steirischerherbst´18

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Christian von Borries

„Land der Musik“ – ein Neujahrskonzert (2018)

Musikperformance

Helmut List Halle 7.10., 19:30 Weltpremiere

Österreich sei das „Land der Musik“, sagt man. Angesichts der gegenwärtigen politischen Lage gewinnt ein solch einzigartiges Selbstverständnis an zusätzlicher und beängstigender Aktualität und liefert den Ausgangspunkt für die Auftragsarbeit „Land der Musik“ – ein Neujahrskonzert, eine Orchestersuite des Komponisten, Filmemachers, Künstlers und Copyleft-Aktivisten Christian von Borries. Im Zeitalter von Big Data werden populäre und weniger populäre Musikstücke, die für die Konstruktion der nationalen Identität Österreichs von entscheidender Bedeutung waren, umgestaltet. Aus algorithmischem Sampling und Neuarrangement mittels MIDI (Musical Instrumental Digital Interface) entsteht eine Collage des „Neujahrskonzerts“, von Ludwig van Beethoven über Gustav Mahler bis hin zu Johann Strauss. Doch auch Erwin Schulhoff kommt vor, ein kommunistischer Komponist, der während des Ersten Weltkriegs in der österreichischen Armee diente. Die Walzer von Strauss – von denen bei Abflug und Landung eines jeden Austrian Airline Fluges einer eingespielt wird – und die Symphonien von Österreichs Adoptivsohn Beethoven liefern Datensätze, die ein Programm Künstlicher Intelligenz trainieren, charakteristische Merkmale herauszufiltern und zu analysieren, um anschließend eigene Melodien zu komponieren. Die daraus resultierende Musik – von einem Orchester live vorgetragen – wird visuell von KI-generierten Bildern begleitet, die den Gebrauch von Musik und Bildern als Phrasen zeigen, die für Standortvermarktung und nationales Branding benutzt werden. Vertraute Musik macht sich bemerkbar, als kehrte man von einer langen Reise heim; vieles ist nicht mehr intakt, fragmentiert wie eine verblasste Erinnerung, de- und rekonstruiert in einer Epoche digitalisierter nationaler Identität, der man ein neues Image verpasst hat.

www.steirischerherbst.at.

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Michael Portnoy, Grandpa Joe, Jahr unbekannt. Foto: Joseph Portnoy
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Michael Portnoy

Touching on Everything (2018)

Performance

Orpheum 12.10., 19:00

Heutzutage wird von der Kunst viel verlangt. Kunst soll Massen anlocken und auf Instagram funktionieren, gleichzeitig aber auch dem Anti-Spektakel verpflichtet bleiben, universell sein und dennoch ortsspezifisch, aktuell und zugleich zeitlos, politisch, aber auch poetisch. Kurz gesagt, die Kunst soll alles verhandeln und aufgreifen, mit ihren magischen MacGyver-Händen anscheinend unvereinbare Fragmente aufsammeln und aus diesen etwas machen … mit anderen Worten: alles besser machen. Michael Portnoys neue für den steirischen herbst entstandene Arbeit lässt nichts aus. Seine Performance basiert auf Fragmenten des allegorischen jiddischen Stückes All Things Touch All Other Things Eventually (Alle Dinge berühren einander irgendwann, 1928) eines Autors namens Yosef Birnheim. Dieses Stück will der Künstler in einem Konvolut von Dokumenten entdeckt haben, das nach dem Zweiten Weltkrieg in Graz wieder aufgetaucht war. Aufgrund seines Umfangs wurde das Originalstück niemals aufgeführt, erforderte doch allein seine Besetzung über siebzig Schauspieler*innen. Steht normalerweise bei allegorischen jiddischen Volksmärchen der Konflikt zwischen einem oder zwei figürlichen Wesen (Glück und Weisheit, Falschheit und Wahrheit) im Vordergrund, wollte Birnheim mit seinem satirischen Stück ein ganzes philosophisches System wechselseitiger Beziehungen aller Ideen untereinander zur Aufführung bringen, wobei jede einzelne dieser Ideen von seinen Schauspieler*innen und den Bühnenrequisiten verkörpert werden sollten. Als das Stück entdeckt wurde, war nur noch ein Drittel desselben vorhanden. Portnoy hat die fehlenden Teile rekonstruiert, sich dabei große Freiheiten genommen, das Wesentliche herausgefiltert und allegorische Figuren mittels Elementen des zeitgenössischen Tanzes, jiddischer Lieder, Varietétheater sowie Körperkomödie auf den neuesten Stand gebracht und dabei eine fast undurchschaubare Ideendichte, die zu schwerfälligen, kabbalistischen Formeln geronnen war, aktualisiert. Bei diesem sinnlichen und absurd moralischen Tanz der Konzepte wird die Freiheit in einer Ecke von Krämpfen geschüttelt, während der Nationalismus neckend seinen Fuß in den Mund von Gender steckt.

