Utopie und Realität

El Lissitzky / Proun, ca.1922-1923 (Detail) / Sammlung Van Abbemuseum © Peter Cox

 

El Lissitzky – Ilya und Emilia Kabakov

Utopie und Realität

07/02 – 23/02/2014
Kunsthaus Graz

Eröffnung: 06/0272014 19:00 Uhr

Die Ausstellung El Lissitzky – Ilya und Emilia Kabakov. Utopie und Realität ist ein Zwiegespräch zweier russischer Künstler über mehrere Generationen und nun fast ein Jahrhundert hinweg. Der jüngere Ilya Kabakov steht dabei im Dialog mit dem Vordenker der russischen Avantgarde El Lissitzky, der mit seinen Entwürfen maßgeblich das Formenvokabular einer Zeit des Aufbruchs bestimmte und die Kunst direkt in den Dienst einer Gesellschaftsreform stellte. El Lissitzky und Ilya Kabakov gehören zu den bedeutendsten Künstlern aus der ehemaligen Sowjetunion. Sie stehen für zwei aufeinanderfolgende Generationen des Aufbruchs und die Implementierung der kommunistischen Visionen – für deren bildgewaltige Konstruktion einerseits und spätere Dekonstruktion andererseits.

Die Ausstellung im Kunsthaus Graz zeigt eine von Ilya und Emilia Kabakov für Graz adaptierte Version der 2013 gezeigten Ausstellung im Van Abbemuseum in Eindhoven (NL), die zuletzt auch in der Eremitage (St. Petersburg)  und im Multimedia Art Museum in Moskau zu sehen war. In über 40 Originalarbeiten El Lissitzkys aus den Jahren 1919–1930 sowie beeindruckenden Rekonstruktionen seiner Modelle als räumliche Gesamtkunstwerke werden allgemein verständliche geometrische Formen als konstruktivistische und zugleich politische Visionen spürbar. Dem gegenüber entwerfen die installativen und malerischen Arbeiten von Ilya Kabakov, der seit seiner Emigration in die USA (1988) mit seiner Frau Emilia zusammenarbeitet, ein Bild von bodenständiger Realität, gepaart mit konzeptueller Metaphysik.

www.museum-joanneum.at

 

 

 

Nancy Spero / Installation der Erinnerung / 1996 / JMW

NANCY

Nancy Spero

Installation der Erinnerung

Permanent
Jüdisches Museum Wien

„Die wichtigste Eigenschaft eines Künstlers ist Courage.“ (Jean Rouch) Über ein halbes Jahrhundert trieb Nancy Speros Courage ihre enorme Vorstellungskraft an, die von Malerei über Collage und Druck bis hin zur Installation reichte. Sie schuf eine peinture féminine, die den Kampf der Frau in der patriarchalen Gesellschaft sowie die durch das Militär verursachten Schrecken ansprach. Nancy Speros Kunst ist vieldeutig, sie verwendet eine komplexe symbolische Sprache und Göttinnen aus griechischen, ägyptischen, indischen und heidnischen Mythologien als ihre Protagonistinnen.

Die New Yorker Künstlerin Nancy Spero hat zahlreiche Bilder und Texte aus der Wiener Geschichte grafisch bearbeitet und an die Wand des Jüdischen Museums Wiens gestempelt: eine mittelalterliche Mazzotbäckerei, Gustav Mahler am Dirigentenpult, eine von den Nationalsozialisten zerstörte Synagoge.  Die freskoähnlichen Erinnerungssplitter treten zu den Ritualobjekten der Judaica-Sammlung in Beziehung.

