independent scientist. The world can thank Hedy Lamarr for one of the most far-reaching inventions without which mobile telephony, Wi-Fi or Bluetooth would be unthinkable today. The frequency hopping process was her idea with which she wanted to contribute to the Allied war effort against Nazi Germany. She invented it while looking for a way to protect torpedo radio signals from enemy jammers. Together with the composer George Antheil, she submitted the invention and received the patent in 1942, which she gave to the US Navy. However, the groundbreaking invention landed in the drawer. Hedy Lamarr let the patent expire and could no longer make claims later on. But the true tragedy of her glamorous life was that this brilliant, self-confident woman had not thought it possible to invent a modern role for herself beyond the usual gender stereotypes. Despite numerous assertions that she felt like an Austrian, Hedy Lamarr never returned. Vienna is nonetheless her final resting place. The exhibition addresses the various aspects of this multi-facetted biography and places particular emphasis on her years in Vienna and Berlin.

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Objects Recognized in Flashes

Michele Abeles, Annette Kelm, Josephine Pryde, Eileen Quinlan

16.11.–30.04.2020 mumok

In our contemporary “post-internet reality” what is the status of our uses of and relationships with analogue and digital images? How do we view the relations between material and immateriality, body, screen, and photographic surface? Objects Recognized in Flashes is the title of a group exhibition focusing on approaches to the surfaces of photographs, products, and bodies in a greatly digitalized society. As the interface between optics and object, these seductive and ambiguous surfaces make relations between aesthetics, imagination, and material seem highly dubious, as also are the economies that underlie these relations.

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Promotion Prize of the Province of Styria for Contemporary Fine Art 2019

29.11.–08.03.2020 Neue Galerie Graz

A prize for contemporary art was first created in Styria in 1959: the so-called ‘Joanneum Art Prize’ was awarded up until 1967 to the major representatives of Styrian modernism. In 1968 this award was re-named the ‘Art Prize of the Province of Styria’ and from 1983, the ‘Promotion Prize for Contemporary Fine Arts’ with an age limit imposed on younger artists, until 1999, at which point it was lifted. Since then, all artists who were born in Styria and have their main residence here can take part.A competition is held, at which to begin with an art expert with international experience curates an exhibition from all the works submitted. In a further phase of the competition, prizes and stipends are awarded from the positions represented in the exhibition.

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Reading Time in Space
Modernism at mumok 1910 to 1955

16.11.–13.04.2020 mumok

Is modernism an epoch? How did artists see this in the 1920s? Reading Time in Space answers these questions by referring to four exhibitions and book projects that constituted the first global presentations of modernism and raised key questions in their own time. These projects rested on new concepts of space and time. They include El Lissitzky’s und Hans Arp’s fictitious exhibition project of 1924 and Friedrich Kiesler’s legendary theater exhibition of the same year. In an installation by Nicole Six/Paul Petritsch, this mumok exhibition explores temporal and spatial coordinates whose parameters are constituted by elements of modernism. Referring to a time of upheaval in the arts, sciences, and society, the concept of modernism is an ongoing point of reference in the art history of the twentieth and twenty-first centuries, as works by Werner Feiersinger, Andreas Fogarasi, and Ulrike Grossarth show.

www.mumok.at

FEELINGS

08.11.–04.10.2020 Pinakothek der Moderne

100 paintings, objects, and films from around 40 international contemporary artists invite us to intuitively approach art from an emotional perspective. What does art provoke in us? To what extent does our view of art depend on our personal experiences and memories? Which feelings emerge as we contemplate works of art, if our gaze is led by intuition alone? The exhibition FEELINGS seeks to encourage this direct dialogue between artwork and viewer in order to stimulate an intense emotional engagement. The works exhibited are characterized by enigmatic motifs and atmospheric visual spaces. Joy, excitement, anger, revulsion, sadness, and numerous other emotional reactions may ensue upon viewing the works. The choice of exhibits is subjective; the art historical context and explanatory wall texts have been deliberately omitted.