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Martin Behr & Martin Osterider, from the series Triester, 2003. Courtesy the artists

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Conchita vs. Gabalier

Von der „Insel der Seligen“ zur illiberalen Demokratie? Österreich zwischen Tradition und Moderne, zwischen Verschwinden und Wiederkehr. Ein Heimatabend

Orpheum 13.10; 19:00

Nationale Identität definiere sich über ein Territorium, das metaphorisch auch als Körper wahrgenommen werde, sagt die Sprachwissenschaftlerin Ruth Wodak. Wie sieht er nun aus, dieser sogenannte „nationale Körper“, für den es zwei gänzlich unterschiedliche Projektionen gibt. Da ist die österreichische Eurovision-Song-Contest-Gewinnerin mit Bart – die Kunstfigur Conchita – auf der einen Seite und der Authentizität vorgebende „Volksrock’n’Roller“ Andreas Gabalier auf der anderen. Weltoffenheit, Liberalität und Extrovertiertheit vs. Heimatbeschwörung, Traditionalität und ebenso Extrovertiertheit – zwei Ansätze, die polarisieren und nicht frei von Fiktionen sind. Österreich ist im Umbruch, politisch, gesellschaftlich, sozialpsychologisch, medial. Ein neuer Nationalismus weht, „hybride populistische Gedanken“ (Paul Sailer-Wlasits) sind ebenso salonfähig wie Abschottung vor dem Fremden. Die schon verschwundene Lederhose ist wieder schick; ein harter Ton gegenüber Geflüchteten auch. Unter deutschen Rechten gilt Österreich heute als Vorbild. Quo vadis, Alpenrepublik? Befindet sich das Land auf dem Weg in eine illiberale Demokratie? Und steht die grassierende Brauchtumsnostalgie bei dieser Entwicklung Pate?

www.steirischerherbst.at

 

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Theater im Bahnhof, Recherche für  Hier War Ich Noch Nie – eine Taxichoreografie, 2018. Foto: Eva Hofer. Courtesy Theater im Bahnhof

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Theater im Bahnhof

Hier War Ich Noch Nie – eine Taxichoreografie (2018)

Performance 10.10.: 20:00, 20:45, 21:30, 22:15

Will man sich über eine Stadt informieren, ist es ratsam, eine*n Taxilenker*in zu fragen. Relativ einfache Fragen – etwa, wo es den besten Wochenmarkt der Stadt, das beliebteste Wirtshaus oder den schönsten Park gibt – können Antworten provozieren, die weit über einen guten Tipp hinausgehen und Einblick in Alltagsleben und lokale Politik gewähren. Je nachdem, wie das Gespräch verläuft, kann man auf diese Weise herausfinden, was die Menschen wirklich denken. Oder aber man findet gar nichts heraus, weil das Autoradio unerbittlich vor sich hin plärrt. Theater im Bahnhof zapft das künstlerische Potenzial persönlicher Begegnung und des Austausches, das man während einer Taxifahrt erfährt, in Form einer – wie es das Theaterensemble nennt – „Taxichoreografie“ an. Zu diesem Zweck nehmen sechs professionelle Taxilenker*innen der Stadt die Besucher*innen des steirischen herbst auf Sonderfahrten durch Graz mit. In einem solchen Szenario werden die Rücksitze des Wagens – die quasi private Sphäre also, die man während einer normalen Taxifahrt vorübergehend mietet – zum performativen Raum. Fahrer*in und Fahrgast spielen Frage-Antwort, tauschen Geschichten aus und hören sich halb auswendig gelernte Anekdoten an, wie sie den zahlenden Fahrgästen auch für gewöhnlich vorgesetzt werden. Doch jetzt sind die herkömmlichen Regeln und Übereinkünfte nicht länger in Kraft, das Gespräch reicht viel weiter, wenn die Stereoanlage und der kleine Bildschirm des Taxis sowie die Stadt selbst aktiviert werden, um die übergreifende Erzählung, die sich während der Fahrt entfaltet, herauszustellen. Vielleicht erfahren die Fahrgäste etwas über heitere Orte und Problemzonen in der Stadt, vielleicht bekommen sie ein wenig aus dem Alltag der in Graz lebenden Migrant*innen mit oder lernen etwas über die neuesten Entwicklungen in der Politik. Dieses Gespräch ist es, das den verschlungenen Verlauf der Fahrtroute bestimmt und mit Treibstoff versorgt. Es kreiert einen singulären Schnitt durch Graz, wie man es anders niemals zu sehen – oder zu hören – bekäme.
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Henrike Naumann, Collage für Anschluss´90 © Inga Selck / Courtesy die Künstlerin & KOW Berlin

