Musée à vendre pour cause de faillite

Martin Kippenberger / Spiderman Atelier, 1996 / Photo: mumok/Laurent Ziegler © Estate Martin Kippenberger/Galerie Gisela Capitain, Köln

MUSEE

Musée à vendre pour cause de faillite

Herbert Foundation und momok im Gespräch

21/02 – 18/05/2014 mumok

Die Sammlung Annick und Anton Herbert ist eine der bedeutendsten Privatsammlungen zeitgenössischer Kunst in Europa. Das belgische Ehepaar begann im Sog der politischen und gesellschaftlichen Umbrüche der späten 1960er-Jahre erste Ankäufe zu tätigen. Seine Begeisterung und Interesse galten jenen künstlerischen Entwicklungen, die – parallel zu den gesellschaftlichen Erneuerungsbestrebungen der Zeit – die Erweiterung des Kunst- und Werkbegriffs vorantrieben. Mit besonderem Feingefühl und Know-how erwarben die Herberts bedeutende Werke von amerikanischen wie europäischen Vertretern der Minimal Art sowie konzeptueller Tendenzen – darunter Arbeiten von Carl Andre, Marcel Broodthaers, Hanne Darboven, Donald Judd, On Kawara, Sol LeWitt, Michelangelo Pistoletto, Niele Toroni und Lawrence Weiner wie auch von Art & Language, Dan Graham, Bruce Nauman oder Gerhard Richter. Ab Mitte der 1980er-Jahre kamen mit Werken von Martin Kippenberger, Franz West und Mike Kelley noch wesentliche Werkgruppen einer späteren KünstlerInnengeneration hinzu. Der letzte in die Sammlung aufgenommene Künstler ist Heimo Zobernig. Seit Juni 2013 macht das Paar seine Bestände in einer ehemaligen Industriehalle in Gent jeweils im Sommer der Öffentlichkeit zugänglich. Die Ausstellung in Wien mit dem bewusst provokant gewählten Titel Musée à vendre pour cause de faillite (Museum zu verkaufen wegen Konkurs) zu Jahresbeginn 2014 wird die letzte umfassende Präsentation außerhalb dieses Rahmens sein. Bereichert durch einzelne, von Annick und Anton Herbert ausgewählte Schlüsselwerke aus den Beständen des mumok wird die Sammlung in Wien so umfassend wie nie zuvor gezeigt.

www.mumok.at

 

 

scapes and elements © loop media

 Manfred

Manfred Neuwirth (AT)

scapes and elements

Sounddesign: Christian Fennesz

Kooperation mit der Diagonale 2014

ESC Medien Kunst Labor 19/03 – 15/04/2014

Eine Serie von fünf Naturpanoramen, fünf lange Blicke in offene Landschaften:
Das ist das Angebot, das scapes and elements zu machen hat. Die Vorgaben sind streng, Komposition und Timing von grosser Präzision. Aus fünf Bildblöcken zu je zehn Minuten Laufzeit ist die Arbeit gebaut, verteilt auf fünf Monitore. Die Position der Kamera ist jeweils fixiert, stoisch registriert sie das Geschehen.

Die fünf Tableaus sind den Elementen zugeordnet: In Griechenland blickt man aufs Wasser hinaus, in den Schweizer Bergen auf den Schwung und die Textur der Erde; in Island lässt das Feuer, das im Erdinneren lodert, die Fontänen eines Geysirs hochschiessen, und in Spanien wird der Luft, die unter dem eisblauen Himmel liegt, die Ehre erwiesen. Die letzte Einstellung bezieht sich auf den Begriff Raum, der in fernöstlichen Kulturen als zusätzliches Element gilt: mit einer unwirklichen Winterszenerie in Grau und Weiss. Zu den landscapes im Bild kommen die soundscapes des Musikers Christian Fennesz, der aus Originaltönen subtil-expressive Klanglandschaften destilliert. Auch er arbeitet im Grenzgebiet von Dokumentarismus und Verfremdung, löst Naturklänge in synthetisches Rauschen auf, in dunkel dröhnende Minimal Music. scapes and elements ist ein hochempfindliches Werk, das die Schwankungen des Tageslichts protokolliert und die Metamorphosen der dahinziehenden Wolken. Wenn sich das Licht über die Landschaft legt, verändert es die Anmutung des Geländes fundamental, wie in einer weichen Überblendung. Der Dokumentar-Strukturalist Manfred Neuwirth schärft seine Kunst durch die immense Genauigkeit seines Blicks auf die Welt, übersetzt die Vorgaben der äusseren Welt in innere Visionen. Er inszeniert, indem er auswählt, und er stellt etwas her, indem er den Dingen ihre Zeit lässt. Die sinnliche Gewissheit ist die Basis seiner Arbeit.

www.esc.mur.at

 

 

 

every body © Michaela Grill

Michaela

Michaela Grill (AT)

Mein rastloses Herz.

