Voice off

Judith Barry, Voice off, 1999, Edition #4 aus 5, Schenkung Dieter und Gertraud Bogner, 2011, © Judith Barry

 

Judith Barry / Voice off

mumok: 24.08.12 – 13.01.13

Seit Mitte der 1980er-Jahre verhandelt Judith Barry in ihren Arbeiten die Wechselwirkungen zwischen Medien, Architektur, Gesellschaft, dem Individuum und seiner Wahrnehmung. Dabei verbindet sie Fragestellungen über Wahrnehmungsprozesse, Genderthemen und Filmtheorie. Für ihre interdisziplinäre Arbeitsweise erhielt sie im Jahr 2000 den Österreichischen Friedrich Kiesler Preis für Architektur und Kunst.

Voice off (1999) ist eine Doppelprojektion, wobei eine Trennwand den Raum in 2 gleich große Hälften teilt. Der Betrachter kann zwischen den beiden Räumen durch einen Vorhang in der Wand hin – und hergehen. Auf beide Seiten der Trennwand wird jeweils ein Video projiziert, wobei jeder Raum eine unterschiedliche Art der Erfahrung mit der menschlichen Stimme bzw. Stimmen bietet. Auf der einen Raumseite, von Judith Barry als weiblich („her side“) bezeichnet, befinden sich die Charaktere in einem traumartigen Ambiente, in einem undefinierbaren, bühnenartigen, mit Nebelschwaden gefüllten Raum. Sie singen, telefonieren, monologisieren oder unterhalten sich, die Stimmen und Gesprächsfetzen überlagern sich teilweise. Auf der anderen Seite, der männlichen, („his side“) versucht ein Mann in einem Arbeitszimmer sich zu konzentrieren, doch er wird zunehmend von Stimmen und Geräuschen irritiert und versucht, diese zu verstehen und die Quelle dieser Stimmen ausfindig zu machen. Zu einem bestimmten Zeitpunkt vereinigen sich die beiden Handlungen in einem narrativen Sinn, trennen sich dann aber wieder. Dies geschieht durch das Zerstören der Wand als physisches Objekt und auch als Träger der Imagination.

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Judith Barry / Voice off 

mumok 24.08.12–13.01.13

Since the mid-1980s, Judith Barry has investigated the interactions between media, architecture, society, the individual and perception, linking questions concerning the processes of perception, gender issues and film theory. For her interdisciplinary approach, she was awarded the Austrian Friedrich Kiesler Preis für Architektur und Kunst in 2000.
Voice Off (1999) is a double projection with a partition wall that divides the room into two equal halves. The viewer can choose between the rooms by passing through a curtain in the wall. A video is projected on both sides of the partition wall while each room offers a different kind of experience of the human voice or voices. On one side of the room, which Judith Barry refers to as the feminine (“her side”), there are characters caught up in a dreamlike atmosphere, in a nondescript, theatrical space filled with fog. They sing, talk on the telephone and hold monologues or conversations. The voices and fragment s of conversation are partially overlapped. On the other side, the male (“his side”), a man sits in his study who is trying to concentrate, but he is increasingly distracted by voices and noises, and he tries to understand them and determine where they come from. At certain points, the two actions combine together to form a narrative, at other points they are disconnected. This occurs when the wall is destroyed as a physical object and as a medium of the imagination.

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