Die „Installation der Erinnerung“ schuf Nancy Spero 1996 im Jüdischen Museum Wien , die nach wie vor ein zentraler Bestandteil des Hauses in der Dorotheergasse ist.

www.jmw.at

 

 

 

Josef Bauer / Tatort 1966 / Courtesy the artist

Bauer

Josef Bauer (AT)

Werke 1965 – Heute

07/12 – 23/02/2014
Grazer Kunstverein

Josef Bauers Praxis (geb. 1934, Wels, Österreich) ist irgendwo zwischen Konkreter Poesie, Performance und Malerei angesiedelt; in ihr erkundet der Künstler die physische Beziehung zu linguistischer Produktion und deren Ausstellung. Anders als die Dichter der Konkreten Poesie seiner Generation erforscht Bauer jedoch die greifbare Landschaft und die Räume, in denen Sprache und ihre Darstellung in Beziehung zum Körper miteinander verbunden werden. Diese häufig skulpturalen Interventionen und Installationen ähneln rebusartigen Strukturen, in denen Begriffe wie „Größenordnung“ und „Spur“ wichtige Rollen spielen. Sein Interesse an der Problematik der Beziehung des menschlichen Körpers und seiner Interaktion mit dem bildhauerischen Objekt war auch Gegenstand genauerer Untersuchungen einiger seiner Kollegen wie Franz West. Bauer allerdings brachte die Semiotik ins Spiel, um das linguistische Potenzial dieser Objekte hervorzuheben. Sein unmittelbares Setting wurde für ihn zum Werkzeug, um die Welt um ihn herum zu verstehen und sich mit dieser in Beziehung zu setzen. Diesem physischen Verständnis gab er den Titel „Taktile Poesie“, was ganz wörtlich auch „Poesie-zum-Berühren“ oder „berührte Poesie“ meint.

www.grazerkunstverein.org

 

 

 

 

Andrew Mezvinsky / Foto © Nathan Murrell

Andrew

Andrew M. Mezvinsky (US)

A Good Day

06/11 – 02/03/2014
Jüdisches Museum

Andrew M. Mezvinsky, geboren 1982 in Philadelphia, zählt zu den interessantesten und vielseitigsten jungen Künstlern, die derzeit in Wien arbeiten. Für das Museum Judenplatz hat Mezvinsky eine Installation geschaffen, die von Primo Levis Betrachtungen zum Überleben in Auschwitz, von seiner Definition eines „guten Tages“ im Konzentrationslager ausgeht. Für ein Kapitel seines autobiografischen Berichtes „Ist das ein Mensch?“ hat der italienische Schriftsteller einst den Titel „Ein guter Tag“ / „A Good Day“ gewählt – er spielt auf die ersten Strahlen der Frühlingssonne in Auschwitz an, die eine kleine Hoffnung auf Überleben birgt: „Heute kommt sie etwas früher als gestern; heute ist es ein bisschen wärmer als gestern; in zwei Monaten, in einem Monat wird die Kälte von uns ablassen, und wir werden einen Feind weniger haben.“

Primo Levis Titel übernehmend, schuf Mezvinsky im Museum Judenplatz mittels interaktiver handgezeichneter Animationen und neuester Multimediatechnologie einen Raum, der die Grundbedingungen der menschlichen Existenz im Moment widerspiegelt. Die Besucher werden Teil der Installation, bekommen vom Künstler eine Rolle zugedacht und vermögen so persönlich zu entdecken, welche Metapher sich hinter Levis „A Good Day“ verbirgt. Die vom Künstler gestaltete animierte Szenerie der „Frühlingsweihe“ soll als Sinnbild für Befreiung und neuen Lebenswillen erkannt werden.

www.jmw.at

 

 

Jeff Wall / An Eviction, 1988 /2004 / Grossbilddia in Leuchtkasten, 229 × 414 cm Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne, München © Jeff Wall

 

Jeff Wall in München

07/11 – 09/03/2014
Pinakothek der Moderne

Wie kaum ein anderer Künstler seiner Generation hat der Kanadier Jeff Wall (geb. 1946) die Möglichkeiten bildnerischer Gestaltung, die Grenzen zwischen den Gattungen Malerei, Fotografie, Skulptur und Film, zwischen Fiktion und Realität thematisiert und das fotografische Bild neu definiert. München hat sich früh zu einem Zentrum der Jeff Wall-Rezeption entwickelt, bereits seit den frühen 1980er Jahren war sein Werk hier präsent, wurde ausgestellt, gesammelt und publiziert.