21/02 – 21/04/2014 Kunsthaus Graz

Mit ihren abstrakten Videoarbeiten ist Michaela Grill  seit 1999 zu den wichtigsten Vertreterinnen digitaler Kunst in Österreich avanciert. Die Sujets des filmischen Bildmaterials, die Grill sowohl im urbanen Raum als auch in der Natur findet, sind in ihrer Gegenständlichkeit höchstens noch in Spuren vorhanden. Was die Künstlerin interessiert, sind die Störgeräusche, die Fehler des Bildes, die das Auge, das Gehirn oder die Linse filtern und verschwinden lassen. Diese Informationen, die hinter der Oberflächenstruktur des Bildes liegen, zu isolieren, zu verdichten und aus dem Bild herauszulösen, ist, was Michaela Grill erkennt, wenn sie „hinter die Bilder“ blickt. Die Rolle, die dem Betrachter/der Betrachterin bei der Rezeption zufällt, ist gewichtig, denn Interpretationsspielräume stehen bei Grills Videos sperrangelweit offen. Das assoziative Arbeiten betrifft auch die der Bildebene völlig gleichberechtigte Tonspur.

Die Werke entstehen stets in enger Zusammenarbeit und in intensivem Austausch mit elektronischen Experimentalmusikern, wodurch Bild und Ton einander beeinflussen, sich annähern und schließlich zu einer atmosphärischen Gesamtkomposition verschmelzen, die weder ohne das eine noch das andere auskommt Anlässlich der jährlichen Diagonale-Kooperation konzipierte die Künstlerin gemeinsam mit dem Musiker Andreas Berger eine audiovisuelle Traummaschine, die im Projektraum von Eric Kläring und Heimo Zobernig zu sehen sein wird. Mein rastloses Herz erzählt von Fernweh, von der „Anwesenheit eines Abwesendem, von der Sehnsucht nach dem Unbekannten, dem Anderen, das die Hoffnung auf Freiheit in sich trägt. Eine Projektion, die nie erfüllt werden kann“ (Michaela Grill). „There you stood on the edge of your feather, expecting to fly.“ (Neil Young) In einer der Installation verwandten Version der Arbeit entsteht auch der Diagonale-Trailer, der vor und während des Festivals in den Grazer Kinos zu sehen ist.

www.museum-joanneum.at    www.diagonale.at

 

 

 

James Benning / Stemple Pass / 2012 (Filmstill), Einkanal HD-Video; 121 min, © Courtesy des Künstlers und neugerriemschneider, Berlin

JAMES

James Benning (US)

Decoding Fear

07/03 – 01/06/2014 Kunsthaus Graz

Mit James Benning. Decoding Fear setzt das Kunsthaus Graz die Auseinandersetzung mit bewegten Bildern im Raum fort. In einer von Peter Pakesch kuratierten Ausstellung wird nun James Bennings in Österreich bereits sehr bekanntes filmisches Werk zu anderen bildnerischen Aspekten seines Schaffens in Beziehung gesetzt. Der Filmemacher James Benning (*1942 in Milwaukee, Wisconsin, lebt in Valencia, Kalifornien) ist ein aufmerksamer Beobachter. Seine Filme, die in kontemplativen Totalen das Außergewöhnliche in alltäglichen Situationen aufspüren, sind von Präzision und Ruhe geprägt und geben den Blick frei auf (amerikanische) Lebensmodelle, Landschaften sowie Phänomene der Natur und des Menschen. James Bennings Rolle ist dabei die eines Augenzeugen. Fast würde sein Beobachten dokumentarisch wirken, wäre da nicht die mathematische Präzision, die beim Betrachten seiner Filme augenscheinlich wird. Der Bildausschnitt – meist in der Zentralperspektive – ist stets vollkommen ausgewogen, das Zusammenspiel von Bild- und Tonspur exakt, das Motiv im richtigen Moment mit der Kamera eingefangen. Bennings perspektivische Panoramen, die in ihrem Aufbau einer malerischen Tradition verpflichtet zu sein scheinen, werden nur durch bewegliche Objekte gebrochen, die dem Film eine dritte Dimension verleihen: ein Zug, der ins Bild hinein- und wieder herausfährt.
Alles in allem zeigt die Ausstellung die Bedeutung der Aussagen dieses Filmemachers mit seinem scheinbar so zeitlosen Werk gerade für die heutige Zeit, die von technischen Möglichkeiten – im positiven wie im negativen Sinn – geprägt ist.
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Lisa Oppenheim / Smoke, 2013 / Looped double HD video animation / Courtesy the artist, The approach and Galerie Juliètte Jongma

