steirischer herbst 2017

© wolf silveri

 

Walid Raad (US/LB)

Kicking the Dead

Festivalzentrum steirischer herbst

Do 28/09 & Fr 29/09, 18.00 & 21.00, Sa 30/09, 13.00, 15.00 & 18.00

In einer Ausstellung und mehreren Walkthroughs präsentiert der international bekannte Künstler Walid Raad Kunstwerke und Geschichten über islamische Kunst, den Ersten Weltkrieg und den Aufbau neuer Infrastrukturen für Kunst in der arabischen Welt.

Ende 2017 wird der Louvre Abu Dhabi seine Tore für die Öffentlichkeit öffnen. Das Projekt schließt an die Gründung des Département des arts de l’Islam im Pariser Louvre 2012 an und fällt mit der Einrichtung neuer Abteilungen für islamische Kunst in diversen Museen weltweit zusammen (darunter insbesondere das Metropolitan Museum of Art in New York, das Museum für islamische Kunst in Doha sowie das Aga Khan Museum in Toronto). Das wieder aufkommende Interesse an islamischer Kunst begleitet die dramatischen geopolitischen Ereignisse der letzten Jahrzehnte, von der irakischen Invasion in Kuwait im Jahr 1990 bis zu den aktuellen Kriegen in Syrien, Palästina, Irak, Afghanistan und Jemen. Es überschneidet sich zudem mit dem 100. Jahrestag des Ersten Weltkriegs, aus dem der Nahe Osten in seiner heutigen Form hervorging.

Diese Aspekte stehen im Mittelpunkt der Arbeit von Walid Raad. Für die Ausstellung in den Prunkräumen des Palais Attems hat der in Beirut geborene und heute in New York lebende Künstler eine Reihe von Installationen und Bühnenbildern entworfen. In den ersten beiden Festivalwochen wird Raad mehrere Walkthroughs präsentieren. Dabei setzt er sich mit dem Bau des Louvre Abu Dhabi und dem Übergang von synthetischen zu natürlichen Farbstoffen Ende des 19. Jahrhunderts ebenso auseinander wie mit den Schriften von Jalal Toufic und der Frage, welche (im)materiellen Auswirkungen Gewalt und Krieg auf Kultur und Tradition haben.

www.steirischerherbst.at

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© F. Schönwiese

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Nature Theater of Oklahoma (US)

Die Kinder der Toten – Der Große Dreh

Auftakt und Crashkurs Sa 30/09 ab 10:00

Das Nature Theater of Oklahoma wagt das Unmögliche: eine Verfilmung von Elfriede Jelineks Roman „Die Kinder der Toten“. Der Dreh rund um Neuberg an der Mürz ist gleichzeitig eine Live-Performance. Wer will, kann zusehen, und vor allem: mitmachen! Tauchen Sie mit dem steirischen herbst ganz in die Welt(-en) der „Kinder der Toten“ ein. An den Originalschauplätzen in der Obersteiermark wird das New Yorker Performance-Kollektiv Nature Theater of Oklahoma öffentliche Dreharbeiten zu einer sehr freien filmischen Adaption von Jelineks Roman inszenieren. Dabei ist die Beteiligung der ortsansässigen Bevölkerung wie auch des herbst-Publikums in jeder Hinsicht erwünscht. Größte und kleinste Rollen sind zu vergeben. An allen Ecken und Enden des Films herrscht Bedarf. Egal ob Sie nur einen oder zehn Tage Zeit haben, Sie können an den Dreharbeiten teilnehmen. Wir haben für alle Platz, die Lust auf dieses Abenteuer haben!

www.steirischerherbst.at

 

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© wolf silveri

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Diese Wildnis hat Kultur

50 x steirischer herbst

Das GrazMuseum zeichnet 50 bewegte Festivaljahre nach, holt kuriose Fundstücke aus den Archiven und bittet um Ihre ganz persönliche Festivalerinnerung in Form einer Videobotschaft.

Seit mittlerweile fünf Jahrzehnten steht der steirische herbst für aufsehenerregende Positionen, die grundsätzliche Fragen zur Rolle der Kunst in der Gesellschaft aufwerfen. Kunstschaffende und Intellektuelle revoltierten mit progressiven Projekten gegen Traditionen, die von Deutschnationalismus, Faschismus und dem beredten Schweigen der unmittelbaren mörderischen Vergangenheit geprägt waren, und lösten damit zum Teil enorme Reaktionen und Debatten aus.