Die Ausstellung, die in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entsteht, vereint erstmals die in Münchner Sammlungen vertretenen Arbeiten. Vor allem in den 1980er und 1990er Jahren entstanden, gibt diese 20 Werke umfassende Auswahl einen pointierten Überblick über die wichtigsten Aspekte in Jeff Walls Schaffen, teils mit heute berühmten, oftmals gezeigten Arbeiten wie »The Thinker« oder »Restoration«, aber auch durch Werke, die zu den weniger bekannten und selten gezeigten zählen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalogbuch im Schirmer/Mosel Verlag.

www.pinakotek.de

 

 

 

Ausstellungsansicht Angelika Loderer © UMJ/N. Lackner

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Förderungspreis des Landes Steiermark für zeitgenössische bildende Kunst 2013

08/11 – 09/02/2013
Kunsthaus Graz

Die Wettbewerbsausstellung zeigt Werke, die verschiedene Ästhetiken oder sogar Kunstphilosophien repräsentieren. Das einzige, was die Künstler/innen tatsächlich miteinander verbindet, ist eine mehr oder weniger formelle Zugehörigkeit zu einem bestimmten, administrativ abgeteilten Territorium – der Steiermark. In der globalisierten Welt der Kunst ist das ein Faktor, der den Charakter eines individuellen Werks nur in begrenztem Maße bestimmt. Darüber hinaus prägen die meisten Ausstellungsteilnehmer, auch wenn sie in der Steiermark geboren sind, dort studiert oder gelebt haben, heute die Wiener, Berliner oder Brüsseler Kunstszenen mit.

Wenn territoriale Identifikation für sie überhaupt eine Rolle spielt, dann nicht unbedingt die Rückbindung in die Steiermark. Deshalb war die Identifikation mit dem Land oder jegliche Form des Bezugs zu seiner Lokalität nicht der Grund, die Künstler/innen für die Ausstellung auszuwählen. Es ging nicht darum, repräsentative Beispiele jener künstlerischen Trends zu zeigen, die gegenwärtig die steirische Szene dominieren. Im Kontext des gewählten Wettbewerbsformats wären alle derartigen Zugänge höchst problematisch. Über die Auswahl entschied der Wert der einzelnen eingereichten Arbeit im Wahrnehmungsprisma der persönlichen Vorlieben des Kurators.

Die Wettbewerbsausstellung lässt sich daher als Auftritt einer von Gastkurator Jarosław Suchan, Direktor des Muzeum Sztuki, Łódź, erträumten Supergruppe sehen, die The Styrians heißen könnte, deren Mitglieder ihre angestammten Bands verlassen und für einen Augenblick ihre Kräfte vereinen, um ein unvergessliches Konzert zu geben. Repräsentativität oder Typizität ihrer Kunst sind hierbei belanglos, letztendlich zählt einzig und allein die Qualität des individuellen Beitrags – das, was in das gemeinsame Vorhaben eingebracht wird.

Kurator: Jarosław Suchan, Direktor, Muzeum Sztuki, Łódź

Im Rahmen der Ausstellungseröffnung am 07.11.2013 um 19 Uhr im Kunsthaus Graz vergibt der Kurator folgende Sponsoren-Preise:

„con-tempus“-Preis: €  5000 : Angelika Loderer
Viktor-Fogarassy-Preis: € 4.000.-: Gregor Schmoll
Humanic-Preis: € 2.000.- : Michael Gumhold

www.museum-joanneum.at

 

 

 

 

El Lissitzky – Ilya und Emilia Kabakov

Utopia and Reality

07/02 – 23/02/2014
Kunsthaus Graz

El Lissitzky and Ilya Kabakov are representatives of the former Soviet Union, who stand for the two generations to follow that brought revolution and the implementation of the Communist visions, and who construct and deconstruct these visions by means of powerful visuals. The exhibition in the Kunsthaus Graz is a version of the 2013 exhibition shown in the Van Abbemuseum in Eindhoven, specially adapted to our museum, which set up a dialogue between the two giants of Russian art at the beginning and end of the Soviet Union respectively, El Lissitzky and Ilya Kabakov.