LISA

Lisa Oppenheim (US)

From Abigail to Jacob (Works 2004–2014)

15/03 – 18/05/2014 Grazer Kunstverein

Im letzten Jahrzehnt hat die Künstlerin Lisa Oppenheim (geb. 1975, US) beständig einen einzigartigen Werkkorpus entwickelt, in dem sie den Gebrauch (historischer) Bilderwelten erforscht. Angesiedelt zwischen Aneignung und Rekonstruktion basiert ihre Arbeit auf Ersetzungen, die bei filmischen und fotografischen Aufzeichnungen zum Einsatz kommen, welche Geschichtliches und die Gegenwart übertragen und in einer zeitgenössischen Formensprache darstellen. Ihre Arbeit ließe sich auch als eine Archäologie von Zeit und visueller Kultur definieren. Indem sie unterbewertetes, verborgenes Archivmaterial ans Licht bringt, überbrückt Oppenheim die Wahrnehmung von Zeit und verleiht dem Material eine neue Bedeutung. Diese Vorgangsweise hat Zelluloid-Arbeiten, Filme und Fotografien zum Ergebnis, welche die Vergangenheit in der Gegenwart kommunizieren und ein bedeutungsloses Dokument zu einer Dokumentation transformieren. ‚From Abigail to Jacob (Works 2004–2014)‘ ist Lisa Oppenheims erste große Arbeit für eine Institution und spannt sich über eine Produktionszeit von einem Jahrzehnt. Die Arbeit umfasst frühe Drucke und Diaproduktionen bis zu neueren Fotogrammen und Filmen.

www.grazerkunstverein.org

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© Moyra Davey K. with Genet, 2013

MOYRA

Moyra Davey (US)

Burn the Diaries

21/02 – 25/05/2014 mumok

Für die in New York lebende Künstlerin Moyra Davey sind Fotografie, Film und Video ebenso wichtig wie Literatur. Ihre konzentrierten, oftmals auf das Detail gerichteten Beobachtungen thematisieren die Formen der Erinnerung und beziehen sich zumeist auf persönliche Erfahrungen oder Situationen. Daveys Werke hinterfragen unseren Umgang mit Zeit und Geschichte. Sie lassen das Verhältnis von Bild und Sprache ebenso in neuem Licht erscheinen wie die Beziehung von Produktion und Rezeption. Wesentlicher Bestandteil ihrer künstlerischen Arbeit sind die sogenannten Mailer, zu Umschlägen gefaltete Fotos, die sie per Post an Familienmitglieder, FreundInnen oder Bekannte schickt. Für ihre erste Einzelausstellung in Österreich entwickelt Moyra Davey mehrere neue Werke, die sich auf das Schaffen des französischen Literaten, Aktivisten und Diebs Jean Genet (1910–1986) beziehen. Moyra Daveys Präsentation im mumok beinhaltet einen neuen Film, der den Prozess der Schreibens und des Erinnerns in den Mittelpunkt rückt. Ihre subtil verwobenen Bilder, Texteinblendungen und Schilderungen Dritter korrespondieren darin eng mit Details aus dem Leben und dem Werk des Romanciers und Kriminellen, Dramatikers und politischen Aktivisten Genet. Als zweites Element ihrer Ausstellung präsentiert Davey neue Fotografien und mehrere Mailer, die sowohl Bezüge zu ihrem Film als auch zu einem von ihr verfassten Text mit dem Titel Burn the Diaries aufweisen. Zu lesen ist dieser Text in einem eigens für ihre Ausstellung im mumok konzipierten Künstlerbuch, das neben einem weiteren Textbeitrag der Literatin Alison Strayer auch umfangreiches Bildmaterial enthält.

www.mumok.at

 

 

 

El Lissitzky / Proun, ca.1922-1923 (Detail) / Sammlung Van Abbemuseum © Peter Cox