Eine Sonderausstellung im GrazMuseum erzählt, wie sich das Festival von einer „repräsentativen Zusammenfassung der künstlerischen und wissenschaftlichen Kräfte des Landes Steiermark“ (herbst-Gründer Hanns Koren) zu einer Plattform für zeitgenössische Kunst mit internationaler Strahlkraft entwickelte. Die Ausstellung betrachtet die gesellschaftspolitische Funktion des steirischen herbst und seines Programms vor dem Hintergrund der jeweiligen Entstehungszeit und befragt das sich stets frei in Stadt und Region bewegende Festival nach seinen Spuren im öffentlichen Raum und seinem Nachhall in Kunst, Kultur und Bevölkerung. Ein Videoraum lädt dazu ein, eigene Erinnerungen an das Festival aufzunehmen und dabei ein Stück Festivalgeschichte mitzuschreiben.

www.steirischerherbst.at

 

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Studio Magic: Transegrity / Entwurf: Studio Magic
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Festivalzentrum im Palais Attems

23/09 – 15/10/2017 steirischer herbst

Do & Fr 14:00 – 01:00 Sa 11:00 – 03:00 So 11:00 – 22:00

Nach Jahren des Umherschweifens in der Stadt erklärt der steirische herbst im 50. Festivaljahr sein Hauptquartier zum Festivalzentrum. Mit einer spektakulären Überdachung des Innenhofs, einer Installation im öffentlichen Raum, vielfältigen Veranstaltungen, Bar und Restaurant. Erleben Sie mit uns Performances, Konzerte, Diskussionen und familiäre Nachmittage im Innenhof, lassen Sie sich von künstlerischen Interventionen im Erdgeschoß und den Prunkräumen im zweiten Obergeschoß überraschen – oder genießen Sie einfach bis spät in die Nacht das Angebot in Bar und Restaurant. Die Türen des Palais Attems sind geöffnet!

www.steirischerherbst.at

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Grazer Kunstverein: The Seed Eaters Emily Mast, „Everything Something Nothing Always (Walla!)“, 2009
© Mackenzie Hoffman

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The Seed Eaters

23/09 – 17/11/2017 Garzer Kunstverein

Where are we now? Die bildende Künstlerin Emily Mast inszeniert mit Grazerinnen und Grazern eine Performance in einem Bühnenbild, das zugleich eine Ausstellung ist – und Bühne für das Publikum des Kunstvereins. 35 Mini-Szenen, 18 skulpturale Bühnenbilder, drei neue Performerinnen und Performer an jedem Abend und sich ständig verändernde Rollen – mit The Seed Eaters hat die US-amerikanische Künstlerin Emily Mast für den Grazer Kunstverein eine Auftragsarbeit in Form eines dekonstruierten Bühnenstücks entwickelt, in dem Sprache, Objekte und die Persönlichkeiten der Teilnehmenden von gleichem Wert sind. Im Rahmen des Leitmotives, inspiriert von Ernst Fischer, stehen in diesem Ausstellungsjahr Fragen nach der Notwendigkeit der Kunst und der ihr innewohnenden Magie im Zentrum. Emily Mast interessiert sich in diesem Zusammenhang insbesondere für das Erfahren von Beendigungen, für Empathie und die Abschaffung von Hierarchien in diesem Kontext.

www.grazerkunstverein.org

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Yoko Shimizu: BioDesign Lab © Yoko Shimizu

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Yoko Shimizu (JP)

Biodesign Lab

sterischer herbst Festivalzentrum

23/09 – 01/10/2017

Mit ihrer raumfüllenden Labor-Installation gibt Yoko Shimizu Einblicke in die Wunder der Natur. Fotosynthetisch bedruckte Pflanzen und bunte Kristallwelten versprechen eine lange gemeinsame Zukunft von Kunst und Naturwissenschaft. Für den steirischen herbst richtet Shimizu ihr Labor im Festivalzentrum ein und lädt zu drei performativen Demonstrationen: Im Ausstellungsraum zeigt sie, wie farbenprächtige Landschaften aus natürlich gewachsenen Kristallen entstehen – und wieder vergehen. Aus Biozellulose entwickelt sie Stoffe und mechanische Bauteile. Und mithilfe einer Kombination von Fotosynthese und Fotografie bedruckt die Künstlerin Pflanzenblätter mit hochaufgelösten Bildern. Wer möchte, kann seine eigenen Pflanzen mitbringen und selbst mit ihnen in diesem Chemiekunstwerk experimentieren.