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Henrike Naumann

Anschluss ’90 (2018)

Installation
Haus der Architeltur 21.9.–14.10.2018

Wer hätte gedacht, dass sich die Dinge so schnell ändern würden? 1990 ereignete sich dann aber alles beinahe über Nacht. Aus dem Ruf „Wir sind das Volk“ wurde in einem Ausbruch von Nationalgefühl „Wir sind ein Volk“ – und die deutsche Wiedervereinigung plötzlich Wirklichkeit, so unwahrscheinlich dies auch noch wenige Monate zuvor erschienen sein mag. Mit ihrer neuen Installation für den steirischen herbst treibt die Künstlerin Henrike Naumann eine solche Unwahrscheinlichkeit weiter. Naumann, die im ostdeutschen Zwickau aufgewachsen ist, das als eine der Brutstätten der rechtsextremen Terrororganisation NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) gilt, malt sich ein alternatives Geschichtsszenario für die deutsche Wiedervereinigung aus, bei dem die Welle völkischen Zusammengehörigkeitsgefühls auf Österreich überschwappt und das Land sich schlagartig entscheidet, sich seinerseits dem nun wiedervereinten Deutschland anzuschließen. Ein solcher Neu-Anschluss fühlt sich ziemlich anders an als der von 1938 – keine endlosen Militäraufmärsche, sondern die Eröffnung immer neuer Möbelhäuser. Die Wiedervereinigung führt Österreicher und Ostdeutsche gemeinsam ungeahnten Möglichkeiten des Konsums zu!…

www.steirischerherbst.at

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Nach einem Auszug aus Maria Strnad Österreicheisch Trachtendrindl Courtesy Department of Ultimology

 

Department of Ultimology

Was Wo (2018)

Forschungsprojekt und Installation

Grazer Kunstverein 21.09 – 17.11.2018

Gebräuche und Traditionen einer Gesellschaft können für ihre Mitglieder beinahe unsichtbar bleiben. Welche politische und ethische Tragweite hat eine derartige „atmosphärische“ Kultur, die aus Ereignissen besteht, die sich jedes Jahr zur gleichen Zeit und am gleichen Ort wiederholen, und wie viel von ihr ist im Verschwinden begriffen? Welche fast vergessenen Traditionen sollten wiederbelebt werden? Welche Praktiken sollte man hingegen begraben und für immer vergessen? So lauten die Fragen, denen die hypothetische Disziplin der Ultimologie nachgeht, die sich der Erforschung dessen widmet, was tot ist oder stirbt. 2016 ursprünglich als Fachbereich am Trinity College in Dublin gegründet, leitet die Ultimologie im Herbst 2018 ihre nächste Hauptphase ein, wenn sie ihren Ansatz der Wissensproduktion für Rituale, Festlichkeiten, Spezialitäten und jahreszeitliche Traditionen in der Steiermark zur Anwendung bringt. Unter Nutzung bekannter Methoden der Datensammlung – Interview und Fragebogen – werden die befragten Personen eingeladen, einen Aspekt von Kultur, Tradition oder Ritual vorzuschlagen, der mittels der Methode der Ultimologie analysiert und kritisch reflektiert werden soll. Der Fragebogen gewährleistet Anonymität. Eine im Anschluss eingerichtete Ausstellungsstruktur beherbergt hilfreiche visuelle und mnemotechnische Bedienhinweise, während Elemente der Gastfreundschaft, wie etwa der für die Erinnerung förderliche Tee aus Ginkoblättern, zu entspanntem Verweilen sowie Reflexion und Nachdenken einlädt. Was Wo des Department of Ultimology findet während des diesjährigen steirischen herbst im Empfangsbereich des Grazer Kunstverein statt und wird von Fiona Hallinan, Nina Höchtl, Kate Strain und Julia Wieger koordiniert.