www.museum-joanneum.at

 

 

Andrew M. Mezvinsky (USA)

A Good Day

06/11 – 02/03/2014
Jewish Museum Vienna

The American artist Andrew M. Mezvinsky, born 1982 in Philadelphia, has created an installation for Museum Judenplatz based on Primo Levi’s account of survival in Auschwitz. In the book If This Is A Man? (Se questo è un uomo) the Italian Auschwitz survivor Primo Levi (1919–1987) summarizes his traumatic experiences. One of the chapters in Levi’s account describes a “good day.”“A Good Day” – the title chosen by Primo Levi and taken up by Mezvinsky for his work in Museum Judenplatz – refers to the first rays of sun in Auschwitz and the hope for survival that they represent: “The rising of the sun is commented on every day: today a little earlier than yesterday, today a little warmer than yesterday, in two months, in a month, the cold will call a truce and we will have one enemy less.” With the aid of interactive animations and the latest multimedia technology Mezvinsky creates a space in Museum Judenplatz reflecting the immediate basic conditions for human existence. Visitors become part of the installation: they are allocated a role by the artist and can discover for themselves the metaphor behind Levi’s “good day.” The animated “rite of spring” scenery created by the artist is intended to symbolize liberation and a new will to live.

 www.jmw.at

 

 

Josef Bauer (AT)

Werke 1965 – Heute

07/12 – 23/02/2014
Grazer Kunstverein 

Josef Bauer’s practice finds itself somewhere between concrete poetry, performance and painting, in which the physical relationship towards linguistic production and display is explored. Unlike the concrete poets of his generation, Bauer examines the tangible landscape and spaces in which language and its representation towards the body are unified. These often-sculptural interventions and installations resemble a rebus-like structure, in which ‘scale’ and ‘trace’ play important roles. His interest in the relationship of the human body and its interaction to align with a sculptural object has been scrutinized by several of his peers such as Franz West, but Bauer introduced semiotics to underline the linguistic potential of these objects.

 www.grazerkunstverein.org

 

 

Jeff Wall in München

07/11 – 09/03/2014
Pinakothek der Moderne

Like virtually no other artist of his generation, the Canadian Jeff Wall
(b. 1946) redefined the possibilities of artistic composition, broaching the subject of the boundaries between the genres painting, photography, sculpture and film, as well as between fiction and reality. From early on, Munich evolved into a centre for Jeff Wall’s works where they were well-received and already being exhibited, collected and published in the early 1980s.

www.pinakothek.de

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Promotion Prize of the Province of Styria

for Contemporary Fine Arts 2013

08/11 – 09/02/2013
Kunsthaus Graz

The award exhibition presents works of art drawn from different aesthetics and artistic philosophies. The only common feature linking the authors is their more or less formal relation with a certain administrative territory—Styria. However, in our globalised artworld, this aspect determines the character of individual artistic expression only to a limited degree. In addition, most of the artists participating in the exhibition—though all were born or studied or lived in Styria once — are now co-creating the artistic scenes of Vienna, Berlin or Brussels. If any territorial identification is important to them, it is not necessarily that of the province of Styria.

www.museum-joanneum.at

 

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Mathias Poledna (AT)

Mathias Poledna deals in his work with connections between art and entertainment, modernism in architecture, fashion and design, the language of film and the history of exhibition-making, often taking the specific historicity of these phenomena as his point of departure. Most recently, he has been producing extremely concentrated cinematic installations that develop complex tensions between their subject matter and the associated references and cultural notions. The artist’s interest in different ways of expressing modernity manifests itself in the special, often highly diverse subjects in his work, ranging from post-punk music to a rain forest in Papua New Guinea, and in the aestheticism and extreme reduction of their formal idiom. Though always new and in many cases created jointly with professional collaborators, they often give the impression of found material, seeming to draw on the visual language of the collective imagination of the past and the present.

www.labiennalevenezia.at

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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