Mit ihrer Fusion von Kunst und Naturwissenschaft deckt Yoko Shimizu aber nicht nur das ästhetische Potenzial natürlicher Vorgänge auf. Sie zeigt, dass die Grenzen des technologischen Fortschritts, aber auch des künstlerischen Ausdrucks auf unserem Planeten längst nicht erreicht sind.

www.steirischerherbst.at

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Margherita Spiluttini, Gartenpavillon Stift Melk, Fresko von Johann Wenzel Bergl, 2008, 4C-Prints each 80 x 100cm / Courtesy the artist and Christine König Galerie, Vienna

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Naturgeschichten

Spuren des Politischen

23/09 – 14/01/2018 mumok

Die Ausstellung Naturgeschichten. Spuren des Politischen befasst sich mit Darstellungen von Natur, die auf gesellschaftliche Prozesse und zeitgeschichtliche Ereignisse Bezug nehmen. In unterschiedlichen Themenfeldern verdeutlicht sie den Wechselbezug von Natur und Geschichte. Die Präsentation spannt einen Bogen von den 1960er-Jahren bis in die Gegenwart. Sie setzt mit Arbeiten konzeptueller Kunstrichtungen ein, die mit der Reflexion über die Rahmenbedingungen künstlerischer Produktion und Rezeption auch deren geschichtskritische Dimensionen thematisieren. Vertreter_innen der nachfolgenden Künstler_innengenerationen bedienen sich sowohl kolonialismuskritischer als auch gesellschaftskritischer Traditionen und aktualisieren diese in ihrem jeweiligen zeitgeschichtlichen Umfeld. Naturdarstellungen prägen auch Werke der Ausstellung, die sich mit Völkermord sowie mit Flucht und Widerstand im Rahmen totalitärer Systeme und kriegerischer Konflikte auseinandersetzen. Ein weiteres Themenfeld behandelt Veränderungen und Verwandlungen öffentlicher und historischer Orte durch natürliche Prozesse. Die alles überwuchernde Natur erweist sich dabei als Indikator geschichtlicher Dynamiken.

www.mumok.at

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Toni Schmale, HOT HOT HOT, Ausstellungsansicht, Secession 2017 © Sophie Thun

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Toni Schmale

HOT HOT HOT

14/09 – 05/11/ 2017 Secession

In ihrem künstlerischen Werk, das neben Skulpturen performative Interventionen, Videoarbeiten und zeichnerische Arbeiten umfasst, hinterfragt Toni Schmale soziale Machtverhältnisse und die in einer hegemonialen Gesellschaft bestehenden stereotypen Geschlechterzuschreibungen. Diesen setzt sie, auf die ihr eigene, hintergründige und stets radikal unerschrockene Art und Weise, geschlechterpolitische Utopien entgegen. Ihre Skulpturen aus Metall, Beton und Gummi wirken wie dysfunktionale Maschinen eines Fuhrparks; zugleich erwecken sie Assoziationen zu Fitness- und Foltergeräten, und öffnen ein weites Spielfeld des Begehrens – sei dies jenes der körperlichen Optimierung oder zu Praktiken sexueller Lustbefriedigung.
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FUTURO-Häuser an einem Berghang, späte 1960er Jahre. Das Foto wurde mit maßstabgetreuen Modellen des FUTURO aufgenommen © Matti Suuronen, Espoo City Museum, Foto: unbekannt

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FUTURO. A Flying Saucer in Town

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Das FUTURO ist nicht nur das bekannteste und innovativste, sondern auch eines der ersten in Serie produzierten Kunststoffhäuser der Welt. Kein anderes Objekt verkörpert den Glauben an den technologischen Fortschritt und an die Zukunft des Raumfahrtzeitalters der späten 1960er-Jahre besser als das FUTURO. Nicht umsonst sollte es zum Inbegriff des utopischen Designs werden.
Das in Segmentbauweise aus glasfaserverstärktem Polyester bestehende Haus war für unterschiedliche Verwendungszwecke vorgesehen. Ursprünglich als Skihütte für unwegsames Gelände geplant, konnte es aber auch als Wochenendhaus, Unterrichtsraum oder gar als Bankfiliale dienen. In seiner Form, Ausstattung und durch seine vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten veranschaulicht das FUTURO exemplarisch die visionären Designideen jener Epoche zwischen Pop und Sozialrevolution, die letztendlich die Idee des Funktionalismus spaltete.