www.steirischerherbst.at

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James Richards & Leslie Thornton, Crossing, 2016, Installationsansicht Secession 2018, Foto: Sophie Thun
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James Richards & Leslie Thornton

Crossing

Secession 14.9– 4. 11. 2018

James Richards und Leslie Thornton zeigen in der Secession ihr erstes gemeinsames Projekt, Crossing (2016). Die Videoinstallation materialisiert eine intensive Phase künstlerischer Kollaboration zwischen den KünstlerInnen, die zwei unterschiedlichen Generationen und Kontexten angehören. Die Medienkünstlerin Thornton, die selbst von Paul Sharits, Yvonne Rainer und Joan Jonas beeinflusst wurde, schafft in ihren Arbeiten oft Projektionen mit komplexen Bild-Ton-Interaktionen. Auch in Richards Werk spielen musikalische Kompositionen eine zentrale Rolle. Beide verstehen Kino und Video als eigenständige Ausdrucks- und Denkformen.

www.secession.at

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Bibliothekszimmer Berta Zuckerkandl

Jüdisches Museum Wien / The Place to Be. Salons als Orte der Emanzipation © bel etage / Wolfgang Bauer

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The Place to Be. Salons als Orte der Emanzipation

30/05–14/10/2018 Jüdisches Museum Wien

Heute würde man das, was die Wiener Salons zwischen 1780 und 1938 ausmachte, als Networking im besten Sinne bezeichnen. Diese meist von ihren jüdischen Gastgeberinnen geprägten Kommunikationsräume waren in zweifacher Hinsicht Orte der Emanzipation und der Ermächtigung: für Frauen, die von der Öffentlichkeit noch ausgeschlossen waren, und für die Entwicklung einer bürgerlich-kritischen Zivilgesellschaft. Die Ausstellung stellt die Salons von Fanny Arnstein, Josephine Wertheimstein bis hin zu den Reformsalons von Berta Zuckerkandl und Eugenie Schwarzwald als kultivierte Orte der Politik und als politische Orte der Kultur vor. Sie macht die Leistungen der Salonièren für die Wiener Kultur-, Wirtschafts- und Politikszene begreiflich. Und sie zeigt schließlich, welche Bedeutung die Wiener Salonkultur für die vertriebenen Wiener Jüdinnen und Juden im Exil erlangte und dass es nicht zufällig die aus dem englischen Exil heimkehrende Hilde Spiel war, die diese Kultur in den Nachkriegsjahren noch einmal in Wien „salonfähig“ machte.

www.jmw.at

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Friedrich Seidenstücker, Eisenbahnspiel, Berlin, 1949 / Silbergelatineabzug, 17,8 x 12,7 cm /
Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Pinakothek der Moderne, München

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UM UNS DIE STADT

17/07 – 27/01/2019 Pinakothek der Moderne

Die moderne Fotografie ist aufs engste verbunden mit der Kultur der Großstadt. Im urbanen Umfeld finden Fotografinnen und Fotografen der 1920er Jahre Inspiration für experimentelle Bildgestaltungen und die Visualisierung eines Neuen Sehens, wie es heute als ikonisch für die Avantgardefotografie gilt. Zugleich aber richten zahlreiche Fotografen ihren Blick auf das soziale Gefüge der Großstadt. Als Flaneure und Straßenfotografen dokumentieren sie das alltägliche Leben und das dynamische Treiben der Menschen. Diese Ansichten zeigen die Stadt als kollektiven Lebensraum und entwerfen eine vielschichtige Beschreibung der Menschen und ihrer Lebensbedingungen im urbanen Raum.

Die Präsentation zeigt Fotografien aus den 1920er- bis 1940er-Jahren von Aenne Biermann, Florence Henri, Germaine Krull, Man Ray, Albert Renger-Patzsch und Friedrich Seidenstücker aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde.

www.pinakothek.de

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Exhibition view Doppelleben. Double Lives. Visual Artists Making Music / mumok Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien / Photo: Klaus Pichler © mumok
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Doppelleben