EL

El Lissitzky – Ilya und Emilia Kabakov

Utopie und Realität

07/02 – 11/05/2014 Kunsthaus Graz

Die Ausstellung El Lissitzky – Ilya und Emilia Kabakov. Utopie und Realität ist ein Zwiegespräch zweier russischer Künstler über mehrere Generationen und nun fast ein Jahrhundert hinweg. Der jüngere Ilya Kabakov steht dabei im Dialog mit dem Vordenker der russischen Avantgarde El Lissitzky, der mit seinen Entwürfen maßgeblich das Formenvokabular einer Zeit des Aufbruchs bestimmte und die Kunst direkt in den Dienst einer Gesellschaftsreform stellte. El Lissitzky und Ilya Kabakov gehören zu den bedeutendsten Künstlern aus der ehemaligen Sowjetunion. Sie stehen für zwei aufeinanderfolgende Generationen des Aufbruchs und die Implementierung der kommunistischen Visionen – für deren bildgewaltige Konstruktion einerseits und spätere Dekonstruktion andererseits. Die Ausstellung im Kunsthaus Graz zeigt eine von Ilya und Emilia Kabakov für Graz adaptierte Version der 2013 gezeigten Ausstellung im Van Abbemuseum in Eindhoven (NL), die zuletzt auch in der Eremitage (St. Petersburg)  und im Multimedia Art Museum in Moskau zu sehen war. In über 40 Originalarbeiten El Lissitzkys aus den Jahren 1919–1930 sowie beeindruckenden Rekonstruktionen seiner Modelle als räumliche Gesamtkunstwerke werden allgemein verständliche geometrische Formen als konstruktivistische und zugleich politische Visionen spürbar. Dem gegenüber entwerfen die installativen und malerischen Arbeiten von Ilya Kabakov, der seit seiner Emigration in die USA (1988) mit seiner Frau Emilia zusammenarbeitet, ein Bild von bodenständiger Realität, gepaart mit konzeptueller Metaphysik.

www.museum-joanneum.at

 

 

 

James Benning (US)

Decoding Fear

07/03 – 01/06/2014 Kunsthaus Graz With James Benning. Decoding Fear, the Kunsthaus Graz continues its involvement with moving images in space. Remarkable positions on this theme have already been presented. In an exhibition curated by Peter Pakesch, the link is now made between James Benning’s filmic work – already very well known in Austria – and other artistic aspects of his creative output. In this way the exhibition shows the importance of this director’s themes for our life today, shaped as it is by technical possibilities both positive and negative.

www.museum-joanneum.at

 

Moyra Davey (US)

Burn the Diaries

21/02 – 25/05/2014 mumok For New York artist Moyra Davey (born 1958 in Canada), photography, film, and video are just as important as literature. Her concentrated and often very detailed observations question forms of memory, and refer mostly to personal experiences and situations. Davey’s works explore our approach to time and history. They shed new light on the relationship between image and language, and also on that between production and reception. An important part of Davey’s artistic work are the Mailers, photographs folded as envelopes that she sends to family members, friends, and acquaintances.

www.mumok.at

 

Michaela Grill (AT)

Mein rastloses Herz.

21/02 – 21/04/2014 Kunsthaus Graz With her abstract video works, Michaela Grill (born 1971 in Feldbach, lives in Vienna) has developed into one of Austria’s leading representatives of digital art since 1999. The subjects of the filmic material that Grill finds both in urban space as well in rural settings are present in her objective representation as mere traces at the most. My Restless Heart tells of Fernweh (wanderlust), of the ‘presence of an absent one, of the yearning for the unknown, for the difference, which carries within it the hope of freedom. A projection which can never be fulfilled’. (Michaela Grill) It is a merging of melancholic photographs of different places, from which Michaela Grill has developed six films, which, projected on walls and ceilings of the cramped space, condense to form an abundance of impressions. This decision to pack ‘the whole world’ into barely 30 sq. feet and thus to explode the confines of the projection room is a perfect example of the poetry in Grill’s works. In one version of the work related to the installation, the trailer for the Diagonale also occurs. This can be seen in Graz’ cinemas before and during the festival.

www.diagonale.at    www.museum-joanneum.at

 

 

El Lissitzky – Ilya und Emilia Kabakov

Utopia and Reality

07/02 – 11/05/2014 Kunsthaus Graz El Lissitzky and Ilya Kabakov are representatives of the former Soviet Union, who stand for the two generations to follow that brought revolution and the implementation of the Communist visions, and who construct and deconstruct these visions by means of powerful visuals. The exhibition in the Kunsthaus Graz is a version of the 2013 exhibition shown in the Van Abbemuseum in Eindhoven, specially adapted to our museum, which set up a dialogue between the two giants of Russian art at the beginning and end of the Soviet Union respectively, El Lissitzky and Ilya Kabakov.

www.museum-joanneum.at

 

 

 

 

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