www.pinakothek.de

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© Adam Reynolds

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Bunker! Architektur des Überlebens

07/06 – 08/10/2017 Jüdisches Museum Wien

Obwohl Bunker schützende Bauwerke darstellen, die Menschen vor direkter Gefahr verschonen sollen, verströmen diese Räume eine Aura der Verstörung. Enge, Kälte, dickes Mauerwerk, Beton, Stahl und die Vorstellung von Lebensgefahr sind das Ingrediens, das unangenehme und irritierende Empfindungen auslöst. In Israel sind Bunker und Schutzräume im ganzen Land Realität, Bedrohung und Ausnahmesituationen gehören dort zum Alltag. Daher wird auch versucht, diesen Schutzräumen einen Anschein von Selbstverständlichkeit überzustülpen. Auch weil der Wohnraum in Israel knapp und teuer ist, nützt man die Orte für andere Zwecke: als Gemeinschaftszentren, Bars, Tanzstudios, Moscheen oder Synagogen. Diesen „anderen“ Alltag hat Adam Reynolds mit der Kamera festgehalten. Seine Fotos von Bunkern zeigen, wie sehr sich die Menschen in Israel bemühen, die Räume, die im Extremfall für das Überleben sorgen, so „normal“ wie möglich zu gestalten. Eine brüchige Normalität.

www.jmw.at

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© Nationalbibliothek

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Kauft bei Juden! Geschichte einer Wiener Geschäftskultur

17/05 – 19/11/2017 Jüdisches Museum Wien

Die Entstehung von Kaufhäusern in Wien war Teil einer gesamteuropäischen Entwicklung des 19. Jahrhunderts. Dass viele der Gründer aus jüdischen Familien stammten, ist heute genauso wenig bekannt wie die einstige Existenz des Textilviertels im ersten Wiener Gemeindebezirk. Prominente Unternehmen wie Gerngross, Zwieback, Jacob Rothberger, Braun & Co, Goldman & Salatsch, Jungmann & Neffe oder Knize und deren Gründerfamilien werden durch die Ausstellung ebenso in das Gedächtnis der Stadt zurückgeholt wie die sogenannten „Vorstadtwarenhäuser“ Wodicka und Dichter. Eindrucksvolle Objekte erzählen nicht nur die Geschichten der Familien, sondern auch von Architektur und Inszenierung, den Designern, der Klientel sowie Verkäufern, Schneidern und Schaufensterdekorateuren.

Durch die Zäsur der Schoa verschwand diese Geschäftskultur fast völlig. Die Entwicklung des Textilviertels nach 1945 verweist auf der anderen Seite, bedingt durch Migration, Rückkehr und Zuwanderung, auf den Wiederaufbau der Wiener jüdischen Gemeinde.

Für den Epilog hat das Jüdische Museum Wien die junge Wiener Künstlerin Kathi Hofer eingeladen, Motive der Ausstellung aufzugreifen und so mittels einer künstlerischen Intervention einen anderen Blick auf das Ausgestellte zu ermöglichen.

www.jmw.at.

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© Antoinette Zwirchmayr

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Festivaltrailer’17

JEAN LUC NANCY von Antoinette Zwirchmayr

Was ist Kino? Zum Nachdenken über diese Frage soll der enigmatisch-pulsierende Trailer der Diagonale’17 einladen: „Der Vollmond am schwarzen Nachthimmel, ein schwingendes Pendel, Sternenbilder, drei weibliche Rückenfiguren, ein Ensemble aus funkelnden Kristallen, halbtransparente Streifen in Bewegung, Lichtspiele in Schwarz-Weiß und Farbe. Miteinander in Beziehung gesetzte Bilder, Perspektiven, Körper, Räume, Welten. Oder anders gesagt: Kino. Konkret wie abstrakt, sinnlich wie theoretisch durchdenkt und erspürt JEAN LUC NANCY das vielschichtige Wesen des Kinos: als Dispositiv, als Medium, als Werkkorpus, als ästhetische Erfahrung und als sinnlicher Ort der Begegnung und der Zärtlichkeit – flüchtig, erhellend, bewegend, berührend“, so die Beschreibung im diesjährigen Festivalkatalog.

www.diagonale.at

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Jakob Lena Knebl / come closer, 2016 /Photo: Christian Benesch © Jakob Lena Knebl / mumok

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Oh…

Jakob Lena Knebl und die mumok Sammlung

16/03 – 22/10/2017  mumok

Auf Schubladendenken lässt sich die Künstlerin Jakob Lena Knebl nicht ein, weder im Leben, noch in der Kunst. Entsprechend frei geht sie auch die Neuaufstellung der Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst im mumok an, die sie ab 17. März 2017 auf zwei Ebenen gemeinsam mit eigenen, neu konzipierten Arbeiten und Mut zum Exzentrischen präsentiert.