Bildende Künstler_innen machen Musik

12/07–11/11/2018 mumok

Man glaubt gar nicht, wie viele bildende Künstler_innen Musik gemacht haben bzw. auch als Musiker_innen aktiv sind. Dabei geht es um viel mehr als nur um die Hinwendung zu einem anderen Medium. Öffentliche Musikauftritte bedeuten, ebenso wie die Produktion von Alben und Videos ganz grundsätzlich andere Arbeitsbedingungen, ein spezielles Umfeld, die Konfrontation mit einem diversen Publikum und nicht zuletzt eine andere Einkommenssituation.
Der Kunstkritiker Jörg Heiser spricht in Bezug auf dieses ab den 1960er-Jahren auftretende Phänomen von einem „Kontextwechsel“ zwischen bildender Kunst und Musik. In bewusster Anspielung auf das nicht von allen Künstler_innen immer offengelegte gleichzeitige Agieren in unterschiedlichen Feldern betitelt er sein Buch zu diesem Thema Doppelleben. Tatsächlich kann die Art, wie einzelne Persönlichkeiten die beiden Bereiche in ihrem Leben und ihrer Arbeit auseinanderhalten oder verschränken, sehr unterschiedlich sein.
In manchen Fällen ist die Tätigkeit in beiden Feldern bestenfalls Insider_innen bekannt. Andere Künstler_innen wiederum suchen für ihre Musikauftritte sogar ganz bewusst den Rahmen der bildenden Kunst. Es ist ein breites Spektrum mit vielen Zwischentönen.

www.mumok.at

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Louise Lawler, Formica (adjusted to fit, distorted for the times, slippery slope 3), 2018, Courtesy of the artist und Metro Pictures, New York; ; Ausstellungsansicht Andere Mechanismen, Secession 2018 © Peter Mochi

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Andere Mechanismen

29/06–02/09/2018  Secession

Andere Mechanismen nimmt eine Gegenwart in den Bick, in der Maschinen nicht  sonderlich nach Maschinen aussehen. Viele heißen noch nicht einmal mehr Maschinen. Die schwerer ölverschmierte Maschine von einst, wurden die glatten Benutzeroberflächen digitaler MAschinen un die Schwerelosigkeit detr Cloud abgelöst. Werkzeig, Gerät, Einheit, Apparat, Computer, Hardware, Software, Programm, Server, Prozessor Mikrochip. Einstellungen, Algorithmus, Infrastruktur, Sytem, Logistik, Protokoll, Parameter – die Begriffe mit denen wir die Maschinen von heute beschreiben, vervielfältigen, verändern und überschneiden sich.  Die Arbeiten in der Ausstellung regen an farüber nachzudenken, was es bedeuten könnte, der Herrschaft der Maschine die Stirn zu bieten. Sie stellen ihre Werkzeuge in Frage, treiben Schindluder mit Ihren Technologien, lenken sie in neue Richtungen, bringen ihre Messwerte durcheinander. Diese anderen Mechanismen führen Umwege oder Sackgassen in gewohnte Kreisläufe ein, regelwiedrige Bahnkurven, die mit der Zeit Verzerrungen hervorbringen. Sie bestehe aus Knoten Leerstellen und inkomplatiben Ausgangsparmatern. Sie verlangen mehr von ihren Nutzern, setzen entablierte Protokolle der Bequemlichkeit un unmittelbaren Verständlichkeit außer Kraft und den menschlichen Körper mit seiner Unneholfenheit, seinen Unregelmäßigkeiten und Ineffizienzen, wieder in sein Recht.

Mit Arbeiten von Zarouhie Abdalian, Lutz Bacher, Nairy Baghramian, Eva Barto, Patricia L. Boyd, Nina Canell & Robin Watkins, Jay DeFeo, Trisha Donnelly, Harun Farocki, Howard Fried, Aaron Flint Jamison, Jacob Kassay, Garry Neill Kennedy, Friedrich Kiesler, Pope.L, Louise Lawler, Sam Lewitt, Park McArthur, Jean-Luc Moulène, Cameron Rowland, Sturtevant, Danh Vo.

www.secession.at

 

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© Alice Tippit/Bride/2017, Oil on canvas, 33 x 25,4 cm © Alice Tippit/Sammlung Gaby und Wilhelm Schürmann/Herzogenrath/2018

