Sabine Hornig / Durchs Fenster

Sabine Hornig, Untitled, 2002, Bayerische Staatsgemäldesammlungen Sammlung Moderne Kunst © VG Bild- Kunst, Bonn 2011

 

SABINE HORNIG DURCHS FENSTER

27.11.2011 – 26.02.2012

Das Werk von Sabine Hornig entwickelt sich an den Schnittstellen von Skulptur, Installation und Fotografie. Im Zentrum der Ausstellung, die in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin entstanden ist, steht die 2001 begonnene Werkgruppe »Fenster«, die heute mehr als 40 großformatige Fotografien umfasst. Am Beispiel von Schaufenstern leerstehender Ladengeschäfte in Berlin Mitte untersucht die Künstlerin das subtile Verhältnis von Bild und Raum, von Abbild und Wirklichkeit. Hornig fotografiert die Fenster fast maßstabsgerecht als Bilder, die mehrere Ansichten auf der zweidimensionalen Fläche vereinen: den Blick in den Innenraum, die Spiegelung des Außenraumes auf der Fensterscheibe sowie die Fensterscheibe und die darauf sichtbaren Spuren selbst. In einer präzisen, detailgenauen Bildsprache vereint Hornig dieses vielschichtige visuelle Gefüge aus Blicken, Durchblicken und Spiegelungen und lässt am Beispiel des urbanen Raums und seiner Wahrnehmung neuartige Bild-Raum-Vorstellungen entstehen.
Erweitert wird die Ausstellung durch eine Intervention in der Alten Pinakothek, in der Hornigs Fotografien Gemälde der holländischen Genremalerei des 17. Jahrhunderts gegenübergestellt sind. Fenster und Rahmen, Blicke und Durchblicke sowie Raumgefüge, Lichtsetzung und Stillleben sind dabei Themen, mit denen die fotografischen Werke in einen spannungsreichen Dialog zu Gemälden der älteren Kunstgeschichte treten.

www.pinakothek.de

 

SABINE HORNIG

27.11.2011 – 26.02.2012

The photographic and sculptural work of Sabine Hornig stands at the crossroads between photography, sculpture and installation. Keeping the relationship between image and space, and between mimesis and reality in a perpetual and intricate balancing act, her work, both independent and unconventional at once, helps shape our understanding of photography as a contemporary art form.
The focus of this, her first monographic museum show in Germany, is on her photographic work. At the heart of the show is a selection from the Fenster (Windows) series, which comprises some 40 works, created in Berlin. In a precise, detailed visual language, Hornig unites the multi-layered visual fabric, made up of views, both direct and partially hidden, and reflections on a single pictorial plane and evokes surprising and innovative ideas relating to the tensions between pictorial and `real space, through the example of the urban sphere and how we perceive it.

 

Universalmuseum Joanneum

Olafur Eliasson, „Spiral Doughnut“, 2000 steel © Universalmuseum Joanneum / N. Lackner

Moderne: Selbstmord der Kunst?

Im Spiegel der Sammlung der Neuen Galerie Graz

27.11.2011–02.09.2012

Kuratorinnen/Kurator: Peter Weibel, Christa Steinle, Gudrun Danzer

In der radikalen Moderne wurde alles, was bisher gemalt, also nur repräsentiert war, durch die
Realität und durch reale Dinge ersetzt – so die These der Sammlungsausstellung zur Neueröffnung
der Neuen Galerie im Joanneumsviertel. Auf die Verbannung der Gegenstandswelt durch die
abstrakte Malerei antwortete Marcel Duchamp mit der Einführung der Gegenstände bzw.
Ready Mades in die Kunst. Später traten Aktion oder Performance an die Stelle der Bilder
des menschlichen Körpers, statt gemalter Landschaft gab es die Land Art, statt gemalter Stillleben
Assemblagen und Installationen.

Die Neue Galerie Graz reflektiert diesen fundamentalen Wechsel von der Repräsentation zur
Realität mit eigenen Beständen – mit Kunst von 1800 bis zur Gegenwart. Die These wird in zehn
Kapiteln untersucht: Linie – Farbe – Licht – Ton – Bewegung – Landschaft – Stillleben – Interieur
– Körper – Interaktion zwischen Kunstwerk und Betrachter/in.

Was passiert, wenn die Kunst nicht mehr die Wirklichkeit abbildet und darstellt, sondern sie direkt ausstellt? Wenn der Schein der Realität, also ihr Abbild in der Kunst, durch das Sein der Realität selbst ersetzt wird? Kommt der Verlust dargestellter Wirklichkeit tatsächlich einem Selbstmord der Kunstgleich, weil sie sich scheinbar selbst die Grundlage ihrer Bedeutung entzog? In zehn Themenkreisen wird dieser Bruch in der Kunstgeschichte anhand von rund 350 Werken aus eigenen Beständen von 1800 bis zur Gegenwart als Geburt der Moderne nachvollziehbar.

 

Modernism: Suicide of Art?

Reflections of the Collection of the Neue Galerie Graz

25.11.2011-02.09.2012

Curators:Peter Weibel, Christa Steinle, Gudrun Danzer

What happens when art no longer depicts and represents reality but rather exhibits it directly? When the illusion of reality, i.e. its portrayal in art, is replaced by the existence of reality itself? Is the loss of represented reality truly tantamount to a suicide of art, because it seems to have cut the ground from under its own significance? In ten topics, this break in art history is expounded as the birth of modernism with the aid of some 350 works from the museum’s own holdings from 1800 to the present.

www.museum-joanneum.at

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