Unter dem Titel Oh… verweist Knebl auf den Überraschungseffekt, der sich bei einem tiefergehenden, aufmerksamen Blick unter neuen Voraussetzungen einstellt. Die Künstlerin studierte bei Heimo Zobernig an der Akademie der bildenden Künste Wien textuelle Bildhauerei und bei Raf Simons an der Universität für angewandte Kunst Wien Mode. Ihre eigene Arbeit wie auch die Neuaufstellung der mumok Sammlung sind von dieser Verschränkung ihrer Interessensgebiete mit all ihren ästhetischen und theoretischen Implikationen und deren identitätsbildenden Auswirkungen geprägt. Die Ausstellung gestaltet sie als atmosphärische Begehrensräume. In diesen Räumen, die als permanente Herausforderung der Betrachter_innen konzipiert sind, wird eindeutige Zuschreibung erschwert: Momente der Klarheit wechseln sich mit Ungewissheit über Funktion und Zuordnung der präsentierten Objekte ab. Die Felder Kunst, Design und Mode tauschen beständig ihre Positionen. Entsprechend könnte die Erwiderung der BesucherInnen auf Knebls Ausruf „Oh…“ ein erkennendes „Aha!!“ sein.

www.mumok.at

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Ozan Mermer © 2016

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Kunstvermittlungsprojekt YES, WE’RE OPEN! 

Das interkulturelle Vermittlungsprojekt der Pinakothek der Moderne

Die Welt, in der wir leben, hat sich stark verändert. Flucht und Migration, kulturelle Vielfalt bei gleichzeitiger Radikalisierung, Integration, Globalisierung und Entwurzelung berühren unsere Gesellschaft. Nicht nur in Politik und Wirtschaft, auch in der Kultur findet ein Umdenken statt. Das Museum definiert seine Aufgaben neu. Mit Projekten, die eine Begegnungsplattform für Geflüchtete und Menschen aus Bayern anbieten, reagiert es auf die gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Eine neue Perspektive für Europa muss den politischen, den ökonomischen und den kulturellen Blick miteinander in Beziehung setzen.

Die Pinakothek der Moderne hat mit dem Vermittlungsprojekt „YES, WE’RE OPEN!“  Anfang dieses Jahres eine interkulturelle Plattform für Ankommende und Anwesende, für Geflüchtete und Menschen aus Bayern geschaffen. Im Herzen des Museum wurde ein Kunstvermittlungsraum für dieses Programm geschaffen. Ein Novum in der Museumslandschaft. Kinder und ihre Eltern, Jugendliche und Erwachsene finden hier mehrmals wöchentlich offene Türen, um in geschütztem Umfeld die Begegnung mit einer neuen Kultur zu wagen. Mit YES, WE‘ RE OPEN! setzt das Museum ein Zeichen für die Bedeutung der Kunst als Ausdruck menschlicher Kreativität, Toleranz und Offenheit jenseits sprachlicher und kultureller Barrieren. Das Programm ist unbefristet und soll durch eine Vielzahl einzelner, vernetzter Angebote und Projekte stetig weiterentwickelt und ausgebaut werden. Allen Projekten ist der Fokus auf Kommunikation und das Miteinander der Kulturen sowie die Verknüpfung mit Kunstwerken und Objekten aus der Pinakothek der Moderne gemein.

PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne E.V.

www.pin-freunde.de

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Eva Leitolf, Überfahrt, Melilla – Almería, Mittelmeer 2009 (aus: „Postcards from Europe“)

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GLOBAL PREKÄR. FLUCHT, TRAUMA UND ERINNERUNG IN DER ZEITGENÖSSISCHEN FOTOGRAFIE

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Politische und gesellschaftliche Konflikte zu dokumentieren gehört seit jeher zu den zentralen Aufgaben von Fotografie. Die neu eingerichtete Präsentation aus den Sammlungsbeständen widmet sich der künstlerischen Auseinandersetzung mit Krieg und Vertreibung sowie Entwurzelung und Flucht. Die ausgestellten Künstlerinnen und Künstler entwickeln ihre Arbeiten aus der Beschäftigung mit den noch immer nachwirkenden Folgen des 2. Weltkriegs. Sie fokussieren ihren Blick jedoch auch auf die Konflikte zwischen der sogenannten Ersten und der Dritten Welt, sei es entlang des amerikanisch-mexikanischen Grenzzauns oder an den europäischen Außengrenzen. Ihre vielschichtigen visuellen Erzählungen gehen von konkreten Ereignissen aus, deren historische Überlieferung und gesellschaftliche Relevanz sie kritisch reflektieren. Den Bildern der Medien wie den offiziellen Verlautbarungen setzen sie eine andere, aus der persönlichen Perspektive gewonnene Lesart entgegen.

Mit Werken von Roy Arden, John Gossage, Anselm Kiefer, Eva Leitolf, Michael Schmidt, Jeff Wall

www.pinakothek.de

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JMW_Postkarte_final.inddPraterstraße 23, 1902–1908; Internationale Hygiene-Ausstellung, Dresden 1911. Weitere Adressen: Rathausstraße 13, 1895 –1902; Krugerstraße 8, 1902–1903 aus: The Shabbat Room, 2013

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The Shabbat Room.

Eine Rauminstallation von Maya Zack

Jüdisches Museum Wien

Die permanente Rauminstallation The Shabbat Room von Maya Zack verbindet das erste Jüdische Museum Wiens mit dem heutigen. Die 1976 in Israel geborene Künstlerin rückt mittels künstlerischer Recherche die sogenannte Gute Stube des um 1900 berühmten Malers Isidor Kaufmann wieder ins Bewusstsein. Diese zentrale Museumsinstallation war ein wichtiges Zeugnis von Kaufmanns Suche nach Bildern eines „ursprünglichen“ Judentums bzw. nach dem Background der Wiener Jüdinnen und Juden um 1900. Kaufmann unternahm diese Suche Jahr für Jahr in den nordöstlichen Kronländern. Mit seiner 1899 installierten Guten Stube schenkte er den Wiener Jüdinnen und Juden einen Raum für die Erinnerung an das Familienleben ihrer eigenen Kindheit oder an das ihrer Eltern. Die Installation der Guten Stube wurde 1938 bei der gewaltsamen Schließung des ersten Wiener Jüdischen Museums zerstört.

www.jmw.at

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(c) Nikolaus Gansterer

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THE MEMORY MAP – Eine Topologie des Gedenkens

Jüdisches Museum Wien

Nikolaus Gansterer gestaltete das Original mit Ausschnitten aus faksimilierten Briefen von Überlebenden aus Wien, wobei der Großteil seines Materials aus US-Archiven stammt. Das Jüdische Museum plant, die Schenkung des Vienna Project und des Künstlers Nikolaus Gansterer in die Dauerausstellung „Unsere Stadt! Jüdisches Wien bis heute“ aufzunehmen. Das Exponat wird im zweiten Stock ausgestellt, wo es am Beginn der Ausstellung zu einem Stadtplan in Bezug tritt, der die drei jüdischen Gemeinden Wiens vor 1945 zeigt. In der Memory Map steht die dritte jüdische Gemeinde, ehemals die drittgrößte Europas, im Mittelpunkt, die zwischen 1938 und 1945 vernichtet wurde.

www.jmw.at

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Mette Ingvartsen (DK)

to come (extended)

herbst opening  22/09/2017, 19:30 Helmut List Halle

Opening steirischer herbst, the acclaimed choreographer Mette Ingvartsen experiments with sensual, erotic and social body languages. She extends pleasurable and joyful situations until they culminate in a celebration with all participants. A choreography that both captivates and stimulates. Together with her group, she stages extended states of pleasures in which excitement is both excessively slowed down and energetically sped up, and thus deliberately delays the collective climax again and again. That’s why the evening isn’t over when the applause begins: instead, it transitions seamlessly into a sensual celebration with the audience that culminates in a live concert of Hamburg’s electro brass duo Die Vögel. Dance, eat and celebrate together with us!

www.steirischerherbst.at

 

 