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Klassentreffen

Werke aus der Sammlung Gaby und Wilhelm Schürmann

23/06–11/11/2018 mumok

Gaby und Wilhelm Schürmann sehen ihre Sammlung keineswegs nur als ihren privaten Besitz oder als ein Prestigeobjekt an, sondern vielmehr als ein Kulturgut, das einen öffentlichen Austausch verlangt. Ihre seit Ende der 1970er-Jahre kontinuierlich gewachsene Sammlung gibt einen einmaligen Blick auf die Entwicklung der Gegenwartskunst seit den 1980er-Jahren. Sie stellt ein avanciertes Statement für eine Kunst der Gegenwart dar, die sich im Gesellschaftlichen verankert und als Kommunikationsangebot versteht. Der Ansatz der in Herzogenrath bei Aachen und Berlin ansässigen Sammlung ist kreativ-produktiv: die Praxis des Sammlerpaars kann als eine besonders freigeistige Form der Kulturproduktion beschrieben werden. Denn der Akt des Sammelns realisiert sich weniger im Bewahren und Vervollständigen, sondern wird primär als Einladung zur Teilnahme an der öffentlichen Produktion von Zusammenhängen begriffen. Diese zupackende Haltung manifestiert sich in lustvollen und unkonventionellen Gesten des Zeigens – einschließlich des Prinzips des „vergleichenden Sehens“. In diesem Sinne wird die Ausstellung Klassentreffen, deren Titel sich auf eine gleichnamige raumbezogene Installation der Berliner Künstlerin Nairy Baghramian aus dem Jahr 2008 bezieht, einen spannenden, humorvollen und aufregenden Dialog zwischen den einzelnen künstlerischen Positionen der Sammlung entspinnen und überraschende inhaltliche Bezüge etablieren. Einen Schwerpunkt bilden dabei Wiener Einflüsse auf die international ausgerichtete Sammlung und ihre Vernetzungen.

www.mumok.at

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Ozan Mermer © 2016

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Kunstvermittlungsprojekt YES, WE’RE OPEN!

Das interkulturelle Vermittlungsprojekt der Pinakothek der Moderne

Die Welt, in der wir leben, hat sich stark verändert. Flucht und Migration, kulturelle Vielfalt bei gleichzeitiger Radikalisierung, Integration, Globalisierung und Entwurzelung berühren unsere Gesellschaft. Nicht nur in Politik und Wirtschaft, auch in der Kultur findet ein Umdenken statt. Das Museum definiert seine Aufgaben neu. Mit Projekten, die eine Begegnungsplattform für Geflüchtete und Menschen aus Bayern anbieten, reagiert es auf die gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Eine neue Perspektive für Europa muss den politischen, den ökonomischen und den kulturellen Blick miteinander in Beziehung setzen.

Die Pinakothek der Moderne hat mit dem Vermittlungsprojekt „YES, WE’RE OPEN!“ Anfang dieses Jahres eine interkulturelle Plattform für Ankommende und Anwesende, für Geflüchtete und Menschen aus Bayern geschaffen. Im Herzen des Museum wurde ein Kunstvermittlungsraum für dieses Programm geschaffen. Ein Novum in der Museumslandschaft. Kinder und ihre Eltern, Jugendliche und Erwachsene finden hier mehrmals wöchentlich offene Türen, um in geschütztem Umfeld die Begegnung mit einer neuen Kultur zu wagen. Mit YES, WE‘ RE OPEN! setzt das Museum ein Zeichen für die Bedeutung der Kunst als Ausdruck menschlicher Kreativität, Toleranz und Offenheit jenseits sprachlicher und kultureller Barrieren. Das Programm ist unbefristet und soll durch eine Vielzahl einzelner, vernetzter Angebote und Projekte stetig weiterentwickelt und ausgebaut werden. Allen Projekten ist der Fokus auf Kommunikation und das Miteinander der Kulturen sowie die Verknüpfung mit Kunstwerken und Objekten aus der Pinakothek der Moderne gemein.

PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne E.V.

www.pin-freunde.de

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JMW_Postkarte_final.inddPraterstraße 23, 1902–1908; Internationale Hygiene-Ausstellung, Dresden 1911. Weitere Adressen: Rathausstraße 13, 1895 –1902; Krugerstraße 8, 1902–1903 aus: The Shabbat Room, 2013

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The Shabbat Room.