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The Ephrussis. Travel in Time

06.11.–08.03.2020 Jewish Museum Vienna

Things and the stories that tell about the people who once collected them, held them in their hands, passed them on and found them again are the focus of the exhibition at the Jewish Museum Vienna. It examines the fate of the Ephrussi family, who originated from Russia, and their voluntary and involuntary travels between Russia, Austria, France, Great Britain, Spain, the USA, Mexico, Japan and other countries. On the basis of selected objects, documents and pictures, the economic and social development of a European-Jewish family, whose descendants now live scattered throughout the world as a result of flight and expulsion during the Nazi era, is traced. Works once belonging to the family can be found today in international museums and art collections. These recall the former owners and their relationships with the artistic and intellectual circles of that time in Odessa, St. Petersburg, Vienna, Berlin, Paris, London, Madrid and other places.

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A different perspective.

African ceramics from the collection of Franz, Duke of Bavaria

27.09.–29.03.2019 Pinakothek der Moderne

In July 2017, HRH Franz, Duke of Bavaria permanently donated his extraordinarily exquisite and diverse collection of ceramic objects dating from the 19th to the 21st century to Die Neue Sammlung – The Design Museum. Starting on 27 September 2019, Die Neue Sammlung will be honouring this generous gift with a major exhibition at the Pinakothek der Moderne. The title, “A different perspective. African ceramics from the collection of Franz, Duke of Bavaria”, refers to the special contextualization of the objects in a design museum. It enables a presentation that opens up a new design focused perspective. An extensive catalogue, in which international experts provide insight on individual aspects and areas of the collection, as well as an extensive accompanying programme complete the presentation.

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The Shabbat Room.

A permanent installation by Maya Zack

The permanent installation The Shabbat Room by Maya Zack, born in Israel in 1976, offers a link between the first Jewish Museum and the present one. Through her artistic research, she revives the early twentieth-century Gute Stube by the artist Isidor Kaufmann. This installation, which was central to the museum, was the fruit of Kaufmann’s search for a more authentic Judaism and was intended to remind the Jews of the time of their origins. It took the artist from Vienna to the north-eastern crown lands. The installation offered the Jews of Vienna a place where they could reflect on family life during their own childhood or that of their parents. It was destroyed in 1938 when the first Jewish Museum was shut down. Maya Zack’s The Shabbat Room re-interprets this no longer existing room. In this journey back-through-time, Zack retraces the path of Kaufmann’s work, its wandering and its ultimate fate, and she also reveals the Gute Stube’s origins in Kaufmann’s studio and in his paintings, as well as the mystical roots of Shabbat with which it was imbued. The artistic medium chosen by her is a computer-generated visualization suggesting a new room—designed as a contemporary tribute to a core project within the old Jewish Museum. It is based on photographs and also the few surviving objects from the original Gute Stube, which were confiscated in 1938 and dispersed among various  museums in Vienna. After 1945 they were returned to the Jewish Community, which gave them to the Jewish Museum Vienna in 1992 on permanent loan.

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THE MEMORY MAP – A Topology of Remembrance

Permanent Installation | Jewish Museum Vienna

The Jewish Museum Vienna has received a very special gift: the work Memory Map by the artist Nikolaus Gansterer (born 1974, who lives in Vienna and Berlin). The 2 x 3 meter three-dimensional “city map” was commissioned and donated by The Vienna Project and its director Karen Frostig. Gansterer designed the original using cut-out extracts from scanned letters of survivors from Vienna, that were collected by Karen Frostig from descendants of survivors living in the United States. This donation was made by Karen Frostig, Director of The Vienna Project, on behalf of Nikolaus Gansterer and is incorporated in the Jewish Museum Vienna permanent exhibition “Our City! Then to Now”. It links up with the city map at the start of the exhibition on the second floor, which shows the three Jewish communities of Vienna before 1945. Memory Map focuses in particular on the third Jewish community, the third-largest in Europe, which was destroyed between 1938 and 1945.

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