Toni Schmale

HOT HOT HOT

14/09 – 05/11/ 2017  Secession

Encompassing sculptures as well as performative interventions, video pieces, and graphic art, the work of Toni Schmale scrutinizes social power relations and a hegemonic society’s stereotypical gender roles, which she counters with gender-political utopias served up with characteristically sly humor masking radical dauntlessness. Her metal, concrete, and rubber sculptures have the air of a fleet of dysfunctional machines while also calling up associations of fitness equipment and torture instruments, surveying a wide terrain crisscrossed by desires, from the yearning for physical perfection to practices of sexual gratification.

www.secession.at

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Even though bunkers and shelters are protective buildings, meant to hold off immediate danger from people, these places are surrounded by an aura of distress. Confined space, coldness, thick walls, concrete, steel, and a sense of lives being threatened are the ingredients that trigger unpleasant and irritating sensations.

In Israel bunkers and shelters are a reality throughout the country because threat and exceptional situations are part of everyday life. This is why attempts are being made to give these shelters the appearance of normality. As spaces for living in Israel are expensive and limited, the shelters similarly are used as community centres, bars, dance studios, mosques or synagogues. Adam Reynolds has recorded this ‘other’ normality with his camera. His photos of shelters reveal the efforts of the people in Israel to make these spaces, which guarantee survival in extreme situations, seem as ‘normal’ as possible. It is a fragile normalcy.

www.jmw.at

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Rosa Barba

Spacelength Thought

06/04 – 18/06/2017  Secession

In her solo exhibition Spacelength Thought at the Secession, Rosa Barba presents a selection of films, which more or less deal with the notion of the archive, as well as some of her sculptural works. With Somnium (2011) and Disseminate and Hold (2016) that are shown in turns at the outset of the exhibition, the artist introduces two significant aspects of her work: on the one hand, the relation to literature as source for and reference in her works, on the other her interest in an open notion of the archive.

www.secession.at

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Oh…

Jakob Lena Knebl und die mumok Sammlung

16/03 – 22/10/2017  mumok

Knebl focuses on classical modernism and the 1970s, an epoch of utopias, visions for society, and sexual experiments. The first of the two exhibition levels is devoted to a large installation characteristic of Knebl’s work, addressing constructs of identity, desire, and sensual experience. The artist herself also appears as an avatar in a digital, interactive installation in which artworks become protagonists. Visitors to this exhibition can follow the narrative and also shape it.

www.mumok.at

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The Shabbat Room. An installation by  Maya Zack

Jewish Museum Vienna

The permanent installation The Shabbat Room by Maya Zack, born in Israel in 1976, offers a link between the first Jewish Museum and the present one. Through her artistic research, she revives the early twentieth-century Gute Stube by the artist Isidor Kaufmann. This installation, which was central to the museum, was the fruit of Kaufmann’s search for a more authentic Judaism and was intended to remind the Jews of the time of their origins. It took the artist from Vienna to the north-eastern crown lands. The installation offered the Jews of Vienna a place where they could reflect on family life during their own childhood or that of their parents. It was destroyed in 1938 when the first Jewish Museum was shut down.
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The Shabbat Room. An installation by  Maya Zack

Jewish Museum Vienna

The permanent installation The Shabbat Room by Maya Zack, born in Israel in 1976, offers a link between the first Jewish Museum and the present one. Through her artistic research, she revives the early twentieth-century Gute Stube by the artist Isidor Kaufmann. This installation, which was central to the museum, was the fruit of Kaufmann’s search for a more authentic Judaism and was intended to remind the Jews of the time of their origins. It took the artist from Vienna to the north-eastern crown lands. The installation offered the Jews of Vienna a place where they could reflect on family life during their own childhood or that of their parents. It was destroyed in 1938 when the first Jewish Museum was shut down.
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www.jmw.at

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THE MEMORY MAP – A Topology of Remembrance

Jewish Museum Vienna

Nikolaus Gansterer designed the original using cut-out extracts from scanned letters of survivors from Vienna, most of which were in US archives. This donation by The Memory Project and the artist Nikolaus Gansterer will be incorporated in the Jewish Museum Vienna permanent exhibition “Our City! Then to Now”. It links up with the city map at the start of the exhibition on the second floor, which shows the three Jewish communities of Vienna before 1945. Memory Map focuses in particular on the third Jewish community, the third-largest in Europe, which was destroyed between 1938 and 1945.

www.jmw.at

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