Eine Rauminstallation von Maya Zack

Jüdisches Museum Wien

Die permanente Rauminstallation The Shabbat Room von Maya Zack verbindet das erste Jüdische Museum Wiens mit dem heutigen. Die 1976 in Israel geborene Künstlerin rückt mittels künstlerischer Recherche die sogenannte Gute Stube des um 1900 berühmten Malers Isidor Kaufmann wieder ins Bewusstsein. Diese zentrale Museumsinstallation war ein wichtiges Zeugnis von Kaufmanns Suche nach Bildern eines „ursprünglichen“ Judentums bzw. nach dem Background der Wiener Jüdinnen und Juden um 1900. Kaufmann unternahm diese Suche Jahr für Jahr in den nordöstlichen Kronländern. Mit seiner 1899 installierten Guten Stube schenkte er den Wiener Jüdinnen und Juden einen Raum für die Erinnerung an das Familienleben ihrer eigenen Kindheit oder an das ihrer Eltern. Die Installation der Guten Stube wurde 1938 bei der gewaltsamen Schließung des ersten Wiener Jüdischen Museums zerstört.

www.jmw.at

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(c) Nikolaus Gansterer

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THE MEMORY MAP – Eine Topologie des Gedenkens

Jüdisches Museum Wien

Nikolaus Gansterer gestaltete das Original mit Ausschnitten aus faksimilierten Briefen von Überlebenden aus Wien, wobei der Großteil seines Materials aus US-Archiven stammt. Das Jüdische Museum plant, die Schenkung des Vienna Project und des Künstlers Nikolaus Gansterer in die Dauerausstellung „Unsere Stadt! Jüdisches Wien bis heute“ aufzunehmen. Das Exponat wird im zweiten Stock ausgestellt, wo es am Beginn der Ausstellung zu einem Stadtplan in Bezug tritt, der die drei jüdischen Gemeinden Wiens vor 1945 zeigt. In der Memory Map steht die dritte jüdische Gemeinde, ehemals die drittgrößte Europas, im Mittelpunkt, die zwischen 1938 und 1945 vernichtet wurde.

www.jmw.at

 

 

 

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steirischerherbst`18

Christian von Borries

“Land of Music”—A New Year’s Concert (2018)

Musical performance
Helmut List Halle 7.10., 19:30 World premiere

Austria is “the land of music,” they say. This unique self-understanding takes on a new and frightening currency in today’s political situation, and provides the point of departure for a newly-commissioned orchestral suite by composer, filmmaker, artist, and copyleft activist Christian von Borries. Popular and not-so-popular pieces of music central to the construction of Austrian national identity are recast in the age of big data…

www.steirischerherbst.at

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Michael Portnoy

Touching on Everything (2018)

Performance

Orpheum 12.10., 19:00

We ask a lot of art these days. Art must generate crowds and be Instagrammable yet anti-spectacular, universal yet site-specific, topical yet timeless, political yet poetic. In short, art must touch on everything, and with its magical MacGyver fingers, gather up seemingly disparate fragments and make something of them… in other words, make everything better. Michael Portnoy’s new commission for steirischer herbst literally touches on everything…

Theater im Bahnhof

Hier War Ich Noch Nie – eine Taxichoreografie (I’ve never been here before—taxi choreography) (2018)

Performance 26.9., 3.10., 10.10.:  20:00, 20:45, 21:30, 22:15
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If you want to find out about a city, asking a taxi driver is not a bad place to start. Relatively simple questions—Where’s the city’s best Saturday market, favored local pub, or loveliest park?—might spark revealing answers that lead far beyond the prospect of a tip, giving you insights into everyday life and local politics. In such a situation, you might find out what people really think, depending on how the conversation goes, or you might find out nothing at all, radio blaring. Setting into motion what they call “taxi choreography,” Theater im Bahnhof taps into the artistic potentials of the personal encounters and exchanges afforded by taxi rides…
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Henrike Naumann

Anschluss ’90 (2018)

Installation
Haus der Architeltur 21.9.–14.10.2018

It was hard to imagine that things could shift so quickly, but in 1990, it all happened nearly overnight: in a burst of national sentiment, the slogan “We are the people” turned into “We are one people,” and German reunification was suddenly a reality, implausible as it might have seemed only months before. In her new installation for steirischer herbst, artist Henrike Naumann takes this implausibility a step further. Naumann, who grew up in the East German town of Zwickau, famous as one of the hotbeds of the NSU (National Socialist Underground) far-right terror group, imagines an alternate-history scenario for German reunification where the wave of popular sentiment floods over to Austria, which suddenly decides to join a newly-united Germany…

www.steirischerherbst.at

 

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Department of Ultimology

What Where (2018)

Research project and installation
Grazer Kunstverein 21.09 – 17.11.2018

The customs and traditions of a society can be almost invisible to its members. What are the political and ethical implications of such “ambient” culture, those events that occur every year at the same time in a certain place, and how many of them are disappearing? Which half-forgotten traditions should be resuscitated? What practices should be buried and forgotten forever? Such are the questions pursued by the hypothetical discipline Ultimology, the study of that which is dead or dying.

wwww.steirischerherbst.at

 

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James Richards & Leslie Thornton

Crossing

Secession 14/09–14/11/2018

James Richards and Leslie Thornton are showing their first collaborative project Crossing (2016) at the Secession. This video installation materializes an intense phase of exchange between the artists who belong to two distinct generations and contexts. Thornton, a media artist who herself was influenced by Paul Sharits, Yvonne Rainer, and Joan Jonas often deploys projections complicated by ample sound-image interactions. Likewise, musical composition is key to Richard’s practice. Both artists’ work is motivated by their understanding of cinema and video as original languages and forms of thinking.

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The Place to Be. Spaces of Emancipation

30/05–14/10/2018 Jewish Museum Wien

What made the Vienna salons the places to be between 1780 and 1938 would be described today as networking in the best sense. Mostly shaped by their Jewish hostesses, these communication spaces were also spaces of emancipation and empowerment in two respects: for women who were still excluded from public life, and for the development of a critical, middle-class civic society. The exhibition introduces the salons of Fanny Arnstein and Josephine Wertheimstein, right up to the reform salons of Berta Zuckerkandl and Eugenie Schwarzwald, as cultured spaces of politics and political spaces of culture. It makes the accomplishments of salonnières for the Viennese cultural, economic and political scene tangible. And it ultimately shows what importance Viennese salon culture gained for the expelled Viennese Jewish women and men in exile, and that is wasn’t coincidentally Hilde Spiel, returning home from English exile, who made this culture “salonfähig” (socially acceptable) once again in the post-war years in Vienna.

www.jmw.at

 

 

Double Lives

Visual Artists Making Music

12/07–11/11/2018 mumok

It is quite remarkable how many fine artists also made music. This was much more than just an interest in another medium. Public musical performances and the production of recorded music involve different ways of working and different environments, and also the confrontation with a different audience (not to mention different forms of income).
This is why art critic Jörg Heiser refers to a “contextual shift” between the fine arts and music when he writes about this phenomenon beginning in the 1960s. Alluding to the fact that some artists did not make their work in other fields transparent and open, his book is called Double Life. It is certainly true that there are many different ways in which individuals can either combine these two fields in their lives and work—or keep them separate. In some cases, work in both fields was only known to insiders. Other artists, by contrast, made a deliberate use of the frame of the fine arts for their musical performances. There is a broad spectrum with many intermediate forms.

www.mumok.at

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Class Reunion

Works from the Gaby and Wilhelm Schürmann Collection

23/06–11/11/2018 mumok

Gaby and Wilhelm Schürmann do not see their collection as just private property or a prestige object, but rather as an item of cultural value that needs exchange with the public. Their collection has been constantly growing since the late 1970s, and it provides an incomparable view of the development of contemporary art from the 1980s onward. This is a progressive statement on behalf of contemporary art that is anchored in social issues and sees itself as a form of communication.

www.mumok.at

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The Shabbat Room. An installation by Maya Zack

Jewish Museum Vienna

The permanent installation The Shabbat Room by Maya Zack, born in Israel in 1976, offers a link between the first Jewish Museum and the present one. Through her artistic research, she revives the early twentieth-century Gute Stube by the artist Isidor Kaufmann. This installation, which was central to the museum, was the fruit of Kaufmann’s search for a more authentic Judaism and was intended to remind the Jews of the time of their origins. It took the artist from Vienna to the north-eastern crown lands. The installation offered the Jews of Vienna a place where they could reflect on family life during their own childhood or that of their parents. It was destroyed in 1938 when the first Jewish Museum was shut down.
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THE MEMORY MAP – A Topology of Remembrance

Jewish Museum Vienna

Nikolaus Gansterer designed the original using cut-out extracts from scanned letters of survivors from Vienna, most of which were in US archives. This donation by The Memory Project and the artist Nikolaus Gansterer will be incorporated in the Jewish Museum Vienna permanent exhibition “Our City! Then to Now”. It links up with the city map at the start of the exhibition on the second floor, which shows the three Jewish communities of Vienna before 1945. Memory Map focuses in particular on the third Jewish community, the third-largest in Europe, which was destroyed between 1938 and 1945.

www.jmw.at

 

 

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